The O2 Arena, London: Der komplette Besucherguide

Eine der größten Hallenveranstaltungsstätten der Welt: Die O2 Arena auf der Greenwich Peninsula zieht jährlich Millionen Besucher zu Konzerten, Sportveranstaltungen, Comedy und mehr. Dieser Guide erklärt, wie du hinkommst, was dich erwartet und was du vorher wissen solltest.

Fakten im Überblick

Lage
Peninsula Square, London SE10 0DX (Greenwich Peninsula)
Anfahrt
U-Bahnhof North Greenwich (Jubilee Line) – direkt am Eingang. DLR-Verbindungen über Canary Wharf oder Canning Town möglich.
Zeitbedarf
2–4 Stunden für ein Event; mehr Zeit einplanen für Abendessen vor der Show oder Schlangen zu Stoßzeiten
Kosten
Abhängig vom Event; Tickets über AXS in GBP erhältlich. Kein fester Eintrittspreis – aktuelle Termine auf der offiziellen Website prüfen.
Am besten für
Konzertbesucher, Sportfans, große Gruppen und Events in Arena-Größenordnung – ob Comedy, Theater oder Musik
Offizielle Website
www.theo2.co.uk
Die O2 Arena bei Nacht beleuchtet, mit Londoner Wolkenkratzern im Hintergrund, von der anderen Flussseite unter klarem Himmel fotografiert.

Was die O2 Arena eigentlich ist

Die O2 Arena ist die Hauptveranstaltungshalle innerhalb des O2-Entertainmentkomplexes auf der Greenwich Peninsula im Südosten Londons. Mit einer Kapazität von 20.000 Plätzen und mehr als 200 Events pro Jahr zählt sie regelmäßig zu den meistbesuchten Hallenarenen der Welt – gemessen an Ticketverkäufen. Das hier ist kein ruhiger Kulturtempel oder ein kleines Musikhaus – sondern eine Großarena für Konzerte im Stadionformat, internationale Sportwettkämpfe, Comedy-Touren und große Award-Shows.

Das Bauwerk selbst ist schwer zu übersehen. Die markante weiße Kuppel der O2 – ursprünglich als Millennium Dome für die Jahrtausendfeierlichkeiten 2000 gebaut – liegt am Südufer der Themse und ist schon von weitem über das Wasser zu erkennen, ebenso wie bei der Einfahrt mit der Jubilee Line. Die Namensrechte wurden im Mai 2005 verkauft, und AEG Europe baute das Gelände zu seiner heutigen Form um. Was kurzzeitig als kostspieliges nationales Prestigeprojekt belächelt wurde, ist heute eine der kommerziell erfolgreichsten Veranstaltungsstätten des Landes.

ℹ️ Gut zu wissen

Die O2 Arena ist bargeldlos. Bring eine kontaktlose Karte oder ein digitales Zahlungsmittel für Essen, Getränke und Merchandise. An den meisten Verkaufsstellen innerhalb der Arena wird kein Bargeld akzeptiert.

Anreise: einfacher als gedacht

Die Veranstaltungsstätte wirbt damit, 15 Minuten vom Londoner Zentrum entfernt zu sein – und mit der Jubilee Line stimmt das tatsächlich. Der U-Bahnhof North Greenwich liegt direkt neben dem Haupteingang, was die Anreise zu einer der unkompliziertesten bei Großveranstaltungen in London macht. Die Jubilee Line verbindet Westminster, Waterloo, London Bridge, Canary Wharf und North Greenwich in regelmäßiger Taktfolge. Von zentralen Stationen wie Waterloo dauert die Fahrt rund 15 Minuten.

Wer aus dem Osten anreist oder das DLR-Netz durch Canary Wharf und die Docklands nutzt, kann am Bahnhof Canary Wharf auf die Jubilee Line umsteigen und ist in wenigen Minuten in North Greenwich. Am Anleger North Greenwich legen außerdem die Uber Boats by Thames Clippers an – eine schöne Option an Eventabenden, besonders im Sommer, wenn die Themse am fotogensten ist.

⚠️ Besser meiden

Nach Großveranstaltungen kann der Bahnhof North Greenwich extrem überfüllt sein, wenn tausende Menschen gleichzeitig abreisen. Wer noch 20–30 Minuten im Komplex bleibt – bei einem Getränk oder einem kurzen Bummel durch die Konzourse – steigt meist direkt in den nächsten Zug, statt sich in eine dichte Bahnsteigschlange einzureihen.

Vor dem Showbeginn: die Zeit davor

Die Ankunft im O2-Komplex vor einem Event hat seinen eigenen Rhythmus. Das Unterhaltungsviertel rund um die Arena umfasst Restaurants, Bars, ein Kino und eine Bowlingbahn – alles unter dem Außenring der Kuppel. An Veranstaltungsabenden füllt sich der gesamte Komplex ab etwa 17 Uhr kontinuierlich, mit dem stärksten Ansturm zwischen 18 Uhr und dem Einlass, der bei den meisten Events gegen 18:30 Uhr beginnt. Restaurants und Bars werden laut, der Service verlangsamt sich deutlich – wer vor der Show essen möchte, sollte unbedingt vorher reservieren.

Außerhalb der Kuppel hat sich die Greenwich Peninsula in den letzten Jahren stark verändert. Das Gelände rund um den Peninsula Square ist aufgeräumter und moderner als noch vor zehn Jahren, mit breiten Fußgängerwegen vom U-Bahnhof zum Arenaeingang. Abends sorgen die beleuchtete Kuppelfassade und die spiegelnde Themse in der Nähe für ein beeindruckendes Ankommen – besonders im Herbst und Winter, wenn es früh dunkel wird und die Lichter mehr Wirkung entfalten.

In der Arena: Sichtlinien, Sound und Größenordnung

Die runde Grundform der Arena sorgt dafür, dass die Sichtlinien von den meisten Plätzen aus ordentlich sind – allerdings kann sich der Oberrang je nach Bühnenaufbau weit weg anfühlen. Bei Konzerten ist das Parkett meist entweder als Stehbereich oder mit Stuhlreihen eingerichtet, umgeben vom unteren und oberen Rang mit festen Sitzplätzen. Die Akustik entspricht dem, was man bei einer Arena dieser Größe erwarten würde: kraftvoll und immersiv auf den besten Plätzen, in den oberen Bereichen bei manchen Acts etwas undeutlich.

Die Konzourse sind breit und übersichtlich organisiert, mit Essen und Getränken rund um den gesamten Innenring. Bei der Halbzeit von Sportevents oder in der Pause längerer Shows füllen sich diese Bereiche rasend schnell. Die Anlage ist groß genug, um zwischen Abschnitten zu wechseln, aber plant Konzourse-Trips lieber für natürliche Pausen ein – nicht mitten in der Vorstellung.

Die Fotobedingungen in der Arena variieren je nach Event – viele Künstler und Veranstalter untersagen professionelle Kameraausrüstung und Teleobjektive, Smartphones sind in der Regel erlaubt. Wer hauptsächlich wegen der Fotografie nach London kommt, findet im besten Aussichtspunkte in London Guide die besten Außen- und Architekturfotos der Stadt – mit Zugang und Lichtverhältnissen, die ein Arenainneres schlicht nicht bieten kann.

Up at The O2: Der Dachaufstieg

Unabhängig von den Arena-Events bietet The O2 ein geführtes Dacherlebnis an – Up at The O2 – bei dem Besucher auf einem speziell angelegten Steg über die Außenhülle der Kuppel laufen und eine Aussichtsplattform oben erreichen. Der Aufstieg dauert rund 90 Minuten und bietet eine ungewöhnliche Perspektive auf die Themse, die Türme der Docklands und an klaren Tagen die Londoner Skyline im Westen sowie die Grafschaft Kent im Südosten.

Tickets für den Dachaufstieg werden separat von Arena-Tickets verkauft und müssen vorab über die offizielle Website gebucht werden. Teilnehmer erhalten Gurt und Gripschuhe. Das Erlebnis ist nicht geeignet für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder ausgeprägter Höhenangst. Das Wetter beeinflusst den Aufstieg direkt: Er findet bei den meisten Bedingungen statt, kann aber bei starkem Wind oder Gewitter abgesagt werden, und ein bedeckter Tag mindert die Aussicht erheblich. Wer ein Panoramabild von London sucht, sollte das Angebot mit Alternativen wie dem Aussichtsdeck des Shard vergleichen, das einen zentraleren Standpunkt bietet – unabhängig davon, ob gerade ein Event stattfindet.

Geschichte: Vom Millennium Dome zur Weltarena

Die Kuppel wurde als Herzstück der britischen Millennium Experience gebaut – einer staatlich geförderten Ausstellung, die am 1. Januar 2000 eröffnete und das ganze Jahr über lief. Die Ausstellung wurde weitgehend als zu teuer und gemessen an ihren Ambitionen zu schlecht besucht kritisiert; die Kuppel stand danach mehrere Jahre weitgehend leer, während die Suche nach einem Käufer oder einer neuen Nutzung öffentlich vor sich hin dümpelte. Der Umbau zur kommerziellen Entertainmentstätte unter AEG Europe wurde 2007 abgeschlossen – seitdem zählt die Arena zu den meistbespielten ihrer Art weltweit.

Der Standort auf der Greenwich Peninsula hat noch eine weitere Bedeutung: Greenwich ist die Heimat des Nullmeridians und war jahrhundertelang ein Zentrum der britischen Seefahrt und Wissenschaftsgeschichte. Die Arena liegt nur wenige Gehminuten vom Old Royal Naval College und dem weiteren UNESCO-Weltkulturerbe Maritime Greenwich entfernt – was sich durchaus surreal anfühlen kann, wenn man gerade von 20.000 Menschen bei einem Stadionrockkonzert umgeben ist. Der Kontrast zwischen dem historischen Charakter des Stadtteils und der schieren Modernität der Arena ist ein bemerkenswertes Stück Londoner Stadtgeografie.

Praktische Infos: Was du vor dem Besuch wissen solltest

Die genauen Showzeiten stehen auf der jeweiligen Eventseite für das entsprechende Datum. Bei den meisten Events öffnen die Türen um 18:30 Uhr, und die Show endet in der Regel zwischen 22:30 und 23:00 Uhr – je nach Event kann das aber abweichen. Verlasse dich immer auf die Eventseite selbst, nicht auf allgemeine Angaben.

Tickets werden über AXS, den offiziellen Ticketing-Partner der Arena, verkauft. Die Preise variieren erheblich je nach Act, Sitzplatzkategorie und Buchungszeitpunkt. Einen einheitlichen Eintrittspreis gibt es nicht. Beim Kauf über den Zweitmarkt ist Vorsicht geboten: Die Arena empfiehlt ausdrücklich, nur über offizielle Kanäle zu kaufen, um Probleme am Einlass zu vermeiden.

  • Die Arena ist vollständig bargeldlos – nur kontaktlose Zahlung oder digitale Wallets.
  • Ein BSL-Dolmetschdienst ist über SignVideo für barrierefreien Zugang verfügbar.
  • Große Taschen können Sicherheitskontrollen unterliegen; die aktuellen Taschenrichtlinien vor dem Besuch auf der offiziellen Website prüfen, da die Regeln je nach Event variieren können.
  • Bei vielen Arena-Events gibt es keine Garderobeneinrichtungen – reise wenn möglich mit wenig Gepäck an.
  • Die Venue-App wird für Live-Updates zu Zeiten, Warteschlangen und etwaigen Änderungen am Veranstaltungstag empfohlen.

💡 Lokaler Tipp

Im Winter ist der Weg vom Bahnhof North Greenwich zum Eingang dem Wind von der Themse ausgesetzt. Er ist kurz, aber an kalten Abenden deutlich spürbar – halte eine Jacke griffbereit, statt sie in einer Tasche zu verstauen, die du erst in der Schlange aufgeben müsstest.

Wer mehr über das Angebot rund um Ost-London und die Docklands rund um seinen Besuch erfahren möchte, findet im London-Erlebnisguide alle Optionen der Stadt – inklusive Tipps, wie man einen mehrtägigen Aufenthalt plant, der einen O2-Eventabend mit Sightseeing in der Umgebung verbindet.

Insider-Tipps

  • Reserviere dein Abendessen vor der Show rechtzeitig – nicht erst am Abend selbst. Die Restaurants im O2-Komplex sind an Veranstaltungsabenden schnell ausgebucht, und ab 18 Uhr wird der Service spürbar langsamer.
  • Die Jubilee Line fährt häufig, aber nach einem ausverkauften Konzert kann die Warteschlange auf dem Bahnsteig 20–30 Minuten lang werden. Wer noch kurz im Komplex bleibt – auch nur für ein Getränk an der Konzoursen-Bar – steigt meist direkt in den nächsten Zug ein.
  • Beim Dachaufstieg bieten Frühslots an klaren Tagen die beste Sicht und weniger Mitkletterer auf dem Steg. Schau 48 Stunden vorher in die Wettervorhersage und buche um, wenn dichter Bewölkung angekündigt ist.
  • Wer mit dem Uber Boat aus der Londoner Innenstadt anreist: Der Anleger North Greenwich ist ein kurzer Fußweg vom Haupteingang entfernt. Die Anfahrt auf dem Wasser gibt einen der schönsten ersten Eindrücke der Kuppelstruktur – besonders in der Dämmerung, wenn die Beleuchtung angeht.
  • Die Sitzplatzwahl spielt in einer runden Arena eine größere Rolle, als man denkt. Bei Konzerten sind Stehplätze im Innenbereich oder Plätze im unteren Rang direkt gegenüber der Bühne am beliebtesten. Plätze im Oberrang seitlich zur Bühne können sich selbst bei voller Lautstärke weit weg anfühlen.

Für wen ist The O2 Arena geeignet?

  • Konzert- und Musikfans, die bestimmte Tournee-Acts sehen wollen – das hier ist eine der größten und bestangebundenen Hallen Europas für internationale Künstler.
  • Sportbegeisterte: Die Arena richtet Boxen, Turnen, Basketball und weitere Events aus, bei denen das Bowlformat für echte Stadionatmosphäre sorgt.
  • Freundes- oder Kollegengruppen, die einen gemeinsamen Großeventabend im Osten Londons suchen – mit Restaurants und Unterhaltung direkt vor Ort.
  • Familien mit altersgerechten Shows – die Anlage ist barrierefrei, und die Jubilee-Line-Anbindung macht die Anreise von fast überall in London unkompliziert.
  • Besucher, die einen Eventabend mit einem Tagesausflug in die Gegend rund um Greenwich und die Docklands verbinden möchten.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in Canary Wharf & Docklands:

  • Crossrail Place Roof Garden

    Hoch oben auf einem der architektonisch ambitioniertesten Bahnhöfe Londons liegt der Crossrail Place Roof Garden – ein kostenlos zugänglicher Dachgarten von Foster + Partners. Die Bepflanzung ist nach Hemisphären aufgeteilt und verweist auf die maritime Handelsgeschichte des Viertels. Ein überraschender Kontrast zu den Glastürmen von Canary Wharf.

  • London Cable Car

    Die IFS Cloud Cable Car befördert Passagiere 90 Meter über die Themse zwischen der Greenwich Peninsula und den Royal Docks – mit freiem Blick auf die Skyline von Ost-London. Die Überfahrt dauert bis zu 10 Minuten pro Richtung und ist je nach Reiseziel entweder ein landschaftlicher Umweg oder eine praktische Flussquerung.

  • Museum of London Docklands

    Das London Museum Docklands ist in einem denkmalgeschützten Zuckerwarenlager von 1802 untergebracht und erzählt die Geschichte der Themse, des Londoner Hafens und der Verstrickung der Stadt in den transatlantischen Sklavenhandel. Der Eintritt ist frei, täglich geöffnet von 10:00–17:00 Uhr.