St James's Park: einer der ältesten Royal Parks Londons
Der St James's Park erstreckt sich über 57 Acres im Herzen von Westminster und ist einer der ältesten Royal Parks Londons. Der Eintritt ist kostenlos, er ist täglich von 5 bis 24 Uhr geöffnet und wartet mit echten Überraschungen auf – darunter ansässige Pelikane und einer der schönsten Blicke auf den Buckingham Palace, den die Stadt zu bieten hat.
Fakten im Überblick
- Lage
- Horse Guards Road, London SW1A 2BJ – zwischen Buckingham Palace, The Mall und Westminster
- Anfahrt
- U-Bahnstation St James's Park (District & Circle Line), 5 Minuten zu Fuß; außerdem Westminster, Green Park und Charing Cross
- Zeitbedarf
- 45 Minuten bis 2 Stunden, je nach Tempo
- Kosten
- Eintritt frei, täglich geöffnet 5:00–24:00 Uhr
- Am besten für
- Morgenspaziergänger, Familien, Erstbesucher, Fotografie, Picknick
- Offizielle Website
- www.royalparks.org.uk/visit/parks/st-jamess-park

Was der St James's Park wirklich ist
Der St James's Park ist der älteste der acht Royal Parks Londons und umfasst 57 Acres (rund 23 Hektar) direkt im Herzen der Hauptstadt. Er liegt zwischen dem Buckingham Palace im Westen, Horse Guards Parade im Osten, The Mall im Norden und Birdcage Walk im Süden. Diese Lage allein ist bemerkenswert: Kaum ein Stadtpark der Welt ist auf allen Seiten von so viel Geschichte umgeben.
Der Park wird von der gemeinnützigen Organisation The Royal Parks verwaltet und ist vollständig kostenlos zugänglich. Die Fußgängertore sind täglich von 5:00 bis 24:00 Uhr geöffnet – ohne Schranken, ohne Zeitfenster, ohne Buchungspflicht. Diese Offenheit in Kombination mit der zentralen Lage macht ihn zu einer der meistbesuchten Grünflächen Europas.
Für Erstbesucher, die das Londoner Zentrum effizient erkunden möchten, fügt sich der St James's Park ganz natürlich in jeden 3-Tage-Reiseplan für London ein – man durchquert ihn auf dem Weg zu allem anderen und wird dafür mit Abstand belohnt.
Geschichte: Vom königlichen Jagdrevier zum öffentlichen Park
Das Land war ursprünglich Sumpfgebiet, das Heinrich VIII. 1532 entwässern und als Wildgehege für den Palast von Whitehall einfrieden ließ. Es blieb ein privates königliches Jagdrevier, bis Karl II. es Anfang der 1660er Jahre nach seiner Rückkehr aus dem Exil in Frankreich umgestalten ließ. Er schuf formelle Alleen und einen langen Kanal im französischen Stil, wie er ihn in Versailles bewundert hatte. Ebenfalls auf Karl II. gehen die berühmtesten Bewohner des Parks zurück: eine Gruppe Pelikane, die 1664 vom russischen Botschafter geschenkt wurde. Seitdem leben Pelikane im Park – eine der längsten Wildtiertraditionens in einem städtischen Park weltweit.
Der Park wurde bereits zu Karls II. Regierungszeit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wenn auch unter strikter Etikette. Die eigentliche Verwandlung in eine naturnahe Landschaft erfolgte durch John Nashs Umgestaltung in den 1820er Jahren, als er den geraden französischen Kanal in den geschwungenen See umwandelte, den man heute sieht. Nash baute auch The Mall als Zeremonialweg aus, der den nördlichen Parkrand als Prozessionsachse prägte – eine Funktion, die er bei Staatsanlässen bis heute erfüllt.
Der See, die Tierwelt und die Pelikane
Der zentrale See verläuft in etwa von Ost nach West durch den Park und ist der wichtigste Grund, hier einmal durchzuatmen. Enten, Gänse, Schwäne und Kormorane beleben das Wasser den ganzen Tag über, die Vogelvielfalt ist beeindruckend. Am Pelican Rock – auf der Südseite des Sees nahe Duck Island – halten sich die berühmten Parkvögel auf. Sie werden meist gegen 14:30 Uhr vom Parkpersonal gefüttert, was die beste Gelegenheit ist, sie in Aktion zu erleben. Außerhalb der Fütterungszeiten stehen sie oft reglos auf ihrem Felsen oder paddeln dicht ans Ufer, wo sie mit einer befremdlich direkten Art Touristen anstarren.
Duck Island selbst ist ein Naturschutzgebiet innerhalb des Parks, das als Brutstätte für Vögel verwaltet wird und nicht öffentlich zugänglich ist. Von der Blue Bridge – der Fußgängerbrücke über die Mitte des Sees – hat man den meistfotografierten Blick des Parks: Nach Westen blickt man auf den Buckingham Palace, der am Ende des Wassers von Bäumen eingerahmt wird. Nach Osten sieht man die Dächer des Außenministeriums und Horse Guards. Das ist eine der ungewöhnlichsten Eigenschaften des Parks: Fast jede Sichtachse landet auf etwas architektonisch Bedeutsamem.
💡 Lokaler Tipp
Die Blue Bridge ist der beste Fotospots im Park. Für den klassischen Blick auf den Buckingham Palace über das Wasser empfiehlt sich ein früher Morgen, wenn das Licht von hinten kommt (Blick nach Westen) und noch wenig los ist. Im Sommer heißt das: vor 8 Uhr da sein.
Wie der Park sich im Tagesverlauf verändert
Am frühen Morgen, von der Öffnung um 5 Uhr bis etwa 8 Uhr, ist der Park überraschend ruhig – angesichts seiner Lage kaum zu glauben. Jogger drehen ihre Runden auf den Wegen, und der See liegt flach und graugrün da. Es riecht nach frisch gemähtem Gras, feuchter Erde und einem leicht brackigen Hauch vom Wasser. Vogelstimmen sind gut zu hören, und für ein paar Minuten vergisst man fast, dass man von Regierungsgebäuden und Hauptstraßen umgeben ist.
Ab 9 Uhr füllt sich der Park mit Pendlern, die auf dem Weg nach Whitehall und Westminster durchqueren, dazu die erste Welle an Touristen. An warmen Tagen – und erst recht am Wochenende – sind die Rasenflächen schon am späten Vormittag gut besetzt. Zwischen 11 und 15 Uhr wird es im Sommer richtig voll, besonders entlang The Mall und rund um den See. In der Mittagspause strömen Büromitarbeiter aus dem nahen Regierungsviertel mit ihren Sandwiches auf die Wiesen.
Am späten Nachmittag, wenn Schulgruppen und Reisebusse sich leeren, öffnet sich ein weiteres gutes Zeitfenster. Im Sommer trifft das Licht ab etwa 17 Uhr in einem flachen Winkel die Seeoberfläche und lässt das Wasser leuchten. An Herbstabenden bekommt der Park eine ganz andere Stimmung – Laub auf den Wegen, die Pelikane zusammengekauert gegen die Kälte, eine Stille, die einen deutlichen Kontrast zur umgebenden Stadt bildet.
⚠️ Besser meiden
Im Hochsommer (Juli–August) sind die Rasenflächen an warmen Wochenenden komplett belegt. Wer in Ruhe spazieren möchte, sollte Wochentagmorgen oder Abende nach 18 Uhr anpeilen. An Tagen mit Wachwechsel den Bereich am Buckingham-Palace-Eingang zwischen 10 und 12 Uhr meiden – dort wird es extrem voll.
Was zu sehen ist und wie man den Park erkundet
Der Park ist klein genug, um ihn in zehn Minuten zügig zu durchqueren – aber ein gemächlicher Rundgang von 45 Minuten bis einer Stunde lohnt sich. Die logischste Route für Besucher beginnt am Ausgang der U-Bahnstation St James's Park in der Broadway, führt durch das Tor an der Birdcage Walk nach Westen am Südufer des Sees entlang zum Pelikanbereichen nahe Duck Island, überquert die Blue Bridge ans Nordufer und folgt dann The Mall entweder nach Osten zum Trafalgar Square oder nach Westen zum Buckingham Palace.
Das schließt sich nahtlos an den größeren Westminster-Rundweg an: Buckingham Palace liegt nur zwei Gehminuten vom westlichen Parkausgang entfernt, und Horse Guards Parade befindet sich direkt im Osten. Der Park ist außerdem die angenehmste Fußgängerverbindung zwischen Westminster Abbey und der National Gallery – komplett ohne den Verkehr an der Embankment.
Im Park gibt es zwei Cafés und vier Imbissstandorte. Das Café Inn The Park am Nordufer des Sees hat eine Außenterrasse mit direktem Seeblick und serviert den ganzen Tag über Speisen und Getränke. Es ist beliebt und bei gutem Wetter schnell voll – gut zu wissen, wenn man hier eine Mittagspause einplant.
Königliche Zeremonien und besondere Veranstaltungen
Durch seine Lage zwischen Buckingham Palace und Horse Guards spielt der Park eine direkte Rolle bei mehreren der großen königlichen Zeremonien Londons. Die Prozession des Wachwechsels verläuft entlang The Mall am nördlichen Parkrand, und der St James's Park dient oft als Ausweichbereich für Zuschauer, die nicht nah genug an den Buckingham Palace herankommen. Trooping the Colour im Juni führt durch The Mall und zu Horse Guards, wodurch die Parkränder zu informellen Zuschauertribünen werden.
Wer seinen Besuch rund um königliche Ereignisse plant, findet im Royal-London-Guide alle Termine und Informationen zu den Besuchermassen im Detail. Bei großen Zeremonien füllt sich der Park sehr schnell, und auch die Ausgänge können sich stauen.
Praktische Informationen für Besucher
Die Anreise ist unkompliziert. Die U-Bahnstation St James's Park (District und Circle Line) liegt rund fünf Gehminuten vom südlichen Parkeingang an der Birdcage Walk entfernt. Alternativ fügt die Westminster Station (Jubilee, District und Circle Line) etwa zehn Minuten zu Fuß hinzu, führt aber am Parlamentsgebäude vorbei – was viele bevorzugen. Die Green Park Station (Jubilee, Victoria und Piccadilly Line) erschließt die Nordwestecke über The Mall. Busse entlang der Victoria Street und Birdcage Walk halten in der Nähe des südlichen Eingangs.
Die Wege im Park sind gepflastert und für Kinderwagen und Rollstühle auf den Hauptrunden geeignet. Einige Rasenflächen und informellere Pfade nahe Duck Island können nach Regen schlammig werden. Bequeme, flache Schuhe reichen für die meisten Besuche aus. Im Herbst und Winter können die Wege am See nach Frost oder Regen rutschig werden – griffige Sohlen sind dann sinnvoll.
Im Park gibt es öffentliche Toiletten nahe dem Café am Nordufer des Sees. Hunde sind erlaubt, müssen in bestimmten Bereichen aber an der Leine geführt werden – entsprechende Schilder weisen darauf hin. Radfahren ist im Park nicht gestattet, entlang der Birdcage Walk am südlichen Rand gibt es jedoch einen eigenen Radweg.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Park ist das ganze Jahr über kostenlos und braucht keine Vorplanung. Wer London im Winter besucht: Niedrige Wolken und Nebel verleihen einem Morgenspaziergang hier eine Stimmung, die der Sommer nicht bieten kann – und die Pelikane lassen sich ohne den üblichen Touristenring deutlich leichter fotografieren.
Insider-Tipps
- Die Pelikanfütterung findet meist gegen 14:30 Uhr nahe Duck Island am Südufer des Sees statt. Das ist die beste Gelegenheit, die Tiere aus nächster Nähe zu sehen – an warmen Tagen versammelt sich aber eine beachtliche Menge, also lieber zehn Minuten früher da sein, um einen guten Platz zu ergattern.
- Für das klassische Foto des Buckingham Palace von der Blue Bridge aus schaust du nach Westen. Im Sommer trifft das Nachmittagslicht zwischen 17 und 18 Uhr die Fassade direkt und vermeidet das harte Mittagslicht. Im Winter funktioniert Morgenlicht besser, weil die Sonne den ganzen Tag tief steht.
- Der Park geht nahtlos über The Mall in den Green Park über – so kannst du vom Buckingham Palace bis zum Trafalgar Square durch durchgehendes Grün spazieren, ohne wirklich eine Hauptstraße zu überqueren. Eine Route, die vielen Besuchern eine völlig andere Seite des Londoner Zentrums zeigt.
- Wer den Touristenandrang beim Wachwechsel vermeiden, aber trotzdem etwas Zeremonielles erleben möchte: Die tägliche Flaggenhissung bei Horse Guards am östlichen Parkrand findet mit berittener Kavallerie statt und zieht deutlich weniger Publikum an.
- Das Grashang direkt gegenüber von Duck Island auf der Nordseite des Sees ist einer der besten Picknickplätze im Londoner Zentrum – schattig unter alten Platanen, mit Seeblick und abseits des Hauptstroms. Im Sommer ist er an Wochentagen schon bis Mittag besetzt, also lieber vor 11 Uhr kommen.
Für wen ist St James's Park geeignet?
- Erstbesucher Londons, die eine kostenlose, zentrale Grünfläche suchen, von der aus man mehrere Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreicht
- Familien mit kleinen Kindern: flache Wege, offene Wiesen, Wildtiere zum Anschauen und kein Eintritt
- Jogger und Morgenspaziergänger, die eine ruhige Runde suchen, bevor die Stadt erwacht
- Fotografiebegeisterte, die den Blick von der Blue Bridge auf den im See gespiegelten Buckingham Palace einfangen wollen
- Alle, die eine Wanderroute durch Westminster planen und Verkehr vermeiden sowie zusammenhängende Grünflächen einbauen möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Westminster:
- Apsley House
Als „Nummer 1 London" bekannt, war Apsley House am Hyde Park Corner der Londoner Wohnsitz des Herzogs von Wellington nach seinem Sieg bei Waterloo. Heute beherbergt es eine der bedeutendsten Privatkunstsammlungen Großbritanniens – mit alten Meistern, napoleonischem Silber und der berühmten kolossalen Nacktstatue Napoleons.
- Banqueting House
Das Banqueting House ist das einzige erhaltene Gebäude des ehemaligen Palastes von Whitehall, 1622 von Inigo Jones entworfen und Heimat der schönsten bemalten Decke Englands. Hier wurde König Karl I. 1649 hingerichtet. Der Eintritt kostet nur 7,50 £ für Erwachsene – aber die Öffnungszeiten sind saisonal bedingt, also unbedingt vorher prüfen.
- Big Ben & der Palast von Westminster
Kaum ein Anblick in London hat so viel Gewicht wie Big Ben und der Palast von Westminster. Der gotische Uhrenturm überragt die Themse und ist sofort wiedererkennbar – doch der Komplex dahinter birgt über neun Jahrhunderte britische Politikgeschichte. Hier findest du alles, was du für einen lohnenden Besuch wissen musst.
- Buckingham Palace
Der Buckingham Palace ist seit 1837 der offizielle Londoner Wohnsitz und Verwaltungssitz des britischen Monarchen. Ob du die Wachablösung vom Zaun aus verfolgst oder im Sommer die prunkvollen Staatsgemächer besichtigst – dieser Guide hilft dir, deinen Besuch gut zu planen.