Gran Canaria Roadtrip: Der ultimative Fahrguide

Gran Canaria vereint Halbwüsten, Vulkangipfel und Kolonialstädte auf 1.560 km² – klein genug für eine Tagesrunde, abwechslungsreich genug für eine ganze Woche auf eigene Faust. Dieser Guide erklärt Mietwagenkosten, die schönsten Routen, die GC-200-Sperrung und alles, was du vor der Fahrt wissen musst.

Blick aus einem Auto auf die kurvenreiche Küstenstraße GC-200 entlang dramatischer Klippen und des Atlantiks auf Gran Canaria unter strahlend blauem Himmel.

Kurzfassung

  • Gran Canaria ist 1.560 km² groß – kompakt genug, um eine praktische Rundroute mit den aktuellen Umwegen durch das Landesinnere an einem Tag zu fahren, aber lohnenswert genug, um mehrere Tage mit Stopps auszufüllen.
  • Mietwagen am Flughafen Gran Canaria (LPA) gibt es ab ca. 11–35 € pro Tag, je nach Saison und Anbieter – am besten frühzeitig über Vergleichsportale buchen.
  • Die berühmte GC-200-Küstenstraße zwischen Agaete und La Aldea ist nach einem Erdrutsch dauerhaft gesperrt. Reiserouten, die die ganze Insel umrunden, müssen neu geplant werden.
  • Bergstraßen rund um Tejeda und Artenara sind spektakulär, können aber nach Unwettern gesperrt sein – Straßenverhältnisse im Winter unbedingt vorher prüfen.
  • Das Auto ist mit Abstand die beste Art, das Inselinnere, die Nordwestküste und die vulkanischen Hochlagen zu erkunden – Busverbindungen dorthin sind kaum vorhanden.

Warum ein Roadtrip die beste Art ist, Gran Canaria zu erleben

Kurvenreiche Bergstraße durch die raue Landschaft von Gran Canaria mit fernen Gipfeln und vereinzelten Bäumen unter einem klaren blauen Himmel.
Photo Marian Florinel Condruz

Das Busnetz der Insel, betrieben von Global (Guaguas Global), verbindet die wichtigsten Touristenregionen gut – Maspalomas nach Las Palmas, Flughafenverbindungen, die Küste. Aber der eigentliche Charakter der Insel steckt im Inneren: Bergdörfer auf 1.200 Metern, von uralten Flüssen geformte Schluchten und Aussichtspunkte, die unvermittelt auftauchen auf Straßen, die kein Reisebus je befährt.

Die Insel ist an ihrer breitesten Stelle etwa 50 km weit, aber der Höhenunterschied ist das, was wirklich zählt. Vom Strand auf Meereshöhe kannst du in rund 45 Minuten in einem Kiefernwald über 1.300 Meter stehen. Diese extreme Verdichtung verschiedener Landschaften macht Roadtrips auf eigene Faust so lohnend – und geführte Touren dagegen schnell einengend.

ℹ️ Gut zu wissen

Gran Canaria liegt im Atlantik bei etwa 28°N und teilt das subtropische Klima der übrigen Kanarischen Inseln. Die vielfältigen Mikroklimata der Insel sorgen dafür, dass der Süden sonnig und warm sein kann, während das zentrale Hochland in Wolken gehüllt ist – manchmal am selben Nachmittag. Das ist keine Übertreibung, sondern von Herbst bis Frühling ganz normaler Alltag.

Mietwagen: Kosten, Plattformen und worauf du achten solltest

Am Flughafen Gran Canaria (LPA) sind sowohl internationale Ketten als auch spanische Lokalanbieter gut vertreten. Die Preise schwanken je nach Saison und Buchungszeitpunkt erheblich. Als grobe Orientierung gilt: Über Vergleichsportale sind Kleinwagen für rund 11–35 € pro Tag zu haben. Günstige Angebote – vor allem von lokalen oder weniger bekannten Anbietern – können in der Nebensaison auf 4–12 € pro Tag fallen. Internationale Marken wie Hertz liegen bei automatischen Kompaktwagen näher an 49 € pro Tag, besonders in Spitzenwochen im Juli, August und um Weihnachten.

  • Vergleichsportale DiscoverCars, Kayak, Skyscanner, Expedia und DoYouSpain bieten alle Abholung am Flughafen und ermöglichen Direktvergleiche inklusive Versicherungsbedingungen – die Kosten für den Selbstbehalt-Verzicht genau prüfen, bevor du buchst.
  • Früh buchen für Sommer und Karnevalszeit Im Juli, August und in der Woche rund um den Gran Canaria Karneval (meist im Februar) steigen die Preise deutlich. Wer 4–6 Wochen im Voraus bucht, kann gegenüber einer Buchung vor Ort 30–40 % sparen.
  • Automatik oder Schaltgetriebe Die Bergstraßen rund um Tejeda und Artenara haben steile, lang gezogene Serpentinen. Wer beim Schalten an Bergabfahrten unsicher ist, sollte den Aufpreis für Automatik investieren.
  • Kraftstoffpolitik Voll-zu-voll-Tarife sind die unkomplizierteste Option. Vorausbezahlte Tankpakete lohnen sich fast nie – außer du planst, das Auto mit leerem Tank zurückzugeben.
  • Selbstbehalt-Versicherung Viele Vergleichsportale schließen den Selbstbehaltschutz bereits im Gesamtpreis ein, aber das Kleingedruckte genau lesen. Externe Selbstbehalt-Policen (z. B. über iCarhireinsurance) sind oft günstiger als der Verzicht des Vermieters selbst.

⚠️ Besser meiden

Die GC-200-Küstenkliffentstraße zwischen Agaete und La Aldea ist im Abschnitt Faneque/Andén Verde nach Erdrutschen für den Durchgangsverkehr gesperrt – eine durchgehende Küstenrundfahrt ist nicht mehr möglich. Aus dem Süden kommend kann man noch bis zum Mirador El Balcón fahren, aber es gibt keine Durchfahrt. Das solltest du bei der Routenplanung berücksichtigen, bevor du losfährst.

Die besten Fahrstrecken auf Gran Canaria

Kurvenreiche Bergstraße durch dramatische grüne Hügel und Vulkangipfel bei Sonnenuntergang im Inneren von Gran Canaria.
Photo Mariia Kamenska

Die Insel gliedert sich natürlich in vier Fahrbereiche: Nord- und Nordwestküste, das vulkanische Inselinnere, die Ferienorte im Süden und die Hauptstadt Las Palmas. Jeder davon verlangt ein anderes Tempo. Die landschaftlich dichteste Strecke der Insel führt von Agaete ins Landesinnere über Artenara, durch Tejeda und zurück zur Küste – eine Halbtages-Runde durch drei verschiedene Klimazonen.

Die Nordwestküstenstraße, der noch befahrbare Teil der GC-200, ist vom Süden aus noch bis zum Mirador del Balcón befahrbar – und dieser Abschnitt allein rechtfertigt den Umweg. Die Ausblicke über den Atlantik von der Kliffkante gehören zu den dramatischsten auf der ganzen Insel, und außerhalb von Wochenendnachmittagen ist hier kaum etwas los.

  • Route 1: Nordküste und Innenrunde (halber Tag, ca. 80 km) Start in Agaete, dann ins Landesinnere über Artenara (höchstes Dorf der Insel auf ca. 1.270 m), weiter zur Cruz de Tejeda mit Panoramablick, dann hinunter durch das Dorf Tejeda zurück zur Küste. Wenn Zeit bleibt, die Wanderung zum Roque Nublo einplanen.
  • Route 2: Dünen und Schluchten im Süden (halber Tag, ca. 60 km) Ausgangspunkt Maspalomas oder Playa del Inglés, dann westwärts durch Mogán und ins Landesinnere über Fataga zum Barranco de Fataga. Rückfahrt über die GC-60. Die Schlucht zwischen Fataga und San Bartolomé de Tirajana ist kaum besucht und wirklich beeindruckend.
  • Route 3: Von Las Palmas zu den Gipfeln (ganzer Tag, ca. 120 km) Aus Las Palmas über Teror, eine gut erhaltene Kolonialstadt, weiter zum Pico de las Nieves (1.949 m, der höchste zugängliche Punkt der Insel), hinunter nach Tejeda, dann über Arucas zurück. Diese Route braucht einen vollen Tag.
  • Route 4: Archäologischer Pfad an der Ostküste (halber Tag, ca. 70 km) Von Las Palmas südwärts auf der GC-1, mit Stopps an der Cueva Pintada in Gáldar (Vorabticket empfohlen), den Cenobio de Valerón-Höhlen und der Schlucht Guayadeque. Am besten unter der Woche, wenn die Stätten weniger besucht sind.

Bergstraßen: Was dir niemand vorher sagt

Kurvenreiche Bergstraße, die sich durch eine felsige Landschaft mit Kiefern und dramatischen Gipfeln schlängelt, unter einem strahlend blauen Himmel auf Gran Canaria.
Photo Magic K

Die Straßen, die Roque Nublo und den Pico de las Nieves mit dem Rest der Insel verbinden, sind stellenweise wirklich eng, mit engen Haarnadelkurven und kaum Leitplanken an exponierten Abschnitten. Erfahrene europäische Autofahrer werden sie problemlos meistern. Wer unsicher ist oder Bergstraßen nicht gewohnt ist, sollte langsam fahren und bei Ausweichstellen möglichst anhalten – die Einheimischen kennen diese Straßen und sind entsprechend flott unterwegs.

Das Winterwetter ist zwischen November und Februar ein ernstzunehmender Faktor. Bergstraßen rund um Tejeda, Artenara und Ayacata können von Nebel, Frost auf dem Asphalt und gelegentlichen Erdrutschen nach starkem Regen betroffen sein. Während Sturm Claudia Ende 2025 waren Abschnitte der GC-200, GC-204, GC-60 und GC-605 wegen Erdrutschschäden vorübergehend gesperrt. Das ist keine Ausnahme. Vor jeder Fahrt ins Landesinnere zwischen Oktober und März unbedingt die aktuellen Straßenverhältnisse beim Cabildo de Gran Canaria oder über lokale Nachrichtenquellen prüfen.

✨ Profi-Tipp

Der Morgen ist mit Abstand die beste Zeit für Fahrten durch das Berginnere. Ab dem frühen Nachmittag ziehen im Hochland von Herbst bis Frühling Wolken auf, und Gipfelaussichten, die um 10 Uhr noch strahlend klar waren, können um 14 Uhr bereits zugehängt sein. Früh starten – und das Mittagessen lieber in einem Dorf einplanen als an einem Aussichtspunkt.

Die Cruz de Tejeda ist auf 1.450 Metern der natürliche Kreuzungspunkt der Insel, und das dortige Parador-Hotel ist eine der wenigen Möglichkeiten, direkt im Hochland zu übernachten. Schon eine einzige Nacht hier verändert das Erlebnis grundlegend – du fährst die Bergstraßen in beide Richtungen zu ruhigen Zeiten, und das Licht über der zentralen Caldera bei Sonnenaufgang ist den Aufwand der engen Zufahrtsstraße mehr als wert.

Verkehrsregeln auf Gran Canaria

Auf Gran Canaria gilt spanisches Verkehrsrecht. Rechtsfahrgebot. Sicherheitsgurte sind für alle Insassen Pflicht. Das Benutzen eines Mobiltelefons ohne Freisprechanlage ist verboten und wird mit Bußgeldern vor Ort bestraft. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 g/l (0,25 mg/l Atemluft) für die meisten Fahrer, mit strengeren Grenzen für Fahranfänger und Berufskraftfahrer – das ist niedriger als in Großbritannien.

Die Geschwindigkeitsbegrenzungen folgen dem spanischen Standardsystem: 50 km/h in Ortschaften, 90–100 km/h auf normalen Landstraßen und bis zu 120 km/h auf Autobahnen – immer vorbehaltlich der ausgeschilderten Limits. Die GC-1-Autobahn entlang der Ostküste zwischen Las Palmas und dem Süden ist gut ausgebaut und flüssig befahrbar. Die meisten Inlandstraßen sind einspurig oder eng zweispurig und sollten unabhängig von der Beschilderung mit 40–60 km/h befahren werden.

💡 Lokaler Tipp

Die spanische Polizei kann Bußgelder direkt vor Ort verhängen, und Mietwagenanbieter belasten deine Kreditkarte mit allen Strafen, die auf dein Fahrzeug zurückgehen. Führerschein, Reisepass und Mietvertrag immer dabei haben. Wer keinen EU-Führerschein besitzt, sollte vorab prüfen, ob ein internationaler Führerschein erforderlich ist – EU-Bürger und die meisten anderen Nationalitäten können mit ihrem nationalen Führerschein fahren, aber lieber vorher nachfragen.

Praktische Tipps für deinen Gran Canaria Roadtrip

Ein sonnenbeschienenes Bergdorf auf Gran Canaria, umgeben von kargen Hügeln und schroffen Klippen, das einen typischen Zwischenstopp im Inselinneren für Roadtripper zeigt.
Photo Marian Florinel Condruz

Tankstellen gibt es reichlich in Las Palmas, im Feriengebiet an der Südküste und entlang der GC-1. Im Landesinneren sind sie dagegen rar. Wer einen ganzen Tag in den Bergen plant, sollte vorher an der Küste volltanken. Gleiches gilt für Essen und Wasser – Dörfer wie Tejeda haben Bars und kleine Läden, aber an Sonntagen und Feiertagen können die Öffnungszeiten eingeschränkt sein. Wer die gesamte Urlaubsplanung aufeinander abstimmen möchte, findet im Eine Woche Gran Canaria Reiseroute nützliche Hinweise zu Unterkünften und Aktivitäten.

Parken im Zentrum von Las Palmas, besonders rund um Vegueta und Triana, ist schwierig. Lieber die kostenpflichtigen Tiefgaragen nutzen, als ewig nach einem Straßenparkplatz zu suchen. Im Süden füllen sich die Parkplätze an beliebten Strandabschnitten wie den Dünen von Maspalomas an Wochenenden früh auf – entweder vor 9 Uhr da sein oder den Roadtrip nutzen, um direkt in der Gegend zu übernachten, statt täglich aus einem Resort anzureisen.

Wer Autofahren und Wandern verbinden möchte: Die Trails rund um den Roque Nublo, den Naturpark Tamadaba im Nordwesten und den Barranco de los Cernícalos im Osten sind alle mit dem Auto erreichbar, mit kurzen Fußwegen vom Straßenrand aus. Der Wanderführer Gran Canaria enthält Informationen zu Ausgangspunkten, Streckenlängen und Schwierigkeitsgraden.

Wer einen Gran Canaria Roadtrip mit Zeit in Las Palmas de Gran Canaria kombiniert: Die Stadt selbst lässt sich gut zu Fuß oder mit dem Stadtbus (Guaguas) erkunden. Das historische Viertel Vegueta und das Strandviertel Las Canteras erkundet man am besten ohne Auto – das einfach im Hotel lassen und nur für Tagesausflüge aus der Stadt nutzen.

Häufige Fragen

Lohnt es sich, auf Gran Canaria ein Auto zu mieten?

Ja, vor allem wenn du über die großen Ferienorte und Las Palmas hinaus erkunden möchtest. Das Hochland im Inneren, die Nordwestküste und die Bauerndörfer im Zentrum sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum oder gar nicht erreichbar. Mit dem Auto entdeckst du eine völlig andere Insel. Wer ausschließlich in einem Südresort bleibt und kein Interesse hat, es zu verlassen, kommt auch ohne Auto aus – verpasst aber das Beste von Gran Canaria.

Kann man die GC-200 noch komplett rund um Gran Canaria fahren?

Nein. Der Klifabschnitt der GC-200 zwischen Agaete und La Aldea ist nach Erdrutschschäden für den Durchgangsverkehr gesperrt – die klassische Küstenrundfahrt um die gesamte Insel ist nicht mehr möglich. Vom Süden aus kann man den verbliebenen Abschnitt bis zum Mirador El Balcón fahren, was allein schon wegen der Ausblicke lohnt. Von Agaete aus ist die Küstenroute gesperrt. Stattdessen die neue Inlandstraße Agaete–La Aldea einplanen.

Wie lange braucht man, um Gran Canaria zu umrunden?

Eine Runde um den Inselrand, wo die Straßen es zulassen, dauert rein fahrend etwa 3,5 bis 5 Stunden. Durch die GC-200-Sperrung ist eine echte Umrundung aber nicht mehr möglich. Realistisch gesehen sollte man einen vollen Tag einplanen, wenn man sinnvoll anhalten möchte – die Halbtages-Schätzung gilt nur, wenn man durchfährt und dabei alles Sehenswerte ignoriert.

Sind die Bergstraßen auf Gran Canaria schwierig zu fahren?

Sie erfordern Aufmerksamkeit und ein ruhiges Tempo, sind technisch aber für erfahrene Fahrer kein Problem. Die größten Herausforderungen sind enge Spuren mit wenig Platz zum Ausweichen, steile Haarnadelkurven bei Abfahrten und gelegentlich Vieh auf der Straße in ländlichen Gebieten. Automatik macht anhaltende Anstiege deutlich entspannter. Bergstraßen bei schlechtem Wetter meiden – Nebel, Regen und Erdrutschgefahr nach Stürmen sind zwischen November und Februar reale Risiken.

Wann ist die beste Reisezeit für einen Roadtrip auf Gran Canaria?

März bis Mai und September bis Oktober bieten die beste Kombination aus klarer Sicht im Hochland, angenehmen Temperaturen und geringem Risiko von Bergstraßensperrungen. Im Sommer (Juni–August) ist die Küste ideal zum Fahren, aber das Innere kann diesig sein. Im Winter sind Küsten und gut ausgebaute Hauptstraßen problemlos befahrbar, im Hochland bleibt mehr Ungewissheit.

Zugehöriges Reiseziel:gran-canaria

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