London Cable Car (IFS Cloud Cable Car): Was dich erwartet, was es kostet und ob es sich lohnt
Die IFS Cloud Cable Car befördert Passagiere 90 Meter über die Themse zwischen der Greenwich Peninsula und den Royal Docks – mit freiem Blick auf die Skyline von Ost-London. Die Überfahrt dauert bis zu 10 Minuten pro Richtung und ist je nach Reiseziel entweder ein landschaftlicher Umweg oder eine praktische Flussquerung.
Fakten im Überblick
- Lage
- Zwischen Greenwich Peninsula (SE10) und Royal Docks (E16), Ost-London
- Anfahrt
- North Greenwich (Jubilee Line) oder Royal Victoria (DLR)
- Zeitbedarf
- Rund 20–30 Minuten für eine Rundfahrt, beide Terminals eingeschlossen
- Kosten
- Ab £7 einfache Fahrt (Erwachsene); Hin- und Rückfahrt ab £14; Kinder unter 5 Jahren kostenlos. Zahlung per Kontaktlos, Oyster oder Bargeld am Terminal.
- Am besten für
- Skyline-Fotografie, Familien mit Kindern, Sightseeing-Touren durch Ost-London
- Offizielle Website
- tfl.gov.uk/modes/london-cable-car

Was die London Cable Car eigentlich ist
Die IFS Cloud Cable Car, betrieben von Transport for London und allgemein als London Cable Car bekannt, ist eine Gondelbahn, die die Themse zwischen der Greenwich Peninsula und den Royal Docks überquert. Sie erstreckt sich über knapp einen Kilometer und erreicht an ihrem höchsten Punkt etwa 90 Meter über dem Wasser. Eine einfache Überfahrt dauert bis zu 10 Minuten – in Stoßzeiten fühlt es sich noch etwas gemächlicher an, was Fahrgästen genug Zeit lässt, die Aussicht richtig zu genießen, statt sie nur flüchtig wahrzunehmen.
Die Gondeln fassen bis zu 10 Personen und fahren im Normalbetrieb ungefähr alle 30 Sekunden ab. Die Fahrt ist ruhig und sanft, die Glas-Metall-Gondeln groß genug, dass eine Familie mit Kinderwagen oder ein Reisender mit Fahrrad bequem Platz findet. Es gibt keine Kommentare, keine Bühnenbeleuchtung, kein Unterhaltungsprogramm. Das hier ist eine funktionale Flussquerung, die zufällig einen der ungewöhnlichsten Aussichtspunkte in Ost-London bietet.
ℹ️ Gut zu wissen
Bei starkem Wind oder Blitzschlag kann die Cable Car vorübergehend geschlossen werden. Wenn das Wetter wechselhaft aussieht, lohnt es sich, den TfL-Servicestatus zu prüfen, bevor man extra anreist. Schließungen dauern selten länger als ein paar Stunden.
Die Aussicht: Was du aus 90 Metern Höhe siehst
An einem klaren Tag ist das Panorama aus der Gondel beeindruckend. Richtung Westen blickt man entlang einer breiten Themse-Kurve auf die Türme von Canary Wharf, deren Glas-und-Stahl-Cluster sich markant gegen den Himmel abhebt. Die O2-Arena-Kuppel dominiert den südlichen Vordergrund auf der Greenwich-Peninsula-Seite – ihr weißes Membrandach und die gelben Stützmaste sind aus diesem Winkel unverkennbar. Weiter östlich öffnet sich die industrielle Geometrie der Royal Docks, flankiert von der niedrigeren Skyline Silvertons und Becktons.
Der Shard ist an klaren Tagen in mittlerer Entfernung sichtbar, und bei außergewöhnlicher Fernsicht lassen sich Wahrzeichen noch viel weiter westlich ausmachen. Was die Cable Car nicht bietet, ist der klassische Blick auf Zentral-London. Wer darauf hofft, das Parlamentsgebäude oder die St Paul's Cathedral eingerahmt von der Themse zu sehen, ist hier falsch. Die Aussicht dreht sich um die postindustrielle Transformation Ost-Londons – und lässt sich am besten mit diesem Hintergrundwissen genießen.
Für einen zentraleren Blick über London bietet The Shard einen höheren und zentraler gelegenen Aussichtspunkt, während der Sky Garden kostenlose Höhenblicke aus der City bietet. Beide passen zu einem anderen Stadtviertel und einer anderen Art von Besuch.
Morgens, nachmittags oder abends: Wann lohnt sich die Fahrt?
Die Cable Car erlebt sich je nach Tageszeit sehr unterschiedlich. An Werktagen am Vormittag fahren neben frühen Touristen noch vereinzelte echte Pendler mit, und die Terminals wirken geordnet und ruhig. Das Teilen der Gondel mit Fremden ist normal, aber nicht beengt. Ab Mitte des Vormittags am Wochenende – besonders im Sommer – beginnen sich am North-Greenwich-Terminal Schlangen zu bilden, das direkt am Ausgang der Jubilee Line liegt und Besucher aus der Innenstadt aufnimmt.
Das fotogenste Licht fällt am späten Nachmittag bei der Westüberquerung, wenn die Sonne hinter einem liegt und die Türme von Canary Wharf im Gegenlicht leuchten. Samstags ist die Cable Car bis 21:00 Uhr geöffnet, und die Nachtfahrt bietet etwas ganz anderes: die beleuchteten Royal Docks unter einem, das Canary-Wharf-Cluster in Blau und Weiß, und die Themse als dunkles Band, das das Docklicht widerspiegelt. Für Fotografen ist das goldene Stunde-Fenster kurz vor Einbruch der Dämmerung der mit Abstand beste Zeitpunkt in der Gondel.
💡 Lokaler Tipp
Steig auf der Royal-Victoria-Seite (DLR) ein statt in North Greenwich, wenn du auf der Hinfahrt westwärts blicken möchtest. So hast du Canary Wharf und die City die meiste Zeit im Blick – ideal für Fotos im Nachmittagslicht.
Anreise: Beide Terminals im Überblick
Es gibt zwei Einstiegspunkte. Das Terminal auf der Greenwich Peninsula befindet sich an der Edmund Halley Way, SE10 0FR, nur ein kurzer Fußweg von der U-Bahn-Station North Greenwich der Jubilee Line entfernt. Dies ist das belebtere Terminal und die praktischere Wahl, wenn du aus der Innenstadt anreist oder The O2 besuchst. Das Royal Docks Terminal liegt bei 27 Western Gateway, E16 1FA, und wird direkt von der DLR-Station Royal Victoria bedient.
Beide Terminals haben Fahrkartenschalter und Kartenzahlungsautomaten. Du kannst mit einer Oyster-Karte oder kontaktloser Bankkarte nach Pay-as-you-go-Tarif zahlen oder am Terminal ein Papierticket kaufen. Ein 10-Fahrten-Ticket ist für £17 erhältlich – ein vernünftiger Wert, wenn du die Cable Car öfter nutzen möchtest oder über mehrere Tage mit einer Gruppe unterwegs bist. Das Familienticket für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder kostet £30 für eine Hin- und Rückfahrt – lohnt sich, vor der Bezahlung kurz gegen Einzelfahrpreise gegenzurechnen.
Wer einen ganzen Tag in diesem Teil Ost-Londons verbringt, kann die Cable Car gut mit einem Besuch der Cutty Sark und dem Nationales Schifffahrtsmuseum in Greenwich verbinden oder vom Royal-Victoria-Terminal direkt in die Gegend um Canary Wharf und die Docklands weiterfahren.
Lohnt sich der Ticketpreis? Was du wissen solltest
Mit £7 für eine einfache Fahrt oder £13,50–£14 für eine Hin- und Rückfahrt pro Erwachsenem (TfL, März 2026) ist die London Cable Car im Vergleich zu anderen Londoner Verkehrsmitteln nicht günstig – und für eine deutlich kürzere Strecke teurer als U-Bahn oder Bus. Rein als Flussquerung gerechnet ist das wenig überzeugend. Gemessen als Sehenswürdigkeit mit echter Vogelperspektive schneidet sie jedoch ganz passabel im Vergleich zu anderen kostenpflichtigen Aussichtspunkten ab – zumal dieser Teil Ost-Londons weit weniger Besucher anzieht als die Shard-Schlange oder das London Eye.
Das London Eye kostet im Vergleich deutlich mehr, erfordert längere Wartezeiten und bringt dich für 30 Minuten in eine geschlossene Kapsel mit vielen anderen Fahrgästen. Die Cable-Car-Überfahrt ist kürzer, fühlt sich aber unmittelbarer an: Du bewegst dich durch die Luft, statt an einem Punkt zu verharren, die Gondel ist kleiner und weniger geschlossen, und die postindustrielle Ost-Londoner Landschaft hat einen Charakter, den zentrale Aussichtspunkte nicht bieten. Ob dieser Charakter anspricht, hängt davon ab, was du suchst.
Das Erlebnis ist nicht für jeden geeignet. Wer ausgeprägte Höhenangst hat, könnte die vollen 90 Meter und das leichte Schaukeln der Gondel bei stärkerem Wind als unangenehm empfinden. Außerdem verbindet die Cable Car keine Stadtteile, die die meisten Erstbesucher auf ihrer Liste haben – sie funktioniert daher am besten als Ergänzung für Reisende, die ohnehin durch Ost-London touren, und weniger als eigenständige Attraktion für Besucher mit knappem Zeitplan.
⚠️ Besser meiden
Wer London zum ersten Mal besucht und nur 2–3 Tage hat, kann die Cable Car problemlos weglassen, ohne etwas Wesentliches zu verpassen. Sie lohnt sich vor allem für Besucher, die ohnehin in den Docklands oder in Greenwich unterwegs sind – nicht als Extra-Trip aus der Innenstadt.
Barrierefreiheit, Fotografie und praktische Infos
Die Cable Car ist vollständig für Rollstuhlfahrer sowie Personen mit Kinderwagen zugänglich. Gondeln nehmen Rollstühle bis zu einer Breite von 700 mm und einer Länge von 1200 mm auf, mit einem Gesamtgewichtslimit von 300 kg pro Gondel. Beide Terminals sind stufenlos vom Straßenniveau erreichbar, und Personal an beiden Enden steht beim Einsteigen zur Verfügung. Auch Fahrräder sind willkommen, was die Überfahrt zu einem praktischen Bindeglied auf bestimmten Radrouten durch Ost-London macht.
Für Fotos empfiehlt sich ein Weitwinkelobjektiv oder die Ultraweitwinkel-Einstellung des Smartphones. Die Gondelscheiben bestehen aus gehärtetem Glas und sind nicht zu öffnen, was bei starker Mittagssonne zu Reflexionen führen kann. Wer Objektiv oder Handy direkt ans Glas drückt, eliminiert die meisten Spiegelungen. Die besten Bildausschnitte ergeben sich in der Mitte der Überfahrt, wenn beide Ufer gleich weit entfernt sind und die volle Breite der Themse unter einem liegt.
Wer sich besonders für Luftaufnahmen und erhöhte Perspektiven interessiert, findet in London viele gute Optionen. Der Leitfaden zu den besten Aussichtspunkten Londons gibt einen vollständigen Überblick über alle Aussichtspunkte in der Stadt mit Hinweisen zu Zugang und Kosten.
Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags 07:00–21:00 Uhr, freitags 07:00–23:00 Uhr, samstags 08:00–23:00 Uhr sowie sonntags und an Feiertagen 09:00–20:00 Uhr. In der Weihnachtszeit gelten eingeschränkte Zeiten am 24. und 31. Dezember, am 25. Dezember ist die Cable Car geschlossen. Aktuelle Zeiten am besten immer vor dem Besuch auf der TfL-Website prüfen, besonders rund um Feiertage.
Insider-Tipps
- Am ruhigsten ist es am Wochenende zwischen 09:00 und 10:30 Uhr – die Cable Car hat gerade erst geöffnet und die meisten Besucher sind noch nicht aus der Innenstadt angereist. Du hast die Gondel oft fast für dich allein.
- Die Samstagsöffnung bis 23:00 Uhr wird kaum genutzt. Eine Nachtfahrt kostet genauso viel wie tagsüber – und die erleuchtete Docklands-Skyline von oben ist den Fahrpreis allein schon wert.
- Wer eine kontaktlose Bankkarte dabei hat, braucht kein extra Ticket. Einfach am Drehkreuz antippen wie bei der U-Bahn – der Fahrpreis wird automatisch abgebucht und entspricht dem Pay-as-you-go-Tarif.
- Royal Victoria DLR ist nur ein kurzer Fußweg vom Royal Docks Terminal entfernt. Von Canary Wharf aus einfach zwei Stationen östlich mit der DLR bis Royal Victoria fahren – du bist innerhalb von drei Minuten nach dem Aussteigen am Terminaleingang.
- Windwarnungen und vorübergehende Schließungen werden über TfLs Live-Reiseupdates gemeldet, die in der TfL Go App abrufbar sind. Wenn du eine Störungs- oder Schließungsmeldung für die Cable Car siehst, ist das meist wetterbedingt und hebt sich oft innerhalb weniger Stunden wieder auf.
Für wen ist London Cable Car geeignet?
- Familien mit kleinen Kindern, die ein kurzes Luftfahrt-Erlebnis suchen – ohne die Kosten und Warteschlangen des London Eye
- Fotografen, die an Ost-Londons Industrie- und Finanzarchitektur aus der Vogelperspektive interessiert sind
- Reisende, die einen Greenwich-Tagesausflug mit den Docklands verbinden und eine ungewöhnliche Rückroute suchen
- Radfahrer und aktive Reisende, die die Cable Car als echte Flussquerung auf einer längeren Ost-London-Route nutzen
- Besucher auf ihrem zweiten oder dritten London-Trip, die die zentralen Highlights schon kennen und etwas abseits des Standard-Programms erleben wollen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Canary Wharf & Docklands:
- Crossrail Place Roof Garden
Hoch oben auf einem der architektonisch ambitioniertesten Bahnhöfe Londons liegt der Crossrail Place Roof Garden – ein kostenlos zugänglicher Dachgarten von Foster + Partners. Die Bepflanzung ist nach Hemisphären aufgeteilt und verweist auf die maritime Handelsgeschichte des Viertels. Ein überraschender Kontrast zu den Glastürmen von Canary Wharf.
- Museum of London Docklands
Das London Museum Docklands ist in einem denkmalgeschützten Zuckerwarenlager von 1802 untergebracht und erzählt die Geschichte der Themse, des Londoner Hafens und der Verstrickung der Stadt in den transatlantischen Sklavenhandel. Der Eintritt ist frei, täglich geöffnet von 10:00–17:00 Uhr.
- The O2 Arena
Eine der größten Hallenveranstaltungsstätten der Welt: Die O2 Arena auf der Greenwich Peninsula zieht jährlich Millionen Besucher zu Konzerten, Sportveranstaltungen, Comedy und mehr. Dieser Guide erklärt, wie du hinkommst, was dich erwartet und was du vorher wissen solltest.