Sóller-Bahn (Ferrocarril de Sóller): Mallorcas schönste Bahnstrecke durch die Berge
Der Ferrocarril de Sóller ist eine Schmalspurbahn aus Holz, die seit 1912 durch 13 Tunnel und die Serra de Tramuntana fährt und Palma mit der Orangenstadt Sóller verbindet. Es ist eine der stimmungsvollsten Bahnreisen im westlichen Mittelmeerraum – und ein echter Grund, einen ganzen Tag außerhalb von Palma zu verbringen.
Fakten im Überblick
- Lage
- Plaça d'Espanya, Palma (Abfahrt) bis Plaça d'Espanya, Sóller — Serra de Tramuntana, Mallorca
- Anfahrt
- Zu Fuß oder mit einem Stadtbus zur Plaça d'Espanya in Palma — der Bahnhof liegt auf der Westseite des Platzes
- Zeitbedarf
- 1 Stunde pro Strecke; für Sóller und Port de Sóller am besten einen ganzen Tag einplanen
- Kosten
- Einfach €23 / Hin und zurück €30 (Palma–Sóller); mit Rückfahrt per Straßenbahn nach Port de Sóller +€8
- Am besten für
- Geschichtsinteressierte, Fotografen, Familien, Slow-Travel-Fans und Mallorca-Erstbesucher
- Offizielle Website
- trendesoller.com/eng/index

Was der Ferrocarril de Sóller eigentlich ist
Der Ferrocarril de Sóller – lokal als Tren de Sóller bekannt, inoffiziell auch als „Orange Express" – ist eine elektrifizierte Schmalspurbahn, die 27,3 Kilometer von Palma bis in die Bergstadt Sóller zurücklegt. Die Strecke wurde am 16. April 1912 eröffnet, finanziert größtenteils von Sóllers wohlhabenden Zitrusgroßhändlern, die eine zuverlässige Route brauchten, um ihre Orangen und Zitronen über die Serra de Tramuntana nach Palma zu transportieren. Mehr als ein Jahrhundert später sind die Holzwaggons von 1912 noch immer im Einsatz – damit gehört diese Bahn zu den ältesten durchgehend betriebenen Museumsbahnen Europas.
Das hier ist kein touristischer Gimmick, der nur auf alt getrimmt wurde. Die Waggons, die Messingbeschläge, die Lederriemen, die Holzlattensitze – alles ist original oder zumindest originalgetreu. Die Bahn wurde 1929 elektrifiziert und seitdem kaum verändert. Was du in Palma besteigst, ist buchstäblich derselbe Zug, mit dem mallorquinische Familien in den 1920er Jahren in die Berge gefahren sind.
💡 Lokaler Tipp
Tickets am besten im Voraus buchen, besonders für die beliebten Abfahrten um 10:10 und 10:50 Uhr ab Palma. In der Hochsaison ist der Zug ausgebucht – Stehplätze gibt es nicht. Die offizielle Buchungsseite ist trendesoller.com.
Die Fahrt: Was du siehst und erlebst
Der Zug fährt vom unteren Bahnsteig des Bahnhofs Plaça d'Espanya in Palma ab – ein anderer Bereich als die modernen SFM-Metro-Linien, aber gut ausgeschildert. In den ersten zehn Minuten schlängelt sich die Bahn gemächlich durch Palmas westliche Vororte, überquert Straßen ebenerdig und bietet dabei fast schon straßenbahn-ähnliche Einblicke in ganz normale Wohnviertel. Spektakulär ist das nicht, und manche Erstfahrer fragen sich kurz, ob sie eine Fehler gemacht haben.
Der Wandel beginnt in Bunyola, dem einzigen Zwischenstopp. Hier schwenkt der Zug nach Norden und nimmt die Berge ins Visier. Die Steigung wird merklicher, die Waggons schaukeln sanft, und das Landschaftsbild draußen wechselt von Olivenhainen und Trockensteinmauern zu dichtem Kiefernwald und immer dramatischeren Kalksteinriffen. Dann taucht der Zug in den ersten von 13 Tunneln ein – manche so kurz, dass sie in Sekunden passiert sind, einer lang genug, um den Waggon für eine ganze Minute in fast vollständige Dunkelheit zu tauchen. Zwischen den Tunneln öffnet sich der Blick plötzlich über terrassierte Hänge und gibt ferne Ausblicke auf das Sóller-Tal tief unten frei.
Der Geruch in den Holzwaggons ist unverwechselbar: altes, lackiertes Holz, eine leichte elektrische Wärme von den Oberleitungen und im Sommer die trockene Hitze, die sich selbst bei geöffneten Fenstern aufstaut. Diese Fenster lassen sich per Lederriemen manuell öffnen, und die Brise, die beim Aufstieg der Bahn hindurchströmt, ist die einzige Klimaanlage. Das Geräusch ist ein gleichmäßiges, rhythmisches Klackern und Summen – tiefer im Ton als ein moderner Zug, mit einem Horn, das in den Tunneln von den Felswänden widerhallt.
Die Ankunft in Sóller ist eine Abfahrt in ein weites, kesselförmiges Tal voller Orangen- und Zitronenbäume. Der Zug rollt durch die Obstgärten und hält am Sóller-Bahnhof – einem schmucken Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert direkt am Hauptplatz der Stadt. Die gesamte Fahrt dauert ungefähr eine Stunde.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Historic trail of Archduke Ludwig Salvador in Valldemossa
Ab 76 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungDinosaurland and Caves of Hams combined ticket
Ab 25 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungShuttle Boat from Cala Millor to Cala Ratjada
Ab 26 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung3-hour Es Trenc Boat Tour in Mallorca
Ab 39 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Morgens oder nachmittags: Wie das Erlebnis sich unterscheidet
Die ersten beiden Abfahrten ab Palma um 10:10 und 10:50 Uhr sind die touristisch beliebtesten. Die Waggons füllen sich schnell, an Bord herrscht ein lebhaftes Treiben mit einem bunten Mix aus Sprachen und Kameras, die an jedem Tunneleingang aufgehen. Wer das gesellige, energiegeladene Erlebnis sucht, ist mit diesen Zügen richtig. Wer lieber ungestört aus dem Fenster schauen möchte, sollte den 12:15-Uhr-Zug oder einen späteren nehmen.
Die Rückfahrt am Nachmittag ab Sóller, insbesondere um 17:15 oder 18:00 Uhr, ist ruhiger und hat mehr Einheimische an Bord, gemischt mit Tagesausflüglern auf dem Heimweg. Das Licht fällt bei der Rückfahrt durch die westseitig ausgerichteten Fenster anders auf die Kalksteinrippen – wärmer und flacher. Fotografen, die gezielt den Bergabschnitt ablichten wollen: Auf der Hinfahrt (Palma nach Sóller) ist das Licht morgens am besten, auf der Rückfahrt am späten Nachmittag.
ℹ️ Gut zu wissen
Auf der Hinfahrt von Palma nach Sóller am besten auf der rechten Seite des Waggons sitzen (in Fahrtrichtung) – so hast du die beste Sicht auf den Abstieg ins Sóller-Tal. Auf der Rückfahrt gilt das Gleiche für die linke Seite.
Fahrplan und Ticketpreise
Stand 2026 fahren die Züge ab Palma um 10:10, 10:50, 12:15, 13:30 und 15:10 Uhr sowie zu weiteren Zeiten (für manche ist eine Bestätigung an der Kasse erforderlich). Ab Sóller geht es zurück um 09:00, 10:50, 12:15, 14:00, 17:15, 18:00, 18:30 und 19:30 Uhr. Da die Fahrpläne saisonal angepasst werden, lohnt es sich, vor der Reise auf der offiziellen Website zu prüfen.
Ein Einzelticket von Palma nach Sóller kostet €23, eine Hin- und Rückfahrt €30. Wer anschließend mit der Tranvía de Sóller weiter nach Port de Sóller möchte – einer separaten Schmalspurtram, die seit 1913 auf 4,9 km von Sóller hinunter zum Hafen fährt –, zahlt mit dem kombinierten Rückfahrtticket €8 mehr, also insgesamt €38. Die Straßenbahnfahrt ist eine schöne Verlängerung des Tages und lohnt sich.
⚠️ Besser meiden
Mit €23–€30 pro Person gehört das zu den teureren Einzelattraktionen Mallorcas. Die Tram nach Port de Sóller solltest du einplanen, wenn du den Hafen erreichen möchtest. Eine vierköpfige Familie zahlt allein für die Zugtickets locker über €100 – noch ohne Essen oder Aktivitäten in Sóller.
Sóller: Was du nach der Ankunft unternehmen kannst
Der Zug setzt dich direkt an der Plaça d'Espanya in Sóller ab, die gleichzeitig Ausgangspunkt der Tram nach Port de Sóller ist. Die Stadt selbst ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Der Marktplatz, die Plaça de la Constitució, ist drei Gehminuten entfernt und von Café-Terrassen unter Platanen gesäumt. Sóller hat eine bemerkenswert gut erhaltene Modernista-Architektur, die mit demselben Zitrusreichtum finanziert wurde, der auch die Bahn erbaute. Von Sóller aus lockt die weitere Serra de Tramuntana: Die Dörfer Deià und Fornalutx sind beide mit dem Taxi oder dem Linienbus erreichbar, wenn du den Tag weiter in die Berge ausdehnen möchtest.
Port de Sóller, mit der Tram in etwa 25 Minuten erreichbar, ist ein aktiver Fischerhafen, der mehr Charakter bewahrt hat als viele andere Küstenorte Mallorcas. Er liegt in einer fast kreisrunden Bucht mit ruhigem, klarem Wasser und zwei Leuchttürmen aus dem 19. Jahrhundert auf den Landzungen. Wer einen umfassenderen Eindruck von der Tramuntana-Küste gewinnen möchte – einschließlich einer der dramatischsten Straßenfahrten der Insel –, findet alles Weitere im Guide zu Sóller und Port de Sóller.
Geschichte und kulturelle Bedeutung
Der Bau des Ferrocarril de Sóller begann 1907. Vor der Bahn dauerte die Reise von Palma nach Sóller einen ganzen Tag – zu Fuß oder per Maultier über die Bergpfade. Die Zitrusanbauerfamilien des Sóller-Tals finanzierten das Projekt privat, angetrieben vom Wunsch, mit Zitruserzeugern auf dem spanischen Festland mithalten zu können, die bereits leichteren Zugang zum Schienennetz hatten. Als die Strecke 1912 eröffnet wurde, schrumpfte die Reisezeit auf eine Stunde – und die lokale Wirtschaft blühte auf.
Die Bahn durchquert die Serra de Tramuntana, das Gebirge, das Mallorcas Nordwestküste formt und seit 2011 UNESCO-Welterbe ist – anerkannt für seine jahrhundertealte Kulturlandschaft aus Terrassenfeldern, Trockensteinmauern und Bewässerungssystemen. Der Zug hält nicht mitten im Gebirge, aber die Ausblicke aus den Waggonfenstern vermitteln ein klares Bild davon, was diese Region so besonders macht. Wer die Tramuntana lieber aus der Nähe erkunden möchte, findet in den Wanderwegen Mallorcas mehrere Routen, die direkt in Sóller starten.
Praktisches und Barrierefreiheit
Der Bahnhof in Palma liegt an der Plaça d'Espanya – dem großen Platz, an dem auch mehrere Buslinien halten. Vom Stadtzentrum ist er in etwa 20 Minuten zu Fuß erreichbar oder schnell per Taxi oder Bus. In der Nähe des Platzes gibt es kostenpflichtige Parkmöglichkeiten. Der Bahnhof in Sóller liegt direkt am Hauptplatz der Stadt – kein langer Fußweg nach der Ankunft.
Die Barrierefreiheit ist eingeschränkt. Die historischen Waggons haben Stufen an den Türen und schmale Gänge ohne Rampen oder Rollstuhlplätze. Für Reisende mit eingeschränkter Mobilität oder im Rollstuhl ist das Einsteigen ohne fremde Hilfe schwierig – volle Rollstuhlgerechtigkeit wird vom Betreiber nicht ausgewiesen. Bei Bedarf am besten direkt beim Unternehmen nachfragen.
Was du mitnehmen solltest: Im Sommer unbedingt Wasser dabei haben, da es an Bord keinen Getränke- oder Essensservice gibt. Die Holzwaggons heizen sich auf. Für den Bergabschnitt sind dünne Lagen nützlich. Wenn du in Sóller wandern willst, ist vernünftiges Schuhwerk Pflicht. Für Fototipps zur gesamten Tramuntana-Region liefert der Mallorca-Fotografieführer Tipps zu goldenen Stunden und saisonalen Lichtverhältnissen.
Für wen der Ausflug vielleicht nichts ist
Wer mit knappem Budget reist, sollte die Kosten genau abwägen. Bei €30 Rückfahrt pro Person gibt eine Familie oder Freundesgruppe allein für den Zug einen ordentlichen Betrag aus – dabei ist Sóller auch mit dem Auto über die Ma-11 (oder den Mautstunnel) in unter 30 Minuten und für einen Bruchteil des Preises erreichbar. Wenn die Reise an sich das Ziel ist, lohnt sich der Zug. Wenn du einfach nach Sóller willst, ist Auto oder Bus schneller und günstiger.
Wer vor allem Strände und Küstenlandschaft sucht statt Bergpanoramen und Eisenbahngeschichte, wird mit dem Tag vielleicht weniger anfangen können als mit einem Ausflug zum Cap de Formentor oder einer der Buchten im Süden der Insel. Der Zug ist kein Adrenalinausflug – er fährt langsam und gleichmäßig, und sein Reiz liegt in der Atmosphäre, nicht in der Dramatik.
Insider-Tipps
- Tickets am besten ein bis zwei Tage im Voraus online auf trendesoller.com kaufen, im Juli und August noch früher. Die Abfahrt um 10:10 Uhr ab Palma ist die beliebteste und in der Hochsaison oft schon Wochen im Voraus ausgebucht.
- Der Zug um 09:00 Uhr ab Sóller nach Palma ist der ruhigste des Tages — ideal für eine entspannte Rückfahrt mit schönem Licht auf den Bergen.
- Mit dem kombinierten Zug-und-Tram-Ticket kannst du auf halbem Weg am botanischen Garten in Sóller aussteigen, die Gegend erkunden und dann einfach die nächste Tram nehmen. Das Ticket lässt diese Flexibilität zu.
- Das kleine Café direkt vor dem Bahnhof auf der Plaça de la Constitució in Sóller wird oft zugunsten der belebtere Plätze auf dem Platz übersehen — dabei ist der Service dort schneller und der Blick auf das Markttreiben besser.
- Januar und Februar sind Mandelblütezeit im Sóller-Tal. Die Bahnfahrt durch blühende Obstgärten ist ein völlig anderes Erlebnis als im Sommer — deutlich ruhiger und absolut sehenswert.
Für wen ist Sóller-Bahn (Ferrocarril de Sóller) geeignet?
- Mallorca-Erstbesucher, die mit einem einzigen Ausflug Landschaft und Geschichte der Insel erleben wollen
- Familien mit Kindern, die die alten Holzwaggons und die Tunnelpassagen begeistern werden
- Fotografen, die das Licht der Tramuntana-Berge aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel einfangen wollen
- Slow Traveler, die einen ganzen Tag um eine einzige Strecke herum planen – statt eines vollgepackten Programms
- Urlauber in Palma, die einen Halb- oder Ganztagesausflug ohne Mietwagen unternehmen möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Serra de Tramuntana:
- Deià
Hoch über Olivenhainen auf den Nordwestklippen von Mallorcas Serra de Tramuntana zieht Deià seit Jahrzehnten Künstler, Schriftsteller und Reisende an. Die honigfarbenen Steinhäuser, der Geruch von wildem Rosmarin auf dem Weg zur Kirche und der weite Blick über das Mittelmeer machen den Ort wirklich besonders. Aber Deià belohnt diejenigen, die sich Zeit nehmen – nicht die schnellen Stopps für ein Foto.
- Fornalutx
Hoch oben in der Serra de Tramuntana über Sóller liegt Fornalutx – ein kompaktes Steindorf mit rund 700 Einwohnern, das national für seinen außergewöhnlichen Erhaltungszustand ausgezeichnet wurde. Die Gassen sind steil, die Häuser honigfarben, und ringsum drängen sich Orangenhaine. Der Eintritt ist frei, ein Rundgang dauert ein bis zwei Stunden, und das Dorf lässt sich wunderbar mit einem Tag in Sóller verbinden.
- Jardines de Alfabia
Eingebettet in die Serra de Tramuntana sind die Jardines de Alfabia ein vielschichtiges Anwesen mit Wurzeln im maurischen Mallorca des 13. Jahrhunderts. Terrassierte Gärten, ein gewölbter Zisternenbau, die berühmte Wasserpergola und ein Barockherrenhaus machen es zu einem der lohnendsten Halbtagesausflüge der Insel – für alle, die sich für Geschichte, Botanik oder Architektur interessieren.
- Mallorca Radfahren (Sa Calobra & Tramuntana-Routen)
Der Anstieg nach Sa Calobra ist das Herzstück des Radsports auf Mallorca – 9,5 km, 26 Spitzkehren, hinein in die UNESCO-geschützte Serra de Tramuntana. Ob du ein erfahrener Kletterer bist, der Strava-Zeiten jagt, oder ein Tourenradfahrer, der eine der dramatischsten Berglandschaften Europas erkunden will – diese Strecken bieten Aussicht und Herausforderung in gleichem Maß.