Die besten Aktivitäten auf Gran Canaria: Der ultimative Inselguide
Gran Canaria bietet auf nur 1.560 km² eine außergewöhnliche Vielfalt: Weltklasse-Strände, dramatische Bergwanderungen, historische Altstädte und Bootsausflüge – mit ehrlichen Tipps, was sich lohnt und was du überspringen kannst.

Kurzfassung
- Gran Canaria ist weit mehr als ein Strandziel: Im Landesinneren warten Vulkangipfel, alte kanarische Dörfer und Schluchten, die Wanderer jedes Niveaus begeistern.
- Die Südküste rund um Maspalomas und Playa del Inglés ist das Resortherzstück; die Hauptstadt Vegueta in Las Palmas bietet Kolonialgeschichte und echtes Stadtleben.
- Delfinbeobachtungstouren ab Puerto Rico kosten etwa 35–40 € pro Erwachsenem, aber Sichtungen sind nie garantiert – wähl Anbieter, die ehrlich damit umgehen.
- Die Wandersaison hat von November bis April Hochsaison; die Strandsaison läuft von Mai bis Oktober. Unser Guide zur besten Reisezeit für Gran Canaria gibt dir alle Details.
- Die Insel hat keine U-Bahn – du kommst per Global-Bus, Mietwagen oder Taxi voran. Ein Mietwagen erschließt das Inselinnere deutlich besser als der öffentliche Nahverkehr allein.
Warum Gran Canaria mehr verdient als eine Woche am Pool

Gran Canaria liegt im Atlantik etwa 210 km vor der nordwestafrikanischen Küste und gehört offiziell zur spanischen autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln. Die Insel umfasst 1.560 km² und erreicht an ihrem höchsten Punkt 1.956 m – das bedeutet, sie vereint die ökologische Vielfalt eines kleinen Kontinents auf einer Fläche, die sich in weniger als zwei Stunden durchfahren lässt. Spanisch ist die Amtssprache; in den Resortgebieten wird häufig auch Englisch und Deutsch gesprochen.
Die Insel ist offiziell als UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen, und rund 43 % ihres Territoriums stehen unter Naturschutz. Für Besucher bedeutet das: das Landesinnere, die Schluchten, die alten Kiefernwälder rund um den Naturpark Tamadaba und die Gipfelplateaus sind weitgehend intakt und zugänglich. Was Besuchern auf Gran Canaria wirklich in Erinnerung bleibt, findet sich selten in den Prospekten am Flughafen.
ℹ️ Gut zu wissen
Gran Canarias Tourismusbrand nutzt den Begriff „Miniaturkontinent" aus gutem Grund: Der Norden ist grün und feucht, der Süden trocken und sandig, das Innere bergig und kühl. Pack Schichten ein, wenn du an einem Tag zwischen den Zonen wechseln willst.
Strände: Mehr als nur die berühmten Dünen

Die Dünen von Maspalomas sind das meistfotografierte Wahrzeichen der Insel: ein rund 404 Hektar großes Schutzgebiet aus Sanddünen, das an der Südspitze auf einen langen Strand trifft. Sie sind wirklich beeindruckend, besonders in der Abenddämmerung, wenn das Licht orange leuchtet. Komm vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr, wenn du die Landschaft für dich haben willst – in der Hochsaison sind die Zugangswege am Vormittag bereits überfüllt.
Las Canteras in Las Palmas ist etwas völlig anderes: ein 3 km langer Stadtstand, geschützt durch ein natürliches Riff namens La Barra, das das Wasser das ganze Jahr über ruhig genug zum Schwimmen hält. Dahinter liegt eine Fußgängerpromenade mit Restaurants, Surfschulen und unabhängigen Cafés – keine Hoteltürme. Für Familien oder alle, die einen Strand mit echtem städtischen Umfeld wollen, ist Strand Las Canteras bei Besuchern, die schnurstracks in den Süden fahren, chronisch unterschätzt.
- Strand von Maspalomas Lang, breit und von geschützten Dünen gesäumt. Der FKK-Bereich in Richtung Dünen ist gut etabliert und wird respektiert. Am schönsten in den frühen Morgenstunden.
- Las Canteras (Las Palmas) Städtischer Rifstrand mit ruhigem Wasser und einer lebhaften Promenade. Ganzjährig attraktiv; am nördlichen Ende La Cícer starke Surfkultur.
- Puerto de Mogán Kleiner, geschützter Hafenstrand, umgeben von weißgetünchten Häusern und Bougainvilleen. Ideal für Familien; unter der Woche am Vormittag weniger Tagestouristen.
- El Confital Naturbelassener, windiger Strand am nördlichen Rand von Las Palmas. Keine Einrichtungen, aber ein Magnet für ernsthafte Surfer und Einheimische, die den Touristenpfad meiden.
- Puerto Rico Strand Künstlich angelegt, aber zuverlässig ruhig und geschützt. Zu jeder Jahreszeit gut zum Schwimmen und für Wassersport geeignet.
⚠️ Besser meiden
Der Strand von Playa del Inglés ist groß und gut nutzbar, von Juni bis September aber oft überfüllt. Der Sand weht nachmittags bei den Alisio-Passatwinden erheblich. Wer Wind nicht mag, sollte vor 13 Uhr an den Strand gehen oder auf eine geschützte Alternative wie Puerto Rico ausweichen.
Das Inselinnere: Berge, Schluchten und alte Dörfer

Der beste Tagesausflug von jedem Teil der Insel führt ins zentrale Hochland rund um Tejeda, ein Dorf auf rund 1.000 m Höhe, umgeben von Mandelbäumen, die Ende Januar und Februar in spektakulärem Weiß und Rosa erblühen. Schon die Fahrt durch die Calderalandschaft ist ein Erlebnis für sich. Von Tejeda aus dauert der Weg zum Roque Nublo – dem ikonischen 80 m hohen Vulkanmonolithen auf 1.813 m – auf einem gut markierten Pfad etwa 45 Minuten pro Richtung und erfordert außer festem Schuhwerk keine besondere Ausrüstung.
Ambitionierte Wanderer sollten mehrere Tage im Landesinneren einplanen. Der Wandern auf Gran Canaria Guide zeigt die besten markierten Routen – ein paar Highlights: Die Schlucht Barranco de Guayadeque hat Höhlenrestaurants, die buchstäblich in den Fels gehauen sind (mittags geöffnet; am Wochenende vorher reservieren), und der Fernwanderweg GR-131 durchquert die gesamte Insel. Die kühle, kiefernbestandene Gegend rund um Tamadaba bietet einige der ruhigsten Wanderwege überhaupt.
Der Kreuzungspunkt Cruz de Tejeda auf rund 1.520 m markiert den geografischen Mittelpunkt der Insel und verbindet zahlreiche Wanderwege. Es gibt einen Parador (staatliches Hotel) und einen kleinen Markt mit lokalen Käsesorten, Bienmesabe (Mandelcreme) und Mojo-Soßen. Cruz de Tejeda ist per Global-Bus ab Las Palmas erreichbar, aber der Fahrplan ist eingeschränkt – vorher prüfen, und für mehr Flexibilität am besten einen Mietwagen nehmen.
Kultur und Geschichte: Die Altstadt von Las Palmas und mehr

Las Palmas de Gran Canaria (rund 380.000 Einwohner) ist eine echte Stadt mit lebhaftem Kulturleben – kein bloßer Durchgangsort. Das Viertel Vegueta ist der älteste Teil der Stadt, 1478 gegründet, und lässt sich in zwei bis drei Stunden bequem zu Fuß erkunden. Die Kathedrale Santa Ana wurde über vier Jahrhunderte erbaut und bietet vom Turm aus einen Blick über die Dächer der Stadt. Das Casa de Colón Museum befindet sich in dem Gebäude, in dem Kolumbus der Überlieferung nach auf seiner ersten Reise nach Westen übernachtete – der Eintritt ist frei, und die präkolumbianischen Ausstellungsstücke sind wirklich sehenswert.
Die vorspanische Urbevölkerung Gran Canarias, die Guanchen, hinterließ auf der ganzen Insel archäologische Spuren. Die Cueva Pintada in Gáldar ist die bedeutendste: ein Höhlenkomplex mit geometrischen Wandmalereien, der intakt erhalten ist und heute als Museum mit hervorragender Ausstellung dient. Tickets am besten im Voraus buchen, vor allem im Winter, wenn die Besucherzahlen ihren Höhepunkt erreichen. Das Cenobio de Valerón, ein Netz aus über 300 in eine Vulkanfelswand gemeißelten Kornspeicherhöhlen im Norden der Insel, ist kostenlos zugänglich und erfordert nur einen kurzen Aufstieg.
✨ Profi-Tipp
Der Samstagmarkt in Vegueta findet ab dem frühen Morgen statt und bietet lokale Produkte, Käse und Kunsthandwerk. Er wird wirklich von Einheimischen genutzt, nicht für Touristen inszeniert. Kombiniere ihn mit einem Spaziergang durch die Altstadt, bevor die Hitze und die Menschenmassen zunehmen.
Bootsausflüge, Wassersport und Aktivitäten an der Küste

Die Gewässer vor der Südwestküste Gran Canarias gehören zu den zuverlässigsten in Europa für Walbeobachtungen: ansässige Gruppen von Großen Tümmlern und Grindwalen sowie saisonale Besuche von Pottwalen und Orcas. Die meisten Delfin- und Walbeobachtungstouren starten von Puerto Rico oder Puerto de Mogán. Gruppenkatamaran-Touren kosten ab etwa 35–40 € pro Erwachsenem und 20–25 € pro Kind, die Tour dauert in der Regel zwei bis drei Stunden. Private Yachtchartertouren mit anderen Gästen beginnen häufig bei rund 80 € pro Person.
Ein wichtiger Hinweis: Kein Anbieter kann Sichtungen garantieren. Jede Tour, die dir verspricht, Delfine zu sehen, verspricht mehr als sie halten kann. Wähle Anbieter, die ehrlich damit umgehen – die seriösen bezeichnen ihre Ausfahrten als „Delfin-Such-Touren" und bieten Teilrückerstattungen oder Wiederholungstouren an, wenn die Bedingungen schlecht sind. Die Sichtungsquoten sind tatsächlich hoch (manche Anbieter nennen über 90 %), aber das Meer ist unberechenbar.
Abseits der Waltouren hat Gran Canaria eine gut entwickelte Wassersportszene. Surfen konzentriert sich auf El Confital in Las Palmas und die Nordküste (Oktober bis März für die besten Wellen). Windsurfen und Kitesurfen sind rund um Pozo Izquierdo an der Ostküste stark vertreten, das regelmäßig Weltmeisterschaften ausrichtet. Einen vollständigen Überblick über Angebote und Anbieter gibt der Wassersport-Guide Gran Canaria mit Bedingungen, Schulen und saisonalem Timing.
- Delfin- und Walbeobachtung: Abfahrt von Puerto Rico oder Mogán, 35–40 € pro Erwachsenem, 2–3 Stunden
- Glasbodenboot-Ausflüge: beliebt bei Familien, Abfahrt von mehreren Häfen an der Südküste, ab ca. 25 €
- Tauchen: Hervorragende Sicht an vulkanischen Felsformationen; mehrere PADI-Zentren in Puerto Rico und Arguineguín
- Surfkurse: Am besten von November bis März; Schulen in Las Canteras und an der Nordküste
- Kajak und Stand-up-Paddling: Ruhigere Bedingungen in Puerto de Mogán und im Lagunenbereich von Playa del Inglés
- Hochseeangeln: Halbtages- und Ganztages-Charters ab Puerto Rico und Pasito Blanco
Praktische Infos: Fortbewegung und Reiseplanung
Der Flughafen Gran Canaria (IATA: LPA) liegt an der Ostküste, etwa auf halbem Weg zwischen Las Palmas und den Südresorts. Ein Taxi ins Stadtzentrum von Las Palmas kostet rund 25–35 € und dauert je nach Verkehr 20–30 Minuten. Nach Maspalomas solltest du mit etwa 40–55 € und rund 30 Minuten rechnen. Die Linie 60 des Global-Busnetzes verbindet den Flughafen für rund 2,30–2,95 € mit Las Palmas; die Linie 66 fährt für einen höheren Tarif weiter nach Maspalomas – deutlich günstiger als ein Taxi, aber langsamer und mit Gepäck weniger bequem.
Die Insel hat keine U-Bahn. Für den innerstädtischen Verkehr in Las Palmas fahren die lokalen Guaguas (Stadtbusse) alle wichtigen Stadtteile an, mit Einzelfahrpreisen von rund 1,40 €, die mit der aufladbaren TransGC-Karte auf etwa 1,00 € sinken. Für die Dörfer im Landesinneren und ländliche Sehenswürdigkeiten ist ein Mietwagen mit Abstand die praktischste Option. Der Guide Fortbewegung auf Gran Canaria deckt alle Transportmöglichkeiten im Detail ab, einschließlich Roadtrip-Routen durch die schönsten Berglandschaften.
Wie viel Zeit brauchst du? Drei Tage reichen für die Highlights von Las Palmas und einen Ausflug ins Landesinnere. Eine Woche gibt dir Zeit, die Südküstenresorts, das zentrale Gebirge und den ruhigeren Nordwesten ohne Hektik zu erkunden. Für ein strukturiertes Programm zeigt der Guide eine Woche auf Gran Canaria eine sinnvolle Route. Die Insel hat über 20 Touristeninformationsbüros, darunter Standorte in Las Palmas, Maspalomas, Puerto Rico und Mogán – nützlich für aktuelle Wanderbedingungen und Veranstaltungshinweise.
💡 Lokaler Tipp
Strom: 230 V, Typ F (Schuko-Stecker) – wie in Kontinentaleuropa. Der Notruf lautet 112, rund um die Uhr und in mehreren Sprachen erreichbar. Leitungswasser erfüllt die Sicherheitsstandards, ist aber häufig entsalzt – die meisten Besucher trinken lieber Flaschenwasser. Trinkgeld ist willkommen, aber nicht verpflichtend; in Restaurants ist es üblich, den Betrag aufzurunden.
Häufige Fragen
Wofür ist Gran Canaria am bekanntesten?
Gran Canaria ist vor allem für die Dünen von Maspalomas, ganzjähriges Strandwetter und den Resortstreifen im Süden bekannt. Aber die Insel ist ebenso bemerkenswert für ihr bergiges Inneres: Vulkangipfel, alte Guanchen-Stätten und Kiefernwälder. Sie trägt den Status eines UNESCO-Biosphärenreservats, und rund 43 % der Inselfläche stehen unter Naturschutz.
Was sind die besten Aktivitäten auf Gran Canaria für Erstbesucher?
Ganz oben auf der Liste: Roque Nublo (eine unkomplizierte Wanderung zu einem spektakulären Vulkanmonolithen), der Strand Las Canteras in Las Palmas, die historische Altstadt Vegueta, eine Delfinbeobachtungstour ab Puerto Rico und mindestens ein Besuch der Maspalomas-Dünen bei Sonnenaufgang oder -untergang. Wer mehr Zeit hat, sollte die Cueva Pintada in Gáldar und die Fahrt durch Tejeda hinzufügen.
Lohnt sich Gran Canaria auch außerhalb des Sommers?
Ja, und in vielerlei Hinsicht ist es außerhalb des Sommers sogar besser. Die Küstentemperaturen liegen zwischen 21 °C im Winter und 27 °C im Sommer – das ganze Jahr über angenehm mild. Wanderer bevorzugen November bis April, wenn die Berge kühler und klarer sind. Das Mandelblütenfest in Tejeda (Ende Januar/Februar) ist eines der stimmungsvollsten Ereignisse der Insel. Außerhalb von Juli und August sind Menschenmassen und Preise deutlich geringer.
Brauche ich einen Mietwagen auf Gran Canaria?
Nicht unbedingt, wenn du in Las Palmas oder entlang des Resortstreifens an der Südküste bleibst, wo die Global-Busse häufig und erschwinglich sind. Aber ein Mietwagen erschließt das Landesinnere enorm – Orte wie Tejeda, die Schlucht Guayadeque und den Tamadaba-Wald kann man zwar auch mit dem Bus erreichen, aber das Auto ist deutlich praktischer. Die Mietpreise sind im Vergleich zum Festland moderat.
Wie viele Tage brauche ich auf Gran Canaria?
Mindestens fünf bis sieben Tage geben dir Zeit, die Strände der Südküste zu erkunden, ein bis zwei Tage in Las Palmas zu verbringen und zumindest einen Teil des Landesinneren zu entdecken. Ein langes Wochenende (drei bis vier Tage) funktioniert, wenn du dich auf eine Zone konzentrierst – aber die Insel belohnt, wer es gemächlicher angeht. Zwei Wochen sind nicht übertrieben, wenn du ernsthaft wandern, den ruhigeren Nordwesten erkunden und das Tempo der Insel wirklich aufsaugen möchtest.