Wassersport auf Gran Canaria: Surfen, Tauchen, Windsurfen & mehr

Gran Canarias Atlantikküste bietet Wassersport auf Weltklasseniveau – ganzjährig. Von Surfkursen für Einsteiger an der Las Canteras bis zum Profi-Windsurfen in Pozo Izquierdo. Mit den besten Spots, realistischen Preisen und Tipps zu Saison und häufigen Fehlern.

Windsurfer springt über blaue Wellen nahe der Felsküste von Pozo Izquierdo, einem der bekanntesten Wassersport-Spots Gran Canarias.

Kurzfassung

  • Gran Canaria eignet sich dank des subtropischen Klimas das ganze Jahr für Wassersport – die beste Saison hängt aber stark von der Aktivität ab: Oktober bis März fürs Surfen, Mai bis September für ruhigere Aktivitäten wie Schnorcheln und Kajak.
  • Die wichtigsten Wassersport-Hotspots der Insel sind Las Canteras (Stadtstrand, ideal für Anfänger), Pozo Izquierdo (Weltklasse-Windsurfen) und die Ferienstrände rund um Maspalomas und Playa del Inglés.
  • Die Preise reichen von etwa 50 € fürs Parasailing bis zu 90–130 € für Jetski-Sessions; Kombi-Pakete mit mehreren Aktivitäten starten ab rund 95 € und bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Nicht jede Aktivität ist überall und zu jeder Jahreszeit verfügbar – das hängt von Wind, Wellenrichtung und dem Anbieter ab, inklusive saisonaler Schließzeiten.
  • Offizielle Surfschulen und Tauchzentren sind beim Tourismusamt Gran Canarias gelistet; zwischen Juni und August ist eine Vorabbuchung dringend empfohlen.

Warum Gran Canaria so gut für Wassersport geeignet ist

Weitwinkelansicht der Küste von Gran Canaria mit einer Mischung aus felsigen Ufern, Stadtbild und dramatischem Meer unter einem teilweise bewölkten Himmel.
Photo Canary Vista ES

Rund 210 km vor der Nordwestküste Afrikas auf etwa 28°N liegt Gran Canaria genau dort, wo die atlantischen Passatwinde beständig aus dem Nordosten wehen – und die abwechslungsreiche Küstenform der Insel sorgt auf jeder Seite für völlig unterschiedliche Bedingungen. Die Nord- und Westküste ist dem offenen Ozeanwell ausgesetzt und erzeugt die Wellen, die Surfer aus ganz Europa anziehen. Die Süd- und Ostküste ist stärker geschützt und daher ideal für ruhigere Aktivitäten und Anfängerkurse. Diese geografische Vielfalt bedeutet: Morgens eine ordentliche Surfsession, nachmittags entspannt schnorcheln – und das nur 40 Minuten Fahrt auseinander.

Das Klima ist ein echter Pluspunkt. Die Wassertemperaturen an der Küste liegen zwischen etwa 19 °C im Februar und 23–24 °C im September – warm genug für einen 3-mm-Neoprenanzug im Winter und einen Badeanzug im Sommer. Die Lufttemperaturen fallen an der Küste selbst im Januar kaum unter 18 °C, sodass es für Wasseraktivitäten keine echte Nebensaison gibt – nur ein Wechsel darin, welche Bedingungen gerade vorteilhaft sind.

ℹ️ Gut zu wissen

Gran Canaria zahlt mit dem Euro (EUR) und liegt in der westeuropäischen Zeitzone (UTC+0, bzw. UTC+1 in der Sommerzeit). Die Insel unterliegt spanischen Vorschriften – alle Wassersportanbieter müssen lizenziert sein. Achte auf Zertifizierungen von Verbänden wie der Real Federación Española de Vela oder PADI/SSI für Tauchzentren.

Surfen: Die besten Spots und die richtige Saison

Ein Surfer auf einer mittelgroßen Welle im klaren blauen Ozeanwasser, mit weiteren Wellen im Hintergrund unter einem strahlenden Himmel.
Photo Atlantic Ambience

Die Surfsaison läuft von Oktober bis März, wenn atlantische Dünung gleichmäßig 1–3 Meter hohe Wellen an die nördlichen und westlichen Breaks der Insel schickt. Der Strand Las Canteras in Las Palmas ist der zugänglichste Einstiegspunkt für Anfänger und Fortgeschrittene: Ein natürliches Riff namens La Barra bricht am Nordende des Strandes und erzeugt lange, gutmütige Wellen, die Surfschulen seit Jahrzehnten nutzen. Die mittleren und südlichen Abschnitte desselben Strandes sind ruhiger, durch ein vorgelagertes Riff geschützt und eignen sich gut zum Paddeln und für Freiwasserschwimmen.

Jenseits von Las Canteras ist El Confital – direkt nördlich der Stadt – ein anspruchsvollerer Break, der größere Dünung verarbeitet und erfahrene Surfer belohnt. Kein Strand für Kurse. An der Nordwestküste fangen die Spots rund um Agaete und den Valle de Agaete die beständigste Dünung ab und sind bei einheimischen Surfern beliebt, die die Gezeiten kennen. Der Süden der Insel hat so gut wie keinen Surf – genau deshalb funktionieren die großen Ferienstrände dort so gut für andere Aktivitäten.

  • Las Canteras (La Barra) Ideal für Anfänger und Kurse. Langer, verzeihender Rechtshänder. Surfschulen konzentrieren sich am Nordende. Ganzjährig zugänglich.
  • El Confital Anspruchsvoller Break nördlich von Las Palmas. Wird hohl bei größerer Dünung. Nicht für Anfänger geeignet. Freier Zugang, keine Einrichtungen.
  • Agaete / Puerto de las Nieves Spots an der Nordwestküste, die größere atlantische Dünung abbekommen. Besser für mittlere bis fortgeschrittene Surfer. Beste Bedingungen Oktober bis Februar.
  • Playa del Inglés (Süden) Gelegentlich kleiner windgetriebener Strandbreak, aber kein Surfziel. Besser für Bodyboarding bei stärkerem Wind.

Zu den auf der Insel aktiven Surfschulen gehören Mojosurf, Surf Canaries, PR Surfing und die Björn Dunkerbeck Surf School – alle beim offiziellen Tourismusamt gelistet. Gruppenunterricht dauert in der Regel 90 Minuten bis 2 Stunden und beinhaltet Board- und Neoprenverleih. Rechne mit etwa 35–55 € pro Person für eine Gruppenstunde; Privatstunden kosten deutlich mehr. Die meisten Schulen operieren von Las Canteras aus und können Transport anbieten, wenn du im Süden untergebracht bist.

💡 Lokaler Tipp

Wenn du in den südlichen Ferienorten wohnst, frag deine Surfschule, ob Transport inklusive ist oder gebucht werden kann. Mehrere Anbieter organisieren Tagestouren von Maspalomas und Playa del Inglés nach Las Canteras – das ist praktisch, schlägt aber auch auf den Gesamtpreis. Plane dafür mindestens einen halben Tag ein.

Windsurfen und Kitesurfen: Pozo Izquierdo und mehr

Windsurfbretter und Segel liegen an einem felsigen Ufer mit Windsurfaktivität im Hintergrund an einem beliebten Windsurfspot.
Photo El Coleccionista de Instantes Fotografía & Video (CC BY-SA 2.0)

Pozo Izquierdo, ein kleines Dorf an der Südostküste, ist eines der besten Windsurfziele Europas. Der Spot liegt direkt im Weg der vorherrschenden Nordost-Passatwinde, lokal als Alisios bekannt, die zwischen Mai und September am zuverlässigsten wehen. Windgeschwindigkeiten von 25–35 Knoten sind in dieser Zeit keine Seltenheit – das macht Pozo zum Austragungsort des PWA World Cup und zieht Profis aus aller Welt an. Als erfahrener Windsurfer ist das hier ein ernsthaftes Ziel. Als Anfänger lohnt sich das Zuschauen – aber Lernen solltest du woanders.

Für Kitesurfkurse bietet die südliche Ferienregion rund um Playa del Inglés und Maspalomas kontrolliertere Bedingungen abseits des konzentrierten Winds von Pozo. Mehrere Schulen sind hier aktiv und richten sich an Einsteiger. Las Canteras eignet sich ebenfalls für erste Windsurfübungen, besonders außerhalb der Hochsommerzeit, wenn Dünung und Wind geringer sind. Die Windbedingungen auf der Insel variieren je nach Standort, Tageszeit und Jahreszeit erheblich – bestätige immer am jeweiligen Tag mit deiner Schule oder dem Verleih.

⚠️ Besser meiden

Pozo Izquierdo ist kein Touristenstrand im üblichen Sinne. Es gibt keine Ferieninfrastruktur, das Wasser ist unruhig, und die Strömungen können stark sein. Als Zuschauer ist ein Besuch absolut in Ordnung – aber versuch dich hier nicht ohne nachgewiesene mittlere bis fortgeschrittene Fähigkeiten und entsprechende Ausrüstung aufs Wasser.

Tauchen und Schnorcheln: Was unter der Oberfläche wartet

Taucher unter Wasser in Gran Canaria, umgeben von bunten Fischen, darunter eine Lippfische und ein Papageifisch in der Nähe eines felsigen Riffs.
Photo Brian Goldthorpe (www.davyjonesdiving.com) (Public domain)

Gran Canarias Unterwasserwelt ist wirklich beeindruckend. Die Insel liegt im Atlantik und nicht im Mittelmeer – das bedeutet eine andere Tierwelt als das, was die meisten europäischen Taucher kennen: Engelhaie, große Meeresschildkröten, Muränen, Barrakudas und Schwärme atlantischer Lippfische sind häufige Sichtungen. Die Sicht ist meist gut und liegt an den meisten Tauchplätzen bei durchschnittlich 10–20 Metern, kann nach starkem Regen oder kräftiger Dünung aber abnehmen.

Zu den auf der Insel aktiven Tauchzentren gehören El Azul Dive Center, Canary Diving School und Dive Academy Gran Canaria – alle vom Tourismusamt anerkannt. Die meisten operieren im Süden, vor allem rund um Puerto de Mogán und Puerto Rico, wo das Wasser ruhiger und klarer ist. Las Canteras im Norden bietet ebenfalls eine interessante urbane Tauchszene: Das vorgelagerte Riff bildet ein echtes Ökosystem direkt vor der Küste. Geführte Tauchgänge für zertifizierte Taucher kosten in der Regel 40–65 €; PADI Open Water Kurse werden üblicherweise über 3–4 Tage angeboten.

Für Schnorcheln brauchst du weder Schule noch Guide – das Riff bei Las Canteras ist direkt vom Strand aus erreichbar. Für Nichtschwimmer oder Familien kombinieren geführte Schnorcheltouren aus den südlichen Ferienorten oft eine Bootsfahrt mit dem Schnorcheln an ausgewiesenen Plätzen und kosten etwa 30–50 € pro Erwachsenen. Ausrüstung gibt es an den meisten Strandkiosken im Süden für ein paar Euro pro Stunde zu leihen.

Jetski, Parasailing, Kajak und die Strandaktivitäten

Der südliche Ferienstreifen von Puerto Rico über Playa del Inglés bis Maspalomas ist das Zuhause des kompletten Angebots an motorisierten und Freizeitwassersportarten. Parasailing kostet ab etwa 50 € pro Person und bietet einen klaren Blick von oben auf Dünen und Küste. Jetski-Verleih liegt bei rund 90 € für eine kurze Session oder 120–140 € für eine einstündige Tour. Bananaboots, Wassertrampoline und Tretboote füllen das Angebot für Familien mit Kindern. Kombi-Pakete mit drei oder mehr Aktivitäten starten ab etwa 95 € und sind der günstigste Weg, um mehrere Sachen an einem Tag auszuprobieren.

Kajak und Stand-up-Paddeln (SUP) sind an mehreren Stränden im Norden und Süden möglich. In Puerto Rico macht die ruhige, geschützte Bucht den Ort zu einem der zuverlässigsten Paddelsport-Spots der Insel – unabhängig von den Bedingungen anderswo. Kajak- und SUP-Board-Verleih kostet in der Regel 10–20 € pro Stunde. Wer etwas Spektakuläreres sucht: Geführte Kajak-Touren entlang der Südwestküste in Richtung Mogán bieten dramatische Klippenlandschaften und gelegentliche Delfinbegegnungen.

  • Parasailing: ab etwa 50 € pro Person
  • Jetski (kurze Session): ab etwa 90 €
  • Jetski (1-Stunden-Tour): ab etwa 120–140 €
  • 3-Aktivitäten-Wassersportpaket: ab etwa 95 €
  • Strandtag mit Schnorchelpaket: ab etwa 59 €
  • Geführter Tauchgang (zertifizierter Taucher): ca. 40–65 €
  • PADI Open Water Kurs: üblicherweise über 3–4 Tage, Preise je nach Anbieter
  • Kajak- oder SUP-Verleih: ca. 10–20 € pro Stunde

✨ Profi-Tipp

Die von Anbietern angegebenen Preise sind fast immer „ab"-Preise, die auf Mindestgruppenstärken oder bestimmten Zeitfenstern basieren. An Wochenenden und in Schulferienzeiten sind die Preise höher. Wer flexibel ist: Werktags-Morgensessions im Mai, Juni oder September bieten oft die beste Kombination aus guten Bedingungen, freien Plätzen und Preisen außerhalb der Hochsaison.

Praktische Planung: Saison, Buchung und wie du Enttäuschungen vermeidest

Ein häufiger Frust bei Besuchern: Die gewünschte Aktivität ist wegen Wetter oder saisonaler Schließung nicht verfügbar. Nicht alle Anbieter sind ganzjährig aktiv: Einige Wassersportzentren in Playa del Inglés schließen von Ende November bis Februar. Frag direkt beim Anbieter nach, bevor du buchst – besonders für Reisen im Dezember und Januar. Allgemeine Hinweise zum besten Reisezeitraum findest du in unserem Guide zum besten Reisezeitpunkt für Gran Canaria.

Juli und August bringen die meisten Besucher in den Süden der Insel – beliebte Wassersport-Zeitfenster können dann Tage im Voraus ausgebucht sein. Online-Buchung vor der Anreise ist in dieser Zeit dringend empfohlen. Die Zwischensaison Mai, Juni, September und Oktober bietet ein gutes Gleichgewicht: Die Bedingungen stimmen, die Massen sind überschaubar, und die Preise sind in der Regel niedriger. Wer auf das Budget achtet, schaut am besten in unseren Budgetreise-Guide für Gran Canaria für umfassende Spartipps.

Wer Wassersport mit Inselentdeckungen verbinden möchte: Die Südwestküste bietet einige der beeindruckendsten Landschaften Gran Canarias. Eine morgendliche Kajak-Session lässt sich gut mit einem Nachmittagsbesuch in Puerto de Mogán oder einer Fahrt ins Inselinnere nach Tejeda für einen kompletten Kontrast kombinieren. Mit einem Mietwagen ist das problemlos machbar; öffentliche Busse bedienen zwar die Küste, passen aber nicht immer zu den Zeitplänen der Wassersportanbieter.

Familien mit Kindern finden an den Ferienständen im Süden die praktischste Basis für Wassersport – alles ist zu Fuß oder mit einem kurzen Taxi erreichbar. Einen breiteren Überblick über familienfreundliche Aktivitäten auf der Insel gibt es in Gran Canaria mit Kindern.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Jahreszeit für Wassersport auf Gran Canaria?

Das kommt auf die Aktivität an. Surfen ist am besten von Oktober bis März, wenn die atlantische Dünung am beständigsten ist. Windsurfen in Pozo Izquierdo hat seinen Höhepunkt zwischen Juni und September mit kräftigen Passatwinden. Ruhigere Aktivitäten wie Schnorcheln, Kajak und Parasailing funktionieren am besten von Mai bis Oktober, wenn das Meer ruhiger und das Wetter am wärmsten ist. Tauchen ist ganzjährig möglich.

Wo kann man auf Gran Canaria am besten Surfen lernen?

Der Strand Las Canteras in Las Palmas de Gran Canaria ist die erste Wahl. Der La-Barra-Riff-Break am Nordende des Strandes erzeugt lange, gleichmäßige Wellen, die für Anfänger ideal sind – und mehrere lizenzierte Surfschulen sind direkt am Strand aktiv. Boards und Neoprenanzüge sind im Kurspreis enthalten.

Ist Wassersport auf Gran Canaria auch im Winter möglich?

Ja, allerdings verschiebt sich das Angebot. Surfen ist gerade von Oktober bis März am besten. Tauchen und Schnorcheln sind ganzjährig möglich. Einige Anbieter für motorisierten Wassersport an der Südküste reduzieren ihre Öffnungszeiten oder schließen vorübergehend von Ende November bis Februar – frage deshalb immer direkt beim jeweiligen Anbieter nach, bevor du reist.

Was kostet Wassersport auf Gran Canaria?

Die Preise variieren je nach Aktivität und Anbieter. Als grobe Orientierung: Parasailing ab etwa 50 €, Schnorchelpakete ab 59 €, Jetski-Sessions ab 90 €, Jetski-Touren ab 130 €. Kombi-Pakete mit drei Aktivitäten starten ab etwa 95 €. Surfkurse in der Gruppe kosten rund 35–55 €. Geführte Tauchgänge für zertifizierte Taucher liegen bei ca. 40–65 €. Das sind Richtwerte – aktuelle Preise immer direkt beim Anbieter erfragen.

Ist Pozo Izquierdo für Anfänger geeignet?

Nein. Pozo Izquierdo ist einer der windigsten und technisch anspruchsvollsten Spots Europas und Austragungsort des professionellen PWA World Cups. Als Zuschauer während der Wettkampfsaison lohnt sich ein Besuch durchaus, aber Anfänger sollten an ruhigeren Plätzen wie Las Canteras oder den geschützten Buchten der südlichen Ferienorte lernen. Dort bieten Schulen strukturierten Unterricht unter geeigneten Bedingungen.

Zugehöriges Reiseziel:gran-canaria

Du planst eine Reise? Entdecke personalisierte Aktivitäten mit der Nomado-App.