5 Tage London: Der komplette Reiseplan für Erstbesucher
Fünf Tage in London reichen aus, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erkunden, verschiedene Viertel kennenzulernen und dabei gut zu essen und zu trinken. Dieser Tagesplan liefert konkrete Empfehlungen, realistische Zeitangaben und praktische Hinweise, was wirklich lohnenswert ist.

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Kurzfassung
- Fünf Tage reichen, um Londons wichtigste Sehenswürdigkeiten, eine Handvoll Viertel und Tagesausflüge zu erkunden – ohne Hetze.
- Für alle Fahrten mit U-Bahn und Bus eine Oyster-Karte oder kontaktlose Bankkarte nutzen – das ist günstiger als Einzeltickets und funktioniert auf der gesamten Underground, Overground, Elizabeth Line, DLR und bei Bussen. Alle Details findest du in unserem Ratgeber zur Fortbewegung in London.
- Westminster Abbey, den Tower of London und das London Eye unbedingt vorab buchen – Schlangestehen vor Ort kostet 60–90 Minuten, die man besser drinnen verbringt.
- Londons weltklassige Museen (Natural History Museum, V&A, Science Museum, British Museum, National Gallery) sind kostenlos. Wer die Reise drum herum plant, spart bares Geld.
- Der beste Zeitraum für einen Erstbesuch ist Mai bis September – längere Tage und milderes Wetter. Mehr dazu im Ratgeber zur besten Reisezeit für London.
Vor der Anreise: Logistik, die Zeit spart

London hat sechs Flughäfen. Die meisten internationalen Reisenden landen am Heathrow (LHR), rund 23 Kilometer westlich der Innenstadt, oder am Gatwick (LGW), etwa 45 Kilometer südlich. Ab Heathrow ist die Elizabeth Line die beste Option: Züge fahren direkt nach Paddington, Tottenham Court Road und Liverpool Street in 30–40 Minuten, mit Pay-as-you-go-Tarifen von in der Regel etwa 12–14 £ je nach Tageszeit. Die Piccadilly Line ist langsamer (rund 50–60 Minuten in die Innenstadt), aber deutlich günstiger – meist 3–6 £ mit Oyster oder kontaktlos. Der Heathrow Express ist mit 15 Minuten bis Paddington am schnellsten, aber Standardtickets, die am selben Tag gekauft werden, kosten rund 25 £ in der Standard Class. Ab Gatwick erreicht der Gatwick Express die Victoria Station in etwa 30 Minuten; Vorabtickets kosten häufig um die 17–20 £.
💡 Lokaler Tipp
Eine Oyster-Karte gibt es an jeder U-Bahn-Station – oder du nutzt einfach deine kontaktlose Debit- oder Kreditkarte direkt an den gelben Lesern. Tages- und Wochenhöchstbeträge werden automatisch angewendet, du zahlst also nie mehr als nötig. Eine physische Karte als Backup mitzunehmen ist sinnvoll, da kontaktloses Zahlen im Ausland gelegentlich nicht funktioniert.
In London wird mit dem Pfund Sterling (GBP) bezahlt. Leitungswasser ist überall trinkbar. Der Strom läuft mit 230 V und dreipoligen Typ-G-Steckern – wer aus Nordamerika, Europa oder Australien anreist, braucht einen Adapter. Der Notruf lautet 999 (oder 112, das ebenfalls funktioniert). In Londoner Restaurants werden häufig rund 12,5 % Servicegebühr auf die Rechnung aufgeschlagen; wo das nicht der Fall ist, sind 10–15 % Trinkgeld üblich. Einen umfassenderen Überblick über die Stadt für Neulinge – inklusive Einreisevoraussetzungen, Visaregeln und praktischer Orientierung – bietet der London für Erstbesucher Ratgeber.
Tag 1: Westminster und die South Bank

Starte dort, wo die meisten Erstbesucher anfangen: Westminster. Die Konzentration an Sehenswürdigkeiten ist beeindruckend –Big Ben und der Palast von Westminster, Westminster Abbey und Buckingham Palace liegen alle innerhalb von 15 Gehminuten voneinander. Die Westminster Abbey war seit 1066 der Schauplatz jeder Königskrönung und ist innen weitaus beeindruckender als die Außenfassade vermuten lässt. Am besten Zeitfenster online vorbuchen – das spart erheblich Zeit beim Anstehen. Tickets kosten derzeit rund 27 £ für Erwachsene (aktuelle Preise vor dem Besuch auf der offiziellen Website prüfen).
Wer die Wachablösung am Buckingham Palace sehen möchte, sollte den offiziellen Zeitplan vorab prüfen. Die Zeremonie findet nicht täglich statt und variiert je nach Saison. Ohne vorherige Recherche ist Enttäuschung vorprogrammiert. Die Zeremonie selbst dauert etwa 45 Minuten und ist vom Vorplatz aus kostenlos zu beobachten – aber die Menschenmassen bilden sich früh.
Nach dem Mittagessen die Themse überqueren zur South Bank. Der Spaziergang entlang der Themse von der Westminster Bridge bis zur Tate Modern dauert etwa 25–30 Minuten und führt am London Eye, dem Southbank Centre und dem National Theatre vorbei. Die Tate Modern ist kostenlos und beherbergt eine der besten Sammlungen moderner Kunst weltweit – allein die Turbinenhalle ist den Umweg wert. Den Tag im Shakespeare's Globe ausklingen lassen – mit einer Führung oder einem Stehplatzticket für eine Abendvorstellung ab ca. 5 £.
⚠️ Besser meiden
Das London Eye ist nett, aber selten das Highlight einer Reise – der Ausblick ist weit, aber wenig intim, und ohne Zeitticket sind die Warteschlangen lang. Wer wirklich Weitblick will: Der Sky Garden (kostenlos, aber Voranmeldung erforderlich) oder die Aussichtsplattform der St. Paul's Cathedral bieten einen anderen Blickwinkel – und kosten deutlich weniger Zeit.
Tag 2: The City, Tower Bridge und der Borough Market

The City of London – die ursprüngliche römische Siedlung, heute das Finanzviertel – lohnt sich am frühen Morgen, wenn die engen mittelalterlichen Gassen noch ruhig sind. Die St. Paul's Cathedral öffnet um 8:30 Uhr für Gottesdienste; der Besuchereingang öffnet später. Der Aufstieg zur Kuppel kostet extra, aber die Golden Gallery ganz oben bietet einen der schönsten Dachblicke über London. Von der St. Paul's Cathedral läuft man in etwa 15 Minuten zu Fuß nach Osten zur Tower Bridge. Die Brücke selbst ist kostenlos zu überqueren; die Tower Bridge Exhibition mit dem Glasbodengang und den Maschinenräumen kostet Erwachsene rund 12–15 £.
Direkt neben der Brücke liegt der Tower of London, einer der historisch bedeutendsten Orte Englands. Mindestens zwei Stunden einplanen – allein die Kronjuwelen brauchen 30–40 Minuten, besonders wenn die Schlange langsam vorankommt. Online vorbuchen spart sowohl Geld als auch Zeit. Am Nachmittag wieder auf die Südseite des Flusses wechseln zum Borough Market für ein spätes Mittagessen. Der Markt ist montags bis samstags geöffnet und zählt zu den besten Lebensmittelmärkten Europas – kein reiner Touristenmagnet. Bis 13 Uhr da sein, bevor die besten Stände ausverkauft sind.
Tag 3: South Kensington Museen und Notting Hill

Der Museumskomplex in South Kensington ist eines der größten Geschenke Londons an seine Besucher: drei Weltklasse-Institutionen in weniger als fünf Gehminuten voneinander, alle kostenlos. Das Natural History Museum, das Victoria and Albert Museum und das Science Museum könnten zusammen mehrere Tage füllen. Für einen halben Vormittag am besten eines auswählen. Das Darwin Centre im Natural History Museum und die Säle für mittelalterliche und Renaissancekunst im V&A sind die jeweils unterschätztesten Bereiche der beiden Häuser. Bei Öffnung – in der Regel 10 Uhr – da sein, um den schlimmsten Andrang zu vermeiden.
Am Nachmittag mit der U-Bahn von South Kensington nach Notting Hill Gate fahren und ein paar Stunden in Notting Hill verbringen. Der Portobello Road Market ist samstags am lebendigsten: Der Hauptantikmarkt erstreckt sich entlang der Portobello Road und in den Arkaden am nördlichen Ende, Street Food gibt es Richtung Golborne Road. An anderen Tagen ist es ruhiger, aber trotzdem einen Spaziergang wert. Die bunten Reihenhäuser an der Elgin Crescent und der Lancaster Road sind fotogen – und weniger überlaufen als die Straßen, die aus dem Film bekannt sind.
Tag 4: Greenwich und der Osten

Greenwich ist ein unverzichtbarer Halbtagesausflug aus der Innenstadt – einer der wenigen Orte, bei denen das Wort „historisch" keine Übertreibung ist. Mit der DLR bis zur Station Cutty Sark fahren (oder mit dem National Rail bis Greenwich oder Maze Hill) und bei derCutty Sark, dem letzten erhaltenen Teeklipper, beginnen – dann zu Fuß durch das Gelände des Old Royal Naval College (freier Eintritt, Führungen durch die Painted Hall separat buchbar). Das National Maritime Museum ist kostenlos und absolut sehenswert. Durch den Greenwich Park hinaufspazieren zum Royal Observatory und auf dem Nullmeridian stehen – für das Observatorium selbst wird ein kleiner Eintritt erhoben, aber der Blick über Canary Wharf und die City vom Park aus ist kostenlos.
Am Nachmittag zurück nach East London. Shoreditch eignet sich gut als Abendprogramm: Die Brick Lane hat ordentliche Curry-Restaurants und gute Street-Art in den Seitenstraßen, während die Gegend rund um die Shoreditch High Street zu den besseren Adressen in London für Craft-Cocktail-Bars und unabhängige Restaurants gehört. Der Kontrast zur City of London, nur 10 Gehminuten westlich, ist frappierend.
Tag 5: Märkte, Parks und ein Abend im West End

Den letzten vollen Tag etwas ruhiger angehen. Morgens zum Camden Market – er öffnet gegen 10 Uhr und wird bis Mittag sehr voll. Der Markt ist teilweise groß und kommerziell, aber der Bereich am Kanal und die überdachte Lebensmittelhalle sind gut. Von Camden dem Regent's Canal nach Süden entlang spazieren zum Regent's Park – der Weg am Treidelpfad dauert rund 20–30 Minuten und ist eine der ruhigeren Möglichkeiten, die Stadt zu erleben.
Am Nachmittag ins West End zum abschließenden Bummel durch Covent Garden und den Trafalgar Square. Die National Gallery auf der Nordseite des Trafalgar Square ist kostenlos und beherbergt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt – selbst eine Stunde lohnt sich. Die Reise mit einem West-End-Musical oder Theaterstück abrunden: Rabatttickets für denselben Tag gibt es am offiziellen TKTS-Stand am Leicester Square (der physische Stand, nicht die Schwarzmarkthändler rundherum), meist mit 25–50 % Rabatt auf ausgewählte Vorstellungen.
- Westminster Abbey Zeitfenster vorab buchen. Mindestens 1,5–2 Stunden einplanen. Highlights sind der Krönungsstuhl, Poets' Corner und die Königsgräber.
- Tower of London Tickets online kaufen, um den Aufpreis an der Tageskasse zu vermeiden. Die Beefeater-Führungen (im Eintritt enthalten) finden den ganzen Tag statt und gehören zu den besten Erlebnissen, die London zu bieten hat.
- South Kensington Museen Alle drei sind kostenlos. Bei Öffnung da sein. Lieber eines pro Besuch gründlich erkunden, als alle drei zu hetzen.
- Greenwich Ein halber Tag per DLR von der Innenstadt. Kombinieren mit der Cutty Sark, dem National Maritime Museum (kostenlos) und einem Spaziergang hinauf zum Observatory.
- Camden Market Am besten an Wochentagen vor 12 Uhr. Wochenenden sind deutlich voller und unübersichtlicher.
Praktische Tipps für fünf Tage in London
London ist eine Großstadt, die sich über rund 1.572 Quadratkilometer und 32 Stadtbezirke erstreckt. Wer mehrfach täglich quer durch die Stadt pendelt, wird müde und gibt unnötig viel Geld aus. Am sinnvollsten ist es, Sehenswürdigkeiten nach Lage zu bündeln: Westminster-Attraktionen an einem Tag, South Kensington und West London an einem anderen, die City und die South Bank zusammen, Greenwich separat. Die U-Bahn ist zwischen den Zonen schnell, aber für kurze Strecken unter 1,5 Kilometer in der Innenstadt ist Laufen oft die schnellere Wahl.
- Mit Oyster oder kontaktlos bezahlen – niemals Einzelfahrscheine aus Papier für die U-Bahn kaufen.
- Vor dem Griff zur U-Bahn die Gehzeit in Google Maps prüfen. Vom Leicester Square zum Covent Garden läuft man 5 Minuten – das ist nachweislich die kürzeste U-Bahn-Strecke in London.
- Die meisten zentralen Sehenswürdigkeiten öffnen um 10 Uhr. Frühstück und Anreise so planen, dass man möglichst pünktlich zur Öffnung da ist.
- Regentage sind das ganze Jahr über häufig (London kommt im Schnitt auf 11–13 Regentage pro Monat). Museen wie das British Museum oder das V&A als flexible Option für schlechtes Wetter einplanen.
- Manche Attraktionen haben abends erweiterte Öffnungszeiten an bestimmten Tagen (das V&A öffnet freitags bis spät). Diese sind ruhiger und beim Planen auf jeden Fall prüfen.
- Den Zeitplan der Wachablösung auf der offiziellen Website des Royal Household prüfen, bevor man den Tag danach ausrichtet.
✨ Profi-Tipp
Der London Pass gewährt Eintritt zu über 80 Attraktionen zum Tagesfestpreis und kann sich lohnen, wenn man ein intensives Sightseeing-Programm plant. Finanziell rechnet er sich aber nur, wenn man täglich kostenpflichtige Attraktionen besucht. Wer kostenlose Museen mit einzelnen Eintrittspflichtigen Sehenswürdigkeiten mischt, sollte die erwarteten Ausgaben vorher durchrechnen – der Pass ist nicht immer die bessere Wahl. Unser Ratgeber zum London Pass erklärt die Rechnung im Detail.
Häufige Fragen
Reichen 5 Tage in London für einen Erstbesuch?
Ja, fünf Tage sind eine solide Grundlage für einen Erstbesuch. Du kannst die wichtigsten Westminster-Sehenswürdigkeiten erkunden, ein oder zwei Museumskomplexe besuchen, auf ein paar Märkte gehen, einen Tag in Greenwich verbringen und trotzdem noch Zeit für einen Viertelspaziergang und ein West-End-Stück haben. Alles sehen wirst du nicht – dafür ist London viel zu groß – aber du verlässt die Stadt mit einem echten Gefühl für sie, nicht nur mit einer Checkliste abgehakter Monumente.
Wie viel Budget brauche ich für 5 Tage in London?
London ist teuer. Unterkünfte in zentralen Lagen kosten für ein Budgethotel rund 80–120 £ pro Nacht, für Mittelklasseoptionen 200 £ und mehr. Bei Essen variieren die Kosten stark: Ein Mittagessen im Pub oder Restaurant liegt in der Regel bei 12–20 £ pro Person, ein Abendessen in einem guten Restaurant bei 25–45 £ ohne Getränke. Das Gute: Transport mit Oyster oder kontaktlos ist gedeckelt, und die besten Museen Londons sind kostenlos. Mit ein paar kostenpflichtigen Attraktionen (Tower of London, Westminster Abbey), Transport und Mahlzeiten ist ein realistisches Tagesbudget für eine Person rund 80–120 £ – ohne Unterkunft.
Wie komme ich als Tourist am besten durch London?
Die London Underground (die Tube) ist das Rückgrat der touristischen Fortbewegung. Eine Oyster-Karte oder kontaktlose Bankkarte nutzen und bei jeder Fahrt ein- und auschecken – Tageshöchstbeträge stellen sicher, dass man nie zu viel zahlt. Für kurze Strecken in der Innenstadt ist Laufen oft schneller als die U-Bahn. Busse sind tagsüber auf malerischen Strecken nützlich (die Linien 11 und 15 fahren an vielen zentralen Sehenswürdigkeiten vorbei). Taxis für alltägliche Fahrten lieber meiden – sie sind teuer im Vergleich zur Tube, aber praktisch spät nachts oder mit Gepäck.
Welche Londoner Attraktionen sollte man vorab buchen?
Westminster Abbey, der Tower of London, die St. Paul's Cathedral und die Churchill War Rooms lohnen sich als Vorabbuchung, um Schlangen zu vermeiden. Das London Eye und Madame Tussauds haben lange Wartezeiten vor Ort und sollten online gebucht werden, wenn man hin möchte. Der Sky Garden erfordert eine kostenlose Voranmeldung für ein bestimmtes Zeitfenster. Die großen kostenlosen Museen (British Museum, Natural History Museum, V&A, National Gallery) brauchen keine Buchung, können aber bei Sonderausstellungen Zeitfenstertickets verlangen.
Was ist der günstigste Weg vom Flughafen Heathrow in die Londoner Innenstadt?
Am günstigsten ist die Piccadilly Line der London Underground. Mit Oyster oder kontaktlos beträgt das Pay-as-you-go-Ticket je nach Tageszeit rund 3–6 £. Die Fahrt zu zentralen Bahnhöfen wie King's Cross oder Piccadilly Circus dauert etwa 50–60 Minuten. Die Elizabeth Line ist schneller (30–40 Minuten), kostet aber rund 12–14 £. Der Heathrow Express ist mit 15 Minuten bis Paddington am schnellsten, kann aber am selben Tag bis zu 25 £ oder mehr kosten.