Mallorca Road Trip: Die schönsten Panoramarouten
Mallorca belohnt Autofahrer mehr als fast jede andere Insel im Mittelmeer. Von der UNESCO-gelisteten Serra de Tramuntana bis zum wilden Cap de Formentor – dieser Guide zeigt die besten Strecken, praktische Fahrtipps und die Stopps, die das Anhalten wirklich lohnen.

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Kurzfassung
- Die Gebirgsstraßen der Serra de Tramuntana – allen voran die MA-10 und die Abfahrt nach Sa Calobra – sind die spektakulärsten Strecken der Insel und gehören zu den dramatischsten Straßen ganz Europas.
- Ein Mietwagen ist mit Abstand der praktischste Weg, um Mallorca jenseits von Palma zu erkunden. Schau dir vorher unseren Guide zum Mietwagen auf Mallorca an.
- Frühling (April bis Mai) und Herbst (September bis Oktober) bieten die besten Fahrbedingungen: angenehme Temperaturen, weniger Reisebusse auf den Bergstraßen und besseres Licht für Fotos.
- Die Straße zum Cap de Formentor ist in den Hauptsommermonaten für Privatfahrzeuge gesperrt. Plane entsprechend oder fahre sehr früh los.
- Die fünf wichtigsten Panoramarouten der Insel lassen sich jeweils als eigenständige Tagestouren von Palma aus fahren oder zu einem einwöchigen Reiseprogramm kombinieren.
Warum Mallorca wie gemacht für einen Road Trip ist

Mit 3.640 km² ist Mallorca kompakt genug, um an einem Tag eine Menge zu sehen – und gleichzeitig abwechslungsreich genug, um je nach Fahrtrichtung wie eine völlig andere Insel zu wirken. Der Nordwesten wird von der Serra de Tramuntana dominiert, einem Gebirgszug, der parallel zur Küste verläuft und einige der technisch anspruchsvollsten und landschaftlich beeindruckendsten Straßen Spaniens bereithält. Im Süden und Osten öffnet sich die Insel zu flachen Agrarlandschaften, ruhigen Buchten und mittelalterlichen Marktflecken. Ein Road Trip hier ist nicht nur ein Mittel, um von A nach B zu kommen – das Fahren selbst ist oft das eigentliche Ziel.
Öffentliche Verkehrsmittel verbinden die größeren Orte, aber die Panoramastrecken, die Mallorca per Auto so besonders machen, sind mit dem Bus so gut wie nicht erreichbar. Die historische Sóller-Bahn ab Palma ist eine schöne Ausnahme – doch für die Bergstraßen, Küstenaussichtspunkte und Dörfer wie Estellencs oder Fornalutx brauchst du ein eigenes Fahrzeug. Zu beachten: Auf Mallorca wird rechts gefahren, Straßenschilder sind auf Katalanisch und Spanisch, und Tankstellen werden schnell rar, sobald man die größeren Orte hinter sich lässt.
💡 Lokaler Tipp
Buche deinen Mietwagen, bevor du am Flughafen Palma (PMI) ankommst. Im Sommer ist die Nachfrage enorm, und spontane Buchungen sind deutlich teurer. Ein kleiner Kompaktwagen kommt auf allen Strecken dieser Liste gut zurecht – auf den engsten Haarnadelkurven ist etwas mehr Radstand allerdings ein Vorteil.
Route 1: Die Sa-Calobra-Runde (MA-10 und MA-2141)

Das ist die Strecke, die auf jeder Fotografen-Wunschliste steht und den durchschnittlichen Touristen an seine Grenzen bringt. Die MA-10 verläuft entlang des Rückgrats der Serra de Tramuntana von Andratx im Südwesten bis nach Pollença im Nordosten – vorbei an Stauseen, Steindörfern und Aussichtspunkten direkt am Abgrund. Der Abstecher die MA-2141 hinunter nach Sa Calobra ist dann noch mal eine andere Kategorie.
Die Abfahrt nach Sa Calobra überwindet rund 720 Höhenmeter auf 13 Kilometern mit ununterbrochenen Haarnadelkurven – darunter das berühmte „nudo de corbata" (wörtlich „Krawattenknoten"), wo die Straße sich vollständig unter sich selbst zurückschlingt. Die Balearen-Regierung erklärte diese Straße 2003 zum Naturdenkmal – das sagt einiges darüber aus, wie sie gesehen wird. Unten mündet die Schlucht des Torrent de Pareis in einen kleinen Kiesstrand, umgeben von Kalksteinfelsen. Auf dem Weg dorthin passiert man die Stauseen Cuber und Gorg Blau, beide einen Stopp wert. Plane einen ganzen Tag ein und fahre vor 9 Uhr oder nach 16 Uhr los, um im Sommer den Buskonvois auszuweichen.
⚠️ Besser meiden
Sa Calobra ist eine Sackgasse. Du fährst dieselbe Straße runter und wieder rauf. Im Hochsommer (Juli und August) kann es auf der Rückfahrt zu langen Warteschlangen kommen. Wer an einem Sommerwochenende gegen Vormittag ankommt, sollte gut 45 Minuten Puffer für die Ausfahrt einplanen.
Route 2: Cap de Formentor

Vom alten Städtchen Pollença führt die Straße zum Cap de Formentor rund 15 Kilometer bis zum nördlichsten Leuchtturm der Insel. Das erste Stück führt durch die Halbinsel Formentor Kiefernwälder der Halbinsel Formentor und am berühmten Strand Platja de Formentor vorbei, bevor die Straße schmaler wird und über eine Reihe von Haarnadelkurven zum Kap hinaufklimmt. Am Mirador des Colomer führt ein kurzer Pfad zu einer Aussichtsplattform hoch über dem Meer, mit Blick auf das Felseneiland Es Colomer – wohl der schönste Aussichtspunkt der ganzen Insel.
Der Abschnitt von der Abzweigung zum Formentor-Strand bis zum Leuchtturm gilt als eine der schönsten Fahrtstrecken der Welt. Dieser Ruf zieht Massen an. Von Mitte Juni bis Mitte September schränkt der Consell de Mallorca den Privatverkehr auf Teilen der Formentor-Straße zu Stoßzeiten ein. Informiere dich vor deiner Fahrt über die aktuellen Einschränkungen, denn die Regeln ändern sich jede Saison. Wer vor 9 Uhr oder nach 18 Uhr ankommt, umgeht das Problem und hat dazu das beste Licht für die Fahrt.
Route 3: Von Valldemossa nach Sóller durch die Tramuntana

Dieser rund 30 Kilometer lange Abschnitt der MA-10 verbindet zwei der meistfotografierten Orte Mallorcas durch das Herz der UNESCO-Welterbe-Landschaft Serra de Tramuntana. Die Route führt durch Valldemossa, eines der hübschesten Steindörfer der Insel, bevor es in die Berge geht und die Straße über Deià Richtung Küste abfällt – ein kleines Dorf mit Terrakottadächern, das sich an einem steilen Hang über dem Meer hält. Von dort geht es weiter nach Son Marroig und dann hinunter in das Tal, das nach Sóller führt.
Sóller selbst lohnt mindestens ein paar Stunden: Der alte Dorfplatz ist von Jugendstilgebäuden gesäumt, und die historische elektrische Straßenbahn fährt durch Orangen- und Zitronenhaine hinunter zum Port de Sóller – für 6 € pro Strecke, Fahrtzeit etwa 15 Minuten. Wer den Bergabschnitt nach Sóller ganz überspringen möchte, kann den Straßentunnel MA-11 für rund 5 € nutzen – das spart Zeit, kostet aber die Landschaft. Beim ersten Besuch unbedingt die Bergstraße nehmen.
✨ Profi-Tipp
Halte bei Son Marroig, dem Anwesen aus dem 17. Jahrhundert zwischen Deià und Sóller, für den Blick auf die Halbinsel Sa Foradada. Der markante Felsbogen, der unten ins Meer ragt, ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Mallorcas – und wird leicht übersehen, wenn man nicht weiß, wonach man Ausschau halten soll.
Route 4: Die Westküste von Andratx nach Estellencs

Diese kürzere Fahrt führt nordwärts entlang der MA-10 und der älteren C-710-Trasse ab Port d'Andratx und ist die ruhigste der großen Panoramastrecken – von vielen Besuchern übersehen, weil sie direkt in die Tramuntana aufbrechen. Das ist ein Fehler. Die Straße steigt fast sofort von der Küste an und bietet schon nach dem ersten Kilometer Meerblick; sie führt durch Estellencs, eines der wirklich charmanten Dörfer Mallorcas: enge Kopfsteinpflastergassen, Steinhäuser mit Bougainvillea und eine Einwohnerzahl von nur wenigen Hundert Menschen.
Der Mirador de Ses Animes, wenige Kilometer nördlich von Estellencs, zeigt einen Wachturm aus dem 16. Jahrhundert, der auf einem senkrechten Fels thront. Der kurze Aufstieg von der Straße dauert keine fünf Minuten, und der Ausblick ist unverhältnismäßig gut. Diese Strecke eignet sich gut als Morgenrunde ab Palma, mit Rückfahrt über die Schnellstraße MA-1 – inklusive Stopps etwa drei Stunden.
Route 5: Die Ost- und Südostküste

Die Ostküste bietet eine völlig andere Road-Trip-Erfahrung: flachere Straßen, weniger Verkehr und eine Abfolge von Naturbuchten, die jeden belohnen, der bereit ist, das Auto zu parken und ein bisschen zu laufen. Die Fahrt von Artà südwärts über Capdepera nach Cala Ratjada, dann weiter die Küste entlang über Porto Cristo bis Santanyí, erschließt einen der am wenigsten erschlossenen Küstenabschnitte der Insel. Halte am Naturpark Mondragó südlich von Portopetro für einen Strandspaziergang und in Cala Figuera, einem aktiven Fischerdorf in einer engen Bucht, wo der morgendliche Fischmarkt noch immer so läuft wie seit Jahrzehnten.
Weiter im Süden durchbricht der Strand Es Trenc das Muster aus Felsen und Buchten mit einem langen Streifen weißen Sands, der von Dünen und Kiefern gesäumt wird. Das ist der karibischste Strand der Insel, und die Zufahrtsstraßen durch die Salzebenen sind den Umweg wert – auch wenn man nicht anhält. Den Tag am besten in Santanyí ausklingen lassen, einem gepflegten alten Städtchen mit Wochenmarkt, bevor es auf der schnellen MA-19 zurück nach Palma geht.
- Bestes Fahrerlebnis mit maximaler Dramatik Sa-Calobra-Runde über die MA-10. Ganztagesausflug, mindestens 200 km inklusive Abstecher einplanen.
- Beste Aussichtspunkte Cap de Formentor. Im Sommer vor 9 Uhr starten. Etwa 3–4 Stunden ab Pollença einplanen.
- Beste Dorfstopps Valldemossa nach Sóller über die MA-10. Mit der Sóller-Tram kombinieren für einen vollen Tag.
- Beste Kurzstrecke Andratx nach Estellencs. Unter 2 Stunden Fahrt, passt gut zu einem Palma-Vormittag oder -Nachmittag.
- Beste Strände und Buchten Die Ostrunden-Runde von Artà nach Santanyí. Entspanntes Tempo, hervorragende Bademöglichkeiten.
Praktische Fahrtipps für Mallorca
Die meisten Bergpanoramastraßen sind einspurig oder kaum zweispurig, und die Fahrregeln sind informell, aber eindeutig: Wer bergauf fährt, hat auf den engsten Abschnitten Vorfahrt, weil Rückwärtsfahren bergab deutlich schwieriger ist. Fahre langsam und nutze Ausweichstellen großzügig. Einheimische kennen diese Straßen gut und überholen auf Geraden, wo es beunruhigend aussieht, aber tatsächlich kein Problem ist. Lass dich nicht unter Druck setzen, mitzuhalten.
- Tanke in Palma oder einem größeren Ort, bevor du in die Tramuntana aufbrichst. Tankstellen in Bergdörfern sind selten.
- Google Maps funktioniert auf der ganzen Insel gut, aber Offline-Karten (Maps.me oder heruntergeladene Google Maps) sind in den Bergen sinnvoll, wo das Signal abbricht.
- Parkplätze in Valldemossa, Deià und Sóller sind begrenzt. Im Sommer vor 10 Uhr ankommen oder die kostenpflichtigen Parkplätze am Ortsrand nutzen.
- Die MA-10 zwischen Andratx und Pollença ist auf manchen Abschnitten so eng, dass Wohnwagen und große Wohnmobile faktisch verboten sind. Am besten ein normales Auto nutzen.
- Auf den Hauptverkehrsstraßen wird auf Mallorca konsequent geblitzt. Die Bergstraßen haben niedrigere Tempolimits (oft 40 km/h) – und das sind keine Empfehlungen, sondern Vorschriften.
- Radfahrer nutzen die Tramuntana-Straßen intensiv, besonders an Frühjahrs-Werktagen am Morgen. Nur auf Geraden mit freier Sicht überholen.
ℹ️ Gut zu wissen
Die Serra de Tramuntana wurde 2011 als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet – anerkannt für ihre traditionellen Landnutzungssysteme und die historische Terrassenlandwirtschaft. Viele der Straßen, die du befahren wirst, wurden über Jahrhunderte in diese Landschaft gehauen.
Für einen umfassenderen Überblick darüber, was du mit deinen Fahrten kombinieren kannst, findest du im vollständiger Mallorca-Aktivitäten-Ratgeber alles von Wanderwegen entlang der Panoramarouten bis hin zu Bootstouren, die die Küste vom Wasser aus zeigen. Wer die Reise nach dem besten Wetter plant, findet im Guide zum beste Reisezeit für Mallorca eine detaillierte Aufschlüsselung nach Monaten.
Städte und Dörfer, die einen längeren Stopp verdienen

Die Panoramarouten sind mehr als ihre Straßen. Mehrere Orte entlang der Strecke rechtfertigen einen längeren Aufenthalt. Altstadt von Pollença hat eine römische Brücke, eine Kreuzwegtreppe mit 365 Stufen auf einen Hügel und einen Sonntagsmarkt, der den Hauptplatz mit lokalen Produkten und Kunsthandwerk füllt. Fornalutx, ein kurzer Abstecher von Sóller, wird regelmäßig als eines der schönsten Dörfer Spaniens genannt. Seine Steinterrassen und die Bergkulisse wirken besonders schön im weichen Licht des späten Nachmittags.
Im Norden ist Altstadt von Alcudia von intakten mittelalterlichen Stadtmauern umgeben und liegt direkt neben einem der schönsten Strände der Insel. Ein paar Stunden sind es gut wert. Das Santuari de Lluc, ein Kloster in den Bergen zwischen Sa Calobra und Pollença, ist ein natürlicher Haltepunkt auf der Bergstrecke und bietet einfache Unterkünfte – praktisch, wenn man lieber in der Tramuntana übernachten möchte als in Palma.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Auto für einen Road Trip auf Mallorca?
Im Wesentlichen ja. Busse verbinden die größeren Orte, aber die Bergpanoramastraßen, Küstenaussichtspunkte und kleineren Dörfer sind ohne eigenes Fahrzeug nicht erreichbar. Mietwagen gibt es in großer Auswahl am Flughafen Palma (PMI) und in der Stadt. Unbedingt im Voraus buchen, besonders im Sommer.
Ist das Fahren auf Mallorca schwierig für Touristen?
Die Hauptstraßen und Autobahnen sind problemlos. Die Bergstraßen – vor allem die MA-10 und die Abfahrt nach Sa Calobra – sind eng und kurvenreich, aber mit einem normalen Auto und niedrigem Tempo gut zu bewältigen. Die größten Herausforderungen sind die Breite auf Haarnadelkurven und der Radverkehr. Große Fahrzeuge wie Wohnmobile besser auf Tramuntana-Straßen vermeiden.
Wann ist die beste Zeit für die Panoramarouten auf Mallorca?
April bis Juni und September bis Oktober bieten die beste Kombination aus gutem Wetter, überschaubaren Menschenmassen und vernünftigem Verkehr. Juli und August sind Hochsaison: Die Straßen sind voller, Parkplätze an Aussichtspunkten füllen sich schnell, und auf der Formentor-Straße gelten Fahrbeschränkungen. Wer früh morgens losfährt (vor 9 Uhr), umgeht das Gedränge auch im Hochsommer weitgehend.
Wie lange dauert die Fahrt von Palma nach Sa Calobra?
Die Strecke von Palma nach Sa Calobra über die MA-10 ist rund 65–70 Kilometer lang und dauert ohne Stopps je nach Verkehr auf den Bergstraßen etwa 1,5 bis 2 Stunden. Die Rückfahrt ist genauso weit. Plane einen ganzen Tag ein, wenn du an den Stauseen halten, zum Strand des Torrent de Pareis laufen und entspannt zurückfahren möchtest.
Kann ich im Sommer zum Cap de Formentor fahren?
In den Hochsommermonaten (typischerweise Mitte Juni bis Mitte September) schränkt der Consell de Mallorca den Privatverkehr auf der Formentor-Straße zu bestimmten Tageszeiten ein. Die genauen Zeiten und Regeln ändern sich jede Saison – informiere dich also vor deinem Besuch über die aktuellen Einschränkungen. Wer vor 9 Uhr oder nach 18 Uhr ankommt, umgeht die Beschränkungen in der Regel und genießt dazu deutlich bessere Fahrbedingungen.