Jackson Square: Das lebendige Herz des French Quarter
Der Jackson Square ist ein 2,5 Hektar großes nationales historisches Wahrzeichen im Zentrum des French Quarter von New Orleans. Eingerahmt von der St. Louis Cathedral und den Pontalba Buildings, liegt er nur wenige Schritte vom Mississippi entfernt – mit der Decatur Street und dem Deich zwischen dem Platz und dem Wasser. Der Eintritt ist frei, täglich geöffnet, und er zieht Straßenkünstler, Porträtmaler, Wahrsager und über zwei Millionen Besucher im Jahr an.
Fakten im Überblick
- Lage
- Begrenzt von der Chartres, St. Ann, Decatur und St. Peter Street, French Quarter, New Orleans, LA
- Anfahrt
- Riverfront Streetcar (French Market Station); RTA-Buslinien auf der Decatur St
- Zeitbedarf
- 30 Minuten bis 2 Stunden, je nachdem wie lange du verweilst
- Kosten
- Eintritt frei. Geöffnet 8:00–19:00 Uhr (Sommerzeit); 8:00–18:00 Uhr (Winter)
- Am besten für
- Geschichte, Fotografie, People-Watching, Straßenkunst, Orientierung im French Quarter
- Offizielle Website
- nola.gov/next/parks-parkways/topics/parks-squares/jackson-square

Was der Jackson Square wirklich ist
Der Jackson Square ist ein 2,5 Hektar großer öffentlicher Park und seit 1960 nationales historisches Wahrzeichen im Herzen des French Quarter. Unter französischer Kolonialherrschaft hieß er Place d'Armes, unter den Spaniern Plaza de Armas. Am 28. Januar 1851 wurde er zu Ehren von General Andrew Jacksons Sieg in der Schlacht von New Orleans im Jahr 1815 in Jackson Square umbenannt. Die bronzene Reiterstatue Jacksons in der Mitte des Platzes, die 1856 aufgestellt wurde, gehört zu den bekanntesten öffentlichen Denkmälern im amerikanischen Süden.
Der Platz ist mehr als ein Park. Er ist der geografische und symbolische Anker des French Quarter, auf drei Seiten von historischen Gebäuden gerahmt und nur wenige Schritte vom Mississippi entfernt – mit der Decatur Street und dem Deich zwischen dem Platz und dem Wasser. Die St. Louis Cathedral erhebt sich direkt hinter der Mittelachse; die baugleichen Pontalba Buildings aus den 1840er Jahren säumen die Nord- und Südflanke. Das gesamte Ensemble war eine bewusste Leistung kolonialer Stadtplanung – und das spürt man noch heute: formal, symmetrisch und erstaunlich unversehrt für eine Stadt, die Jahrhunderte von Überschwemmungen, Bränden und Wandel überstanden hat.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Jackson Square ist kostenlos zugänglich. Die Tore öffnen ganzjährig um 8:00 Uhr und schließen während der Sommerzeit um 19:00 Uhr bzw. im Winter um 18:00 Uhr. Die umliegenden Fußgängerbereiche und der Künstlerbereich folgen lockereren Zeiten.
Was dich erwartet, wenn du ankommst
Wer von der Decatur Street kommt, betritt den Platz durch eiserne Tore, flankiert von einem Spalier aus Wahrsagern, Tarot-Lesern und Porträtmalern, die sich entlang des schmiedeeisernen Zauns aufgebaut haben. Dieser äußere Ring läuft unabhängig vom abgesperrten Park und nach einem eigenen informellen Zeitplan – meistens ab Mitte des Vormittags, gegen Abend dann wieder weniger belebt.
Im Inneren des Zauns ist die Anlage formal gehalten: gepflegte Gärten mit Kieswegen, die strahlenförmig vom zentralen Platz mit der Jackson-Statue ausgehen. Die Anlage ist gut gepflegt, mit Eisenbänken zum Sitzen und Beobachten. Die drei Türme der Kathedrale beherrschen die Skyline hinter der Statue, und an klaren Morgen lohnt es sich, die Geometrie des gesamten Ensembles auf sich wirken zu lassen. Die American Planning Association zeichnete diesen Ort 2012 als eines ihrer „Great Places in America" aus – und wer hier steht, versteht sofort warum.
Auf den Gehwegen entlang der St. Peter und St. Ann Street tummeln sich die meisten Straßenkünstler: lebende Statuen, Jazzmusiker, Blechbläserensembles und Eimerschlagzeuger. Die Energie schwankt stark je nach Tageszeit. Am frühen Morgen ist es ruhig und fotogen. Ab 10 oder 11 Uhr beginnen die Künstler aufzubauen. Nachmittags, besonders am Wochenende, kann es so voll werden, dass es zur Reizüberflutung kommt. Abends, wenn die Tore schließen, verlagert sich das Geschehen auf die Gehwege und die nahegelegene Moon-Walk-Flusspromenade.
💡 Lokaler Tipp
Für die besten Fotos der St. Louis Cathedral solltest du vor 9:00 Uhr ankommen. Das Licht trifft morgens direkt auf die Fassade, und der Platz hat sich noch nicht mit Reisegruppen oder Künstlerausrüstung gefüllt.
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Die Geschichte ringsum
Der Platz ist älter als die Vereinigten Staaten selbst. Französische Kolonialplaner legten den Place d'Armes 1721 als Militärexerzierplatz für die neu gegründete Stadt New Orleans an. Unter spanischer Herrschaft wurde er nach zwei verheerenden Bränden 1788 und 1794, die weite Teile der ursprünglichen französischen Kolonialbauten vernichteten, neu aufgebaut. Die Gebäude, die Besucher heute sehen – einschließlich der Kathedrale – stammen größtenteils aus der spanischen Wiederaufbauzeit. Das erklärt, warum das sogenannte French Quarter architektonisch eher spanisch als französisch wirkt.
Die St. Louis Cathedral am nördlichen Ende des Platzes erhielt ihr heutiges Gebäude im Jahr 1850, obwohl seit 1727 eine Kirche an dieser Stelle steht. Sie ist die älteste durchgehend betriebene katholische Kathedrale der Vereinigten Staaten. Die Pontalba Buildings entlang der Flanken des Platzes wurden zwischen 1849 und 1851 von Baronin Micaela Almonester de Pontalba erbaut und zählen zu den ältesten Apartmentgebäuden der Vereinigten Staaten. Zusammen bilden diese Bauten ein architektonisches Ensemble, das in Nordamerika fast ohne Vergleich dasteht.
Im Cabildo, unmittelbar links neben der Kathedrale, wurden 1803 die Dokumente zum Louisiana Purchase unterzeichnet. Heute beherbergt es ein Louisiana State Museum. Das gegenüberliegende Presbytère rechts der Kathedrale ist ebenfalls ein Staatsmuseum und zeigt derzeit eine Dauerausstellung über Mardi Gras. Beide erheben Eintritt. Wer eines oder beide besucht, bekommt einen deutlich tieferen historischen Kontext für das, was man vom Platz aus sieht.
Wie sich das Erlebnis je nach Tageszeit verändert
Der Jackson Square ist zu verschiedenen Tageszeiten wirklich ein anderer Ort – das im Voraus zu wissen, verändert die Planung. Am frühen Morgen, ungefähr von 7:00 bis 9:30 Uhr, zeigt sich die Version, die die meisten Besucher nie zu Gesicht bekommen: Die Tore sind vielleicht noch geschlossen, aber die Umgebung ist still und kühl, die Kathedrale ist sanft beleuchtet, und der Fluss ist von den Moon-Walk-Stufen aus ohne Gedränge zu sehen.
Mittags bis zum frühen Nachmittag herrscht Hochbetrieb. Straßenkünstler konkurrieren lautstark um die besten Plätze, Reisegruppen kommen busweise an, und die Wahrsager am Rand sind in vollem Einsatz. Zu dieser Zeit sieht der Platz am ehesten so aus, wie man ihn von Fotos kennt – aber es ist auch die Zeit, in der er sich am stärksten wie eine Inszenierung seiner selbst anfühlt. Wer empfindlich auf Lärm oder Menschenmassen reagiert, kommt in diesem Zeitfenster am wenigsten auf seine Kosten.
Später Nachmittag bis früher Abend bietet einen guten Mittelweg. Die Reisegruppen lichten sich, das Licht wird golden über dem Mississippi, und die Atmosphäre bekommt etwas angenehm Alltägliches. Wenn die Tore schließen, zieht es viele Besucher zum Café du Monde direkt auf der anderen Seite der Decatur Street – für Beignets und Café au lait, eines der verlässlichsten Rituale der ganzen Stadt.
⚠️ Besser meiden
Während großer Festivals – darunter Mardi Gras, Jazz Fest und das Halloween-Wochenende – erreichen der Jackson Square und die umliegenden Straßen extreme Besucherdichten. Der Zugang zum Platz selbst kann bei manchen Veranstaltungen eingeschränkt sein. Prüfe den Veranstaltungskalender der Stadt, bevor du Ende Februar, Ende April oder Ende Oktober einen Besuch planst.
Praktische Orientierung
Der Jackson Square liegt innerhalb des French Quarter an seiner flussseitigen Kante. Die Riverfront Streetcar hält in der Nähe des French Market, etwa zwei Minuten zu Fuß entfernt. RTA-Busse fahren entlang der Decatur Street. Von den meisten Hotels im French Quarter ist es weniger als fünfzehn Minuten zu Fuß. Vom Central Business District aus dauert der Fußweg über die Canal Street und ins Viertel etwa 20 Minuten, alternativ kann man die Riverfront Streetcar nehmen.
Der Platz ist eben, und die Hauptwege sind fest und gut begehbar. Die Künstler am Rand stellen ihre Werke oft auf den Gehwegen aus, was die Durchgänge zu Stoßzeiten erheblich verschmälert. Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität bietet die Decatur Street die breitesten Zugangsmöglichkeiten. Kinderwagen lassen sich im Park gut manövrieren, auf den umliegenden Gehwegen zu Spitzenzeiten weniger.
Es gibt keinen Parkplatz direkt am Platz. Auf der Decatur Street gibt es vereinzelt gebührenpflichtige Parkplätze; die nächsten Parkhäuser befinden sich im CBD nahe der Canal Street. Für die meisten Besucher, die im French Quarter übernachten, ist Laufen die einzig sinnvolle Option. Rideshare-Fahrten lassen sich am besten auf der Decatur Street ab- und aufsetzen.
Wer einen Tagesplan rund um den Platz erstellt, kann ihn gut mit dem French Market flussabwärts, dem New Orleans Jazz Museum in der alten US-Münzprägeanstalt einige Blocks entfernt, oder einem Abend auf der Royal Street mit Galerien und Straßenmusikern verbinden. Der Platz selbst ist ein starker Ausgangspunkt für einen halben oder ganzen Tag Erkundung im French Quarter.
Fotografie, Wetter und ein ehrlicher Blick auf die Schattenseiten
Der Jackson Square gehört zu den meistfotografierten Orten in New Orleans, und die Herausforderung besteht darin, ein Bild zu bekommen, das sich nach dir anfühlt – und nicht nach einer Postkarte. Das klassische Foto ist von der Decatur Street aus, mit Blick nach Norden durch die Tore zur Kathedrale. Ein interessanterer Winkel ergibt sich von der Moon-Walk-Promenade aus, mit Blick zurück auf die Kathedrale über die Dächer des Platzes, besonders in der Abenddämmerung.
Die Sommer in New Orleans sind wirklich kräftezehrend. Von Juni bis September liegen die Temperaturen regelmäßig bei etwa 33 °C mit hoher Luftfeuchtigkeit, und nachmittags sind Gewitter häufig. Der Jackson Square bietet so gut wie keinen Schatten. Im Sommer ist ein Besuch am Morgen nicht nur empfehlenswert – es ist schlicht notwendig, um die Hitze erträglich zu finden. Bring Wasser mit. Im Platz selbst gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten.
Ein ehrlicher Hinweis sei noch erlaubt: In der Hochsaison kann der Platz sehr kommerziell wirken. Die Wahrsager und Porträtmaler am Rand sind beharrlich, aber nicht aufdringlich, und die Qualität der Straßenkünstler reicht von wirklich talentiert bis zu bloßem Lärm. Wer das authentischere, ruhigere New Orleans sucht, findet im Jackson Square eher einen Ausgangspunkt als ein Ziel. Er zeigt nach draußen, in die Stadt hinein – er enthält sie nicht.
Insider-Tipps
- Die Wahrsager und Tarot-Leser entlang des Eisenzauns verlangen keinen festen Preis im Voraus. Frag nach dem Preis, bevor du dich hinsetzt. Die Tarife variieren stark, und manche Leser erwarten zusätzlich zur genannten Gebühr noch ein Trinkgeld.
- Der Blick auf die Kathedrale von der Deichseite (Moon Walk) wird kaum genutzt. Überquere die Decatur Street und geh die Stufen zur Flusspromenade hoch – von dort bekommst du eine weitläufigere, unverstelltere Perspektive als von irgendwo innerhalb des Platzes.
- Wenn du ankommst und die Tore noch geschlossen sind (vor 8 Uhr oder nach der Schließzeit), sind der Künstlerbereich und die umliegenden Gehwege weiterhin zugänglich – und oft atmosphärischer als der belebte Platz selbst.
- Sowohl das Cabildo als auch das Presbytère auf beiden Seiten der Kathedrale sind Louisiana State Museums und verlangen gesonderten Eintritt. Wenn dich die Geschichte Louisianas oder die Mardi-Gras-Kultur interessiert, lohnt sich der Besuch sehr. Eine Voranmeldung ist für Einzelpersonen nicht nötig.
- Straßenkünstler im Inneren des Platzes bauen meist ab Mitte des Vormittags auf. Wer es ruhiger mag, sollte in der ersten Stunde nach der Öffnung kommen.
Für wen ist Jackson Square geeignet?
- Erstbesucher in New Orleans, die sich geografisch und historisch in der Stadt orientieren wollen
- Fotografiebegeisterte, die bereit sind, früh morgens für das beste Licht an der Kathedrale aufzustehen
- Geschichtsreisende, die sich für französische und spanische Kolonialarchitektur in Nordamerika interessieren
- Familien, die einen kostenlosen, offenen Außenbereich mit fußläufig erreichbaren Attraktionen suchen
- Paare, die einen stimmungsvollen Abend im French Quarter mit einem schönen Ausgangspunkt beginnen möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in French Quarter:
- Bourbon Street
Die Rue Bourbon ist eine der bekanntesten Straßen Amerikas – 13 Blocks durch das French Quarter, vom Canal Street bis zur Esplanade Avenue. Das Nachtleben ist legendär, aber die Straße hat auch echte historische Tiefe und ein ruhigeres, vielschichtigeres Gesicht bei Tag, das die meisten Besucher nie zu sehen bekommen.
- Das Cabildo
Seit 1799 steht das Cabildo am Rand des Jackson Square. Hier wurde 1803 der Louisiana Purchase formell vollzogen – ein Landtransfer, der einen Kontinent neu ordnete. Heute beherbergt das Gebäude die Hauptsammlung des Louisiana State Museum zur Geschichte des Bundesstaates, von der Kolonialzeit bis zur Reconstruction, und ist damit das historisch bedeutsamste Gebäude in New Orleans.
- Café du Monde
Seit 1862 steht der Café du Monde an der Decatur Street – der älteste Kaffeestand in New Orleans und eine der bekanntesten Adressen im French Quarter. Die Karte ist bewusst kurz: Beignets unter einem Berg Puderzucker und Café au lait mit Zichorie. Ob der Besuch lohnt, hängt vor allem davon ab, wann du gehst und was du erwartest.
- Court of Two Sisters
Das Court of Two Sisters an der Royal Street ist eine der beständigsten Restaurantadressen in New Orleans. Täglich wird hier ein Jazz-Brunch-Buffet in einem Innenhof serviert, der seit dem 18. Jahrhundert Menschen zusammenbringt. Live-Jazz, kreolische Küche und jahrhundertealte Architektur – das gibt es so kein zweites Mal in der Stadt.