Sa Calobra und Serra de Tramuntana: Mallorcas beste Radstrecken
Der Anstieg nach Sa Calobra ist das Herzstück des Radsports auf Mallorca – 9,5 km, 26 Spitzkehren, hinein in die UNESCO-geschützte Serra de Tramuntana. Ob du ein erfahrener Kletterer bist, der Strava-Zeiten jagt, oder ein Tourenradfahrer, der eine der dramatischsten Berglandschaften Europas erkunden will – diese Strecken bieten Aussicht und Herausforderung in gleichem Maß.
Fakten im Überblick
- Lage
- Serra de Tramuntana, Nordwestmallorca (Sa Calobra, Escorca)
- Anfahrt
- Per Straße über die MA-10 von Sóller oder Pollença; Shuttle-Services ab Palma und aus den Urlaubsorten verfügbar
- Zeitbedarf
- Nur der Anstieg Sa Calobra: 1–3 Stunden. Komplette Tramuntana-Runde ab Palma oder Inca: 5–8 Stunden
- Kosten
- Kostenlos (öffentliche Straßen). Fahrradverleih und Shuttle-Services je nach Anbieter unterschiedlich
- Am besten für
- Rennradfahrer, Ausdauersportler, Berglandschaftsfotografie

Warum Mallorca Europas wichtigste Radsportinsel ist
Im Winter und frühen Frühjahr, vor allem von Februar bis März, nutzen Profi-Radsportteams die Straßen im Nordwesten Mallorcas für ihre Vorbereitungslager. Die Kombination aus ruhigem Asphalt, verlässlichem Wintersonnenschein und echten Kletterherausforderungen hat die Insel seit Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil des europäischen Straßenradsport-Kalenders gemacht. Aber du brauchst kein Teamfahrzeug im Rücken, um den Reiz zu verstehen. Die Serra de Tramuntana – das Gebirge, das sich entlang des Nordwestens Mallorcas erstreckt – bietet eine Dichte an kategorisierten Anstiegen auf vergleichsweise engem Raum, die im gesamten Mittelmeerraum schwer zu übertreffen ist.
Das Gebirge wurde 2011 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt – für seine jahrhundertealten Terrassenlandschaften und die eindrucksvolle Verbindung von menschlicher Besiedlung und steilem Gelände. Für Radfahrer bedeutet dieses Terrain: Straßen, die sich durch Olivenhaine winden, an Kalksteinfelsen vorbeiführen und Stauseen mit Kiefernwäldern säumen. Die Serra de Tramuntana ist keine einzelne Route. Sie ist ein Netzwerk – und Sa Calobra liegt an seinem dramatischen Mittelpunkt.
💡 Lokaler Tipp
Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis Oktober) sind die optimalen Zeitfenster fürs Radfahren. Die Sommerhitze über 1.000 m ist noch handelbar, aber die Abfahrt nach Sa Calobra wird im Juli und August mittags extrem heiß. Starte jeden größeren Anstieg im Sommer spätestens um 8 Uhr.
Sa Calobra: Der Anstieg, der den mallorquinischen Radsport definiert
Die Sa-Calobra-Straße, lokal bekannt als Coll dels Reis (Pass der Könige), wurde 1933 vom Ingenieur Antoni Parietti erbaut. Sie ist 9,5 km lang, überwindet rund 682 Höhenmeter von fast Meereshöhe bis auf 682 m und hat über die gesamte Länge ein durchschnittliches Gefälle von 7 %. Diese Zahlen allein deuten auf einen ernsthaften Anstieg hin – sie beschreiben das Erlebnis aber bei Weitem nicht vollständig.
Das Wahrzeichen der Strecke ist der spiralförmige Brückenabschnitt, lokal als „Krawattenknoten" bekannt: Die Straße schlingt sich in einer engen 270-Grad-Spirale unter sich selbst hindurch, bevor sie weiter nach oben führt. Von oben betrachtet wirkt die Konstruktion kaum glaubhaft. Von unten erlebt, sorgt sie für einen kurzen Moment echter Orientierungslosigkeit, wenn man aus dem Tunnel auftaucht und plötzlich in die entgegengesetzte Richtung zeigt. Die 26 Spitzkehren sind nicht gleichmäßig verteilt. Einige Abschnitte flachen auf 5–6 % ab und bieten eine kurze Erholungspause; andere steigen in den Außenbereichen engerer Kurven auf über 10 % an.
Der Anstieg wird üblicherweise von oben nach unten gefahren: Die meisten Radfahrer fahren vom Gipfel des Coll dels Reis (682 m) zum kleinen Hafen am Fuß hinunter, drehen dann um und steigen wieder hoch. Das Strava-KOM-Segment beginnt an einem Parkplatzschildern nahe dem Ausgangspunkt unten. Strava-Daten zeigen, dass der aktuelle Männerrekord unter 25 Minuten liegt. Für einen fiten Hobbyfahrer sind 35 bis 50 Minuten ein realistisches Ziel. Wer das Erlebnis einfach genießen möchte, darf sich auch eine Stunde oder mehr Zeit lassen.
⚠️ Besser meiden
Die Abfahrt zum Hafen von Sa Calobra wird mit Reisebussen und Transferfahrzeugen geteilt, besonders zwischen 10 und 15 Uhr. Auf engen Spitzkehren solltest du großen Fahrzeugen so viel Platz wie möglich lassen. Fahr vorsichtig und mit kontrollierter Geschwindigkeit, vor allem in den unteren Kehren, wo der Straßenbelag durch Gischt feucht sein kann.
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Zur Startlinie: Die Zubringeranstiege
Sa Calobra ist kein isolierter Anstieg. Es per Rad aus irgendeiner Richtung zu erreichen, erfordert bereits einen ernsthaften Anstieg für sich – das ist ein großer Teil dessen, was einen vollen Tag hier so anspruchsvoll und so befriedigend macht. Die häufigsten Anfahrten sind von Inca im Inselinneren (rund 70 km Fahrt mit etwa 2.000 Höhenmetern gesamt für die komplette Runde), von Sóller im Süden oder von Pollença im Norden über den Coll de Femenia.
Die nördliche Zufahrt über den Coll de Femenia ist 7,2 km lang mit durchschnittlich 6 % Steigung und für sich genommen eine wunderschöne Straße – sie führt durch schattige Kiefernwälder, bevor sich der Blick auf die Bucht von Pollença öffnet. Von Süden führt die Puig-Major-Route 14,8 km bei durchschnittlich 5,8 % Steigung am Rande des Stausees Gorg Blau entlang. Beide Routen treffen auf die MA-10, die Bergstraße, die das Rückgrat aller Tramuntana-Touren bildet.
Wer die Zubringeranstiege überspringen und sich ganz auf Sa Calobra konzentrieren möchte, kann Shuttle-Services nutzen, die von Palma und verschiedenen Urlaubsorten Fahrer und Fahrräder zum Gipfel des Coll dels Reis oder zum Hafen von Sa Calobra transportieren. Das ist eine praktische Option für weniger erfahrene Fahrer oder wer das Radfahren mit anderen Aktivitäten verbinden möchte. Für einen umfassenderen Blick auf die Fortbewegung auf der Insel bietet der Mallorca-Reiseratgeber zur Fortbewegung nützliche Informationen zu Transportmöglichkeiten.
Die MA-10: Mallorcas großartigste Straße
Sa Calobra macht die Schlagzeilen, aber die MA-10, die am Kamm der Tramuntana von Andratx im Südwesten bis nach Pollença im Nordosten verläuft, ist wohl das vollständigere Raderlebnis. Die gesamte Strecke umfasst rund 90 km mit über 2.500 Höhenmetern. Sie führt durch die Dörfer Banyalbufar, Estellencs, Esporles und Valldemossa, bevor sie Sóller erreicht, dann weiter durch Fornalutx zur Abzweigung Sa Calobra und schließlich nach Pollença.
Der Abschnitt zwischen Sóller und der Sa-Calobra-Abzweigung gilt regelmäßig als eine der landschaftlich schönsten Radstrecken Europas. Die Straße wird schmaler, der Verkehr dünner, und die Aussichten über die Westküste sind schlicht spektakulär. Das Dorf Fornalutx liegt direkt oberhalb von Sóller und ist ein perfekter Kaffeestopp vor oder nach den Hauptanstiegen. Auf rund 100 m Höhe, umgeben von steinernen Zitrusgrundstücken an jedem Hang, zeigt es die Tramuntana von ihrer fotogensten Seite.
Wer mehr über die Bergregion und ihre Dörfer erfahren möchte: Das Dorf Deià liegt direkt an der MA-10 und ist ein natürlicher Haltepunkt. Die Strecke durch Deià wird häufig für die klassische Palma-Sóller-Deià-Runde genutzt, die insgesamt rund 100 km umfasst und eine der beliebtesten Tagestouren auf der Insel ist.
Wie es sich wirklich anfühlt: Tageszeit und Bedingungen
Den Gipfel des Coll dels Reis früh morgens, vor 9 Uhr, zu erreichen, ist ein grundlegend anderes Erlebnis als mittags dort anzukommen. Das Licht ist kühler und kommt aus einem steileren Winkel, der die Textur des Kalksteins klar herausarbeitet. Die Straße ist so ruhig, dass man den Wind durch die Bergkiefern oberhalb der Kehren hören kann. Am späten Vormittag, besonders in der Hochsaison, wird die Straße zu einem gemeinsam genutzten Raum: Mietradfahrer, ambitionierte Clubfahrer und Touristenfahrzeuge treffen alle aufeinander.
Die Abfahrt zum Hafen unten führt durch einen kurzen, in den Fels gesprengten Tunnel, in dem die Luft spürbar kühler und feuchter ist. Wenn man aus dem Tunnel auftaucht, erscheint das Meer abrupt im Rahmen der Straße: türkisfarben und nah. Der Hafen selbst ist klein, mit ein paar Restaurants und einem Kiesel-Fels-Strand, der von senkrechten Felswänden auf drei Seiten eingefasst wird. Im Frühling ist es ruhig und entspannt. Im Juli und August kommen zahlreiche Tagesausflügler per Boot aus Port de Sóller, und der Kontrast zur stillen Bergstraße oben kann regelrecht irritierend wirken.
Profi-Teams nutzen Sa Calobra und die umliegenden Straßen seit Jahrzehnten als Trainingsbasis. Team Skys Vorbereitung auf die Tour de France 2012, die Bradley Wiggins schließlich gewann, beinhaltete ausgedehnte Trainingsblöcke in der Tramuntana. Dieses Erbe hat Mallorca zu einer Art Wallfahrtsort für Hobbyfahrer gemacht, die sich an denselben Steigungen messen wollen. Wer jenseits des Fahrrads noch mehr von der Insel entdecken möchte, wird auch zu Fuß belohnt. Der Wanderführer Mallorca stellt den GR221-Fernwanderweg vor, der viele derselben Tramuntana-Grate zu Fuß durchquert.
Praktische Informationen: Rad, Ausrüstung und Logistik
Für das Radfahren auf Mallorca brauchst du ein Renn- oder Gravelbike mit passender Übersetzung für steile Anstiege. Ein kompaktes Kettenblatt (50/34 oder kleiner) mit einer 11–28- oder 11–32-Kassette reicht für die meisten Fahrer bei Sa Calobra aus – wer bei anhaltenden 8–10 %-Abschnitten ins Kämpfen gerät, greift lieber zu einem weiteren Übersetzungsverhältnis. In Palma und in Sóller gibt es zahlreiche Spezialisierte Fahrradverleiher, die auf reisende Radfahrer ausgerichtet sind. Preise variieren je nach Saison und Fahrradmodell; aktuelle Tarife direkt beim Verleih anfragen.
Nimm mindestens zwei volle Wasserflaschen für den Sa-Calobra-Anstieg mit. Zwischen der Abzweigung zum Coll dels Reis und dem Hafen unten gibt es keine zuverlässigen Wasserstellen. Bei warmen Temperaturen entwickelt der Anstieg erhebliche Hitze, besonders auf südexponierten Abschnitten im oberen Drittel. Sonnenschutz, eine leichte Weste für die Abfahrt und ein Basiswerkzeugset (Schlauch, Reifenheber, Minipumpe oder CO2) gehören zur Standardausrüstung. Der Straßenbelag der MA-2141 ist generell gut in Schuss, kann aber an den Scheitelpunkten der Spitzkehren losen Schotter aufweisen.
Für Fotos sind die besten Positionen an Sa Calobra von der Straße selbst auf den oberen Kehren – mit Blick zurück durch die Spitzkehren Richtung Meer. Eine Kompaktkamera oder ein Smartphone in einer Lenkermontierung funktioniert gut beim Klettern. Für die breitere Tramuntana-Landschaft bietet der Mallorca-Fotoguide Informationen zu Aussichtspunkten und Lichtverhältnissen auf der ganzen Insel.
Für wen diese Route nicht geeignet ist
Sa Calobra ist nichts für Gelegenheits- oder Freizeitradfahrer. Die Steigungen sind anhaltend, der Verkehr bei der Abfahrt kann schnell sein, und die Straße hat auf einigen exponierten Abschnitten keine Leitplanken. Radfahrer, die sich auf steilen Abfahrten unwohl fühlen, mit dem Verhalten im Straßenverkehr nicht vertraut sind oder körperlich nicht auf Anstiege von 600+ Höhenmetern vorbereitet sind, sollten lieber flachere Routen im Inselinneren oder entlang der Ostküste wählen. Die Strecke ist für Mountainbikes mit Stollenreifen, Rollstühle, Kinderwagen oder Nicht-Radfahrer vollständig ungeeignet.
Insider-Tipps
- Fahr früh morgens zum Hafen von Sa Calobra hinunter, bevor die Touristenboote aus Port de Sóller ankommen. Ab 11 Uhr kann der kleine Strand und der Restaurantbereich richtig voll werden. Wer um 9 Uhr da ist, hat die Felsen, das türkisfarbene Wasser und einen ruhigen Espresso fast für sich allein.
- Die Zufahrt über den Coll de Femenia von Pollença aus ist deutlich weniger befahren als der Puig-Major-Anstieg von Süden. Wenn du die Bergstraßen ohne Reisebusse und Mietwagen erleben willst, starte in Pollença.
- Strava-Segmente auf Sa Calobra werden intensiv aufgezeichnet, was bedeutet, dass manche Fahrer sowohl beim Anstieg als auch bei der Abfahrt sehr hart unterwegs sind. Wenn du in ruhigem Tempo fährst, halte dich konsequent rechts, damit schnellere Fahrer sauber überholen können.
- Der Tunnel am unteren Ende der Sa-Calobra-Abfahrt ist unbeleuchtet und dunkel genug, dass ein Frontlicht auch bei strahlendem Sonnenschein sinnvoll ist. Das ist kein optionaler Sicherheitshinweis – für etwa 10 Sekunden herrschen dort nahezu Nullsichtbedingungen.
- Die meisten mallorquinischen Radcafés in Sóller, Pollença und entlang der MA-10 öffnen um 8 Uhr und sind es gewohnt, Radfahrer in Klickschuhen mit großen Frühstücksbestellungen zu bedienen. An kleineren Raststätten am Straßenrand ist Bargeld empfehlenswert, da Kartenlesegeräte nicht immer zuverlässig funktionieren.
Für wen ist Mallorca Radfahren (Sa Calobra & Tramuntana-Routen) geeignet?
- Rennradfahrer, die kategorisierte Anstiege mit professionellem Schwierigkeitsgrad suchen
- Ausdauersportler, die im Winter oder Frühjahr für die europäische Rennsaison trainieren
- Radsportbegeisterte, die Strecken fahren möchten, die mit Tour-de-France-Siegern in Verbindung stehen
- Landschaftsfotografen, die per Rad durch UNESCO-geschütztes Gebirge reisen
- Fitte Tourenradfahrer, die mit Tagen über 100 km und mehr als 2.000 Höhenmetern vertraut sind
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Serra de Tramuntana:
- Deià
Hoch über Olivenhainen auf den Nordwestklippen von Mallorcas Serra de Tramuntana zieht Deià seit Jahrzehnten Künstler, Schriftsteller und Reisende an. Die honigfarbenen Steinhäuser, der Geruch von wildem Rosmarin auf dem Weg zur Kirche und der weite Blick über das Mittelmeer machen den Ort wirklich besonders. Aber Deià belohnt diejenigen, die sich Zeit nehmen – nicht die schnellen Stopps für ein Foto.
- Fornalutx
Hoch oben in der Serra de Tramuntana über Sóller liegt Fornalutx – ein kompaktes Steindorf mit rund 700 Einwohnern, das national für seinen außergewöhnlichen Erhaltungszustand ausgezeichnet wurde. Die Gassen sind steil, die Häuser honigfarben, und ringsum drängen sich Orangenhaine. Der Eintritt ist frei, ein Rundgang dauert ein bis zwei Stunden, und das Dorf lässt sich wunderbar mit einem Tag in Sóller verbinden.
- Jardines de Alfabia
Eingebettet in die Serra de Tramuntana sind die Jardines de Alfabia ein vielschichtiges Anwesen mit Wurzeln im maurischen Mallorca des 13. Jahrhunderts. Terrassierte Gärten, ein gewölbter Zisternenbau, die berühmte Wasserpergola und ein Barockherrenhaus machen es zu einem der lohnendsten Halbtagesausflüge der Insel – für alle, die sich für Geschichte, Botanik oder Architektur interessieren.
- Sa Calobra & Torrent de Pareis
Sa Calobra und der Torrent de Pareis zählen zu den eindrucksvollsten Naturlandschaften im westlichen Mittelmeer: eine 300 Meter tiefe Kalksteinschlucht, die auf eine geschützte Kieselbucht trifft. Der Weg dorthin – ob über die legendäre Korkenzieherstraße oder mit dem Boot ab Sóller – ist schon die halbe Erfahrung.