Smithfield Square: Dublins größter offener Platz

Der Smithfield Square, offiziell Smithfield Plaza, ist der größte öffentliche Platz im Zentrum von Dublin und liegt im Stadtteil Dublin 7 im nördlichen Innenstadtbereich. Einst Schauplatz monatlicher Pferdemärkte seit dem 17. Jahrhundert, ist er heute ein weitläufiger, windumwehter Stadtplatz, gesäumt von Whiskeydestillerien, unabhängigen Bars und Veranstaltungsorten. Der Eintritt ist frei, die Luas hält praktisch an seiner Kante, und das umliegende Viertel lohnt sich für einen längeren Besuch.

Fakten im Überblick

Lage
Smithfield, Dublin 7, nördliche Innenstadt
Anfahrt
Luas Red Line – Haltestelle Smithfield (2 Min. Fußweg); Haltestelle Four Courts (5 Min. Fußweg)
Zeitbedarf
30–60 Minuten für den Platz; 2–3 Stunden mit den umliegenden Sehenswürdigkeiten
Kosten
Eintritt frei; kostenpflichtige Veranstaltungen variieren
Am besten für
Architekturbegeisterte, Whiskey-Liebhaber, Veranstaltungsbesucher, lokale Atmosphäre
Moderne Backstein- und Metallgebäude säumen den Smithfield Square in Dublin, während Menschen unter einem strahlend blauen Himmel auf begrünten Bänken sitzen.
Photo William Murphy (CC BY-SA 3.0) (wikimedia)

Was der Smithfield Square eigentlich ist

Der Smithfield Plaza, wie er offiziell heißt, ist der größte öffentliche Platz im Zentrum von Dublin. Er liegt im Postbezirk D7, grob begrenzt durch den Fluss Liffey im Süden, die Bow Street im Osten, die Queen Street im Westen und die North Brunswick Street im Norden. Der Platz ist kein gepflegter Park und kein Freilichtmuseum. Er ist ein funktionierender Stadtplatz aus Granit, offen und ungeschützt, der Jahrhunderte von Handel, Lärm und Wandel aufgesogen hat – ohne dabei das Gefühl zu verlieren, immer schon ein bisschen zu groß für seine Umgebung gewesen zu sein.

Auf Irisch heißt die Gegend Margadh na Feirme, also Bauernmarkt – das sagt schon einiges über den ursprünglichen Zweck aus. Der Platz bekam seine erkennbare Form im 18. Jahrhundert und ist auf einer Dubliner Karte von 1756 bereits als etablierter Marktplatz eingezeichnet. Jahrhundertelang fanden hier monatliche Pferdemärkte statt, bei denen Händler aus dem Umland kamen, um Vieh im Freien zu handeln. Diese Tradition hielt sich bis weit ins 20. Jahrhundert. Das Kopfsteinpflaster dieser Märkte ist längst durch den heutigen Granit ersetzt worden, doch die Weite des Platzes ergibt erst dann wirklich Sinn, wenn man ihn sich voller Tiere und Händler vorstellt.

💡 Lokaler Tipp

Die Luas Red Line hält direkt am Smithfield – damit ist er einer der am einfachsten erreichbaren Plätze Dublins, sowohl vom Stadtzentrum als auch vom Heuston Station aus. Kein Umsteigen in den Bus nötig.

Wie sich der Platz im Laufe des Tages verändert

Smithfield am Morgen ist ruhig und ein wenig karg. Die weite Granit­fläche spiegelt grauen Himmel. Lieferwagen halten an den Flanken­straßen, und Büroangestellte sowie Bewohner der umliegenden Wohnhäuser queren den Platz auf dem Weg zur Luas. Für einen Hauptstadtplatz herrscht hier eine ungewöhnliche Stille, die gut zum Maßstab des Ortes passt. Die viktorianischen Lagerhäuser und umgebauten Getreidespeicher am Rand wirken im schwachen Licht beeindruckend, ihre Backsteinoberflächen vom Alter dunkel gefärbt.

Um die Mittagszeit füllt sich der Platz mit Berufstätigen, die auf den Granitstufentreppenstufen und Bänken rund um die Gasflammen­säulen zu Mittag essen – ein markantes Merkmal der umgestalteten Plaza. Am Nachmittag, besonders an Wochenenden, kommen Besucher von der nahe gelegenen Jameson Distillery oder dem alten Jameson-Destilleriegebäude in der Bow Street, das fast direkt an den Platz grenzt. Die Verbindung zwischen Destillerie und Platz ist so eng, dass man an manchen Tagen sogar Spuren des Produktionsprozesses riechen kann – ein süßes, malziges Wärmen, das über das offene Pflaster zieht.

Abends verändert sich die Stimmung spürbar. Die umliegenden Bars und Restaurants ziehen Leute an, und der Platz selbst wird zur Durchgangsstation zwischen den Locations. Im Sommer sorgt die lange nordatlantische Dämmerung noch weit nach 21 Uhr für fotogene Lichtverhältnisse. Im Winter übernimmt das TwinkleTown-Weihnachtserlebnis den Platz mit Eisbahn, Fahrgeschäften und temporären Bauten – dann verwandelt er sich in etwas völlig anderes. Diese Veranstaltungen haben eigene Eintrittspreise und Öffnungszeiten, die vom Platz selbst unabhängig sind.

Die Architektur rund um den Platz

Die Gebäude rund um den Smithfield sind keine einheitlichen georgianischen Reihenhäuser wie südlich des Liffey. Das hier ist ein industrielleres Dublin, geprägt von Lagerhäusern und Destilleriegebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Viele wurden zu Hotels und Wohnungen umgebaut, und der daraus entstandene Mix aus rohem Backstein, modernen Glas­einsätzen und städtischer Infrastruktur verleiht dem Platz eine ehrliche, unpolierte Qualität, die sich von den tourismusorientierten Straßenbildern anderer Stadtteile deutlich abhebt.

Die Jameson Distillery in der Bow Street, heute die Jameson Distillery Bow St. Besuchererfahrung, ist das meistbesuchte Gebäude in der unmittelbaren Umgebung und steht auf dem Gelände der ursprünglichen Bow Street Distillery von 1780. Ihr Schornstein ist ein Stadtbild­wahrzeichen, das von überall auf dem Platz zu sehen ist. Auf der gegenüberliegenden Seite beherbergen mehrere umgewidmete Industriegebäude heute Bars und Kreativbüros, mit Erdgeschossläden, die seit der Stadterneuerung Ende der 1990er Jahre nach und nach wieder belebt wurden.

Die zwölf großen Gasflammen­säulen, die im Zuge des Erneuerungsprojekts Ende der 1990er Jahre aufgestellt wurden, sind architektonische Satzzeichen, keine eigenständigen Attraktionen. Nachts beleuchtet verleihen sie dem Platz bei Veranstaltungen eine feierliche Qualität, tagsüber wirken sie schlicht wie hohe Metallstangen. Die Gesamtgestaltung – die das ursprüngliche unebene Kopfsteinpflaster ersetzte und die Mitte des Platzes öffnete – sollte Smithfield zu einer europäischen Stadtpiazza machen. Das Ergebnis ist nur teilweise überzeugend: Die Proportionen stimmen, aber es fehlt die Dichte an Cafés und Erdgeschoss­aktivitäten, die vergleichbare europäische Plätze belebt.

Was es auf und rund um den Platz zu tun gibt

Smithfield ist kein Ort, an dem man ankommt, sich umschaut und wieder geht. Sein Wert liegt darin, als Ausgangspunkt für eine Reihe lohnenswerter Aktivitäten im Viertel Smithfield und Liberties zu dienen. Das offensichtliche Ankergebäude ist die Jameson Distillery in der Bow Street. Wer etwas mit mehr lokalem Charakter sucht, sollte einen kurzen Spaziergang in Richtung Süden in die Liberties zur Teeling Whiskey Distillery einplanen – eine aktive Produktionsanlage mit Führungen.

Ein fünfminütiger Spaziergang ostwärts entlang der Quais führt zu den Four Courts, dem Gerichtsgebäudekomplex aus dem 18. Jahrhundert, entworfen von James Gandon, mit seiner markanten kupfergrünen Kuppel über dem Liffey. Es ist kein Museum mit allgemeinem Touristenzugang, aber das Äußere und der Spaziergang entlang der Uferpromenade sind den kurzen Umweg wert.

Der Cobblestone Pub an der nordwestlichen Ecke des Platzes gilt als eine der angesehensten Traditional-Music-Locations in Dublin und ist bekannt für informelle Sessions statt ticketpflichtiger Auftritte. Er ist zu einem kulturellen Bezugspunkt in Debatten über den Entwicklungsdruck im Viertel geworden und ein praktisches Ziel, wenn du live gespielten Traditional Irish Music in einem bodenständigen Rahmen hören möchtest.

Wer ein größeres Programm plant: Smithfield lässt sich gut mit dem Nationalmuseum Irland – Dekorative Künste und Geschichte in Collins Barracks verbinden, einem zehnminütigen Fußweg westlich. Das Museum ist kostenlos und befindet sich in einer der ältesten dauerhaft bewohnten Kasernen der Welt.

Praktische Informationen für Besucher

Der Smithfield Square ist jederzeit öffentlich zugänglich und kostenlos. Es gibt keine Tore oder Absperrungen. Das Granitpflaster ist eben und weitläufig, was den Platz für Rollstühle und Kinderwagen grundsätzlich gut nutzbar macht – allerdings variieren die umliegenden Straßen und Eingänge in ihrer Barrierefreiheit. Die Zugänglichkeit einzelner Locations sollte direkt beim jeweiligen Betreiber nachgefragt werden.

Fotografisch sind frühe Morgenstunden am besten, wenn der Platz leer ist und die Backsteinfassaden das flache Ostlicht einfangen. An Sommermittagen kann die offene Pflasterfläche unter weißem Himmel geradezu grell wirken. Die Gasflammen­säulen sind in der Dämmerung, wenn sie beleuchtet sind, fotogen. Wer Events fotografieren möchte: Der Weihnachtsmarkt (normalerweise ab Ende November) verwandelt den Platz mit temporären Bauten, warmem Licht und Menschenmassen erheblich.

⚠️ Besser meiden

Der Smithfield Square ist offen und ungeschützt. Im Herbst und Winter fegt der Wind mit einiger Kraft über die weite Pflasterfläche. Eine Jacke mit Reißverschluss ist hier nützlicher als in milderen Ecken der Stadt.

Die Anreise ist unkompliziert. Die Luas-Red-Line-Haltestelle Smithfield liegt etwa zwei Fußminuten vom Platzrand entfernt und verbindet direkt mit dem Stadtzentrum, dem Heuston Station und Zielen im Westen. Die Luas-Haltestelle Four Courts, etwa fünf Minuten entfernt, bietet eine Alternative. Vom Kern der Innenstadt rund um die O'Connell Street ist es etwa 15 Gehminuten.

Ehrliche Einschätzung: Für wen ist das hier, wer wird enttäuscht sein

Der Smithfield Square lohnt sich für Besucher, die sich für das städtische Gefüge und die Textur eines Viertels interessieren – nicht für polierte Touristenattraktionen. Der Platz selbst ist im konventionellen Sinne nicht besonders schön. Er ist weitläufig, unüberladen und historisch vielschichtig, bietet aber weder die Ziergärten des St. Stephen's Green noch die georgianische Symmetrie des Merrion Square. Wer Dublin hauptsächlich als Postkartenmotiv sucht, ist hier auf der falschen Seite des Liffey.

Was Smithfield bietet, ist eine Ecke Dublins, die als echter Ort funktioniert und keine Kulisse ist. Das Viertel hat echten Charakter, besonders rund um den Pub und die Marktränder des Platzes. Wer den Platz mit der Jameson Distillery, einem Spaziergang entlang der Quais und einem Abend im Cobblestone kombiniert, verlässt Dublin mit einem runderen Bild der Stadt als jemand, der ausschließlich in Temple Bar oder dem Grafton Street Korridor bleibt.

Reisende mit sehr kleinen Kindern werden das ebene Pflaster für Kinderwagen praktisch finden, aber spezifische Angebote für Kinder suchen sie hier vergebens. Familien, die etwas Interaktives erleben möchten, fahren besser, wenn sie den Besuch um eine Destillerieführung oder das nahe gelegene Nationalmuseum herum planen.

Insider-Tipps

  • Der Cobblestone Pub an der nordwestlichen Ecke veranstaltet fast jeden Abend informelle Traditional-Music-Sessions. Das sind keine Auftritte, sondern echte Mitspieltreffen – wer donnerstags oder freitags früh kommt, ergattert noch einen guten Platz, bevor es voll wird.
  • Die Aussichtsplattform am Chimney bei Smithfield (am Fuß des ehemaligen Jameson-Destillerieschornsteins) bietet einen erhöhten Blick über den Platz und den Norden Dublins. Öffnungszeiten und aktuellen Betrieb am besten direkt beim Veranstalter erfragen, da das Angebot im Laufe der Zeit schwankte.
  • Wer den Weihnachtsmarkt besuchen möchte: Werktags am Vormittag ist der Andrang deutlich geringer als an Wochenendnachmittagen. Eisbahn und Stände sind entspannter zu besuchen, und die Schlangen vor den umliegenden Locations sind kürzer.
  • Das beste Licht auf den Backsteinwassaden rund um den Platz gibt es im Frühling und Herbst in der Stunde nach Sonnenaufgang. Das flache Ostlicht holt die Struktur des viktorianischen Mauerwerks heraus – das flache Mittagslicht kann das schlicht nicht.
  • Mit der Luas Red Line ab Smithfield bist du in wenigen Minuten am Heuston Station, von wo Züge nach Galway, Cork und Limerick abfahren. Wenn Smithfield dein letzter Stopp vor der Abreise ist, ist die Verbindung sehr praktisch.

Für wen ist Smithfield Square geeignet?

  • Whiskey-Fans, die den Destillerienrundgang in der nördlichen Innenstadt planen
  • Architektur- und Stadtgeschichtsinteressierte, die das industrielle Dublin entdecken wollen
  • Reisende, die abends Traditional Music in einem nicht-touristischen Rahmen erleben möchten
  • Besucher, die Smithfield mit Collins Barracks oder dem Quai-Spaziergang zu den Four Courts kombinieren
  • Veranstaltungsbesucher während des Weihnachtsmarkts und der saisonalen Festivalsaison

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in Smithfield & The Liberties:

  • Christ Church Cathedral

    Die Christ Church Cathedral prägt Dublins Skyline seit fast tausend Jahren – und überragt damit die bekanntesten Wahrzeichen der Stadt um Jahrhunderte. Dieser Guide zeigt dir, was du drinnen wirklich zu sehen bekommst, wann du am besten hingehst, wie du hinkommst und ob der Eintrittspreis sein Geld wert ist.

  • Dublinia – Wikinger- und Mittelaltermuseum

    Dublinia erweckt über tausend Jahre Dubliner Frühgeschichte zum Leben – mit begehbaren Wikingerschiffen, mittelalterlichen Gassen und Mitmach-Ausgrabungen. Das Museum ist im neugotischen Synod Hall aus dem 19. Jahrhundert direkt neben der Christ Church Cathedral untergebracht und lohnt sich für neugierige Besucher fast jeden Alters.

  • Guinness Open Gate Brewery

    Versteckt im St. James's Gate-Komplex auf der James's Street ist die Guinness Open Gate Brewery ein aktiver Experimental-Tap-Room, in dem Guinness-Brauer Rezepte testen, die es nie in den Supermarkt schaffen. Keine Warteschlangen, kein Theater – nur ernsthaftes Bier in einer echten Brauerei.

  • Guinness Storehouse

    Das Guinness Storehouse führt dich durch sieben Stockwerke Brauereigeschichte am St James's Gate, dem Geburtsort eines der bekanntesten Getränke der Welt. Das Erlebnis endet in der Rooftop-Bar Gravity Bar mit einem kostenlosen Pint und Blick über die Dubliner Skyline. Es zieht mehr Besucher an als jede andere kostenpflichtige Sehenswürdigkeit Irlands – ob das eine Empfehlung oder eine Warnung ist, hängt ganz davon ab, was du suchst.