Fortbewegung auf Gran Canaria: Busse, Taxis, Mietwagen & Flughafentransfers

Gran Canaria ist keine Insel, die man zu Fuß erkundet. Dieser Guide erklärt alle realistischen Transportoptionen – von Global-Buslinien und geregelten Taxitarifen bis hin zu Mietwagen und Straßenwarnungen im Winter.

Kurvenreiche Küstenstraße auf Gran Canaria mit schroffen Klippen und Meerblick, aus einem Autofenster fotografiert – ein Eindruck der Fahrstrecken und Landschaften der Insel.

Kurzfassung

  • Gran Canaria hat weder U-Bahn noch Zug. Das Inselbussystem von Global (Guaguas Global) ist das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs und verbindet Flughafen, Las Palmas und die Resorts im Süden.
  • Busfahrten ab dem Flughafen kosten ca. 2,95 € nach Las Palmas (Santa Catalina) und bis zu 6,80 € nach Puerto de Mogán. Taxis kosten je nach Ziel zwischen 25 und 40 €. In unserem Budget-Guide für Gran Canaria findest du weitere Tipps, um Transportkosten zu senken.
  • Ein Mietwagen ist die beste Wahl, wenn du das Inselinnere, die Nordküste und die Bergdörfer erkunden willst – allerdings können Bergstraßen im Winter durch Schnee oder Eis gesperrt sein.
  • Mit der aufladbaren TransGC-Karte sinkt der Busfahrpreis innerhalb von Las Palmas von rund 1,40 € auf ca. 0,85 € pro Fahrt.
  • Linie 60 verbindet den Flughafen mit Las Palmas; Linie 66 fährt vom Flughafen direkt südwärts über die Resorts nach Playa del Inglés und Maspalomas.

Die Geografie der Insel verstehen – bevor du losreist

Ein weitläufiger, erhöhter Küstenblick auf Gran Canaria bei Sonnenuntergang mit Bergen, Küstenlinie und Dörfern, der das vielfältige Gelände und die Höhenunterschiede der Insel hervorhebt.
Photo Sergiu Iacob

Gran Canaria umfasst 1.560 km² und hat eine annähernd kreisrunde Form. Die Küste fällt steil ab, während das Innere auf bis zu 1.956 m ansteigt. Diese Topografie hat direkte Auswirkungen auf die Reiseplanung. Die Ostküstenautobahn (GC-1) verbindet den Flughafen zügig mit Maspalomas im Süden und Las Palmas im Norden. Das Inselinnere ist eine andere Welt: schmale Bergstraßen, steile Gefälle und Serpentinen, die ein sicheres Fahrgefühl erfordern. Die Küstenrouten zwischen den Südresorts sind dagegen problemlos. Strecken ins Inselinnere dauern länger, als die Entfernungen vermuten lassen.

Für die meisten Besucher lässt sich die Insel grob in drei Zonen einteilen. Im Nordosten liegt Las Palmas de Gran Canaria, eine Stadt mit rund 380.000 Einwohnern und einem eigenen Stadtbusnetz. Die Südküste erstreckt sich von Maspalomas über Playa del Inglés bis nach Puerto de Mogán – das ist der wichtigste Resortgürtel mit dem stärksten Tourismusbusverkehr. Das Inselinnere und der Norden, einschließlich Dörfer wie Tejeda, Teror und Arucas, sind nur mit einem Mietwagen oder speziellen Landbuslinien erreichbar.

ℹ️ Gut zu wissen

Der Flughafen Gran Canaria (IATA: LPA) liegt an der Ostküste, ungefähr zwischen Las Palmas und den Südresorts. Diese zentrale Lage sorgt dafür, dass Taxi- und Busfahrten in beide Richtungen zeitlich überraschend ähnlich sind – rund 20–30 Minuten nach Las Palmas und 30–45 Minuten in die Südresorts bei normalem Verkehr.

Vom Flughafen zu deinem Ziel

Die Flughafenbuslinien von Global sind die günstigste Option und fahren oft genug, um für die meisten Ankünfte praktikabel zu sein. Linie 60 ist die wichtigste Verbindung nach Las Palmas mit Haltestellen in San Telmo und Santa Catalina. Linie 66 fährt direkt nach Süden Richtung Playa del Inglés und Faro de Maspalomas. Die Busse fahren in der Regel ab ca. 05:15 Uhr bis etwa 23:15 Uhr – in den frühen Morgenstunden gibt es keine Verbindungen. Wer nach 23:15 Uhr landet, muss ein Taxi nehmen.

  • Flughafen nach San Telmo (Las Palmas) Ca. 2,30 € mit dem Bus. Zentrale Haltestelle im historischen Stadtbereich.
  • Flughafen nach Santa Catalina (Las Palmas) Ca. 2,95 € mit dem Bus. Hauptverkehrsknotenpunkt in der Nähe von Las Canteras und dem Kreuzfahrthafen.
  • Flughafen nach Playa del Inglés Ca. 3,50 € mit dem Bus der Linie 66. Fahrzeit rund 30–40 Minuten.
  • Flughafen nach Faro de Maspalomas Ca. 4,05 € mit dem Bus. Praktisch für Hotels im Dünenbereich.
  • Flughafen nach Puerto Rico Ca. 5,45 € mit dem Bus.
  • Flughafen nach Puerto de Mogán Ca. 6,80 € mit dem Bus – das am weitesten entfernte große Resort vom Flughafen.

Taxis vom Flughafen fahren nach geregelten Taxamettertarifen. Der Grundpreis am Tag beträgt 3,85 €, nachts und an Feiertagen 4,25 €. Der Kilometerpreis liegt tagsüber bei 1,35 € und nachts bei 1,55 €. Zusätzlich wird ein Flughafenzuschlag von 2,10 € pro Fahrt erhoben. In der Praxis solltest du mit etwa 25–35 € nach Las Palmas und 35–45 € in den Raum Maspalomas rechnen – der genaue Preis hängt vom Verkehr und deinem Zielort ab. Vergewissere dich vor Fahrtantritt, dass das Taxameter eingeschaltet ist.

⚠️ Besser meiden

Finger weg von nicht lizenzierten Taxis, die im Ankunftsbereich Festpreise anbieten. Lizenzierte Taxis auf Gran Canaria sind weiß und haben ein grünes Licht auf dem Dach. Die offiziellen Tarifinformationen sind an den Taxiständen vor dem Ankunftsbereich ausgehängt.

Das Global-Busnetz auf der ganzen Insel nutzen

Das von Global (offiziell Guaguas Global) betriebene Überlandbusnetz ist die günstigste und weitreichendste Möglichkeit, zwischen den wichtigsten Punkten der Insel zu reisen. Die Linien verbinden Las Palmas, den Flughafen, die Südküstenresorts und einige Orte im Inselinneren. Für preisbewusste Reisende, die sich nach Fahrplänen richten können, sind Busse auf den wichtigsten Tourismusstrecken eine zuverlässige Option.

  • Linie 60 Flughafen nach Las Palmas (Santa Catalina). Die wichtigste Verbindung zwischen Flughafen und Hauptstadt – fährt den ganzen Tag und bis in die frühen Morgenstunden.
  • Linie 66 Flughafen nach Playa del Inglés und Faro de Maspalomas. Direkte Südküstenverbindung ab dem Terminal.
  • Linie 1 Las Palmas nach Maspalomas über die Küstenautobahn GC-1. Ideal für Tagesausflüge zwischen der Hauptstadt und dem Süden.
  • Linie 30 Maspalomas nach Puerto de Mogán. Verbindet die wichtigsten Resortorte der Südküste.
  • Linie 303 Las Palmas nach Teror und Arucas. Eine der Hauptlinien in den nördlichen Innenbereich und die Bergdörfer.

Innerhalb von Las Palmas gibt es ein eigenes Stadtbusnetz von Guaguas Municipales, das die Stadtteile untereinander verbindet. Einzelfahrten kosten rund 1,40 €, aber mit der aufladbaren TransGC-Karte sinkt der Preis auf ca. 0,85 € pro Fahrt. Guthaben lässt sich an Kiosken und Busbahnhöfen aufladen. Wer mehr als ein paar Tage in Vegueta verbringt oder die Stadt zwischen dem Strand Las Canteras und der Altstadt erkundet, für den macht sich die Karte schnell bezahlt.

💡 Lokaler Tipp

Die Global-Website (globalsu.net) bietet einen Reiseplaner und aktuelle Fahrpläne auf Englisch. Am besten vor der Reise in die App schauen oder die Website checken – auf Landlinien können die Fahrpläne sehr dünn sein, mit manchen Verbindungen nur wenige Male täglich.

Mietwagen: Wann er sich lohnt – und wann nicht

Kurvenreiche Bergstraße durch dramatische Felsenhügel auf Gran Canaria unter einem strahlend blauen Himmel, ideal für einen Roadtrip mit dem Auto
Photo Marian Florinel Condruz

Ein Mietwagen ist die mit Abstand praktischste Wahl, wenn du über die großen Resortkorridore hinaus erkunden willst. Die Bergstraßen im Inselinneren zu Orten wie Tejeda, dem Pass Cruz de Tejeda und dem Pinienwaldgebiet Tamadaba werden entweder gar nicht oder so selten von Bussen angefahren, dass ein Auto für einen Tagesausflug die einzig realistische Option ist. Gleiches gilt für weite Teile der Nord- und Westküste.

Am Flughafen Gran Canaria gibt es Mietwagenschalter aller großen Anbieter, darunter Avis, Europcar, Hertz, Goldcar, Cicar und OK Mobility – im Ankunftsbereich oder im Flughafenparkhaus. Cicar ist ein kanarisches Unternehmen mit wettbewerbsfähigen Preisen und bei Stammgästen sehr beliebt. Online im Voraus zu buchen ist fast immer günstiger, als spontan am Schalter zu fragen. Wer ein Gran Canaria Roadtrip durch das Inselinnere, die Nordküste und die Südresorts plant, erlebt in wenigen Tagen die erstaunliche Vielfalt dieser Insel.

Für die meisten Strecken reicht ein kleiner Kompaktwagen. Wer allerdings steilere Schotterpisten oder Waldwege rund um Tamadaba befahren möchte, sollte prüfen, ob der Mietvertrag Geländefahrten abdeckt – die meisten Standardverträge tun das nicht, und die Pannenhilfe wird dann kompliziert. Auf asphaltierten Bergstraßen kommt jedes Fahrzeug gut zurecht, wobei Schaltgetriebe in lokalen Fuhrparks häufig sind.

⚠️ Besser meiden

Bergstraßen, insbesondere die Zufahrten zum Gipfelbereich rund um Pico de las Nieves und Morro de la Agujereada, können bei seltenem Winterschnee oder Eis gesperrt werden. Diese Sperrungen sind selten, aber real: Vor einer Fahrt ins Landesinnere im Dezember oder Januar am besten lokale Nachrichten prüfen (Canarian Weekly oder die Website des Cabildo de Gran Canaria). Die Küstenstraßen sind davon nicht betroffen.

Wer sich auf Las Palmas und die Südküstenresorts beschränkt, braucht keinen Mietwagen. Der GC-1-Korridor ist gut mit Bussen erschlossen, die Taxis sind geregelt und zuverlässig, und die Parkplatzsituation in Playa del Inglés kann nervenaufreibend sein. Das Auto lohnt sich für die Tage, an denen du Orte erreichen willst, die kein Bus anfährt.

Taxis, Ride-Hailing und die Fortbewegung in den Resorts

Lizenzierte Taxis auf Gran Canaria sind weiß mit grünem Dachlicht. Alle müssen das Taxameter nutzen – wenn ein Fahrer einen Pauschalpreis nennt, der deutlich vom Taxameterwert abweicht, ist das ein Warnsignal. Taxistände gibt es problemlos am Flughafen, bei großen Hotels, an Busbahnhöfen und in Resortmittelpunkten. Kurzstrecken innerhalb des Südresortsgebiets – etwa zwischen Playa del Inglés und Maspalomas – kosten nur wenige Euro und sind oft bequemer als auf einen Bus zu warten.

In Las Palmas sind in den letzten Jahren einige Fahrdienste nach Art von Ride-Hailing-Apps aufgetaucht, aber ein etabliertes Netz wie Uber, Bolt oder Cabify gibt es auf Gran Canaria nicht. Außerhalb von Las Palmas ist die Verfügbarkeit sehr begrenzt. Überprüfe vor deiner Reise, welche Apps aktuell funktionieren – die Lage hat sich in den vergangenen Jahren verändert und unterscheidet sich stark von dem, was Besucher aus größeren europäischen Städten gewohnt sind.

Wer in den Südresorts übernachtet, findet an den Taxiständen in Playa del Inglés und Puerto Rico abends eine praktische Möglichkeit, zwischen Restaurants und Hotels zu pendeln. Die meisten Fahrten zwischen den Resortorten bleiben unter 15 €. Für längere Strecken – etwa nach Las Palmas für einen Tag- oder Abendausflug – ist der Bus nach wie vor das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Praktische Tipps für eine reibungslose Fortbewegung

Gran Canaria belohnt gute Planung. Die Insel wirkt auf der Karte kompakt, aber Fahrzeiten sind länger als die Entfernungen vermuten lassen – besonders im Landesinneren. Ein Einwöchige Reiseroute funktioniert am besten, wenn du Ziele nach Zonen gruppierst, statt täglich zwischen Nord und Süd zu pendeln. Verbringe die ersten Tage in Las Palmas, die Mitte der Reise im Inselinneren und Norden, und beschließe den Urlaub an der Südküste – oder umgekehrt, je nach Unterkunft.

  • Flughafentransfers oder Mietwagen am besten vor der Ankunft buchen – besonders in der Hochsaison (Dezember bis Februar und Juli bis August), wenn das Angebot knapper wird.
  • Die TransGC-Karte gilt für Stadtbusse in Las Palmas und einige überregionale Global-Linien. Aufladen am Busbahnhof oder an ausgewiesenen Kiosken.
  • Fahrpläne auf Landlinien (Linie 303 und ähnliche) sind dünn. Wer den letzten Bus verpasst, braucht ein Taxi – und das muss oft telefonisch bestellt werden, da kein Heranwinken möglich ist.
  • Tankstellen gibt es entlang der GC-1 reichlich, im ländlichen Inselinneren jedoch kaum. Vor der Fahrt in die Berge unbedingt volltanken.
  • Parken im Las Palmas Stadtzentrum und rund um Playa del Inglés kann in der Hauptsaison schwierig sein. Blaue Parkzonen erfordern einen Parkschein; viele Besucher nutzen Parkhäuser.
  • Wer im Inselinneren wandern möchte, sollte vorher prüfen, ob der Ausgangspunkt per Bus erreichbar ist oder eine Abholung organisiert werden muss. Bei beliebten Trails wie dem Roque Nublo gibt es wenige Busverbindungen, und die Plätze füllen sich früh.

Wer Gran Canaria mit einer anderen Kanarischen Insel kombiniert: Vom Hafen in Las Palmas fahren Fährverbindungen zu anderen Inseln. Schau in unseren Gran Canaria Fährführer für Routen, Anbieter und Buchungshinweise. Flüge zwischen den Inseln sind ab LPA ebenfalls möglich, aber die Fähre ist für Teneriffa und Lanzarote meist die sinnvollere Wahl.

Häufige Fragen

Kommt man auf Gran Canaria ohne Auto aus?

Ja – wenn du dich auf Las Palmas und die Südküstenresorts konzentrierst. Das Global-Busnetz verbindet diese Zonen zuverlässig und günstig. Die Bergdörfer im Inselinneren, die Nordküste und die meisten Wanderausgangspunkte sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln allein jedoch kaum oder gar nicht erreichbar. Für diese Bereiche ist ein Mietwagen die praktische Lösung.

Wie komme ich vom Flughafen Gran Canaria nach Maspalomas?

Linie 66 fährt direkt vom Flughafen nach Playa del Inglés und Faro de Maspalomas für ca. 3,50–4,05 €. Ein Taxi kostet je nach genauem Zielort und Tageszeit rund 35–45 €. Die Busfahrt dauert bei normalem Verkehr etwa 40 Minuten.

Was ist die günstigste Möglichkeit vom Flughafen nach Las Palmas?

Der Global-Bus der Linie 60 kostet ca. 2,95 € bis Santa Catalina, der wichtigsten Zentralhaltestelle. Die Busse fahren ab ca. 05:15 Uhr und bis etwa 23:15 Uhr. Für Gruppen ab drei Personen wird ein Taxi für 25–35 € durch das Aufteilen des Fahrpreises ebenfalls erschwinglich.

Gibt es Uber auf Gran Canaria?

Ride-Hailing-Apps sind auf Gran Canaria kaum verbreitet – ein etabliertes Netz wie Uber, Bolt oder Cabify existiert nicht. Wenn es App-basierte Dienste gibt, dann konzentriert auf Las Palmas; in den Südresorts sind sie praktisch nicht vorhanden. Das lizenzierte Taxinetz ist zuverlässig, mit Taxameter und an Ständen auf der ganzen Insel verfügbar. Aktuelle App-Verfügbarkeit vor der Reise prüfen.

Sind Bergstraßen auf Gran Canaria sicher zu fahren?

Bei trockenen Bedingungen ja. Die wichtigsten Inlandstraßen sind asphaltiert und gut gepflegt, aber schmal und kurvenreich. Im Winter (Dezember bis Februar) können Gipfelstraßen – insbesondere rund um den Pico de las Nieves – durch Schnee oder Eis gesperrt werden. Diese Sperrungen sind vorübergehend, können aber Pläne durcheinanderbringen. Wer in den Wintermonaten ins Landesinnere fährt, sollte vorher die lokalen Nachrichten checken.

Zugehöriges Reiseziel:gran-canaria

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