Pontalba Buildings: Die Geschichte hinter den ikonischen Reihenhäusern am Jackson Square
Die Pontalba Buildings flankieren den Jackson Square auf zwei Seiten – ein Paar identischer, viergeschossiger Reihenhäuser aus rotem Backstein, erbaut zwischen 1849 und 1851. Errichtet von der eindrucksstarken Baronin Micaela Almonester Pontalba, brachten sie die gusseisernen Galerien nach New Orleans und gehören bis heute zu den ältesten durchgehend bewohnten Apartmentgebäuden der USA. Der Eintritt zu Außenbereich und Gelände ist kostenlos.
Fakten im Überblick
- Lage
- 500 St. Ann St (Lower) & 500 St. Peter St (Upper), French Quarter, New Orleans, LA 70116
- Anfahrt
- Von den meisten Hotels im French Quarter zu Fuß erreichbar; die Canal Streetcar (Haltestelle Canal St) bietet eine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln
- Zeitbedarf
- 30–60 Minuten für den Außenbereich und einen Spaziergang durch die Arkaden; plus 45–60 Min., wenn du das Museum 1850 House im Inneren besuchst
- Kosten
- Außenbereich und Arkaden kostenlos; das 1850 House Museum erhebt einen gesonderten Eintrittspreis (aktuellen Preis bitte vorab prüfen)
- Am besten für
- Architekturbegeisterte, Geschichtsinteressierte, Fotografie und alle, die den Jackson Square erkunden
- Offizielle Website
- louisianastatemuseum.org

Was die Pontalba Buildings eigentlich sind
Die Pontalba Buildings sind zwei aufeinander abgestimmte, je einen Häuserblock lange Reihenhäuser, die den Jackson Square im Norden und Süden einfassen und so einen fast perfekten architektonischen Rahmen um einen der meistfotografierten öffentlichen Plätze im amerikanischen Süden bilden. Jedes Gebäude ist vier Stockwerke hoch, aus tiefrotem Backstein gebaut und erstreckt sich über die gesamte Länge des Blocks. Im Erdgeschoss befinden sich Läden und Restaurants, die direkt auf den Gehweg rund um den Platz hinausgehen. Darüber befinden sich drei Stockwerke mit Wohnungen, die durch aufwendige gusseiserne Galerien auf die Straße hinunterblicken.
Das Upper Pontalba liegt an der St. Peter Street und gehört der Stadt New Orleans. Das Lower Pontalba liegt an der St. Ann Street und wird vom Louisiana State Museum verwaltet, das darin das Museum 1850 House betreibt. Obwohl sie als ein aufeinander abgestimmtes Paar erbaut wurden, hatten sie leicht unterschiedliche Bauzeiträume: Das Upper wurde 1850 fertiggestellt, das Lower 1851. Beide sind als nationale historische Wahrzeichen der USA ausgewiesen.
ℹ️ Gut zu wissen
Die Wohnungen über den Läden sind private Residenzen und nicht öffentlich zugänglich. Für Besucher zugänglich sind nur die Arkade im Erdgeschoss und das 1850 House Museum (im Lower Pontalba). Öffnungszeiten und Eintrittspreise des 1850 House bitte vorab prüfen, da diese saisonal variieren können.
Die Frau dahinter: Baronin Micaela Almonester Pontalba
Die Geschichte der Pontalba Buildings lässt sich nicht von der Geschichte ihrer Auftraggeberin trennen. Micaela Almonester Pontalba wurde 1795 in New Orleans geboren, als Tochter von Don Andres Almonester y Roxas, der den Wiederaufbau der St. Louis Cathedral und des Cabildo nach dem Brand von 1788 finanziert hatte. Sie erbte beträchtlichen Grundbesitz rund um den Platz und kehrte nach einer turbulenten Ehe mit einem französischen Adligen – die damit endete, dass ihr Schwiegervater sie anschoss (sie überlebte, verlor jedoch Finger) – nach New Orleans zurück und steckte ihre beträchtliche Energie in Immobilien.
Pontalba engagierte zunächst den Architekten James Gallier Sr. für erste Entwürfe und später Henry Howard für die Fertigstellung. Sie war bekannt dafür, sich intensiv einzumischen – sie soll regelmäßig mit Handwerkern gestritten und Entscheidungen persönlich überwacht haben. Ihre Initialen „A" und „P" für Almonester und Pontalba sind in die gusseisernen Geländer beider Gebäude eingearbeitet. Schaut man von der Straße aus genau hin, erkennt man sie als ineinandergreifendes Monogramm – leicht zu übersehen, wenn man nicht gezielt danach sucht.
Der Bau war Teil einer gezielten Strategie zur Belebung des kreolischen Viertels im French Quarter, das gegenüber dem amerikanischen Sektor flussaufwärts zunehmend an Bedeutung verloren hatte. Für einen umfassenden Überblick über die vielschichtige Geschichte der Stadt bietet der New-Orleans-Geschichtsführer einen hilfreichen Rahmen, um den kulturellen Wettbewerb zu verstehen, der die Architektur der Stadt geprägt hat.
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Die Architektur: Worauf man achten sollte
Die Pontalba Buildings brachten die dekorativen gusseisernen Galerien nach New Orleans – noch vor dem filigranen Eisenwerk, das später das Straßenbild des French Quarter prägen sollte. Das ist ein wichtiger architekturhistorischer Unterschied. Die Gebäude selbst folgen einem amerikanischen kommerziellen Italianate-Stil mit Backsteinfront, Bogendurchgängen im Erdgeschoss und langen, zurückgesetzten Galerien in jedem Obergeschoss. Die Galerien sind breit genug, um bequem entlangzugehen, und verlaufen über die gesamte Länge jeder Fassade.
Die Proportionen verdienen einen genaueren Blick. Jedes Gebäude erstreckt sich über einen vollen Häuserblock und ist vier Stockwerke hoch – das verleiht ihnen eine beeindruckende städtische Präsenz, die für Wohngebäude dieser Epoche ungewöhnlich war. Bei ihrer Fertigstellung gehörten sie zu den größten Gebäuden New Orleans'. Von der gegenüberliegenden Seite des Jackson Square aus geben sie dem Platz den visuellen Halt, der ihn klar begrenzt und intentional wirken lässt – kein offenes Feld, sondern ein gestalteter Raum.
Zum Vergleich: Die gusseisernen Galerien der Royal Street wurden größtenteils in späteren Jahrzehnten hinzugefügt, teilweise inspiriert von dem, was die Pontalba Buildings als möglich bewiesen hatten. Das „AP"-Monogramm im Pontalba-Eisenwerk bleibt eine der markantesten architektonischen Signaturen des Viertels.
Wie sich ein Besuch anfühlt: Stunde für Stunde
Am frühen Morgen, vor 9 Uhr, zeigen die Gebäude ihre schönste Seite. Der Backstein nimmt im flachen Licht einen warmen Bernsteinton an, und der Platz davor ist ruhig genug, um das Eisenwerk und die Proportionen wirklich zu betrachten, ohne sich durch Menschenmengen zu drängen. Straßenkünstler beginnen zu dieser Zeit, sich entlang des Zaunbereichs rund um den Platz aufzustellen, und Kaffeeduft zieht aus nahegelegenen Cafés herüber – aber die Arkadenwege unter den Gebäuden sind meist noch leer. Der beste Zeitpunkt, um Fotos ohne Touristen in jedem Bildausschnitt zu machen.
Gegen Vormittag ändert sich das Bild deutlich. Der Jackson Square füllt sich mit Porträtkünstlern, Tarotkartenlegern und Reisegruppen, und die Läden und Restaurants im Erdgeschoss der Pontalba Buildings ziehen zunehmend Besucher an. Die Arkade wird zum natürlichen Zufluchtsort – schattig und etwas kühler als der offene Platz. An schwülen Sommernachmittagen ist dieser überdachte Gehweg tatsächlich sehr willkommen. Im Juli oder August steigen die Temperaturen regelmäßig auf rund 33 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit – da ist schon ein paar Minuten Schatten eine echte Erleichterung.
In der Dämmerung, wenn die Gaslampen rund um den Platz aufleuchten und die St. Louis Cathedral jenseits des Parks erstrahlt, rücken die Pontalba Buildings in den Hintergrund – auf eine fast kinematografische Weise. In den oberen Galerienenstern brennt Licht, weil dort Menschen wohnen, und das erinnert einen daran: Das sind keine Kulissen, sondern echte Wohnungen. Gerade dieses Nebeneinander von Privatleben und öffentlichem Spektakel macht diesen Block so lebendig – nie wie ein Museum, immer wie ein Zuhause.
💡 Lokaler Tipp
Für Fotos empfiehlt sich der Moon Walk am Mississippi-Deich mit Blick zurück zum Jackson Square. Von dort rahmen beide Pontalba Buildings die Kathedrale perfekt ein. Das Nachmittagslicht aus dem Südwesten trifft die Fassade des Upper Pontalba direkt.
Im Inneren: Das 1850 House Museum
Das 1850 House befindet sich im Lower Pontalba Building an der St. Ann Street, wird vom Louisiana State Museum betrieben und bietet die einzige Möglichkeit für Besucher, das Innere zu sehen. Das Museum rekonstruiert eine bürgerliche kreolische Wohnung, wie sie um 1850 ausgesehen haben könnte – eingerichtet mit Möbeln und Gegenständen aus der Zeit, die das alltägliche häusliche Leben im antebellumzeitlichen New Orleans veranschaulichen. Der Maßstab ist bescheiden, denn das waren keine herrschaftlichen Villen, sondern komfortable Stadtwohnungen – und die Einrichtung spiegelt das wider: funktional, geschmackvoll und typisch für die kreolische Kaufmannsklasse.
Allein die Treppe ist sehenswert: schmal, geschwungen, original erhalten, und sie vermittelt ein körperliches Gefühl für das Alter des Gebäudes, das kein Blick von außen bieten kann. Die Dielen knarren. Die Putzwände sind dick. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise bitte direkt beim Louisiana State Museum erfragen, da sich diese ändern können.
Praktischer Überblick: Wie man einen Besuch angeht
Die Pontalba Buildings liegen direkt am Jackson Square, sodass man bei einem Spaziergang durch das French Quarter fast zwangsläufig an ihnen vorbeikommt. Am sinnvollsten ist es, sie als architektonischen Rahmen des Platzes selbst zu betrachten – nicht als separates Ziel, das einen Umweg erfordert. Einfach die gesamte Länge der Lower-Pontalba-Arkade an der St. Ann entlanggehen, dann den Platz queren und die Upper-Pontalba-Arkade an der St. Peter abschreiten. Beide Wege zusammen dauern in gemächlichem Tempo etwa 15 Minuten.
Von den meisten Hotels im French Quarter ist man zu Fuß schnell dort. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kann die Canal Streetcar nehmen, die einige Blocks nördlich entlang der Canal Street fährt und mit dem RTA-Netz verbunden ist. Für weitere Entfernungen – etwa aus dem Garden District oder Mid-City – empfiehlt sich ein Ride-Hailing-Dienst wie Uber oder Lyft.
Hinweis zur Barrierefreiheit: Die Arkadenwege im Erdgeschoss sind gepflastert, aber der umliegende Bereich hat historische Backsteinpflaster, die uneben sein und nach Regen rutschig werden können. Der Zugang zum Inneren des 1850 House mit dem Rollstuhl ist durch die originale Treppe eingeschränkt. Wer weitere nahegelegene Sehenswürdigkeiten kombinieren möchte: die St. Louis Cathedral und das Cabildo liegen unmittelbar daneben und eignen sich hervorragend für einen halben Tag French-Quarter-Geschichte.
⚠️ Besser meiden
Bei Großveranstaltungen wie Mardi Gras oder Jazz Fest sind die Straßen rund um den Jackson Square extrem voll, und der Fahrzeugverkehr ist häufig eingeschränkt. Zu Fuß ist das Gelände zwar noch erreichbar, aber man sollte mehr Zeit einplanen und damit rechnen, dass die Arkadenwege stark belebt sind.
Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich der Besuch?
Wer den Jackson Square besucht – und das tun die meisten Besucher des French Quarter –, sieht die Pontalba Buildings quasi automatisch mit. Sie gehören zur gleichen Erfahrung. Die Frage, ob man sie als primäres Ziel aufsuchen sollte, ist eine andere. Als reine Außenarchitektur lohnen sie sich für alle, die historischen Baukontext interessant finden. Der durchschnittliche Besucher, der den Platz auf sich wirken lässt, wird sie als Kulisse wahrnehmen und weitergehen – was völlig in Ordnung ist.
Wer wenig Interesse an städtischer Geschichte des 19. Jahrhunderts oder kreolischer Architektur mitbringt, könnte den Außenbesuch ohne etwas Hintergrundwissen als wenig beeindruckend empfinden. Das 1850 House Museum ist kompakt und bei Weitem nicht so umfangreich wie die größeren Museen des Louisiana State Museum. Es ist eine Ergänzung zum umfassenderen Museumserlebnis, kein Ersatz dafür.
Wer tiefer in das architektonische Erbe von New Orleans eintauchen möchte, sollte diesen Besuch mit einer Stadtspaziergang durch das French Quarter kombinieren, die die Entwicklung des kreolischen und amerikanischen Viertels abdeckt. Der Kontext macht die Gebäude deutlich interessanter.
Insider-Tipps
- Halte Ausschau nach dem ineinandergreifenden „AP"-Monogramm in den gusseisernen Geländern der Galerien – von der Straße aus sichtbar. Man läuft leicht daran vorbei, aber sobald man es einmal gesehen hat, entdeckt man es an beiden Gebäuden.
- Die Arkade unter dem Lower Pontalba (Seite St. Ann) ist in der Regel etwas ruhiger als die Seite des Upper Pontalba, die durch Besucher des Café du Monde stärker frequentiert wird. Wer das Eisenwerk in Ruhe betrachten möchte, fängt am besten auf der St. Ann Seite an.
- Bewohner der oberen Stockwerke pflegen auf den Galerien gelegentlich Blumenkästen. Im Frühling verleihen bunte Blüten an den Geländern beiden Gebäuden eine ganz andere Atmosphäre – es lohnt sich, nach oben zu schauen.
- Direkt nach starkem Regen lieber meiden. Die historischen Backsteinpflaster rund um den Jackson Square entwässern langsam, und an den Ecken nahe den Arkadeneingang kann sich Wasser stauen.
- Das 1850 House wird von vielen Besuchern übersehen, weil sie davon ausgehen, das gesamte Gebäude sei Wohnraum. Es ist ein kleines Museum, aber überraschend wirkungsvoll, wenn man verstehen möchte, wie das Leben in diesen Mauern Mitte des 19. Jahrhunderts wirklich aussah.
Für wen ist Pontalba Buildings geeignet?
- Architekturbegeisterte, die den Ursprung der berühmten gusseisernen Galerien New Orleans' verstehen möchten
- Geschichtsreisende, die sich für die Geschichte der Baronin Pontalba und das kreolische New Orleans der Antebellum-Zeit interessieren
- Fotografen, die zur goldenen Stunde die perfekte Komposition des Jackson Square einfangen wollen
- Besucher, die einen Geschichtsrundgang durch das French Quarter machen, inklusive Cabildo und St. Louis Cathedral
- Alle, die neugierig sind, wie städtisches Wohnen in Apartmenthäusern im New Orleans des 19. Jahrhunderts wirklich aussah
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Weitere Highlights in French Quarter:
- Bourbon Street
Die Rue Bourbon ist eine der bekanntesten Straßen Amerikas – 13 Blocks durch das French Quarter, vom Canal Street bis zur Esplanade Avenue. Das Nachtleben ist legendär, aber die Straße hat auch echte historische Tiefe und ein ruhigeres, vielschichtigeres Gesicht bei Tag, das die meisten Besucher nie zu sehen bekommen.
- Das Cabildo
Seit 1799 steht das Cabildo am Rand des Jackson Square. Hier wurde 1803 der Louisiana Purchase formell vollzogen – ein Landtransfer, der einen Kontinent neu ordnete. Heute beherbergt das Gebäude die Hauptsammlung des Louisiana State Museum zur Geschichte des Bundesstaates, von der Kolonialzeit bis zur Reconstruction, und ist damit das historisch bedeutsamste Gebäude in New Orleans.
- Café du Monde
Seit 1862 steht der Café du Monde an der Decatur Street – der älteste Kaffeestand in New Orleans und eine der bekanntesten Adressen im French Quarter. Die Karte ist bewusst kurz: Beignets unter einem Berg Puderzucker und Café au lait mit Zichorie. Ob der Besuch lohnt, hängt vor allem davon ab, wann du gehst und was du erwartest.
- Court of Two Sisters
Das Court of Two Sisters an der Royal Street ist eine der beständigsten Restaurantadressen in New Orleans. Täglich wird hier ein Jazz-Brunch-Buffet in einem Innenhof serviert, der seit dem 18. Jahrhundert Menschen zusammenbringt. Live-Jazz, kreolische Küche und jahrhundertealte Architektur – das gibt es so kein zweites Mal in der Stadt.