Playa de Las Canteras: Der Stadtsstrand, der Las Palmas zum Bleiben einlädt
Die Playa de Las Canteras erstreckt sich über mehr als 3 Kilometer mitten durch Las Palmas de Gran Canaria. Ein natürliches Lavarriff schützt die Bucht und sorgt für ruhiges Wasser – ideal zum Schwimmen das ganze Jahr über. Kostenlos, gut zugänglich und mit einer langen Promenade voller Cafés und Surfshops ist dieser Strand einer der schönsten Stadtstrände Spaniens.
Fakten im Überblick
- Lage
- Las Palmas de Gran Canaria, Gran Canaria, Spanien
- Anfahrt
- Städtische Guagua-Busse halten entlang der Promenade; der Parque Santa Catalina ist vom südlichen Ende aus gut zu Fuß erreichbar
- Zeitbedarf
- 2–4 Stunden für einen Strandbesuch; ein halber Tag, wenn du die gesamte Promenade abläufst und irgendwo Mittag isst
- Kosten
- Kostenlos (Strandzugang); Liegen- und Sonnenschirmverleih durch private Anbieter zu saisonalen Preisen verfügbar
- Am besten für
- Stadtstrandtage, Familien mit kleinen Kindern, Schwimmer, Surfer (Ende La Cícer), Spaziergänger
- Offizielle Website
- www.grancanaria.com/turismo/en/beaches/las-canteras

Was Las Canteras von allen anderen Stränden der Insel unterscheidet
Die Playa de Las Canteras ist kein Urlaubsstrand. Sie gehört zu einer Stadt mit rund 380.000–385.000 Einwohnern, und das spürt man vom ersten Moment an. Die Promenade hinter dem Sand, der Paseo de Las Canteras, ist gesäumt von Surfverleihläden, Fischrestaurants, Kiosken mit Papas arrugadas und Einheimischen, die morgens um sieben ihren Hund ausführen. All-inclusive-Armbänder sucht man hier vergebens. Der Strand ist organisch mit dem Stadtleben zusammengewachsen – und genau das macht ihn so sehenswert.
Mit rund 3.100 Metern Länge ist er einer der größten Stadtstrände Spaniens. Der Sand ist hell-golden und relativ fein, und der Strand ist breit genug, dass er selbst an einem Samstag im August selten überfüllt wirkt. Das prägende geografische Merkmal ist La Barra – ein versunkenes Lavarriff, das weitgehend parallel zur Küste verläuft. Dieser natürliche Wellenbrecher dämpft den atlantischen Wellengang auf dem größten Teil des Strandes und sorgt für einen geschützten inneren Kanal, der für ein offenes Meeresgewässer ungewöhnlich ruhig ist.
ℹ️ Gut zu wissen
Das Riff bedeckt nicht den gesamten Strand. Das nördliche Ende, bekannt als La Cícer, liegt außerhalb der geschützten Zone und bekommt echte Atlantikwellen ab – daher ist es bei Bodyboardern und Surfern beliebt. Wer flaches, poolähnliches Wasser möchte, sollte sich zum mittleren oder südlichen Abschnitt halten.
Der Strand in drei Abschnitten
Wer Las Canteras als einheitlichen Streifen betrachtet, verpasst das Wesentliche. Der Strand verändert seinen Charakter deutlich, je weiter man von Süden nach Norden geht. Am südlichen Ende, nahe dem Viertel Santa Catalina, ist die Promenade breiter und kommerzieller. Hier landen die meisten Kreuzfahrtpassagiere und Erstbesucher. Café-Terrassen ragen auf den Gehweg, der Sand füllt sich bis 11 Uhr morgens, und vor dem Mittagessen hört man ein halbes Dutzend Sprachen.
Der mittlere Abschnitt, geprägt durch den Rettungsturm Tomás Miller, ist das familienfreundlichste Stück. Das Wasser ist hier dank des Riffs am ruhigsten, und die Tiefe nimmt gleichmäßig zu – ideal für Kinder und weniger geübte Schwimmer. Holzstege führen über den Sand und erleichtern die Zugänglichkeit für mobilitätseingeschränkte Besucher; an bestimmten Punkten stehen während der Dienstzeiten der Rettungsschwimmer auch amphibische Rollstühle bereit.
Das nördliche Ende bei La Cícer hat eine ganz eigene Atmosphäre. Der Sand ist dunkler, das Publikum jünger, und alles dreht sich eher um Wellensport als um Sonnenbaden. An Herbst- und Wintermorgen reihen sich Bodyboarder für kleine, aber beständige Strandwellen ein. Selbst wenn du nicht surfst, lohnt sich der Weg hierher – wegen der Felsbecken, des Blicks zurück auf die Stadtsilhouette und der zwanglosen Fischrestaurants in den Gassen direkt hinter der Promenade.
Wie sich der Strand im Tagesverlauf verändert
Der frühe Morgen an der Las Canteras gehört den Einheimischen. Zwischen 7 und 9 Uhr ziehen ernsthafte Schwimmer ihre Bahnen im ruhigen inneren Kanal – Freiwassersportler, die den Strand als ihren täglichen Pool nutzen. Jogger und Spaziergänger bevölkern die Promenade. Das Licht ist weich, die Luft riecht nach Salz und frischem Kaffee aus den gerade öffnenden Kiosken, und der Sand ist noch kühl von der Nacht. Dieses Zeitfenster ist mit Abstand die ruhigste Zeit für einen Besuch.
Gegen 10 Uhr ändert sich die Dynamik. Familien kommen mit Strandtaschen und Klappstühlen. Liegenvermieter bauen ihre Reihen auf. Von etwa 11 bis 15 Uhr ist der mittlere Abschnitt an warmen Tagen richtig voll – wenn auch angesichts der Stranddimensionen selten unangenehm. Die Wassertemperatur in Las Palmas bleibt selbst im Winter über 19 °C und steigt im Spätsommer auf etwa 22–23 °C, sodass das ganze Jahr über geschwommen wird, nicht nur in der Hochsaison.
Am späten Nachmittag dreht sich die Stimmung erneut. Das grelle Mittagslicht wird weicher, und die Promenade füllt sich mit Spaziergängern statt Sonnenbadenden. Sonnenuntergänge am Strand mit Blick nach Westen über den Atlantik können bei klarem Wetter spektakulär sein. Nach Einbruch der Dunkelheit bleibt der Paseo de Las Canteras weit bis in den Abend lebendig – Restaurants erreichen gegen 21 Uhr nach spanischer Tradition ihre volle Auslastung.
💡 Lokaler Tipp
Für das ruhigste Badevergnügen und das beste Licht zum Fotografieren am besten vor 9 Uhr oder in den zwei Stunden vor Sonnenuntergang kommen. Das Zeitfenster zwischen 11 und 14 Uhr sollte man an Wochenenden von Juni bis September meiden, wenn man weniger Trubel bevorzugt.
Anreise und Fortbewegung vor Ort
Las Canteras liegt im Nordwesten von Las Palmas, etwa 20–30 Minuten vom Flughafen Gran Canaria (LPA) mit dem Auto oder Taxi entfernt. Ein Taxi vom Flughafen kostet je nach Verkehr und genauen Zielort am Strand ungefähr 25–35 €; den Preis sollte man jedoch vor der Fahrt mit dem Fahrer absprechen. Vom Flughafen fährt auch das überregionale Busnetz Global nach Las Palmas – Linie 60 bedient das Santa-Catalina-Viertel nahe dem südlichen Strandende. Die Bustickets sind deutlich günstiger als ein Taxi. Innerhalb der Stadt fährt das städtische Guagua-Busnetz entlang oder in der Nähe der Promenade. Wer in der Nähe von Santa Catalina übernachtet, erreicht den Strand in 10–15 Minuten zu Fuß auf flachem Weg.
Autofahrer sollten beachten, dass Parkplätze direkt an der Promenade begrenzt und im Sommer stark umkämpft sind. In den Seitenstraßen ein paar Blocks landeinwärts findet sich meist leichter ein Platz. Wer eine Inselrundreise plant und Las Canteras mit dem historischen Zentrum verbinden möchte, dem sei gesagt: Die Altstadt Vegueta ist per Stadtbus erreichbar und lässt sich gut mit demselben Tag verbinden.
Die Promenade als Sehenswürdigkeit für sich
Der Paseo de Las Canteras verläuft auf einem breiten gepflasterten Weg entlang des gesamten Strandes, vom Sand durch niedrige Mauern getrennt, mit Rampenabgängen in regelmäßigen Abständen. Den gesamten Abschnitt von Süd nach Nord zu Fuß zu erkunden dauert in gemütlichem Tempo etwa 30–35 Minuten – deutlich länger, wenn man unterwegs isst, schaut oder einfach auf einer der Bänke auf den Atlantik blickt.
Die Restaurants entlang der Promenade reichen von einfachen Strand-Chiringuitos, die Grillisch nach Gewicht verkaufen, bis hin zu gepflegteren Lokalen mit vollständigen Karten kanarischer Küche. Die Preise sind für Inselverhältnisse nicht gerade niedrig – der Toplagen geschuldet –, aber die Qualität ist bei den besseren Adressen verlässlich. Wer wissen möchte, was man bestellen und was man bezahlen sollte, findet im Foodguide Gran Canaria alles über die lokalen Spezialitäten, die man unbedingt probiert haben sollte.
Straßenverkäufer, Eiswagen und mobile Kioske sind in den wärmeren Monaten allgegenwärtig. Die Promenade dient auch als Bühne für gelegentliche Open-Air-Konzerte und Kulturveranstaltungen – besonders rund um den Karneval im Februar, wenn Las Palmas sich verwandelt und die Strandpromenade zum Mittelpunkt des Treibens wird.
Wetter, Jahreszeiten und was man das ganze Jahr erwarten kann
Las Canteras ist in jedem Monat des Jahres wirklich nutzbar – das ist einer ihrer großen Vorteile gegenüber den Stränden im Süden. Las Palmas liegt an der Nordostküste Gran Canarias und profitiert von einem bemerkenswert stabilen subtropischen Klima. Selbst im Januar fällt die Tagestemperatur kaum unter 19 °C, und die Meerestemperatur folgt einem ähnlichen Muster. Die beste Reisezeit für Gran Canaria für Strandurlaub ist Mai bis Oktober, wenn Lufttemperaturen von 26–28 °C erreicht werden und Regen kaum vorkommt. Trotzdem hat ein Wintermorgensbad an der Las Canteras im Februar – mit der Promenade fast für sich allein – seinen ganz eigenen Reiz.
Gelegentlich sorgt die Calima, ein warmer, staubiger Wind aus der Sahara, für eingeschränkte Sicht und bedeckt den Strand mit feinem orangefarbenen Staub. Diese Ereignisse sind unvorhersehbar, treten aber häufiger im späten Winter und frühen Frühling auf. An Calima-Tagen ist der Strand zwar zugänglich, aber das Schwimmen ist weniger angenehm und das Licht für Fotos flach. Die meisten Besucher warten es einfach ab – die Episoden klären sich meist innerhalb von 24–48 Stunden.
⚠️ Besser meiden
Der nördliche Abschnitt La Cícer kann stärkere Strömungen und raueres Wasser haben als der Rest von Las Canteras – besonders im Herbst und Winter, wenn der Atlantikwellengang zunimmt. Nichtschwimmer und kleine Kinder sollten sich an die mittleren und südlichen Abschnitte halten, die ruhiger sind und während der Betriebszeiten unter Aufsicht von Rettungsschwimmern stehen.
Barrierefreiheit, Einrichtungen und praktische Infos
Las Canteras gehört zu den zugänglichsten Stadtstränden Spaniens. Die Promenade ist durchgehend flach und auf ihrer gesamten Länge für Rollstühle und Kinderwagen geeignet. Rampen zum Sand gibt es in regelmäßigen Abständen – der Sand selbst erfordert allerdings etwas mehr Aufwand beim Fortbewegen. Holzstege verlaufen an wichtigen Punkten vom Paseo über den Sand und erleichtern die Mobilität.
Der städtische Dienst LPAmar bietet unterstütztes Baden für Menschen mit eingeschränkter Mobilität an – inklusive amphibischer Rollstühle und geschultem Personal, das Besucher bis ans Wasser begleitet. Dieser Service läuft nach einem saisonalen Zeitplan mit unterschiedlichen Öffnungszeiten im Sommer, Winter und den Zwischensaisons. Die aktuellen Zeiten sollte man vor dem Besuch direkt bei LPAmar erfragen, da sich die Pläne jährlich ändern.
Öffentliche Duschen, Umkleidekabinen und Toiletten sind an mehreren Punkten entlang des Strandes vorhanden. Sonnenliegen und Sonnenschirme werden von privaten Betreibern vermietet, wobei die Preise je nach Saison und Anbieter variieren. Einen festen offiziellen Tarif gibt es nicht – daher am besten den Preis vor dem Hinlegen klären.
Tipps für Fotografen
Der Strand liegt nach Westen ausgerichtet, was bedeutet: Das beste Licht kommt am späten Nachmittag, wenn die Sonne sich dem Atlantikhorizont nähert. Das goldene Stündchen ist hier tatsächlich golden – das Wasser nimmt warme Töne an, das Riff erzeugt interessante Texturen in den flachen Bereichen, und die Silhouette von Las Palmas bietet eine ungewöhnliche städtische Kulisse für Meerbilder.
Für Weitwinkelaufnahmen des gesamten Strandes bietet das nördliche Ende den besten Aussichtspunkt mit Blick nach Süden auf Promenade und Stadt. Die Felsformationen nahe La Cícer eignen sich gut als Vordergrundmotiv für Landschaftskompositionen. Der frühe Morgen ist besser für stille Wasserreflexionen geeignet, da der nachmittägliche Wind die Oberfläche des inneren Kanals in der Regel kräuselt.
Insider-Tipps
- In den kleinen Gassen einen Block hinter dem nördlichen Ende der Promenade gibt es einige schlichte Fischrestaurants, die von Einheimischen frequentiert werden. Dort bekommst du frischeren Fisch zu besseren Preisen als direkt am Strand. Halte Ausschau nach handgeschriebenen Kreidetafeln vor der Tür.
- Nimm eine Tasche für deine Wertsachen mit, wenn du schwimmen gehst. Der Strand ist grundsätzlich sicher, aber unbeaufsichtigte Sachen auf einem Handtuch können auf belebten Stadtstränden schnell verschwinden. Schließfächer gibt es entlang der Strandpromenade kaum.
- Der innere Kanal zwischen dem Riff und der Küste ist auf weiten Abschnitten seicht genug, um darin zu stehen – perfekt zum Schnorcheln. Bring eigene Maske und Flossen mit, denn der Verleih entlang der Promenade ist im Vergleich zu den Strandresorts im Süden sehr begrenzt.
- Wenn du im Februar hier bist, wird die Promenade zum Herzstück der Karnevalsfeierlichkeiten – einem der stimmungsvollsten auf den Kanarischen Inseln. Der Strand selbst wird zur Veranstaltungsfläche, und die Atmosphäre am Paseo ist zu dieser Zeit einfach unvergleichlich.
- Die städtischen Guagua-Busse sind eine praktische Möglichkeit, die gesamte Promenade entlangzufahren, ohne die vollen 3 Kilometer laufen zu müssen. Besonders sinnvoll, wenn du beide Enden erkunden und trotzdem noch Energie zum Schwimmen haben möchtest.
Für wen ist Playa de Las Canteras geeignet?
- Familien mit kleinen Kindern, die ruhiges und sicheres Schwimmen in einem städtischen Umfeld mit guter Infrastruktur suchen
- Schwimmer und Schnorchler, die klares Wasser und ein natürliches Riff einem Resortpool vorziehen
- Surfer und Bodyboarder, die sich auf den nördlichen Abschnitt La Cícer konzentrieren – besonders bei Herbst- und Winterwellen
- Reisende, die in Las Palmas wohnen und einen richtigen Strandtag genießen möchten, ohne ein Auto zu mieten oder in den Süden zu fahren
- Alleinreisende oder Paare, die die Atmosphäre eines echten Stadtstrandes mit gutem Essen und interessantem Treiben mögen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Las Canteras Strandviertel:
- El Confital
El Confital ist ein unberührter, rauer Küstenabschnitt an der nördlichen Spitze von Las Palmas de Gran Canaria, auf der Halbinsel La Isleta. Anders als der entspannte Stadtstrand-Flair von Las Canteras erwartet dich hier eine vom Atlantik gepeitschte Vulkanküste – ein Treffpunkt für Surfer, Fotografen und alle, die unverfälschte Meereslandschaft ohne Liegestühle suchen.