Jane's Carousel: Das antike Karussell mit dem besten Skyline-Blick in Brooklyn

Jane's Carousel ist ein vollständig restauriertes Karussell von 1922, untergebracht in einem beeindruckenden Glaspavillon des Architekten Jean Nouvel – direkt am East River zwischen der Brooklyn Bridge und der Manhattan Bridge. Für nur 4 Dollar pro Fahrt bietet es eines der stimmungsvollsten und erschwinglichsten Erlebnisse im Brooklyn Bridge Park: echtes historisches Handwerk trifft auf einen fast unwirklich schönen Blick auf die Skyline Manhattans.

Fakten im Überblick

Lage
Empire Fulton Ferry-Bereich, Brooklyn Bridge Park, DUMBO, Brooklyn, NY 11201
Anfahrt
A/C bis High St oder F bis York St. Dann ca. 10 Minuten zu Fuß zum Ufer.
Zeitbedarf
30–60 Minuten, inklusive eines Spaziergangs am Wasser
Kosten
Ca. 4 Dollar pro Fahrt (aktuelle Preise auf janescarousel.com)
Am besten für
Familien, Architekturbegeisterte, Fotografen, Paare
Offizielle Website
janescarousel.com
Jane's Carousel in seinem Glaspavillon an einem verschneiten Tag, eingerahmt von der Brooklyn Bridge und der Skyline Manhattans am East River im Brooklyn Bridge Park.

Was Jane's Carousel eigentlich ist

Jane's Carousel ist ein handgeschnitztes Holzkarussell, das 1922 von der Philadelphia Toboggan Company gebaut und ursprünglich im Idora Park in Youngstown, Ohio, aufgestellt wurde. Es verfügt über 48 geschnitzte Holzpferde und zwei Kutschen, alle im Stil des amerikanischen Jahrmarkthandwerks des frühen 20. Jahrhunderts bemalt und verziert. Nach der Schließung des Idora Parks wurde das Karussell 1984 bei einer Auktion von Jane und David Walentas ersteigert – Immobilienentwicklern, die zu dieser Zeit auch massiv in das damals noch industriell geprägte Viertel DUMBO investierten. Jane Walentas beaufsichtigte über Jahrzehnte die aufwendige Restaurierung jedes einzelnen Pferdes und aller mechanischen Bauteile, bevor das Karussell am 16. September 2011 schließlich für die Öffentlichkeit öffnete.

Der Pavillon wurde vom französischen Architekten Jean Nouvel entworfen und misst etwa 22 mal 22 Meter. Er ist mit großen Glaspaneelen verkleidet, die in den wärmeren Monaten zurückgezogen werden können und das Innere zur Uferpromenade hin öffnen. Im Winter sind sie geschlossen, sodass das Karussell das ganze Jahr über in Betrieb sein kann. Das Ergebnis ist etwas wirklich Ungewöhnliches: ein hundert Jahre altes Jahrmarktkarussell, das in einem zeitgenössischen Architekturbauwerk sitzt – eingerahmt von zwei der bekanntesten Brücken New Yorks.

💡 Lokaler Tipp

Die Öffnungszeiten sind in etwa 10:00 bis 18:50 Uhr, können aber je nach Wochentag und Jahreszeit variieren. Überprüfe die aktuellen Zeiten auf janescarousel.com, bevor du das Karussell zum Hauptziel deines Ausflugs machst.

Das Erlebnis zu verschiedenen Tageszeiten

Besuche am Morgen – an Wochentagen ungefähr zwischen 10 und 12 Uhr – sind die ruhigsten. Der Park hat zu dieser Stunde eine entspannte Atmosphäre: Das Kopfsteinpflaster der Water Street ist noch feucht vom Morgentau, und das Licht des East River fällt in einem flachen Winkel auf die Glaspaneele des Pavillons und lässt ihn regelrecht leuchten. Wahrscheinlich teilst du das Karussell dann mit ein paar Eltern und kleinen Kindern – aber keiner großen Menge.

Am frühen Nachmittag an Wochenenden ändert sich das deutlich. Familien strömen herein, und die Warteschlange kann bis vor den Pavillon reichen. Das Karussell ist nicht besonders groß, weshalb an belebten Samstagnachmittagen im Frühling und Herbst Wartezeiten von 15 bis 20 Minuten möglich sind. Der Lärmpegel im Inneren steigt merklich, wenn es voll wird: Die originale Leierkastenmusik des Karussells konkurriert mit Kinderstimmen, die von den Glaswänden zurückgeworfen werden. Das ist eher lebhaft als unangenehm, aber eine grundlegend andere Atmosphäre als an einem ruhigen Wochentagnmorgen.

Das fotogenste Zeitfenster ist die Stunde vor Sonnenuntergang, wenn die durch die südlichen Glasscheiben sichtbare Skyline Manhattans warmes Licht einfängt und die Brücken die Aussicht auf beiden Seiten einrahmen. Zu dieser Stunde beginnen die Karussellbeleuchtung und die Außenbeleuchtung mit dem verblassenden Abendhimmel zu konkurrieren – ein Effekt, der sich zu keiner anderen Tageszeit wiederholen lässt. Wer fotografieren möchte, sollte den späten Nachmittag planen statt den Mittag, wenn das Licht flach ist und die Glasscheiben die Sonne direkt ins Objektiv reflektieren.

Die Architektur und die Umgebung

Jean Nouvels Pavillon ist es wert, für sich betrachtet zu werden – unabhängig vom Karussell darin. Das Bauwerk steht am Rand des Empire Fulton Ferry-Bereichs des Parks, direkt am Wasser. Seine Glaspaneele können im Sommer vollständig zurückgezogen werden, wodurch die Grenze zwischen Innenraum und der Uferpromenade draußen aufgelöst wird. Wenn der Pavillon vollständig geöffnet ist, zieht der Geruch des East River herein, zusammen mit den Umgebungsgeräuschen der Brücken darüber – dem leisen Grollen des Verkehrs auf der Brooklyn Bridge und dem gelegentlichen Horn einer vorbeifahrenden Fähre.

Die Position des Pavillons zwischen der Brooklyn Bridge und der Manhattan Bridge ist kein Zufall. Beide Bauwerke ragen unmittelbar über und neben ihm auf und schaffen eine vielschichtige Komposition aus Stein des 19. Jahrhunderts, Stahl des frühen 20. Jahrhunderts und Glas des 21. Jahrhunderts – einzigartig für diesen kleinen Abschnitt der Uferpromenade. Das verbindet sich ganz natürlich mit dem größeren Brooklyn Bridge Park-Erlebnis, das sich in beide Richtungen entlang des Ufers erstreckt und einige der beeindruckendsten Ausblicke auf die Skyline Manhattans bietet, die man von Brooklyn aus haben kann.

Die Kopfsteinpflasterstraßen DUMBOs unmittelbar hinter dem Karussell verleihen dem Ganzen zusätzliche Tiefe. Dieses Viertel – dessen Name ein Akronym für „Down Under the Manhattan Bridge Overpass" ist – hat in vielen Straßen seine Lagerhaus-Architektur aus dem 19. Jahrhundert bewahrt. Die Kombination aus gusseisernen Fassaden, Granitpflaster und dem Stahlrahmen der Brücke darüber ergibt eine Kulisse, die kein eigens errichtetes Touristenviertel nachahmen kann.

Geschichte und Restaurierung

Die Philadelphia Toboggan Company, die dieses Karussell 1922 baute, gehörte im frühen 20. Jahrhundert zu den angesehensten Herstellern von Karussells und Achterbahnen in den USA. Ihre geschnitzten Pferde sind für die Qualität ihrer Ausführung und die Ausdruckskraft ihres Designs bekannt – Eigenschaften, die sie von seriell gefertigtem Jahrmarktequipment der gleichen Ära abheben. Der Idora Park, in dem das Karussell ursprünglich betrieben wurde, war ein regionaler Vergnügungspark, der von 1899 bis 1984 in Betrieb war, als ein Feuer das Gelände stark beschädigte und zur Schließung führte. Das Karussell überlebte.

Jane Walentas' Restaurierungsprojekt, das sich nach dem Kauf von 1984 über rund zwei Jahrzehnte erstreckte, umfasste das vollständige Abbeizen jedes Pferdes bis auf das nackte Holz, die Reparatur von Strukturschäden und das Neubemalen jeder Figur anhand von Fotografien und historischen Techniken. Auch die mechanischen Bauteile des Karussells – einschließlich des originalen Antriebssystems und des Leierkastenwerks – wurden vollständig überholt. Das Ergebnis ist ein funktionierendes Karussell, das heute so arbeitet wie in den 1920er Jahren: ein wirklich seltenes Stück amerikanischer Volkskunst und Industriegeschichte – kein Replikat, keine Nachempfindung.

Anreise und Orientierung vor Ort

Der unkomplizierteste U-Bahn-Weg aus Manhattan führt über die A- oder C-Linie bis zur Station High Street, von der aus du auf der Brooklyner Seite aussteigst – etwa 10 Minuten zu Fuß vom Karussell entfernt. Den Schildern Richtung Ufer folgen und den Park über die Eingänge an der Main Street oder Dock Street betreten. Die F-Linie bis York Street ist eine weitere Möglichkeit mit ähnlicher Gehzeit. Wer zu Fuß über die Brooklyn Bridge kommt: Der Fußgängerweg endet an der Tillary Street in Brooklyn; von dort sind es etwa 15 Minuten zu Fuß bis zum Karussell, mitten durch das Herz von DUMBO.

Mit dem Fahrrad kommt man ebenfalls sehr gut hin. Der Uferradweg durch den Brooklyn Bridge Park ist gut gepflegt und verbindet das Karussell mit Pier 1 und Pier 6 im Süden sowie mit dem Unterführungsweg der Manhattan Bridge im Norden. Fahrradstellplätze gibt es in der Nähe des Pavilloneingangs.

ℹ️ Gut zu wissen

Der Karussellpavillon ist rollstuhlgerecht zugänglich. Jean Nouvels Design sieht einen niveaugleichen Eingang und breite Schiebetüren vor – zwischen der Außenpromenade und dem Karussellbereich gibt es keine Stufen.

Was du damit kombinieren kannst

Das Karussell liegt inmitten einer Reihe wirklich lohnenswerter Ziele, die sich zu einem halben Tag füllen lassen – ohne Hetze. Die Brooklyn Heights Promenade ist ein 20-minütiger Spaziergang südlich durch den Park und bietet einen erhöhten Gehweg mit dauerhaftem Blick auf die Skyline Manhattans. In die andere Richtung hält DUMBO mehrere Galerien, unabhängige Cafés und den ursprünglichen Brooklyn Flea-Markt an Wochenenden bereit. Das Viertel DUMBO lohnt sich auch für sich genommen bei einem gemächlichen Bummel.

An Wochenenden von April bis Oktober findet Smorgasburg am Pier 5 im Brooklyn Bridge Park statt – etwa 15 Minuten zu Fuß südlich vom Karussell. Die Kombination aus Karussell, Uferpromenade und Streetfood-Markt ergibt ein logisches und allgemein beliebtes Samstagsausflugsprogramm, besonders für Familien.

Wer sich für die Geschichte DUMBOs interessiert und verstehen möchte, wie sich dieses Viertel von einem Industriestandort zu dem gewandelt hat, was es heute ist, sollte sich vorher ein wenig einlesen. Die Rolle der Familie Walentas bei der Entwicklung DUMBOs – die auch erklärt, wie das Karussell überhaupt hierher gelangte – ist Teil einer größeren New Yorker Geschichte über Stadtwandel und Immobilien, die du in einem Brooklyn-Viertelführer weiter erkunden kannst.

Wer die Erwartungen im Blick behalten sollte

Die Karussellfahrt selbst dauert nur wenige Minuten. Wer ohne Kinder reist und kein besonderes Interesse an historischem Jahrmarktequipment oder Architektur mitbringt, für den lohnt sich die Fahrt allein möglicherweise nicht als eigenes Ausflugsziel. Der eigentliche Reiz liegt in der Kombination aus Lage, Pavillonarchitektur und Uferstandort – alles davon ist kostenlos zugänglich, ohne eine Fahrkarte zu kaufen. Erwachsene, die wegen der Atmosphäre und der Aussicht kommen, werden das 4-Dollar-Ticket wahrscheinlich als fair empfinden; wer ein großes, eigenständiges Highlight erwartet, könnte die Fahrt als kurz empfinden.

Im Sommer kann die Mittagshitze im Glaspavillon erheblich sein, selbst wenn die Paneele geöffnet sind. Wer mit kleinen Kindern kommt, die schnell überhitzen, sollte eher morgens oder am späten Nachmittag planen, als mittags im Juli anzukommen. Das Wetter beeinflusst auch das Erlebnis im umgebenden Park: Das Ufer ist bei starkem Regen oder Wind ungemütlich und exponiert, und die Ausblicke, die diesen Ort besonders machen, sind an bewölkten Tagen deutlich weniger beeindruckend.

Insider-Tipps

  • Das ikonischste Foto in DUMBO entsteht auf der Washington Street: Blick durch den Bogen der Manhattan Bridge, mit dem Karussellpavillon im Hintergrund am Wasser. Der beste Standpunkt ist die Kreuzung Washington Street / Front Street.
  • An Wochentagen vor dem Mittag ist es zuverlässig ruhiger als am Wochenende. Das Morgenlicht aus dem Osten trifft den Glaspavillon in den ersten zwei Stunden nach der Öffnung besonders vorteilhaft.
  • Wenn die Warteschlange am Karussell lang ist, sind die Parkbänke direkt vor dem Pavillon mit Blick aufs Wasser ein ausgezeichneter Platz, um die Brücken und die Skyline kostenlos zu genießen. Der Blick von dort ist genauso gut wie von jeder anderen Stelle im Park.
  • Das Leierkastenwerk des Karussells spielt während der Fahrten mechanische Originalmusik. Im Winter, wenn die Glasscheiben geschlossen sind, kann es im Pavillon ziemlich laut werden. Wer empfindlich auf hohe Lautstärke reagiert, ist im Sommer besser aufgehoben, wenn die Paneele zurückgezogen sind.
  • In der Nähe des Brooklyn Bridge Parks gibt es kaum Parkmöglichkeiten. Wer mit dem Auto kommt: Parkplätze in DUMBO sind rar, besonders am Wochenende. Öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad sind deutlich entspannter.

Für wen ist Jane's Carousel geeignet?

  • Familien mit kleinen Kindern, die ein unvergessliches, günstiges und unkompliziertes Ausflugsziel in Brooklyn suchen
  • Architekturbegeisterte, die den Kontrast zwischen Jean Nouvels Pavillon und seinem Inhalt aus dem Jahr 1922 faszinierend finden
  • Fotografen, die Skyline- und Brückenaufnahmen von der Brooklyner Uferpromenade anstreben
  • Paare, die einen Spaziergang am Wasser mit einem entspannten, nostalgischen Erlebnis verbinden möchten
  • Erstbesucher Brooklyns, die einen kompakten Einstieg in DUMBO und den Brooklyn Bridge Park suchen

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in DUMBO & Brooklyn Heights:

  • Brooklyn Bridge

    Die Brooklyn Bridge überspannt den East River zwischen Lower Manhattan und Brooklyn Heights. Zu Fuß darüber zu gehen ist einer der schönsten Spaziergänge in New York City. Rund um die Uhr kostenlos für Fußgänger zugänglich und gespickt mit 140 Jahren Ingenieursgeschichte – wer den richtigen Zeitpunkt wählt und weiß, wo er stehen bleibt, wird belohnt.

  • Brooklyn Bridge Park

    Der Brooklyn Bridge Park erstreckt sich über 2 Kilometer entlang Brooklyns East-River-Ufer und bietet auf 34 Hektar öffentlichem Freiraum Wiesen, Kajakfahren, Spielplätze und einige der direktesten Blicke auf die Skyline Manhattans und die Brooklyn Bridge überhaupt. Der Eintritt ist kostenlos, der Park reicht von der Washington Street bis zur Atlantic Avenue.

  • Brooklyn Flea

    Der Brooklyn Flea ist New York Citys bekanntester Wochenendflohmarkt – jeden Samstag und Sonntag unter dem DUMBO Archway in der 80 Pearl Street. Der Eintritt ist kostenlos, die Saison läuft von April bis Dezember, und der Markt zieht Vintage-Fans, entspannte Schaufensterbummler und Foodiess gleichermaßen in eines von Brooklyns fotogensten Vierteln.

  • Brooklyn Heights Promenade

    Die Brooklyn Heights Promenade ist ein kostenloser, etwa 550 Meter langer Spazierweg hoch über dem Brooklyn-Queens Expressway – mit einem der meistfotografierten Blicke auf die Skyline von Manhattan, die Brooklyn Bridge und den New Yorker Hafen. Täglich geöffnet, kostenlos, und für alle geeignet: von Frühjoggern bis zu Sonnenuntergangsfotografen.