London Hop-On Hop-Off Bus: Lohnt sich das wirklich?
Londons Hop-On-Hop-Off-Busse sind überall – aber sind sie auch der klügste Weg, die Stadt kennenzulernen? Dieser Guide zeigt dir die wichtigsten Anbieter, was du für dein Geld bekommst, für wen sich der Pass lohnt und wann du lieber darauf verzichtest.

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Kurzfassung
- Drei große Anbieter betreiben Hop-On-Hop-Off-Services in London: Big Bus Tours, Tootbus London (früher The Original Tour) und City Sightseeing London (betrieben von Golden Tours). Alle fahren ähnliche offene Doppeldecker auf mehreren Rundstrecken.
- Pässe gibt es meist für 24, 48 oder 72 Stunden – die genauen Optionen variieren je nach Anbieter. Busse fahren auf den Hauptrouten alle 15–20 Minuten und halten an wichtigen Sehenswürdigkeiten wie dem Tower of London, dem Buckingham Palace und dem London Eye.
- Tickets werden häufig mit Extras wie einer Themse-Kreuzfahrt oder Fast-Track-Einlass in Sehenswürdigkeiten kombiniert – diese Zusatzleistungen können das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich verändern.
- Für Erstbesucher, die einen Überblick ohne viel Planung wollen, kann das sinnvoll sein. Wer sparsam reist oder sich mit der U-Bahn zurechtfindet, sollte zuerst einen Blick auf öffentliche Verkehrsmittel in London werfen – das ist fast immer günstiger.
- Im Hochsommer morgens solltest du früh da sein, wenn du einen Platz auf dem Oberdeck willst. Bei Regen macht ein offener Bus schlicht keinen Spaß.
So funktioniert der Hop-On-Hop-Off-Bus in London

Das Prinzip ist simpel: Du kaufst einen zeitlich begrenzten Pass und kannst während der Gültigkeitsdauer beliebig oft an den ausgewiesenen Haltestellen ein- und aussteigen. Die häufigsten Laufzeiten sind 24, 48 und 72 Stunden – bei vielen Anbietern gilt die Zeit ab der ersten Nutzung, bei manchen nach Kalendertagen. Die Busse folgen farblich markierten Rundstrecken durch Londons Zentrum und halten an oder in der Nähe der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Du kannst die komplette Runde mit Audiokommentar über Kopfhörer genießen oder jederzeit aussteigen, die Umgebung zu Fuß erkunden und beim nächsten Bus wieder einsteigen.
Diese Pässe haben nichts mit dem Netz von Transport for London zu tun. Ein Hop-On-Hop-Off-Ticket gilt weder für die U-Bahn, den London Overground noch für die regulären roten TfL-Busse. Die Touranbieter fahren mit eigenen Fahrzeugen auf eigenen Strecken. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist es aber nicht: Wenn du den letzten Bus des Tages verpasst oder schnell quer durch die Stadt musst, zahlst du für TfL-Verkehrsmittel zusätzlich.
⚠️ Besser meiden
Ein Hop-On-Hop-Off-Pass ersetzt keine Oyster Card und kein kontaktloses Bezahlen für TfL-Dienste. Wenn du an irgendeinem Tag die U-Bahn oder reguläre Busse nutzen willst, solltest du beides einplanen.
Die wichtigsten Anbieter im Überblick
Drei Anbieter dominieren den Londoner Hop-On-Hop-Off-Markt. Die angefahrenen Sehenswürdigkeiten sind bei allen dreien weitgehend dieselben – die Unterschiede liegen bei Streckenabdeckung, inkludierten Extras, Busfrequenz und Preis.
- Big Bus Tours Der größte Anbieter in London mit mehreren Routen und Bussen alle 15–20 Minuten auf den Hauptstrecken. Tickets beinhalten oft eine einfache Themse-Kreuzfahrt und bei Premium-Tarifen Fast-Track-Einlass ins London Eye. Audiokommentar ist in mehreren Sprachen verfügbar. Gilt allgemein als die zuverlässigste Wahl für Erstbesucher.
- City Sightseeing London Teil eines internationalen Franchise-Netzwerks: City Sightseeing betreibt drei farbkodierte Routen durch die wichtigsten zentralen Sehenswürdigkeiten. Ticket-Pakete können Stadtführungen zu Fuß und Bootstouren auf der Themse einschließen. Die Pässe sprechen eher unabhängige Reisende an und sind in der Nebensaison manchmal etwas günstiger.
- Tootbus London Früher bekannt als The Original Tour, fährt Tootbus ähnliche Strecken durch Zentrallondon. Das Unternehmen wirbt mit umweltfreundlicheren „grünen" Bussen und bietet Ticketpakete mit Sehenswürdigkeiten-Eintritt an. Eine sinnvolle Alternative, wenn Big Bus online ausgebucht ist oder Tootbus gerade bessere Angebote hat.
In der Praxis ist das Erlebnis bei allen Anbietern ähnlich: offenes Oberdeck, aufgezeichneter Audiokommentar über ein gemeinsames System und Haltestellen alle 10–15 Fahrminuten. Die Qualität des Kommentars variiert, aber keiner der drei Anbieter sticht hier wirklich hervor oder fällt deutlich ab. Kauf lieber online im Voraus als an Straßenkiosken – das ist fast immer günstiger (oft rund 10 % oder mehr) und du vermeidest den Druck von fliegenden Tickethändlern auf dem Bürgersteig.
Was du siehst: Routen und Abdeckung

Die Hauptstrecke aller Anbieter führt durch das klassische Touristen-Zentrum Londons: Trafalgar Square, Buckingham Palace, Westminster Abbey, das London Eye, den Tower of London und die St Paul's Cathedral. Nebenrouten führen in Viertel wie Kensington und ans South Bank.
Eine vollständige Runde auf der Hauptstrecke dauert ohne Zwischenstopps etwa 90 Minuten bis 2 Stunden. Wenn du die komplette Runde auf dem Oberdeck mitfährst, bekommst du einen soliden Überblick über Londons Geografie und Architektur – bevor du entscheidest, wo du länger verweilen möchtest. Das ist eines der stärksten Argumente für den Pass: Beim ersten Besuch hilft eine komplette Runde, ohne irgendwo auszusteigen, enorm dabei zu verstehen, wie die Stadt zusammenhängt – etwas, das die U-Bahn völlig verschleiert.
Wo die Routen an ihre Grenzen stoßen: Viertel wie Shoreditch, Hackney, Brixton oder Peckham werden nicht angefahren. Wer über das touristische Kerngebiet hinaus möchte, kommt mit dem Bus nicht weit. Camden ist auf einigen erweiterten Routen dabei, aber Ost- und Südlondon sind kaum abgedeckt. Wer ein breiteres Bild der Stadt will, ist auf dem Wasser eigentlich besser aufgehoben.
✨ Profi-Tipp
Die Themse-Kreuzfahrt, die bei Premium-Pässen oft dabei ist, bietet eine völlig andere Perspektive auf die Stadt. Das Stück zwischen Westminster Bridge und Tower Bridge vom Wasser aus ist einer der eindrucksvollsten Einstiege in London überhaupt. Wenn sie in deinem Ticket enthalten ist, nutz sie am ersten Tag.
Preise: Was du erwarten kannst und wann du kaufen solltest
Die Preise schwanken je nach Nachfrage und Saison, daher sind alle konkreten Zahlen hier nur Richtwerte. Als grobe Orientierung: Erwachsenen-Tagespässe (24 Stunden) der großen Anbieter lagen historisch im Bereich von etwa 30–50 £, 48- und 72-Stunden-Optionen kosten entsprechend mehr. Kinderkarten gibt es in der Regel günstiger, bei manchen Anbietern reisen Kinder unter 5 Jahren kostenlos. Premium-Pakete mit Fast-Track-Einlass können den Preis deutlich in die Höhe treiben – es lohnt sich aber zu rechnen, ob du die enthaltenen Eintritte sowieso einzeln kaufen würdest.
Die wichtigste Kaufregel: Kauf nie bei einem Straßenhändler oder an einem unbesetzten Kiosk, ohne vorher die Website des Anbieters gecheckt zu haben. Online ist es fast immer günstiger. Wer mit der Familie reist, sollte prüfen, ob ein Familienpass pro Person günstiger ist als Einzeltickets. Manche Reiseportale bieten ebenfalls Rabatte an – stell aber sicher, dass das Ticket direkt vom Anbieter ausgestellt wird, bevor du buchst.
Gut zu wissen: Für wen lohnt sich ein Pass?
Der Hop-On-Hop-Off-Bus ist für bestimmte Reisende besonders sinnvoll. Wer einen 3-Tage-Reiseplan für London mit Fokus auf die zentralen Sehenswürdigkeiten abarbeitet, mit kleinen Kindern die U-Bahn vermeiden will oder die Stadt am liebsten von oben kennenlernt, bevor er zu Fuß losgezogen wird – der bekommt für sein Geld etwas Sinnvolles.
- Erstbesucher, die sich einen geografischen Überblick verschaffen wollen, bevor sie einzelne Sehenswürdigkeiten ansteuern
- Familien mit kleinen Kindern, für die die U-Bahn stressig oder logistisch aufwendig ist
- Reisende mit eingeschränkter Mobilität, für die das Ein- und Aussteigen in öffentliche Verkehrsmittel schwierig ist
- Touristen mit wenig Zeit, die Skyline und Wahrzeichen sehen wollen, ohne sich tief in einzelne Viertel einzugraben
- Alle, deren Kombiticket eine Attraktion enthält (wie das London Eye oder eine Bootsfahrt), die sie sowieso separat kaufen würden
Für preisbewusste Reisende hingegen ist der Pass wenig attraktiv. Eine Pay-as-you-go-Oyster-Card oder kontaktloses Bezahlen deckt das gesamte TfL-Netz für einen Bruchteil der Kosten ab. London günstig bereisen geht auch ohne den Bus. Wer London bereits kennt oder mit der Geografie vertraut ist, hat von einer Komplettrundefahrt kaum Mehrwert. Und wer seine Tage in Galerien, auf Märkten oder in bestimmten Stadtteilen verbringen will, wird mit dem Bus ohnehin meist Strecken abfahren, die er zu Fuß sowieso zurücklegen würde.
Fazit: Es ist keine Touristenfalle im zynischen Sinne – aber auch kein Schnäppchen für jeden. Ob sich der Pass lohnt, hängt fast ausschließlich davon ab, wie du die Zeit und das Geld sonst einsetzen würdest. Für einen Erstbesuch mit wenig Zeit und ohne Lust auf U-Bahn-Navigation ist es ein sinnlicher Komfortkauf. Für alle anderen geht die Rechnung selten auf.
Saisonale Realitäten und praktische Hinweise

Im Sommer (Juni bis August) ist Hochsaison – und die Busse merken das. An beliebten Haltestellen wie dem Trafalgar Square oder dem London Eye kann es vorkommen, dass du auf einen Bus mit freiem Platz auf dem Oberdeck warten musst, besonders zu Stoßzeiten. An heißen Tagen kann das offene Oberdeck in der prallen Sonne unangenehm werden. Komm früh an die Haltestellen, nimm den ersten oder zweiten Bus des Morgens und meide das Zeitfenster zwischen 11 und 14 Uhr, wenn du einen guten Sitzplatz willst. Sommernachmittage und -abende auf dem Oberdeck sind dagegen oft wunderbar – das Licht ist gut für Fotos und die Menschenmassen lichten sich etwas.
Im Winter ändert sich die Gleichung erheblich. Von November bis Februar braucht man für das offene Oberdeck warme Lagen und eine gewisse Kältetoleranz. Londons Wetter ist gemäßigt, aber unberechenbar – Regen ist in jedem Monat möglich, und das Oberdeck bietet keinerlei Schutz. Manche Anbieter stellen an kalten Tagen Decken bereit, das ist aber nicht garantiert. Schau dir den besten Reisezeitraum für die beste Reisezeit für London an – dort findest du einen ausführlichen Überblick über die saisonalen Vor- und Nachteile. Insgesamt bieten Ende April bis Anfang Juni sowie September bis Oktober die angenehmsten Bedingungen: milde Temperaturen, weniger Gedränge als im Hochsommer und bessere Verfügbarkeit.
💡 Lokaler Tipp
Wenn es regnet, ist das untere Deck keine wirkliche Alternative. Die geschlossene untere Etage hat wenige Fenster und schlechte Sicht. Check den Wetterbericht, bevor du einen ganzen Tag auf Bussightseeing setzt – ein 48-Stunden-Pass im Dauerregen ist eine frustrierende Erfahrung.
Was die Logistik betrifft: Die Haltestellen sind gut mit dem Logo des jeweiligen Anbieters gekennzeichnet, liegen aber nicht immer direkt am Eingang der Sehenswürdigkeit. Die Haltestelle beim Tower of London setzt dich zum Beispiel am Nordufer der Themse ab – von dort ist es noch ein kurzes Stück bis zum Haupteingang. Plane Pufferzeit zwischen Busfahrten und Besichtigungen ein, und geh nicht davon aus, dass ein 15-Minuten-Takt auch 15 Minuten Fahrtzeit bedeutet. Im Londoner Innenstadtverkehr – besonders rund um den Parliament Square und am Embankment – kann sich das in Stoßzeiten leicht auf 30 bis 40 Minuten ausdehnen.
Häufige Fragen
Lohnt sich der Londoner Hop-On-Hop-Off-Bus für Erstbesucher?
Für die meisten Erstbesucher, die sich auf die zentralen Sehenswürdigkeiten konzentrieren, ja – aber nur, wenn du den Pass über die gesamte Gültigkeitsdauer auch wirklich nutzt. Ein 24-Stunden-Pass macht Sinn, wenn du mehrere Haltestellen auf der Hauptstrecke ansteuern willst. Wer die meiste Zeit in ein oder zwei Gegenden verbringt, fährt mit der U-Bahn günstiger und schneller.
Welcher Anbieter ist in London am besten?
Big Bus Tours gilt allgemein als zuverlässigste Wahl in puncto Taktfrequenz und inkludierte Leistungen. City Sightseeing ist eine solide Alternative mit vergleichbarer Streckenabdeckung. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind eher gering – Preis und aktuelle Aktionen sind bei der Entscheidung oft wichtiger als die Marke.
Wie lange dauert eine komplette Runde mit dem Londoner Hop-On-Hop-Off-Bus?
Eine vollständige Runde auf der zentralen Hauptstrecke dauert ohne Stopps etwa 90 Minuten bis 2 Stunden, je nach Verkehr. Nebenrouten variieren in der Länge. Rechne mit Verzögerungen durch den Stadtverkehr, vor allem rund um Westminster, das South Bank und die City – das kann die Fahrt in Stoßzeiten deutlich verlängern.
Kann ich mein Hop-On-Hop-Off-Ticket für Londons rote Busse oder die U-Bahn nutzen?
Nein. Hop-On-Hop-Off-Pässe gelten nur für die Busse des jeweiligen Touranbieters. Sie sind nicht für Transport for London gültig – also nicht für U-Bahn, Overground, Elizabeth line oder die regulären roten TfL-Busse. Für diese Verkehrsmittel brauchst du eine Oyster Card oder kontaktloses Bezahlen.
Gibt es eine kostenlose Alternative zum Hop-On-Hop-Off-Bus in London?
Ja, mehrere günstige Alternativen bieten ähnliche Aussichten ohne den Aufpreis. Die Buslinie 11 fährt an Westminster, St Paul's und durch die City – zum normalen TfL-Tarif per Kontaktzahlung oder Oyster Card. Die RV1 wurde eingestellt, aber Linien wie die 100 und andere decken Teile des South Banks und angrenzende Flussuferabschnitte ab. Der Thames Clipper bietet Wasserblicke zum regulären Fahrpreis. Keiner dieser Dienste hat Audiokommentar – aber die Ersparnis ist beträchtlich.