Court of Two Sisters: Der berühmteste Brunch-Innenhof im French Quarter

Das Court of Two Sisters an der Royal Street ist eine der beständigsten Restaurantadressen in New Orleans. Täglich wird hier ein Jazz-Brunch-Buffet in einem Innenhof serviert, der seit dem 18. Jahrhundert Menschen zusammenbringt. Live-Jazz, kreolische Küche und jahrhundertealte Architektur – das gibt es so kein zweites Mal in der Stadt.

Fakten im Überblick

Lage
613 Royal St, French Quarter, New Orleans, LA 70130
Anfahrt
Riverfront Streetcar (Haltestelle Toulouse St) oder kurzer Fußweg vom Canal St
Zeitbedarf
2–3 Stunden für das vollständige Jazz-Brunch-Erlebnis
Kosten
Kein Eintritt; Jazz-Brunch-Buffet im Preisbereich $$–$$$ (aktuelle Preise vor dem Besuch prüfen)
Am besten für
Liebhaber kreolischer Küche, Geschichtsbegeisterte, Paare, entspannte Wochenend-Brunches
Offizielle Website
www.courtoftwosisters.com
Speisebereich im Innenhof des The Court of Two Sisters mit schmiedeeisernen Tischen, grünen Sonnenschirmen, einem Backsteinbrunnen und üppigem Grün über den Köpfen.
Photo Michael Gaylard (CC BY 2.0) (wikimedia)

Was ist das Court of Two Sisters?

Das Court of Two Sisters ist ein Restaurant und historisches Anwesen an der Royal Street 613 im French Quarter, bekannt vor allem für seinen täglichen Jazz-Brunch in einem der größten Innenhofgärten des Viertels. Das Erlebnis liegt irgendwo zwischen Kulturdenkmal und ernsthaftem Restaurantbesuch: Das Jazz-Trio spielt ab 9 Uhr durchgehend, der Innenhof riecht nach Glyzinien und Kaffee, und das Buffet umfasst Dutzende kreolischer und cajunischer Gerichte. Das klingt auf dem Papier vielleicht etwas touristisch – in Wirklichkeit ist es aber ein Erlebnis, das sich wirklich lohnt.

Für Besucher, die das French Quarter erkunden, ist das einer der wenigen Orte, an dem ein Essen gleichzeitig eine architektonische und historische Begegnung ist. Das Anwesen ist seit 1726 ununterbrochen bewohnt – es ist älter als die Vereinigten Staaten.

💡 Lokaler Tipp

Eine Reservierung wird dringend empfohlen, besonders für Wochenend-Brunches und Plätze im Innenhof. Unter der Woche sind Walk-ins gelegentlich möglich, aber der Innenhof füllt sich nach 10 Uhr schnell.

Die Geschichte hinter dem Namen

Das Anwesen geht auf das Jahr 1726 zurück, als es als Residenz von Sieur Etienne de Perier, dem französischen Gouverneur von Louisiana, diente. Das heutige Gebäude wurde 1832 für Jean Baptiste Zenon Cavelier errichtet und spiegelt wie vieles im French Quarter den Einfluss der spanischen Kolonialzeit wider: dicke Mauerwerksböden, schmiedeeiserne Balkone und ein zentraler Innenhof, der für Luftzirkulation in Zeiten ohne Klimaanlage sorgte.

Der Name des Restaurants geht auf Emma und Bertha Camors zurück, zwei Schwestern, die hier von 1886 bis ins frühe 20. Jahrhundert ein Kurzwarengeschäft betrieben. Sie verkauften feine Kleider, Stoffe und Kuriositäten und empfingen Kunden zum Tee im Innenhof – damit legten sie den gesellschaftlichen Grundstein, der den Ort bis heute prägt. Die Familie Fein erwarb das Anwesen 1963 und führt es nun in der dritten Generation, was die gleichbleibende Qualität und den Charakter erklärt, den viele Stammgäste hervorheben.

Diese vielschichtige Geschichte – französische Kolonialwurzeln, spanische Bauzeit, kreolische Händleridentität und familiäre Restaurantführung – spiegelt die übergreifende Geschichte wider, die durch die Geschichte von New Orleans zieht. Wer diesen Kontext kennt, erlebt den Besuch mit ganz anderen Augen.

Tickets & Führungen

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Der Innenhof: Wie er wirklich aussieht und sich anfühlt

Der Innenhof ist für French-Quarter-Verhältnisse groß – etwa ein halbes Stadtgrundstück – mit mehreren Sitzbereichen, die durch Brunnen, Kübelpflanzen und alte Backsteinwege voneinander getrennt sind. Im späten Frühjahr blühen die Glyzinien über den Köpfen der Gäste, und ihr Duft vermischt sich mit Kaffee und Beignet-Teig auf eine Art, die sich kaum beschreiben lässt, ohne wie eine Hochglanzbroschüre zu klingen. Auch außerhalb der Blütezeit ist der Ort optisch reich: Farne hängen von gusseisernen Halterungen, Magnolienblätter fangen das Licht, und das Plätschern eines Brunnens mischt sich leise mit dem Klang eines Jazz-Trios.

Frühaufsteher, die vor 9:30 Uhr kommen, erleben den Innenhof in seiner ruhigsten Form: Das Morgenlicht fällt flach herein, die Menge ist noch überschaubar und man hört die Musiker klar. Gegen 11 Uhr füllt sich der Saal deutlich, der Geräuschpegel steigt und die Atmosphäre wechselt von beschaulich zu ausgelassen. Beides hat seinen Reiz – aber es sind wirklich zwei verschiedene Erfahrungen. Wer einen ruhigen, besinnlichen Brunch möchte, kommt früh unter der Woche. Wer die volle Feststimmung will, kommt samstags um 11 Uhr.

ℹ️ Gut zu wissen

Der Innenhof hat sowohl vollständig offene als auch überdachte Bereiche. In den Sommermonaten (Juni–August) erreicht die Temperatur in New Orleans regelmäßig über 33 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Bitte um einen schattigen Tisch oder plant den Besuch für Herbst oder Frühjahr, wenn euch die Hitze Sorgen macht.

Der Jazz-Brunch: Essen und Musik

Der Jazz-Brunch findet täglich von 9:00 bis 15:00 Uhr als Buffet statt. Die Auswahl ist beeindruckend: Shrimp Creole, Grillades mit Grits, Eggs Benedict, Crawfish-Gerichte, Red Beans and Rice, Tranchierfleisch, Käseplatten und mehrere Desserts – darunter Bread Pudding mit Whisky-Sauce. Das Buffet-Format ermöglicht es, in einer einzigen Mahlzeit eine breite Palette kreolischer Küche zu entdecken, was besonders für Erstbesucher ideal ist, die einen umfassenden Einblick ins lokale Essen wollen.

Das Live-Jazz-Trio spielt während des gesamten Brunchs und wechselt zwischen traditionellem New-Orleans-Jazz, Blues und Second-Line-Rhythmen. Wer das musikalische Erbe der Stadt noch tiefer erkunden möchte, findet im New Orleans Jazz Museum – nur wenige Blocks entfernt an der Esplanade Avenue – eine perfekte Ergänzung zu diesem Erlebnis.

Das Abendessen wird à la carte serviert. Die Abendkarte setzt auf kreolische Feinküche mit Gerichten wie Schildkrötensuppe, Ente und Zubereitungen mit Meeresfrüchten aus dem Golf. Abends ist es deutlich ruhiger, und der Innenhof gewinnt unter der Abendbeleuchtung einen ganz anderen Charakter. Reservierungen für das Abendessen sind ein Muss.

Die Architektur: Was das Gebäude erzählt

Das Gebäude selbst lohnt einen aufmerksamen Blick, bevor man sich setzt. Die Fassade zur Royal Street stammt vom Wiederaufbau 1832 und zeigt die typischen Merkmale des New-Orleans-Creole-Townhouse-Stils: gewölbter Durchfahrtseingang, dicke verputzte Backsteinwände und Galerien im Obergeschoss mit dekorativem Schmiedeeisen. Der Durchgang – der tunnelartige Korridor von der Royal Street in den Innenhof – war ursprünglich für Pferdekutschen gedacht. Heute führt er einen vom Lärm und Treiben der Straße in einen Raum, der sich völlig aus der Stadt herausgelöst anfühlt.

Die Royal Street selbst ist eine der architektonisch intaktesten Straßen im French Quarter, gesäumt von Galerien, Antiquitätenläden und historischen Gebäuden. Ein Spaziergang entlang der Royal Street vor oder nach dem Essen lohnt sich auf jeden Fall.

Praktische Informationen für Besucher

Das Restaurant liegt an der Royal Street 613, mitten im Herzen des French Quarter, zwei Blocks vom Bourbon Street und etwa vier Blocks vom Jackson Square entfernt. Die Riverfront Streetcar hält in der Nähe der Toulouse Street, von wo aus es nur ein kurzer Fußweg ist. Wer im French Quarter oder im Central Business District wohnt, ist in weniger als 15 Minuten zu Fuß dort.

Das Anwesen ist als rollstuhlgerecht ausgewiesen, mit Tischservice in allen Bereichen. Durchgehend rauchfrei. Private Dining-Optionen für Gruppen vorhanden. Der Dresscode ist Smart Casual zum Brunch und etwas gepflegter zum Abendessen, wird aber nicht streng durchgesetzt. Kinder sind beim Brunch herzlich willkommen.

Wer einen ganzen Tag im French Quarter plant, kann den Brunch gut mit einem Spaziergang zum Jackson Square und den umliegenden Straßen verbinden – ein entspanntes und natürliches Morgenprogramm.

⚠️ Besser meiden

Die Brunch-Preise sind nicht auf der Website des Restaurants angegeben und sollten direkt oder telefonisch vorab erfragt werden. Als Buffet an einem der bekanntesten Standorte im French Quarter sind die Preise im oberen Bereich der gehobenen Gastronomie anzusiedeln. Aktuelle Preise vor dem Besuch prüfen.

Ehrliche Einschätzung: Für wen es sich lohnt – und für wen nicht

Das Court of Two Sisters verdient seinen Ruf vor allem durch den Innenhof selbst und die Qualität des kreolischen Buffets. Der Jazz ist live und authentisch – keine Hintergrundmusik vom Band. Die Geschichte ist echt und im Gebäude buchstäblich sichtbar. Für eine bestimmte Art von Reisenden ist das genau das, wie sich New Orleans anfühlen soll.

Wer dagegen nach einem avantgardistischen Restauranterlebnis oder einem echten Nachbarschaftslokal sucht, wird das hier zu förmlich und zu touristisch finden. Das Buffet-Format und der große Speisesaal bedeuten, dass der Service zwar professionell, aber nicht so persönlich wie in kleineren kreolischen Lokalen ist. Wer lieber dort essen möchte, wo die Einheimischen hingehen, statt dort, wo Geschichte passiert ist, ist hier vielleicht nicht an der richtigen Adresse.

Wer mit kleinem Budget reist, sollte Alternativen in Betracht ziehen. Die günstigen Alternativen in New Orleans bieten hervorragende kreolische Küche zu einem Bruchteil des Preises. Das Court of Two Sisters ist ein Luxus – und macht am meisten Spaß, wenn man es auch als solchen behandelt.

Insider-Tipps

  • Bitte bei der Reservierung um einen Tisch in der Nähe des Brunnens. Das Plätschern des Wassers dämpft den Lärm der Menge, wenn sich der Saal gegen Mittag füllt.
  • Komm unter der Woche pünktlich um 9 Uhr, wenn du den Innenhof fast für dich allein haben möchtest. Zu dieser Zeit ist es noch ruhig, das Licht ist perfekt für Fotos und das Buffet wurde frisch aufgefüllt.
  • Der Durchgang von der Royal Street ist während der Öffnungszeiten immer zugänglich. Auch wenn du nicht essen möchtest – ein kurzer Blick durch den Torbogen in den Innenhof kostet nichts und gibt dir ein Gefühl für den Ort.
  • Die beste Zeit für die Glyzinien ist Ende März bis Anfang Mai. Die Blüten duften wunderbar und sind äußerst fotogen – außerdem ist das Wetter in New Orleans in diesem Zeitraum besonders angenehm.
  • Wenn der Brunch-Trubel zu viel wird: Das Abendessen ist deutlich ruhiger, und das À-la-carte-Format erlaubt einen fokussierteren Blick auf die kreolische Küche des Hauses.

Für wen ist Court of Two Sisters geeignet?

  • Erstbesucher in New Orleans, die einen umfassenden Einstieg in die kreolische Küche in historischem Ambiente suchen
  • Paare, die einen besonderen Brunch mit Atmosphäre und Live-Musik erleben möchten
  • Architektur- und Geschichtsinteressierte, die sich für den Creole-Townhouse-Stil im French Quarter begeistern
  • Reisende, die ausgedehnte Mahlzeiten schätzen, bei denen das Ambiente selbst Teil des Erlebnisses ist
  • Gruppen, die einen besonderen Anlass feiern und die privaten Dining-Optionen nutzen möchten

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in French Quarter:

  • Bourbon Street

    Die Rue Bourbon ist eine der bekanntesten Straßen Amerikas – 13 Blocks durch das French Quarter, vom Canal Street bis zur Esplanade Avenue. Das Nachtleben ist legendär, aber die Straße hat auch echte historische Tiefe und ein ruhigeres, vielschichtigeres Gesicht bei Tag, das die meisten Besucher nie zu sehen bekommen.

  • Das Cabildo

    Seit 1799 steht das Cabildo am Rand des Jackson Square. Hier wurde 1803 der Louisiana Purchase formell vollzogen – ein Landtransfer, der einen Kontinent neu ordnete. Heute beherbergt das Gebäude die Hauptsammlung des Louisiana State Museum zur Geschichte des Bundesstaates, von der Kolonialzeit bis zur Reconstruction, und ist damit das historisch bedeutsamste Gebäude in New Orleans.

  • Café du Monde

    Seit 1862 steht der Café du Monde an der Decatur Street – der älteste Kaffeestand in New Orleans und eine der bekanntesten Adressen im French Quarter. Die Karte ist bewusst kurz: Beignets unter einem Berg Puderzucker und Café au lait mit Zichorie. Ob der Besuch lohnt, hängt vor allem davon ab, wann du gehst und was du erwartest.

  • French Market

    Der French Market erstreckt sich über sechs Blocks durch das French Quarter, vom Rand des Jackson Square bis zur alten New Orleans Mint. Der Eintritt ist frei, täglich geöffnet – und er vereint Farmers Market, Flohmarkt, Kunsthandwerker und Straßenküchen in einem historischen Umfeld, das älter ist als die USA selbst.