Santa-Ana-Kathedrale: Das historische Herz von Las Palmas de Gran Canaria
Die Catedral-Basílica de Santa Ana steht seit dem späten 15. Jahrhundert an der Plaza de Santa Ana, ist die älteste Kathedrale der Kanarischen Inseln und der architektonische Mittelpunkt von Vegueta, dem historischen Altstadtviertel von Las Palmas. Ihre vielschichtige gotische und neoklassizistische Fassade erzählt fünf Jahrhunderte Inselgeschichte in Stein – und wer den Turm besteigt, wird mit einem der schönsten Panoramablicke der Stadt belohnt.
Fakten im Überblick
- Lage
- Plaza de Santa Ana, Vegueta, Las Palmas de Gran Canaria
- Anfahrt
- Mit dem Stadtbus (Guagua) bis Haltestelle Vegueta; vom Park Santa Catalina etwa 15 Minuten zu Fuß
- Zeitbedarf
- 1 bis 1,5 Stunden für Kathedrale, Museum und Turm
- Kosten
- 8 € regulär; 6 € ermäßigt (ab 65, Rentner, Studierende); kostenlos für Kinder unter 12 Jahren und Einwohner der Provinz Las Palmas. Aktuelle Preise unter catedraldecanarias.es prüfen.
- Am besten für
- Geschichts- und Architekturbegeisterte, Fotografen und alle, die Vegueta zu Fuß erkunden möchten
- Offizielle Website
- catedraldecanarias.es

Warum die Santa-Ana-Kathedrale so bedeutend ist
Die Catedral-Basílica de Santa Ana ist nicht nur die älteste Kathedrale der Kanarischen Inseln. Sie ist das Gebäude, dem Las Palmas de Gran Canaria seinen Ursprung verdankt. Der Bau begann um 1497, kurz nachdem kastilische Truppen die Eroberung Gran Canarias 1483 abgeschlossen hatten, und die Kathedrale war von Anfang an als Zeichen der Beständigkeit gedacht. Die spanische Krone wollte, dass Gran Canaria – der atlantische Ausgangspunkt für Reisen in die Amerika – wie eine richtige Stadt aussieht und sich auch so anfühlt. Eine Kathedrale war für diesen Anspruch unverzichtbar.
Da der Bau sich über mehrere Jahrhunderte erstreckte, lässt sich der Wandel des europäischen Geschmacks direkt an der Oberfläche des Gebäudes ablesen. Fundamente und Mittelschiff zeigen die Strenge der Spätgotik. Kapellen und Kreuzgänge bringen ausgewogenere klassische Proportionen ins Spiel. Die Hauptfassade – die, die dich beim Überqueren des Platzes empfängt – ist neoklassizistisch und wurde im 18. und 19. Jahrhundert hinzugefügt. Das Ergebnis ist ein Gebäude, das souverän wirkt statt uneinheitlich: Die verschiedenen Stile wurden über die Zeit hinweg aufgenommen und miteinander versöhnt, anstatt miteinander zu konkurrieren.
Die Kathedrale liegt im Herzen von Vegueta, dem Altstadtviertel von Las Palmas, das zu den besterhaltenen kolonialen Altstädten der atlantischen Welt zählt. Ein Besuch hier lässt sich gut mit der nahegelegenen Casa de Colón und dem Museo Canario kombinieren – Vegueta lässt sich so gut als halbtägige oder ganztägige Rundtour zu Fuß erkunden.
Ankunft an der Plaza de Santa Ana
Der Weg zur Kathedrale stimmt einen gut auf den Besuch ein. Veguetas Gassen sind schmal, beschattet von alten Gebäuden mit Holzbalkonen und geschlossenen Fensterläden – und dann trittst du auf die Plaza de Santa Ana hinaus, und plötzlich ändert sich alles. Der Platz ist weitläufig und mit dunklem Vulkanstein gepflastert, eingerahmt vom Bischofspalast auf einer Seite und dem alten Rathaus auf einer anderen. Acht bronzene Hunde stehen auf Steinsockeln entlang des mittleren Weges – ein altes Symbol der Kanarischen Inseln, deren Name in einer verbreiteten Etymologie vom lateinischen Wort für Hund abgeleitet wird.
Am Morgen ist der Platz ruhig. Tauben besetzen die Ränder. Einige Anwohner eilen auf dem Weg durch. Die neoklassizistische Fassade der Kathedrale fängt das frühe Licht klar ein, und die beiden Türme werfen lange Schatten auf den Stein. Gegen Mittag treffen Reisegruppen ein, und die Café-Terrassen auf der Südseite des Platzes füllen sich. Am späten Nachmittag taucht das Licht alles in ein wärmeres, goldenes Leuchten, das den hellen Stein der Fassade besonders gut zur Geltung bringt. Wer hauptsächlich für Außenaufnahmen kommt, sollte an einem Wochentag nachmittags hier sein.
💡 Lokaler Tipp
Fototipp: Stelle dich am hinteren Ende des Platzes, in der Nähe der bronzenen Hunde, auf, um die sauberste Weitwinkelaufnahme der Fassade zu bekommen. Das vollständige Zwillingsturmportal lässt sich aus der Nähe kaum ohne ein sehr weitwinkliges Objektiv erfassen. Morgenlicht trifft die Fassade von der Seite; nachmittags fällt es direkter darauf.
Im Inneren der Kathedrale: Was dich erwartet
Das Innere ist groß und kühl – in den wärmeren Monaten eine echte Wohltat. Das Hauptschiff wird durch Säulen in fünf Seitenschiffe unterteilt, was für eine Kathedrale dieses Alters ungewöhnlich ist und ihr eine Luftigkeit verleiht, die einschiffigen gotischen Kirchen fehlt. Die Decke ist ein Rippengewölbe, die Steinmetzarbeit detailliert, aber nicht überladen. Selbst wenn Besucher anwesend sind, herrscht eine gewisse Stille im Inneren – teils weil der Raum groß genug ist, um eine Menschenmenge aufzunehmen, teils weil die dicken Mauern und kleinen Fenster den Schall dämpfen.
In den Kapellen entlang der Seitenschiffe befinden sich die interessantesten Einzelstücke der Kathedrale: geschnitzte Altaraufsätze, gemalte Retablos und Skulpturen in der hispanisch-flämischen Tradition. Das Chorgestühl mit seinen fein geschnitzten Holzarbeiten verdient besondere Aufmerksamkeit. Es spiegelt – wie vieles hier – die kulturelle Kreuzung wider, an der die Kanarischen Inseln im Zeitalter der Entdeckungen standen: mit Einflüssen aus Spanien, Flandern und schließlich auch aus den Amerika.
Im Ticket enthalten sind der Zugang zum Diözesanmuseum für Sakrale Kunst im Kathedralkomplex, das Kathedraleninnere sowie der Turm. Das Museum zeigt religiöse Gemälde, Gold- und Silberschmiedearbeiten, Messgewänder und geschnitzte Figuren aus mehreren Jahrhunderten. Die Sammlung ist wirklich sehenswert – nicht nur leidlich interessant – und die Beschriftungen sind auf Spanisch mit einigen englischen Zusammenfassungen. Wer sich für religiöse Kunst oder kolonialzeitliches Handwerk interessiert, sollte 20 bis 30 Minuten für das Museum einplanen.
Der Turm: Der Aufstieg lohnt sich
Der Turmaufstieg ist für die meisten Besucher das praktische Highlight. Der Weg nach oben führt über Treppen und ist daher nicht für alle zugänglich – aber die Aussicht oben entschädigt: ein 360-Grad-Blick über die Dächer von Vegueta, den Hafen und an klaren Tagen den Atlantik, der sich nach Westen erstreckt. Die Terrakottaziegel und weißen Mauern der Altstadt breiten sich darunter aus, während die modernere Stadt dahinter sichtbar wird. Es ist einer der besseren städtischen Aussichtspunkte in Las Palmas, und anders als das Kathedraleninnere lässt er sich je nach Tageszeit ganz unterschiedlich fotografieren – was Ausprobieren lohnt.
ℹ️ Gut zu wissen
Turmzugang sonntags: Sonntags ist nur der Turm für Besucher geöffnet (in der Regel 10:00–14:00 Uhr). Die Kathedrale selbst und das Museum sind sonntags wegen Gottesdiensten nicht für Touristen zugänglich. Plane das ein, wenn dein Zeitplan eng ist.
Öffnungszeiten, Tickets und Anreise
Die Kathedrale ist Montag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, letzter Einlass um 17:30 Uhr. Samstags gelten die Öffnungszeiten 10:00 bis 16:00 Uhr. Sonntags ist der Zugang in der Regel auf den Turm beschränkt, von etwa 10:00 bis 14:00 Uhr. Gottesdienste finden die ganze Woche über statt, und während der Messe kann die Kathedrale für Touristen teilweise oder vollständig gesperrt sein. Ein Blick auf die offizielle Website vor dem Besuch ist sinnvoll – besonders an Feiertagen und religiösen Festtagen, wenn sich die Zeiten erheblich verschieben können.
Tickets kosten derzeit 8 € für Erwachsene und 6 € für Besucher ab 65 Jahren, Rentner, Studierende zwischen 13 und 23 Jahren sowie berechtigte Familiengruppen (aktuelle Preise vor dem Besuch auf der offiziellen Website prüfen). Kinder unter 12 Jahren und Einwohner der Provinz Las Palmas haben montags bis samstags freien Eintritt. Tickets werden am Eingang erworben; für Einzelbesucher ist keine Vorabbuchung erforderlich.
Von der Innenstadt Las Palmas nach Vegueta kommt man problemlos. Stadtbusse (auf Gran Canaria Guaguas genannt) verbinden das Viertel mit dem Verkehrsknotenpunkt Santa Catalina. Wer bereits wegen des Marktes oder anderer Sehenswürdigkeiten in Vegueta ist, erreicht die Kathedrale bequem zu Fuß. Taxis und Fahrdienste, die in Las Palmas verfügbar sind, können direkt am Platz absetzen. Die umliegenden Straßen sind fußgängerfreundlich, und der Platz selbst ist eben und gepflastert, sodass die Außenbereiche auch für Besucher mit eingeschränkter Mobilität zugänglich sind. Der Turmaufstieg über Treppen ist hingegen nicht für alle geeignet.
⚠️ Besser meiden
Kleidungshinweis: Schultern und Knie sollten beim Betreten der Kathedrale bedeckt sein. Es handelt sich um einen aktiven Sakralbau, nicht nur um eine Touristenattraktion. Leichte Zwischenschichten sind praktisch, da das Innere auch im Sommer kühl bleibt.
Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich der Besuch?
Die Santa-Ana-Kathedrale hat genau die richtige Größe für das, was sie ist. Sie überwältigt nicht wie eine europäische Megakathedrale, und sie enttäuscht auch nicht wie eine mittelmäßige Pfarrkirche, die zu hoch gehandelt wurde. Die Kombination aus dem Außenplatz, der vielschichtigen Innenarchitektur, dem Museum und dem Turm bietet genug Inhalt für 60 bis 90 Minuten – ohne künstliche Streckung. Für Reisende mit echtem Interesse an Geschichte oder Architektur bleibt es durchgehend spannend. Wer vor allem Strände oder Nachtleben sucht, für den ist es ein lohnenswerter 45-minütiger Abstecher beim Durchqueren von Vegueta – aber kein Ziel, für das es sich lohnt, eigens vom Süden der Insel anzureisen.
Die Kathedrale gehört in jeden ernsthaften Vegueta-Reiseplan. Wer das historische Zentrum von Las Palmas umfassender erkunden möchte, kann sie gut mit dem Vegueta-Markt, der an Wochenenden in der Nähe stattfindet, und der Casa Museo Pérez Galdós, dem Museum des bekanntesten Romanciers der Kanarischen Inseln, der nur wenige Straßen entfernt geboren wurde, kombinieren. Zusammen ergeben diese drei Stationen einen runden halben Tag in der Altstadt.
Vegueta eignet sich auch gut als Ausgangspunkt, um die Stadt als Ganzes besser zu verstehen. Praktische Tipps zur Fortbewegung in Las Palmas und auf der Insel bietet der Ratgeber zur Fortbewegung auf Gran Canaria mit Informationen zu Busverbindungen, Taxis und Mietwagen.
Insider-Tipps
- Komm an einem Wochentag morgens, dann hast du das Innere der Kathedrale weitgehend für dich. Tagesausflügler von Kreuzfahrtschiffen treffen meist gegen Mitte des Vormittags ein und sind zwischen 10:30 und 13:00 Uhr am stärksten vertreten – wer früh kommt oder nach dem Mittagessen, vermeidet den größten Andrang.
- Die Bänke auf dem Platz neben den bronzenen Hunden sind ein guter Ort, um die Fassade in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Einheimische nutzen den Platz als Abkürzung und Treffpunkt, was ihm eine Alltagsatmosphäre verleiht, die rein touristische Plätze meist vermissen lassen.
- Wenn du sonntags extra wegen des Kathedral-Inneren kommst, wirst du abgewiesen. Der Sonntagszugang ist auf den Turm beschränkt, von 10:00 bis 14:00 Uhr. Prüfe vor deinem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten auf catedraldecanarias.es, da sich der Stundenplan ändern kann.
- Das Diözesanmuseum für Sakrale Kunst ist im Ticket enthalten, wird aber leicht übersehen. Der Eingang befindet sich an einem eigenen Durchgang innerhalb des Komplexes. Frag am Ticketschalter nach, falls er nicht sofort zu finden ist – die Beschilderung im Inneren ist oft spärlich.
- Für die besten Turmfotos über die Dächer von Vegueta eignet sich das Nachmittagslicht an einem klaren Tag am besten. Morgens lohnt es sich eher für Aufnahmen der Fassade und des Platzes.
Für wen ist Catedral de Santa Ana geeignet?
- Geschichts- und Architekturbegeisterte, die Las Palmas jenseits seiner Strände kennenlernen möchten
- Reisende, die Vegueta zu Fuß erkunden und mehrere Sehenswürdigkeiten der Altstadt kombinieren
- Fotografen, die einen erhöhten Stadtblick mit kolonialem Dächerpanorama suchen
- Alle, die sich für religiöse Kunst von der Spätgotik bis zum Neoklassizismus interessieren
- Kreuzfahrtpassagiere mit einem halben Tag im Hafen, die einen gehaltsvollen und zeiteffizienten Kulturstopp suchen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Vegueta:
- CAAM – Centro Atlántico de Arte Moderno
Das Centro Atlántico de Arte Moderno (CAAM) ist in sorgfältig restaurierten Kolonialgebäuden in einer der stimmungsvollsten Straßen Veguetas untergebracht und gilt als führende Gegenwartskunstinstitution von Las Palmas de Gran Canaria. Der Eintritt ist kostenlos, das Programm wirklich ambitioniert – und allein das Gebäude rechtfertigt den Umweg.
- Casa de Colón
Die Casa de Colón ist in einem der schönsten Kolonialgebäude der Kanarischen Inseln untergebracht und zeichnet die Reisen von Christoph Kolumbus sowie die Gründungsgeschichte von Las Palmas de Gran Canaria nach. Im alten Viertel Vegueta gelegen, gehört sie zu den lohnendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt – und sonntags ist der Eintritt frei.
- Casa-Museo Pérez Galdós
Die Casa-Museo Pérez Galdós bewahrt das Stadthaus in Triana, in dem Benito Pérez Galdós 1843 geboren wurde. Geführte Touren durch originalgetreu eingerichtete Zimmer, handgeschriebene Manuskripte und persönliche Gegenstände machen den Besuch lebendig. Der Eintritt ist kostenlos – und das Haus verleiht der Literaturgeschichte der Kanarischen Inseln echte Tiefe.
- Museo Canario
Das El Museo Canario in Vegueta, Las Palmas, beherbergt die bedeutendste Sammlung prähistorischer kanarischer Artefakte – darunter eine der größten Ansammlungen antiker Schädel in ganz Europa. Wer die indigene Guanchen-Kultur der Inseln wirklich verstehen möchte, kommt an diesem Museum nicht vorbei.