Halbinsel Formentor: Mallorcas wilde Nordspitze
Die Halbinsel Formentor erstreckt sich 20 Kilometer in das Mittelmeer hinaus – mit senkrechten Kalksteinfelsen, einem kieferngesäumten Strand und einem historischen Leuchtturm an der nördlichsten Spitze. In den Sommermonaten ist die Zufahrt nur per Pendelbus möglich, also lohnt sich eine gute Planung. Das Wichtigste, bevor du losfährst.
Fakten im Überblick
- Lage
- Nördliches Mallorca; 13,5 km von Port de Pollença über die Straße Ma-2210
- Anfahrt
- Pendelbusse von Port de Pollença und Port d'Alcúdia (Juni–Okt.); eigenes Fahrzeug außerhalb der Sperrzeiten
- Zeitbedarf
- Halber Tag (3–5 Stunden) für Strand + Leuchtturm; ganzer Tag beim Wandern
- Kosten
- Eintritt frei; Pendelbus kostet in der Hochsaison extra
- Am besten für
- Panoramafahrten, beeindruckende Aussichtspunkte, ruhiges Baden, Fotografie
- Offizielle Website
- formentor.conselldemallorca.cat/en/inici

Was die Halbinsel Formentor eigentlich ist
Die Península de Formentor ist ein schmaler Kalksteingrat, der sich vom Gebirgszug der Serra de Tramuntana nach Norden ins Mittelmeer erstreckt. Sie ist etwa 20 Kilometer lang und zwischen 3 und 12 Kilometer breit. Ihr höchster Punkt, der Puig Fumat, erreicht 384 Meter über dem Meeresspiegel. Die Straße endet am Cap de Formentor, wo ein 1863 erbauter Leuchtturm auf einer 219 Meter hohen Klippe thront. Das ist die nördlichste Spitze Mallorcas.
Die Halbinsel wird nicht ohne Grund als „Treffpunkt der Winde" bezeichnet. An ruhigeren Tagen schimmert das Wasser entlang der Küste zwischen hellem Türkis in den Flachwasserbereichen und sattem Kobaltblau weiter draußen. An windigeren Nachmittagen verstärken die Felsen die Böen, und das Meer wird rau und schaumgekrönt. Beide Varianten sind sehenswert – nur aus unterschiedlichen Gründen.
Wer verstehen möchte, wie diese Gegend in die Geografie der Insel eingebettet ist, findet im Reiseführer zur Serra de Tramuntana alle Informationen über das Gebirge, das direkt in die Halbinsel übergeht.
Die Zufahrt: Ma-2210 und was dich erwartet
Die Straße Ma-2210 von Port de Pollença ist die einzige Zu- und Ausfahrt. Von Port de Pollença bis zur Playa de Formentor sind es etwa 13 km, danach geht es weiter bis zum Leuchtturm am Cap de Formentor. Die Straße ist schmal, stellenweise einspurig und in die Felsen gehauen – mit kaum einer Leitplanke zwischen Asphalt und einem senkrechten Absturz. Wer schon auf Gebirgsstraßen gefahren ist, kommt damit zurecht, aber die Kombination aus engen Kurven, entgegenkommenden Reisebussen und abgelenkten Touristen, die anhalten, um Fotos zu machen, macht die Fahrt anspruchsvoll.
⚠️ Besser meiden
Saisonale Straßensperrung: Vom 1. Juni bis 31. Oktober sind private Fahrzeuge auf dem letzten Abschnitt der Halbinselstraße (ab der Playa de Formentor) ungefähr von 10:00–13:00 Uhr und 16:00–22:00 Uhr nicht zugelassen. In diesen Zeiten ist die Zufahrt nur per Pendelbus möglich. Die Regelung wurde 2018 wegen starker Überfüllung eingeführt und seitdem jedes Jahr verlängert. Prüfe vor der Reise die offizielle Seite des Consell de Mallorca zu Formentor, da die Details jährlich aktualisiert werden.
Außerhalb der Sperrzeiten oder bei einem Besuch vor Juni bzw. nach Oktober können Privatfahrzeuge die Straße frei benutzen. Die Parkplätze an der Playa de Formentor sind begrenzt und schnell belegt. Wer im Sommer vor 09:00 Uhr ankommt, findet in der Regel noch einen Platz. Danach heißt es warten oder umkehren.
Wer im Norden der Insel untergebracht ist, findet im Reiseführer zu Alcúdia und Port d'Alcúdia Informationen zu Unterkünften und Pendelbushaltestellen, etwa 50 Minuten vom Kap entfernt.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Cabo de Formentor boat trip with dolphin watching
Ab 65 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungFormentor panoramic view quad tour
Ab 99 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungFormentor Beach boat trip from Can Picafort with swim stops
Ab 49 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungAlcudia Peninsula hiking tour
Ab 74 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Mirador des Colomer: Der Aussichtspunkt, der die Fahrt allein rechtfertigt
Etwa 5 Kilometer nach dem Beginn der Ma-2210 ab Port de Pollença führt eine ausgeschilderte Abzweigung zum Mirador del Mal Pas, auch Mirador d'es Colomer genannt. Das ist der meistfotografierte Aussichtspunkt der Halbinsel – und sein Ruf ist vollkommen berechtigt. Ein kurzer Fußweg vom Parkplatz führt zu einem gesicherten Aussichtsbalkon über einem senkrechten Felsabsturz, mit einem Panorama auf die Bucht von Pollença auf der einen und das offene Mittelmeer auf der anderen Seite. Die kleine Felseninsel darunter, Es Colomer, ist ein Naturschutzgebiet.
Am frühen Morgen sind die Lichtverhältnisse für Fotos am besten. Das Licht fällt flach ein, die Schatten sind lang, und das Meer ist meist ruhiger. Gegen Mittag lässt die Blendung von Kalkstein und Wasser alles flach wirken. Wer gezielt für Fotos der Klippen hierher fährt, sollte bis 08:00 Uhr am Mirador sein – der frühe Start lohnt sich.
💡 Lokaler Tipp
Fototipp: Ein Polfilter reduziert die Reflexionen auf dem Wasser an diesem Aussichtspunkt erheblich. Wer von der äußersten linken Seite der Plattform fotografiert, bekommt eine sauberere Bildkomposition mit weniger Touristen im Hintergrund.
Schwindel ist am Mirador des Colomer ein echtes Thema. Es gibt zwar ein Geländer, aber das Gefühl der Ausgesetztheit ist stark – besonders wenn Wind weht. Menschen mit Höhenangst erleben den Aussichtspunkt manchmal eher als Stresstest denn als Genuss. Wer das kennt, findet den Aussichtspunkt weiter oben an der Leuchtturmstraße weniger exponiert, aber trotzdem mit beeindruckendem Meerblick.
Playa de Formentor: Der Strand unter den Kiefern
Die Platja de Formentor (auch Playa de Formentor) ist ein einen Kilometer langer Streifen feinen weißen Sandes, der von alten Aleppo-Kiefern gesäumt wird. Das Wasser ist flach und ruhig, geschützt durch die Geografie der Bucht – damit einer der besseren Badestrände im Norden Mallorcas für Familien mit kleinen Kindern. Das Kiefernkronendach spendet echten Schatten in den heißesten Stunden des Tages, was die meisten mallorquinischen Strände nicht bieten können.
Am Strand gibt es Liegenverleih, eine Strandbar und einfache Einrichtungen. Im Juli und August ist er bis 11:00 Uhr bereits sehr voll. Die Pendelbusse aus Port de Pollença und Port d'Alcúdia bringen den Großteil der Besucher hierher, und die Schlangen für den Rückbus am späten Nachmittag können lang werden. Wer früh anreist oder nach 18:00 Uhr bleibt, wenn die Tagesausflügler abgereist sind, erlebt den Strand deutlich entspannter.
Direkt an der Strandzufahrt liegt das Hotel Formentor, das 1922 eröffnet wurde und zu den ältesten Luxushotels Mallorcas gehört. Der private Steg und die Gartenanlagen erstrecken sich entlang der Bucht. Man muss kein Hotelgast sein, um das historische Gebäude von der Straße aus zu bewundern – Terrassen und Bar sind allerdings Gästen und Restaurantbesuchern vorbehalten.
Falls die Playa de Formentor bei deiner Ankunft zu voll ist, stellt der Reiseführer zu Mallorcas schönsten Stränden ruhigere Alternativen im Norden und Osten der Insel vor.
Leuchtturm Cap de Formentor: Das Ende der Straße
Hinter dem Strand wird die Straße noch enger und steigt weiter zum Cap de Formentor an. Der Leuchtturm selbst wurde 1863 erbaut, ist ein aktives Seefahrtszeichen und nicht öffentlich zugänglich. Der Wert der Fahrt liegt im Weg selbst und im Aussichtspunkt am Ende: Wer am Kap steht, blickt auf drei Seiten aufs offene Meer, mit dem Kanal nach Menorca im Osten. An klaren Tagen ist Menorca schwach am Horizont zu erkennen.
Der Parkplatz am Leuchtturm ist klein. Ein Kiosk verkauft Getränke und Snacks – eine willkommene Erfrischung nach der Fahrt. Der Wind am Kap kann so stark sein, dass es schwer fällt zu stehen, und die Temperaturen hier sind merklich kühler als am Strand unten. Auch im Sommer empfiehlt sich eine zusätzliche Schicht.
Die Felskanten in der Nähe des Leuchtturms sind stellenweise ungesichert. Sei vorsichtig, besonders mit Kindern, und geh nicht für Fotos an die Kante. Der Fels ist uneben und kann bei Feuchtigkeit rutschig sein.
Wandern auf der Halbinsel: Abseits der Straße
Auf der Halbinsel gibt es markierte Wanderwege, die Bereiche erschließen, die die Straße nicht erreicht: Cala Murta und Cala Pi de la Posada sind kleine Buchten, die nur zu Fuß zugänglich sind – mit klarem Wasser und außerhalb der Hochsaison kaum Besuchern. Die Wege variieren im Schwierigkeitsgrad, einige Routen führen auf steinigen Pfaden mit erheblichem Höhenunterschied hinauf. Festes Schuhwerk ist Pflicht; Sandalen sind ungeeignet.
Im Frühling blühen auf den Hängen der Halbinsel Rosmarin, Zistrose und wilder Spargel. Der Duft an einem warmen Morgen, besonders im April und Mai, ist eine dieser Sinneserfahrungen, die kein Foto einfangen kann, aber den Spaziergang unverwechselbar mallorquinisch macht. Im Frühling ziehen auch Zugvögel durch, was das Kap zu einem interessanten Ort für Vogelbeobachter macht.
Die Halbinsel lässt sich gut in ein größeres Nordmallorca-Programm einbauen. Die Altstadt von Pollença ist 20 Minuten entfernt und einen Nachmittag vor oder nach dem Ausflug zur Halbinsel wert.
💡 Lokaler Tipp
Wandertipp: Starte Wanderungen im Sommer bis spätestens 08:00 Uhr. Auf den exponierten Kalksteinkämmen wird die Sonne bis 11:00 Uhr brutal, auf den höher gelegenen Abschnitten gibt es keinen Schatten, und Wasserquellen existieren entlang der Routen nicht. Nimm mindestens 1,5 Liter pro Person mit.
Wann du fahren solltest – und wer es lieber lassen sollte
Mai, Juni (bevor die Pendelbusregelung für lange Wartezeiten sorgt), September und Oktober sind die besten Monate für einen Besuch. Die Straße ist frei befahrbar, die Hitze ist erträglich, und der Strand ist nicht überfüllt. Juli und August bieten die wärmsten Meerestemperaturen und längsten Tage, aber auch die dichtesten Menschenmassen. Die Pendelbusse funktionieren und sind halbwegs effizient, aber das Gesamterlebnis in der Hochsaison fühlt sich gedrängt an.
Von November bis April bietet die Halbinsel eine ruhigere, kühlere Variante. Der Strand ist menschenleer, der Leuchtturm-Aussichtspunkt liegt manchmal im Nebel oder unter tiefen Wolken, was ihm auf eine andere Art Dramatik verleiht, und die Wanderwege sind am angenehmsten. Der Nachteil: Strandbar und Liegenverleih sind geschlossen, und an manchen Tagen macht der Wind einen längeren Aufenthalt am Kap unangenehm.
Für ausführliche Saisonempfehlungen zur ganzen Insel liefert der Reiseführer zum besten Reisezeitraum für Mallorca praktische Tipps für jeden Monat.
Wer keine kurvigen Bergstraßen mit Abgründen mag, sollte die Eigenfahrt ganz lassen und stattdessen den Pendelbus nehmen, der dieselbe Strecke mit einem erfahrenen Fahrer zurücklegt. Wer einen klassischen Strandtag mit vollständigem Service, Cafés und ruhigem Wasser sucht, wird die Halbinsel solide, aber im Vergleich zur Südküste nicht außergewöhnlich finden. Rollstuhlfahrer werden das Gelände größtenteils als unzugänglich erleben: Die Straße selbst ist kein Problem, aber Aussichtspunkte, Wanderwege und Strandzugänge sind durchweg uneben.
Wer die Fotoplanung für die ganze Insel im Blick hat, findet im Mallorca-Fotoguide Timing-Empfehlungen für die Halbinsel und andere Top-Aussichtspunkte.
Insider-Tipps
- Der Pendelbus von Port de Pollença fährt sowohl zur Playa de Formentor als auch zum Cap de Formentor. Nimm den ersten Bus des Tages zum Leuchtturm und lauf auf dem Rückweg einen Teil der Strecke Richtung Strand, bevor die Hitze einsetzt. So drehst du den üblichen Touristenstrom um und hast das Kap fast für dich allein.
- Die Cala Pi de la Posada ist nur zu Fuß über das Wanderwegenetz der Halbinsel erreichbar. Das Wasser ist klarer als an der Playa de Formentor, und selbst im August tummeln sich hier selten mehr als eine Handvoll Menschen. Der Fußweg ab der Straße dauert etwa 45 Minuten.
- Wer außerhalb der Sperrzeiten mit dem eigenen Auto fährt, hat im Sommer das beste Zeitfenster vor 09:30 Uhr. Du genießt goldenes Licht am Mirador des Colomer, findest noch einen Parkplatz am Strand und bist wieder weg, bevor der Pendelbusverkehr seinen Höhepunkt erreicht.
- Das Außenterrassenrestaurant des Hotel Formentor nimmt auch Reservierungen von Nicht-Hotelgästen für das Mittagessen an. Die Lage mit Blick auf die Bucht ist außergewöhnlich – eine der angenehmeren Möglichkeiten, die Mittagsstunden zu verbringen, wenn der Strand am vollsten ist.
- Nimm Wasserschuhe für den Strand mit. Der Einstieg ins Wasser ist sandig und flach, aber an den felsigen Randbereichen der Bucht gibt es scharfen Kalkstein, der Barfußläufern unangenehm werden kann.
Für wen ist Halbinsel Formentor geeignet?
- Autofahrer, die kurvenreiche Bergstraßen mögen und eine komplette Nordmallorca-Rundfahrt erleben wollen
- Fotografen, die dramatische Küstenaussichten suchen – besonders zur goldenen Stunde oder am frühen Morgen
- Familien mit kleinen Kindern, die ruhiges, geschütztes Wasser in natürlicher Kiefernumgebung suchen
- Wanderer, die Trails zu abgelegenen Buchten suchen, die per Straße nicht erreichbar sind
- Besucher im Frühling, die Küstenlandschaft mit Wildblumenwiesen und Vogelbeobachtung verbinden möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Alcúdia:
- Alcúdia Altstadt
Die Altstadt von Alcúdia ist Mallorcas historisch vielschichtigste Siedlung – mit talayotischen Ursprüngen, römischen Ruinen und intakten Stadtmauern aus dem 14. Jahrhundert, die enge Kopfsteinpflastergassen, eine neugotische Kirche und einen zweimal wöchentlichen Markt umschließen. Der Eintritt ist kostenlos, und die Atmosphäre unterscheidet sich dramatisch zwischen der morgendlichen Stille und dem Trubel der Reisegruppen am Mittag.
- Cala Molins
Cala Molins ist eine von vier Sandbuchten, die zusammen das Feriendorf Cala Sant Vicenç bilden – 7 km von Pollença entfernt im Norden Mallorcas. Eingerahmt von kiefernbedeckten Klippen und Wohnhäusern bietet sie feinen Sand, ungewöhnlich klares Wasser und eine ruhigere Atmosphäre als die bekanntesten Strände im Süden der Insel. Eintritt ist frei.
- Playa de Muro
Die Playa de Muro erstreckt sich über 6 Kilometer entlang der Bucht von Alcúdia und verbindet Blaue-Flagge-Einrichtungen mit unberührten Dünenkorridoren und kieferngesäumtem Ufer. Sie ist einer der längsten und ökologisch bedeutsamsten Strände Mallorcas – direkt neben dem Naturpark S'Albufera.
- Pollença Altstadt
Die Altstadt von Pollença liegt im Landesinneren, abseits der Bucht von Pollença – eine kompakte mittelalterliche Siedlung mit Kalksteinstraßen, einer Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert und einer Treppe mit 365 zypressengesäumten Stufen. Wer langsam geht, früh aufsteht und echtes mallorquinisches Leben dem Resortlärm vorzieht, wird hier belohnt.