Buckingham Palace: Was du vor dem Besuch wissen solltest
Der Buckingham Palace ist seit 1837 der offizielle Londoner Wohnsitz und Verwaltungssitz des britischen Monarchen. Ob du die Wachablösung vom Zaun aus verfolgst oder im Sommer die prunkvollen Staatsgemächer besichtigst – dieser Guide hilft dir, deinen Besuch gut zu planen.
Fakten im Überblick
- Lage
- Buckingham Palace, London SW1A 1AA – City of Westminster, in der Nähe von St James's Park und Green Park
- Anfahrt
- Green Park (Jubilee, Piccadilly, Victoria Line) oder St James's Park (District, Circle Line) – beide nur wenige Minuten zu Fuß
- Zeitbedarf
- 30–45 Min. für Außenbereich und Vorhof; 2–3 Stunden bei einem Besuch der Staatsgemächer
- Kosten
- Von außen kostenlos. Die Staatsgemächer sind kostenpflichtig (saisonal); aktuelle Preise beim Royal Collection Trust prüfen
- Am besten für
- Fans der Königsgeschichte, Erstbesucher in London, Familien und Architekturbegeisterte
- Offizielle Website
- www.rct.uk/visit/buckingham-palace

Was der Buckingham Palace wirklich ist
Der Buckingham Palace ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit, die man durch einen Zaun fotografiert. Er ist der offizielle, aktiv genutzte Londoner Wohnsitz des britischen Monarchen, ein funktionierendes Verwaltungszentrum und einer der wenigen Königspaläste weltweit, der – wenn auch nur saisonal – seine Türen für die Öffentlichkeit öffnet. Als offizielle Londoner Residenz dient er seit 1837, als Königin Victoria als erste Monarchin dort einzog.
Die Ausmaße sind beeindruckend und auf Fotos leicht zu unterschätzen. Die Hauptfassade auf der Ostseite erstreckt sich über rund 108 Meter, ist 24 Meter hoch und etwa 120 Meter tief, wenn man den zentralen Innenhof einschließt. Verteilt auf diesem Grundriss gibt es 775 Räume: 19 Staatsgemächer für Sommerbesucher, 52 Schlaf- und Gästezimmer, 188 Personalzimmer, 92 Büros und 78 Badezimmer. Das ist weniger ein Haus als eine kleine Stadt, die als Palast funktioniert.
Die Geschichte des Gebäudes ist älter, als die meisten Besucher vermuten. Was heute steht, begann als Buckingham House, ein privates Herrenhaus, das um 1705 für John Sheffield, den Herzog von Buckingham, fertiggestellt wurde. Die Krone kaufte es 1761, und die Architekten – vor allem John Nash und danach Edward Blore – verwandelten es im 19. Jahrhundert in die Palastkonfiguration, die wir heute kennen. Der vertraute Ostflügel, der die öffentliche Hauptfassade bildet, wurde 1850 hinzugefügt und 1913 mit Portlandstein verkleidet.
Der Außenbereich: Was du vom Vorhof aus siehst
Die meisten Besucher kommen nie ins Innere und nehmen trotzdem etwas mit. Der Bereich vor dem Palast – der breite Kiesvorhof hinter dem zeremoniellen Zaun, mit dem Victoria Memorial am Ende des The Mall – ist jederzeit frei zugänglich. Hier findet die Wachablösung statt, hier sammeln sich Menschenmengen bei nationalen Anlässen, und hier wirkt der Palast am lebendigsten als Symbol.
Wer früh morgens vor 9 Uhr kommt, erlebt den Vorhof fast in Ruhe. Du kannst die Architektur in Muße studieren, das Victoria Memorial ohne störende Menschen fotografieren und kleine Details beobachten: die Flagge auf dem Dach (der Royal Standard, wenn der Monarch anwesend ist, sonst die Union Flag), die Wachen am Tor mit ihren markanten Bärenfellmützen, den langsamen Rhythmus einer zeremoniellen Institution in der Ruhe.
Gegen Vormittag, besonders zwischen 10 und 12 Uhr, füllt es sich deutlich. Reisegruppen kommen mit Bussen von der Birdcage Walk, Familien mit Kinderwagen reihen sich am Zaun auf, und der Lärmpegel steigt. Wenn du an einem Tag der Wachablösung besuchst – die Zeremonie findet typischerweise an ausgewählten Tagen statt; das aktuelle Programm variiert je nach Jahreszeit und sollte vorab geprüft werden – werden Vorhof und umliegende Straßen sehr voll. Komm früh und positioniere dich möglichst nah am Zaun auf der Seite der Buckingham Palace Road, um etwas sehen zu können.
💡 Lokaler Tipp
Das Victoria Memorial direkt vor dem Palast am Ende des The Mall bietet eine erhöhte Perspektive und einen besseren Blick auf die Fassade als der Zaun selbst. Komm vor 9 Uhr für die ruhigsten Fotos.
In den Staatsgemächern: Die saisonale Öffnung
Der Buckingham Palace ist nicht das ganze Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Staatsgemächer, das Herzstück jedes Innenbesuchs, öffnen für einen begrenzten Zeitraum im Sommer. Darüber hinaus gibt es zu bestimmten Zeiten im Jahr auch eingeschränkte Führungen – rund um Ostern und in den Wintermonaten –, wobei Termine und Formate jährlich variieren. Überprüfe den aktuellen Zeitplan immer direkt beim Royal Collection Trust, bevor du einen Besuch im Inneren planst.
Tickets werden ausschließlich über den Royal Collection Trust verkauft. Die Preise variieren je nach Ticketart (Erwachsene, Kinder, Ermäßigung, Familie) und dem jeweiligen Tourformat. Da diese Angaben regelmäßig aktualisiert werden, werden hier keine konkreten Preise genannt – prüfe die offizielle Buchungsseite für aktuelle Informationen. In den Hauptreisewochen im Sommer ist die Nachfrage hoch, und Zeitfenster können weit im Voraus ausgebucht sein, besonders im Juli und August.
Die 19 Staatsgemächer auf der Besucherroute gehören zu den am aufwändigsten dekorierten Innenräumen Großbritanniens. Der Thronsaal mit seinen karmesinroten und goldenen Thronhimmeln, die für offizielle Porträts und Auszeichnungen genutzt werden, ist oft das Bild, das Besucher im Gedächtnis behalten. Die Picture Gallery – ein 50 Meter langer, von oben belichteter Saal durch die Mitte des Palastes – enthält Werke von Rembrandt, Rubens, Van Dyck und Vermeer aus der Royal Collection, einer der größten und bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Der Blaue Zeichensaal und der Musiksaal sind beide reich mit Goldverzierungen ausgestattet, und der Gartenausgang führt durch das 16 Hektar große Gelände hinter dem Palast, das ansonsten vollständig privat ist.
⚠️ Besser meiden
Die Staatsgemächer sind nicht das ganze Jahr geöffnet. Wenn deine Reise außerhalb der Sommersaison fällt, prüfe die Website des Royal Collection Trust sorgfältig – es gibt begrenzte Winter- und Osteröffnungen, aber diese erfordern eine Voranmeldung und sind nicht jedes Jahr garantiert.
Anreise und Orientierung in der Umgebung
Die U-Bahn-Station Green Park ist ein praktischer Ausgangspunkt. Von dort führt Constitution Hill in einem zehnminütigen Spaziergang am Rand des Green Park direkt zum Palast. Alternativ bringt dich die Station St James's Park an der District und Circle Line ans andere Ende des St James's Park, von wo aus ein angenehmer Spaziergang am See entlang zum Palast führt. Beide Wege sind einfach und landschaftlich reizvoll.
Der Palast liegt am westlichen Ende des The Mall, der Zeremonialstraße, die durch den St James's Park zum Trafalgar Square führt. Diese Achse ist eine der architektonisch stimmigsten Zeremoniallandschaften Europas, und wer sie in eine der beiden Richtungen entlangläuft, gewinnt einen Zusammenhang, den man verliert, wenn man einfach mit dem Bus an den Toren ankommt. Wer einen längeren Spaziergang plant: Der Trafalgar Square liegt etwa 1 Kilometer östlich entlang des The Mall.
Mehrere Buslinien halten an der Buckingham Palace Road und der Victoria Street, sodass die Verbindung zum Bahnhof Victoria unkompliziert ist. Taxis und Fahrdienste (Uber, Bolt, Free Now) können dich in den umliegenden Straßen absetzen, wobei bei Zeremonien und während der Wachablösung Straßensperrungen üblich sind.
Der Palast als Teil eines Westminster-Tages
Der Buckingham Palace macht – zumindest für den Außenbesuch – am meisten Sinn als Teil eines größeren Westminster-Programms und weniger als eigenständiges Ziel. Die Umgebung ist außergewöhnlich reich. Die Westminster Abbey ist 20 Gehminuten entfernt, und die Churchill War Rooms befinden sich unter dem Finanzministerium in der King Charles Street, etwa 15 Minuten zu Fuß. Die Horse Guards Parade liegt am nördlichen Ende des St James's Park, wo die berittenen Wachen der Household Cavalry an der Whitehall Posten stehen – eine ruhigere, zugänglichere Version des zeremoniellen Erlebnisses, das viele Besucher am Palasttor suchen.
Wenn du einen ganzen Tag in der Gegend planst, zeigt der Royal-London-Guide, wie du diese Sehenswürdigkeiten sinnvoll hintereinanderschalten kannst. Wer weniger Zeit hat, findet im 3-Tage-London-Reiseplan, wie sich der Palast neben den anderen großen Attraktionen der Stadt einordnet.
Fotografieren, Menschenmassen und praktische Hinweise
Der fotogenste Blickwinkel auf die Palastfassade ergibt sich vom Victoria Memorial aus, mit Blick nach Westen über den Vorhof. Das Nachmittagslicht im Sommer trifft die Portlandsteinfassade gut, auch wenn die Menschenmassen zu diesem Zeitpunkt nur leicht gegenüber dem Mittagshoch abgenommen haben. Bewölkte Tage eignen sich hier eigentlich besser für Fotos – der helle Stein reflektiert bei direkter Sonneneinstrahlung zu viel Licht, während das gleichmäßige graue Licht die architektonischen Details besser hervorhebt.
Für Innenbesuche gibt es Sicherheitskontrollen, und Taschen werden durchsucht. Fotografieren in den Staatsgemächern ist nicht gestattet – prüfe die aktuellen Regeln bei der Buchung. Im Palastgarten, den du am Ende der Sommertour besuchst, darf frei fotografiert werden.
Die Zugänglichkeit für Besucher mit Behinderungen ist auf der Website des Royal Collection Trust beschrieben und variiert je nach Tourformat. Der Vorhof und der The Mall sind grundsätzlich ebenerdig zugänglich. Besucher, die stufenfreien Zugang oder andere Unterstützung für Innentouren benötigen, sollten sich vorab direkt an den Royal Collection Trust wenden, um die aktuellen Möglichkeiten zu erfragen.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Palast lohnt keinen extra Ausflug, wenn du die Staatsgemächer nicht während der Öffnungszeit besuchen kannst und das Äußere vom The Mall aus bereits gesehen hast. In dem Fall ist deine Zeit möglicherweise besser in der nahe gelegenen Westminster Abbey oder den Churchill War Rooms aufgehoben – beide bieten für den Eintrittspreis ein reichhaltigeres Erlebnis.
Wer die Erwartungen zurückschrauben sollte
Wer erwartet, einen Großteil der 775 Räume zu sehen, dem königlichen Alltagsleben nahezukommen oder das Gebäude außerhalb der Sommersaison frei zu erkunden, wird enttäuscht sein. Der öffentliche Zugang ist bewusst begrenzt, und außerhalb der Öffnungszeit der Staatsgemächer ist das Erlebnis im Wesentlichen ein Außenerlebnis – beeindruckend, zweifellos, aber nicht grundlegend anders als das, was man auf einem Foto sehen kann. Die Wachablösung ist zwar ein visuell eindrucksvolles Schauspiel, findet aber in einiger Entfernung statt und kann an belebten Tagen durch die Menschenmassen verdeckt werden.
Wer sich für königliche Geschichte in der Tiefe interessiert, wird im Windsor Castle (als Tagesausflug erreichbar) ein vollständigeres Erlebnis finden, mit Innenräumen, die über längere Zeiträume im Jahr zugänglich sind. Das gesagt: Die Lage des Buckingham Palace im Herzen von Zentral-London bedeutet, dass er selten eine eigene Anreise erfordert – er fügt sich natürlich in jeden Westminster-Spaziergang ein, und der Vorhofbesuch ist kostenlos.
Insider-Tipps
- Lauf den The Mall vom Trafalgar Square aus entlang, statt direkt mit der U-Bahn anzureisen – der Weg durch den St James's Park vermittelt die zeremonielle Wirkung, die der Palast entfalten soll, und ist einer der eindrucksvollsten Stadteinblicke in London.
- Die Flagge auf dem Dach verrät dir, ob der Monarch zu Hause ist: der Royal Standard (rot, gold und blau geviertelt) bedeutet, der König oder die Königin ist anwesend; die Union Flag bedeutet, er oder sie ist nicht da. Ein kleines, aber schönes Detail.
- Für den Besuch der Staatsgemächer lohnt es sich, wenn möglich einen Zeitslot am Morgen zu buchen. Am späten Nachmittag sind die Besucher müder und mehr Gruppen bewegen sich gleichzeitig durch die Räume.
- Der Ausgang durch den Garten am Ende der Sommer-Tour führt durch das 16 Hektar große Privatgelände – das ist die einzige Möglichkeit für die meisten Besucher, die Rückseite des Palastes und die Gartenfassade zu sehen, die ganz anders aussieht als die Vorderseite.
- Wenn die Wachablösung dein Hauptziel ist, komm mindestens 45 Minuten früher und positioniere dich am Zaun an der Seite der Buckingham Palace Road (Südseite) statt direkt in der Mitte, wo die Menschenmassen es oft schwer machen, überhaupt etwas zu sehen.
Für wen ist Buckingham Palace geeignet?
- Erstbesucher in London, die die zeremoniellen Wahrzeichen der Stadt im Zusammenhang erleben wollen
- Geschichts- und Architekturbegeisterte, besonders jene, die im Sommer Tickets für die Staatsgemächer buchen
- Familien mit Kindern, die die Pracht der Wachablösung genießen werden
- Kunstliebhaber, die wegen der Werke der Royal Collection in der Picture Gallery kommen
- Spaziergänger, die den Palast mit einem ausgedehnten Westminster-Tag entlang des The Mall und St James's Park verbinden
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Westminster:
- Apsley House
Als „Nummer 1 London" bekannt, war Apsley House am Hyde Park Corner der Londoner Wohnsitz des Herzogs von Wellington nach seinem Sieg bei Waterloo. Heute beherbergt es eine der bedeutendsten Privatkunstsammlungen Großbritanniens – mit alten Meistern, napoleonischem Silber und der berühmten kolossalen Nacktstatue Napoleons.
- Banqueting House
Das Banqueting House ist das einzige erhaltene Gebäude des ehemaligen Palastes von Whitehall, 1622 von Inigo Jones entworfen und Heimat der schönsten bemalten Decke Englands. Hier wurde König Karl I. 1649 hingerichtet. Der Eintritt kostet nur 7,50 £ für Erwachsene – aber die Öffnungszeiten sind saisonal bedingt, also unbedingt vorher prüfen.
- Big Ben & der Palast von Westminster
Kaum ein Anblick in London hat so viel Gewicht wie Big Ben und der Palast von Westminster. Der gotische Uhrenturm überragt die Themse und ist sofort wiedererkennbar – doch der Komplex dahinter birgt über neun Jahrhunderte britische Politikgeschichte. Hier findest du alles, was du für einen lohnenden Besuch wissen musst.
- Churchill War Rooms
Tief unter Whitehall verborgen, bewahren die Churchill War Rooms den Bunker, von dem aus Winston Churchill und sein Kriegskabinett den Zweiten Weltkrieg leiteten. Die Räume sind seit 1945 weitgehend unverändert geblieben – das macht diesen Ort zu einem der atmosphärischsten und bewegendsten historischen Orte Londons.