Wembley Stadium: Englands Nationalstadion

Das Wembley Stadium ist das größte Sportstadion im Vereinigten Königreich – mit 90.000 Sitzplätzen und dem markanten Stahlbogen, der von weiten Teilen Nordwestlondons aus zu sehen ist. Ob du ein Spiel oder Konzert besuchst oder die offizielle Stadionführung buchst: Dieser Guide erklärt alles, was du für deinen Besuch wissen musst.

Fakten im Überblick

Lage
South Way, Wembley, London HA9 0WS, Vereinigtes Königreich
Anfahrt
Wembley Park (Jubilee & Metropolitan Line); Wembley Stadium (Chiltern Railways); Wembley Central (Bakerloo Line & Overground)
Zeitbedarf
2–3 Stunden für die Stadionführung; ganzer Tag bei einer Veranstaltung
Kosten
Führungstickets in GBP – aktuelle Preise auf wembleystadium.com/tours. Veranstaltungstickets variieren je nach Event und Kategorie.
Am besten für
Fußballfans, Konzertbesucher, Sportgeschichte-Enthusiasten, Familien
Offizielle Website
www.wembleystadium.com
Weitwinkelaufnahme des Innenraums des Wembley Stadiums mit dem ikonischen weißen Bogen, grünem Rasen und roten Sitzen unter strahlend blauem Himmel.

Was das Wembley Stadium eigentlich ist

Das Wembley Stadium – aktuell unter dem Namen Wembley Stadium connected by EE vermarktet – ist das Nationalstadion des englischen Fußballs und die größte Sportarena im Vereinigten Königreich. Es liegt im Londoner Stadtbezirk Brent im Nordwesten der Stadt, fasst 90.000 Zuschauer und ist damit das zweitgrößte Stadion Europas nach Sitzplatzkapazität. Das Dach ist so konstruiert, dass jeder einzelne Platz überdacht ist – angesichts des unberechenbaren Londoner Wetters kein unwichtiges Detail. Das prägende visuelle Merkmal ist der Stahlbogen: 133 Meter hoch, überspannt er das gesamte Dach und ist kilometerweit zu sehen – ein inoffizielles Wahrzeichen der ganzen Gegend.

Wembley ist in erster Linie keine Touristenattraktion im klassischen Sinne. Es gibt keine Dauerausstellung, durch die man an einem beliebigen Dienstagmittag schlendern könnte. Was das Stadion bietet, ist entweder eine Veranstaltung – die ein echtes Erlebnis sein kann – oder eine geführte Stadionführung, die Zugang zu Bereichen gibt, die sonst gesperrt sind. Wer kein besonderes Interesse an Fußball oder Live-Events hat, muss sich fragen, ob sich der Weg aus der Londoner Innenstadt lohnt. Wer aber Sport oder Musik auf dem Reiseplan hat, findet weltweit kaum eine Arena, die mit ähnlicher Strahlkraft aufwarten kann.

Ein Jahrhundert Geschichte an diesem Ort

Das ursprüngliche Stadion, bekannt als Empire Stadium, wurde 1923 im Vorfeld der British Empire Exhibition eröffnet. Das erste FA-Cup-Finale an diesem Ort – im selben Jahr zwischen Bolton Wanderers und West Ham United – lockte schätzungsweise über 200.000 Zuschauer an, weit mehr als die Kapazität erlaubt hätte. Das Spiel wurde als White-Horse-Final bekannt, nachdem ein Polizeipferd namens Billy dabei half, den Platz zu räumen. König George V. eröffnete den weiteren Ausstellungskomplex offiziell am 23. April 1924.

Das ursprüngliche Bauwerk stand acht Jahrzehnte lang und beherbergte die Olympischen Spiele 1948, das FIFA-WM-Finale 1966 sowie Konzerte von Künstlern wie Queen und Michael Jackson. Es wurde 2003 abgerissen, und das heutige Stadion entstand auf demselben Grundriss – nach mehrjährigen Bauverzögerungen eröffnete es 2007. Der neue Bau behielt den Namen Wembley, ersetzte aber die zweitürmige Silhouette, die über Generationen das Symbol des Stadions gewesen war, durch den einzelnen Stahlbogen. Diese Entscheidung ist unter eingefleischten Fans bis heute umstritten – doch der Bogen hat sich inzwischen eine eigene Stellung in Londons Stadtbild erkämpft.

Heute ist das Stadion die Heimspielstätte der englischen Nationalmannschaft und Austragungsort des FA-Cup-Finals im Mai, des League-Cup-Finals, der Aufstiegsfinale, der NFL-London-Spiele und einiger der größten Musikkonzerte des Landes. Beyoncé, Coldplay und Ed Sheeran haben hier jeweils mehrere Abende hintereinander ausverkauft.

Die Stadionführung: Was du wirklich zu sehen bekommst

Die offizielle Wembley Stadium Tour findet an ausgewählten Terminen statt und muss im Voraus über die offizielle Website gebucht werden. An Veranstaltungstagen gibt es keine Führungen – das solltest du bei der Planung unbedingt im Hinterkopf behalten. Die Tour dauert etwa 75 bis 90 Minuten und führt durch Bereiche wie den Spielertunnel, die Dugouts am Spielfeldrand, die Umkleidekabinen, den Pressekonferenzraum und die Royal Box, wo du dich auf die Sitze setzen kannst, von denen aus FA-Cup-Sieger die Trophäe in die Höhe gestemmt haben.

💡 Lokaler Tipp

Führungen unter wembleystadium.com/tours buchen und Verfügbarkeit vor der Tagesplanung prüfen. An Veranstaltungstagen finden keine Führungen statt; an Wochenenden kann das Angebot schnell ausgebucht sein.

Der Spielertunnel ist einer jener Orte, deren Wirkung stark davon abhängt, wie viel einem Fußball bedeutet. Der Boden ist glatt, die Wände stehen eng, der Lärm des Publikums fehlt völlig – das erzeugt eine eigentümliche, aufgeladene Stille. Der Gang hinaus in den leeren Stadionkessel ist der Höhepunkt der Tour: 90.000 Plätze in steilem Anstieg, der Rasen makellos gestreift darunter, das Dach lässt fahles Londoner Licht herein. Wer hier schon einmal eine Veranstaltung erlebt hat, sieht das alles mit anderen Augen. Aber auch wer das Stadion zum ersten Mal betritt, spürt die architektonische Wucht des Ortes.

Die Umkleidekabinen sind zweckmäßig, nicht glamourös – aber die englische Kabine mit ihren Kleiderhaken und einzelnen Stellplätzen vermittelt ein Gefühl von Nähe zu etwas, das sonst vollständig hinter verschlossenen Türen bleibt. Die Sitze der Royal Box sind der erwartbare Selfie-Spot und an stark besuchten Tourtagen meist entsprechend begehrt.

Eine Veranstaltung besuchen: So läuft der Tag ab

Die Tore öffnen in der Regel zwei bis drei Stunden vor Anpfiff oder Showbeginn. Wer früh kommt, profitiert davon: Die Konzourses sind weitläufig, und die Schlangen an Essen und Getränken sind noch überschaubar. Wer erst 30 Minuten vor Beginn erscheint, verbringt möglicherweise die erste halbe Stunde des Events in einer Warteschlange am Imbissstand. Das Stadion arbeitet bargeldlos – bring eine Karte mit oder stelle sicher, dass das Mobile-Payment-System auf deinem Handy eingerichtet ist.

Der Weg von der Station Wembley Park führt über den Olympic Way, einen breiten Fußgängerboulevard, der an Veranstaltungstagen mit Flaggen und temporären Essensständen gesäumt ist. Der Spaziergang dauert rund zehn Minuten und gehört bereits zur Atmosphäre. Nach dem Event wird dieselbe Strecke zum langsam fließenden Menschenstrom. Geduld ist gefragt – die Menge löst sich in Bewegung effizient auf, aber die ersten 20 Minuten vor den Toren können sich sehr gedrängt anfühlen.

⚠️ Besser meiden

An Veranstaltungstagen sind alle drei nahegelegenen Stationen (Wembley Park, Wembley Stadium, Wembley Central) extrem überfüllt. Plane mindestens 90 Minuten Vorlauf vor Veranstaltungsbeginn ein, wenn du mit der U-Bahn anreist, und rechne auch auf dem Rückweg mit erheblichen Verzögerungen.

Die Sichtlinien variieren je nach Rang deutlich. Im unteren Rang ist man nah am Geschehen, aber der Blickwinkel ist flacher. Der Oberrang ist so steil, dass der Blick hinunter zum Spielfeld für Menschen mit Höhenangst unangenehm sein kann – dafür bietet er hervorragende Übersicht. Das Dach hält den meisten Regen ab, aber Plätze nahe den offenen Stirnseiten können an kalten Spieltagen trotzdem Wind und Nieselregen abbekommen.

Anreise und Orientierung vor Ort

Die unkomplizierteste Verbindung aus der Innenstadt ist die Jubilee Line bis Wembley Park – von Bond Street dauert das etwa 20 Minuten, mit einem bequemen Bahnsteigwechsel in Baker Street. Die Metropolitan Line hält ebenfalls in Wembley Park. Der Bahnhof Wembley Stadium (Chiltern Railways ab Marylebone) liegt am nächsten an den Drehkreuzen, hat aber seltener Züge. Wembley Central an der Bakerloo Line und dem London Overground bedeutet etwas längeren Fußmarsch, bietet aber eine gute Alternative, wenn die Jubilee Line überfüllt ist. Einen umfassenderen Überblick über Londons Verkehrsnetz gibt es hier: So kommst du in London überall hin.

Mit dem Auto zu Veranstaltungen nach Wembley zu fahren ist zwar möglich, wird vom Stadion und der TfL aber ausdrücklich abgeraten. Die Parkplätze sind begrenzt, und nach Events kann es auf den umliegenden Straßen sehr lange dauern. Die U-Bahn ist für fast alle Besucher die zuverlässigere Wahl.

Das Stadion ist vollständig barrierefrei zugänglich: Es gibt stufenfreie Zugangswege, Rollstuhlplätze auf mehreren Ebenen und barrierefreie Sitzbereiche. Im gesamten Innenraum sind Induktionsschleifen installiert. Spezifische Barrierefreiheitsanforderungen – einschließlich Ticketarrangements für persönliche Assistenten – werden über den offiziellen Barrierefreiheits-Buchungsprozess auf der Stadionwebsite abgewickelt.

Wembley abseits des Stadions

Die unmittelbare Umgebung des Stadions hat sich seit der Eröffnung 2007 deutlich entwickelt – direkt neben dem Stadion gibt es einen Einkaufs- und Freizeitkomplex mit dem London Designer Outlet. Als Viertel für einen ganzen Tag ist es aber nicht besonders ergiebig, und die meisten Besucher behandeln das Stadion als eigenständiges Ziel. Wer einen längeren Tag in Nord- oder Westlondon plant, kann die Wembley-Führung gut mit einem Besuch in den Kew Gardens verbinden oder anschließend mit der Jubilee Line in die Innenstadt weiterfahren und den West End erkunden.

Wembley fügt sich am natürlichsten in einen Londoner Tagesausflug ein, wenn es mit anderen Zielen entlang derselben U-Bahn-Linien kombiniert wird. Wer Sport und Spektakel in den Mittelpunkt der Reise stellt, findet in London noch andere lohnenswerte Arenen: Die O2 Arena in Greenwich bietet ein vergleichbares Konzerterlebnis mit mehr Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, während der Queen Elizabeth Olympic Park in Stratford ein ausgedehnteres Sportgeschichte-Areal zum Erkunden bietet.

Fotografieren und praktische Hinweise

Für Fotos kommt der Bogen am besten vom Olympic Way aus zur Geltung – besonders am späten Nachmittag, wenn das Streiflicht die Stahlkonstruktion in Szene setzt. Auf einer Führung innen ist der Weitwinkelblick auf den leeren Stadionkessel das naheliegendste Motiv; du brauchst das weiteste Objektiv, das du hast, um den vollen Schwung einzufangen. Private Kameras und Smartphones sind auf der Führung erlaubt. Für Veranstaltungen als Zuschauer – insbesondere bei Konzerten – empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Richtlinien, da professionelles Kameraequipment manchmal eingeschränkt ist.

Der Stadionkessel ist grob nach Norden ausgerichtet. Bei Tagesspielen fotografierst du vom Südrang aus mit dem Rücken zur Sonne; vom Nordrang aus schaust du direkt hinein. Bei Abendspielen sorgt die Flutlichtanlage für gleichmäßige, starke Ausleuchtung des gesamten Spielfeldes.

ℹ️ Gut zu wissen

Bei Veranstaltungen gelten strenge Taschenregeln. Kleine Taschen (in der Regel bis zu einer bestimmten Größe) sind erlaubt; größere Taschen können abgewiesen werden. Prüfe die genaue Taschenrichtlinie für deine Veranstaltung auf der offiziellen Wembley-Website, bevor du losfährst.

Insider-Tipps

  • Für die Führung lohnt es sich, einen Vormittagstermin unter der Woche zu buchen. Es ist deutlich weniger los, die Gruppen sind kleiner, und du kannst dir Zeit lassen – zum Beispiel im Spielertunnel, ohne dass dich jemand weitertreibt.
  • Wenn du nach einer ausverkauften Veranstaltung die Wahl zwischen mehreren U-Bahn-Stationen hast, leert sich Wembley Central an der Bakerloo Line nach Großevents oft schneller als Wembley Park – auch wenn der Fußweg etwas länger ist.
  • Der Besuch der Royal Box ist ein Highlight der Führung, aber der Blick von der Oberkante des unteren Rangs zurück auf den Bogen ist weniger fotografiert und gibt in Sachen Dimensionen eigentlich den stärkeren Eindruck.
  • An Veranstaltungstagen sind die Speisen und Getränke im Stadion teuer und das Angebot begrenzt. Wer vorher rund um die Station Wembley Park oder entlang der Wembley High Road isst, spart Geld und Wartezeit.
  • Der Stahlbogen wird nachts in verschiedenen Farben beleuchtet – je nach Event oder nationalem Anlass. Wer abends in Nordwestlondon unterwegs ist und den erleuchteten Bogen sieht, dem lohnt sich ein Spaziergang über den Olympic Way, auch ohne Ticket.

Für wen ist Wembley Stadium geeignet?

  • Fußballfans, die auf demselben Rasen wie die englische Nationalelf stehen und den Austragungsort des FA-Cup-Finals hautnah erleben wollen
  • Konzertbesucher, die bei einem der großen Tournee-Acts vorbeischauen, die hier jeden Sommer mehrere Abende spielen
  • Familien mit älteren Kindern, die sich für Sport oder Live-Events begeistern
  • Besucher, die sich für zeitgenössische Architektur und Ingenieurbaukunst im großen Maßstab interessieren
  • Sportgeschichte-Enthusiasten, die die Linie vom Empire Stadium 1923 über das WM-Finale 1966 bis ins Heute nachverfolgen wollen

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Kombiniere deinen Besuch mit:

  • Abbey Road

    Der Zebrastreifen auf der Abbey Road in St John's Wood gehört zu den meistfotografierten Straßenabschnitten der Welt – verewigt von den Beatles auf dem Cover ihres Albums von 1969. Der Eintritt ist kostenlos, er ist rund um die Uhr zugänglich, und die denkmalgeschützten Studios nebenan sind bis heute ein aktiver Aufnahmeort. Alles, was du vor deinem Besuch wissen solltest.

  • Alexandra Palace

    Hoch oben auf einem der höchsten Hügel Nordlondons thront der Alexandra Palace – ein denkmalgeschütztes viktorianisches Gebäude mit einem 80 Hektar großen Park, einem restaurierten Theater, einer ganzjährig geöffneten Eisbahn und einem Konzertbereich. Der Park ist kostenlos zugänglich, und der Ausblick über die Stadt ist von keinem anderen Punkt auf Bodenniveau weiter.

  • Dulwich Picture Gallery

    Die 1817 eröffnete Dulwich Picture Gallery ist Großbritanniens erste eigens als öffentliche Galerie erbaute Kunsthalle – entworfen von Sir John Soane und mit über 600 europäischen Meisterwerken. Eingebettet in die ruhigen Straßen von Dulwich Village verbindet sie architektonische Schönheit, erstklassige Gemälde und eine entspannte Atmosphäre, die größere Galerien im Londoner Zentrum selten erreichen.

  • Hampton Court Palace

    Hampton Court Palace liegt am Ufer der Themse in East Molesey, Surrey, etwa 30 Minuten mit dem Zug von der Londoner Innenstadt entfernt. Mit Tudor-Küchen, barocken Staatsgemächern, einem berühmten Heckenlabyrinth und 24 Hektar formaler Gartenanlagen bietet er mehr Tiefe als fast jede andere Königsstätte in England. Dieser Guide hilft dir, deinen Besuch optimal zu planen.

Zugehöriges Reiseziel:London

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