Was man in Peking essen sollte: Der ultimative Food-Guide
Peking hat weit mehr zu bieten als Peking-Ente. Dieser Guide zeigt dir die Gerichte, die du unbedingt probieren solltest, wo du die besten Versionen findest, was sie kosten und welche Touristenfallen du besser meidest.

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Kurzfassung
- Peking-Ente ist das Aushängeschild der Stadt – rechne je nach Restaurant mit ¥160–¥400 für eine ganze Ente.
- Pekings Kulinarik reicht von kaiserlichen Bankettgerichten über handgezogene Nudeln und Lamm-Hotpot bis hin zu einigen der besten Streetfood-Angebote Chinas – alle Details zu Restaurants findest du in unserem Peking-Ente-Guide.
- Nachtmärkte und Hutong-Garküchen bieten die günstigsten Mahlzeiten, oft ¥10–¥30 pro Gericht – die Qualität schwankt aber erheblich.
- Trinkgeld wird in Peking nirgendwo erwartet – weder am Straßenstand noch im Feinschmeckerrestaurant.
- Wer seinen Reiseetat für Essen und Transport planen möchte, findet im Peking auf Reisebudget-Guide alle nötigen Aufschlüsselungen.
Pflichtprogramm: Diese Gerichte musst du in Peking probiert haben

Pekings Küche schöpft aus Jahrhunderten kaiserlicher Kochkunst, nordchinesischer Weizenkultur und dem Einfluss der muslimischen Hui-Gemeinschaft, die seit Generationen in der Stadt lebt. In der Praxis bedeutet das: viel Ente, Lamm und Nudeln – und weit weniger Reis als erwartet. Das hier ist Weizenland.
Peking-Ente (北京烤鸭, Běijīng kǎoyā) ist der offensichtliche Einstieg. In guten Restaurants wird sie in drei Gängen serviert: dünn aufgeschnittene Entenhaut und -fleisch mit Pfannkuchen, Frühlingszwiebeln, Gurke und süßer Bohnensauce; als zweiten Gang die Karkasse als Suppe oder Pfannengericht; manchmal als dritten Gang gesalzen gebratene Knochen. Eine ganze Ente im mittleren Preissegment kostet etwa ¥160–¥250 und reicht für zwei bis vier Personen. In gehobenen Restaurants wie Dadong oder den Original-Quanjude-Filialen steigen die Preise auf ¥300–¥400. Billiganbieter in Touristenzonen unterbieten zwar beim Preis, aber auch bei der Qualität: Die Haut sollte goldbraun und knusprig sein und beim Hineinbeißen knacken – nicht zäh oder fettig.
Zhajiangmian (炸酱面) ist Pekings zweites Signature-Gericht und deutlich günstiger. Dicke Weizennudeln werden mit einer langsam gekochten fermentierten Sojabohnen-Schweinefleisch-Paste serviert, dazu Julienne-Gurke, Sojasprossen und Rettich. Eine Schüssel kostet in den meisten Nudelläden ¥15–¥35. Instant- oder vorgefertigte Versionen, die Touristen in den Snackläden rund um Wangfujing angeboten werden, sind nur ein blasser Abklatsch – such dir lieber eine einfache Kantine in einem Wohnhutong.
- Peking-Ente (北京烤鸭) Langsam über Fruchtholz gebraten, serviert mit Pfannkuchen und Beilagen. Ganze Ente ¥160–¥400 je nach Restaurant.
- Zhajiangmian (炸酱面) Dicke Nudeln mit fermentierter Schweinefleisch-Sojabohnenpaste. Das alltägliche Wohlfühlgericht der Stadt, ¥15–¥35 pro Schüssel.
- Lamm-Hotpot (涮羊肉) Hauchdünn gehobeltes Lammfleisch, in klarer Brühe gegart und in Sesamsoße getaucht. Ein vom Islam der Hui geprägtes Grundgericht, besonders im Winter sehr beliebt.
- Jianbing (煎饼) Ein herzhafter Crêpe vom Grill mit Ei, Frühlingszwiebeln, Chilapaste und knusprigem Wontoncracker. Das klassische Pekinger Frühstück, ¥8–¥15.
- Douzhi (豆汁) Fermentierte Mungbohnenmilch, heiß mit eingelegtem Gemüse serviert. Ein erworbener Geschmack, den Einheimische lieben und die meisten Besucher gewöhnungsbedürftig finden.
- Kandierte Weißdornspieße (糖葫芦) Zuckerbeschichtete Weißdornbeeren am Bambusspiess, für ¥5–¥15. Ein Winterklassiker, der in Touristengebieten das ganze Jahr über verkauft wird.
⚠️ Besser meiden
Die gebratenen Skorpione, Seesterne und Seidenraupenlarven auf der Wangfujing Snack Street sind echt – aber sie existieren vor allem für Touristenfotos und den Schockeffekt. Einheimische essen das nicht regelmäßig. Wer authentisches Pekinger Streetfood will, sollte stattdessen einen Morgenmarkt oder eine Wohngasse im Hutong aufsuchen.
Wo man wirklich essen sollte: Viertel nach Küche sortiert

Die Guijie (Geisterstraße) in Dongcheng erstreckt sich über rund 1,4 km entlang der Dongzhimennei Dajie und ist die dichteste Restaurantmeile der Stadt, die bis spät geöffnet hat. Spezialität sind scharfe Flusskrebse (小龙虾) und Malatang-Hotpot – die meisten Küchen haben bis nach Mitternacht geöffnet. Die Preise sind fair: ein Flusskrebsschmaus für zwei mit Bier kostet meist ¥150–¥250.
Wer Lamm-Hotpot mit echter Hui-muslimischer Tradition sucht, sollte das Viertel rund um die Niujie im Bezirk Xicheng aufsuchen – seit über tausend Jahren das muslimische Viertel Pekings. Die Restaurants verwenden Halal-zertifiziertes Lammfleisch; außerdem gibt es hervorragende Sesamfladenbrote (Shaobing), Lammspieße und frittierte Teigringe (Youxuan). Das Viertel ist kein aufgehübschtes Touristenziel – und genau deshalb ist das Essen hier besser.
Die Hutong-Gassen rund um Nanluoguxiang und den Wudaoying Hutong bieten eine Mischung aus traditionellen Snackständen und unabhängigen Cafés. Nanluoguxiang selbst ist inzwischen stark kommerzialisiert – die besseren Essmöglichkeiten findet man in den ruhigeren Quergassen abseits der Hauptfußgängerzone.
Sanlitun und der umliegende Bezirk Chaoyang bieten die größte Auswahl an internationalem Essen: koreanische, japanische, thailändische und westliche Restaurants reihen sich hier aneinander und bedienen vor allem die Expat-Community und Geschäftsreisende. Wer während der Reise mal eine Pause von chinesischem Essen braucht, ist hier genau richtig. Die Preise liegen allerdings meist 30–50 % höher als in vergleichbaren lokalen Lokalen.
💡 Lokaler Tipp
Pekings Lebensmittelmärkte öffnen früh und schließen früher als erwartet. Der Sanyuanli-Markt, einer der besten Frischmärkte der Stadt, hat täglich von 09:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Der Zuojiazhuang-Shengfu-Markt schließt bereits um 14:00 Uhr. Wer selbst kochen oder einfach die Auslage bestaunen möchte, sollte morgens kommen. Nachtmärkte öffnen in der Regel von 17:00 Uhr bis Mitternacht.
Peking-Ente: So navigierst du durch die Restaurantlandschaft

Drei Restaurantnamen dominieren die Peking-Ente-Debatte: Quanjude, Bianyifang und Dadong. Sie stehen für grundlegend unterschiedliche Erlebnisse und sind nicht austauschbar.
Quanjude (全聚德), gegründet 1864, ist das bekannteste und das unbeständigste Haus. Die Röstmethode nutzt Hängeöfen und Fruchtholz, was ein charakteristisches Röstaroma und eine leichte Rauchnote erzeugt. Im Flaggschiff am Qianmen ist die Qualität im Allgemeinen verlässlich; in kleineren Filialen kann sie schwanken. Mittag- und Abendessen werden oft in getrennten Sitzungen serviert – zum Beispiel 11:00–13:30 und 16:30–20:00 Uhr im Qianmen-Haus, wobei die Zeiten je nach Filiale und Saison variieren, also immer vorher nachfragen. Quanjude zieht vor allem Besucher an, die das historische Original suchen; Einheimische finden es oft überteuert im Vergleich zu neueren Adressen.
Bianyifang (便宜坊) steht in einer Tradition, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht – das Restaurant selbst wurde 1885 gegründet. Es arbeitet mit einem geschlossenen Ofen, der eine weichere Haut erzeugt. International weniger bekannt, wird es von Pekingern oft bevorzugt: gleichmäßigere Qualität, etwas niedrigere Preise. Dadong (大董) ist die moderne Fine-Dining-Adresse: kunstvoll angerichtete Teller, speziell auf geringeren Fettgehalt gezüchtete Enten und entsprechende Preise. Ein Abendessen für zwei bei Dadong übersteigt häufig ¥600.
✨ Profi-Tipp
Peking-Ente-Restaurants sollte man im Voraus buchen, besonders an Wochenenden und Feiertagen. Quanjude und Dadong nehmen beide Online-Reservierungen an. Wer ohne Buchung zu Stoßzeiten auftaucht, wartet oft 45 bis 90 Minuten – und der Wartebereich in tourismusnahen Filialen ist alles andere als komfortabel.
Streetfood und Frühstückskultur

Peking hat eine ausgeprägte Frühstückskultur, die Touristen fast vollständig verpassen, weil sie im Hotel frühstücken. Um 07:30 Uhr verkaufen Händler in Wohnvierteln nahe U-Bahn-Ausgängen bereits Jianbing (herzhafte Crêpes), Baozi (gedämpfte gefüllte Teigtaschen), Reisbrei, Sojamilch und frittierte Teigstangen (Youtiao). Preise: ¥5–¥15 pro Stück. Die meisten Händler räumen bis 09:30 Uhr wieder ein.
Jianbing verdient besondere Aufmerksamkeit. Ein erfahrener Händler stellt jedes Stück frisch auf dem Grill her: ein dünner Teig aus Mungbohnen- und Weizenmehl wird kreisförmig aufgetragen, ein oder zwei Eier darüber aufgeschlagen und verteilt, Frühlingszwiebeln und Sesam darübergestreut, Chilapaste und süße Bohnensauce aufgetragen, und ein knuspriger Wontoncracker darin eingerollt. Der ganze Vorgang dauert keine zwei Minuten. Sättigend, günstig und durch und durch lokal. Die besten Jianbing gibt es bei eingefleischten Stammlieferanten in Wohnvierteln – nicht an Touristenständen, die ¥20–¥25 für den Exotikfaktor verlangen.
- Für Jianbing: Suche einen Straßenstand nahe einem Wohnviertel-U-Bahnausgang, zwischen 07:00 und 09:00 Uhr.
- Für Baozi: Halte Ausschau nach Dampfkörben vor kleinen Läden – Schweinefleisch mit Kohl (猪肉白菜) ist die klassische Pekinger Füllung.
- Für Douzhi: Das fermentierte Mungbohnengetränk gibt es in traditionellen Snackläden und manchen Morgenmärkten. Am besten mit Jiaoqian (knusprige frittierte Ringe) dazu probieren.
- Für kandierte Weißdornspieße: Der Winter ist die beste Saison, aber Händler findet man das ganze Jahr über in der Nähe großer Sehenswürdigkeiten.
- Für Nachtmarktessen: Pekings offizielle Nachtmärkte variieren nach Standort und Saison – prüfe Öffnungszeiten und Standangebot vorab, da Qualität und Authentizität je nach Stand stark schwanken.
Regionale Einflüsse und was sonst noch auf deine Liste gehört

Peking ist keine hermetisch abgeschlossene Küchenwelt. Die Stadt hat durch Jahrhunderte der Migration Kochtechniken aus ganz China aufgenommen – einiges der besten Essen hier stammt ursprünglich aus anderen Regionen, ist aber längst fester Bestandteil der lokalen Ernährung geworden.
Lamm-Hotpot (涮羊肉, shuàn yángrǒu) ist Pekings winterliche Antwort auf den Sichuan-Hotpot. Die Brühe bleibt klar und schlicht, der Fokus liegt ganz auf der Qualität des hauchdünn gehobelten Lammfleischs, das nur Sekunden im Topf geschwenkt wird. Die Sesamdippe – am Tisch mit fermentierter Tofuflüssigkeit, Schnittlauchblütenpaste und Chiliöl gemischt – macht das Gericht unverwechselbar. Donglaishun in Wangfujing ist der bekannteste Name; kleinere muslimische Hotpot-Restaurants in der Nähe von Niujie sind günstiger und oft besser.
Wer mehrere Tage in der Stadt verbringt, sollte mindestens eine Mahlzeit in jeder der wichtigsten Esszonen einplanen: ein Entenrestaurant, ein Hutong-Straßenfrühstück, ein Hotpot-Abendessen und eine Schüssel Zhajiangmian im Viertelsnudelladen. Der 3-Tage-Peking-Reiseplan verbindet diese Essziele mit Sehenswürdigkeiten, und der 5-Tage-Reiseplan lässt außerdem Zeit für Lebensmittelmärkte und weniger bekannte Kiez-Lokale.
Familien können aufatmen: Pekings Küche ist generell kinderfreundlicher als das scharfe Essen aus Sichuan oder Hunan – Nudeln, Teigtaschen und gedämpfte Brötchen kommen gut an. Im Peking mit Kindern-Guide findest du konkrete Restaurantempfehlungen für Familienessen.
Praktische Essens-Logistik: Bezahlen, Sprache und Bestellen
In den meisten Pekinger Restaurants wird inzwischen hauptsächlich per WeChat Pay oder Alipay bezahlt; QR-Code-Menüs haben in vielen einfachen Lokalen die gedruckten Speisekarten verdrängt. Ausländische Besucher, die kein chinesisches Bankkonto mit WeChat Pay verknüpfen können, sollten Bargeld (CNY) als verlässliche Alternative dabeihaben. Kreditkarten werden in gehobenen Hotels und Fine-Dining-Restaurants akzeptiert, in Nudelläden, an Straßenständen und in kleinen Lokalen jedoch meist nicht.
Englische Speisekarten gibt es in touristisch ausgerichteten Restaurants und internationalen Ketten – in den lokalen Läden, wo das Essen am interessantesten ist, sind sie selten. Eine Übersetzungs-App mit Kamerafunktion (Google Translate oder Baidu Translate funktionieren beide im Fotosmodus) ist das praktischste Bestellwerkzeug. Zeigen und Nachahmen – also auf die Teller der Nachbartische oder auf Schaugerichte nahe der Küche deuten – funktioniert bei Frühstücks- und Mittagsangeboten überraschend gut.
Trinkgeld wird in Pekinger Restaurants generell nicht erwartet – auf keiner Preisklasse. In gehobenen Lokalen wird manchmal ein Serviceaufschlag auf der Rechnung ausgewiesen. Wer Bargeld auf dem Tisch lässt, wird vom Personal wahrscheinlich auf der Straße eingeholt, um es zurückzubekommen.
Häufige Fragen
Was sollte man in Peking unbedingt essen?
Peking-Ente ist das Gericht, das am stärksten mit der Stadt verbunden ist – aber Zhajiangmian (dicke Nudeln mit fermentierter Schweinefleischpaste) und Jianbing (herzhafte Frühstückscrêpes) sind genauso unverzichtbar und deutlich günstiger. Um Pekings Küche wirklich zu verstehen, sollte man alle drei während des Aufenthalts probieren.
Was kostet Peking-Ente in Peking?
Eine ganze Ente in einem normalen Restaurant kostet in der Regel ¥160–¥250 und reicht für zwei bis vier Personen. In gehobenen Häusern wie Dadong sind ¥300–¥400 allein für die Ente üblich, ein vollständiges Abendessen für zwei übersteigt dann oft ¥600. Restaurants, die Ente für unter ¥100 anbieten, sollte man meiden – die Qualität ist meistens entsprechend.
Wo gibt es das beste Streetfood in Peking?
Das beste Streetfood findet man in Wohnvierteln nahe U-Bahn-Ausgängen, besonders morgens zwischen 07:00 und 09:30 Uhr. Nachtmärkte (in der Regel 18:00–Mitternacht) bieten Abwechslung und Atmosphäre. Die touristenorientierte Wangfujing Snack Street sollte man für alles außer Fotomotiven meiden – Preise sind überhöht und die meisten Angebote spiegeln Pekings echte Esskultur nicht wider.
Können Vegetarier in Peking gut essen?
Vegetarierinnen und Vegetarier kommen zurecht, müssen aber aktiv suchen. Tempelrestaurants (im Bereich des Fayuan-Tempels gibt es Optionen) bieten rein vegetarische Menüs. Viele Nudel- und Teigtaschengerichte lassen sich ohne Fleisch bestellen, aber Kreuzkontamination in der Küche ist häufig, und Brühen sind oft auf Fleischbasis. Am zuverlässigsten ist es, die eigenen Ernährungsbedürfnisse mit einer schriftlichen chinesischen Übersetzungskarte zu kommunizieren.
Muss man in Peking Restaurants im Voraus buchen?
Für Peking-Ente-Restaurants – besonders Quanjude, Dadong und Bianyifang – ist eine Buchung mindestens einen Tag im Voraus an Wochenenden und Feiertagen wie der Goldenen Woche dringend empfohlen. Einfache Nudelläden, Straßenstände und die meisten lokalen Mittagsrestaurants nehmen keine Reservierungen an. Viele Restaurants arbeiten mit getrennten Mittag- und Abendsitzungen – Öffnungszeiten also vorab prüfen. Das Qianmen-Haus von Quanjude etwa hat 11:00–13:30 und 16:30–20:00 Uhr geöffnet, aber das variiert je nach Filiale.