Radfahren auf Mallorca: Routen, Tipps & beste Straßen

Mallorca ist eines der besten Rennrad-Ziele Europas und zieht jeden Frühling Profis und begeisterte Hobbyfahrer aus dem ganzen Kontinent an. Dieser Guide stellt die schönsten Routen der Insel vor – von harten Berganstiegen bis zu flachen Küstenrunden – plus praktische Tipps zu Reisezeit, Unterkunft und was dich auf den Straßen erwartet.

Gruppe von Radfahrern auf einer palmengesäumten Küstenstraße auf Mallorca mit Bergen und blauem Meer im Hintergrund unter klarem Himmel.

Reise planen und buchen

Tools von unserem Partner Travelpayouts zum Vergleichen von Flügen und Hotels. Bei Buchung können wir eine Provision erhalten – ohne Mehrkosten für dich.

Flüge

Hotelkarte

Kurzfassung

  • Die Serra de Tramuntana bietet weltklasse Anstiege wie Sa Calobra und Puig Major – beide werden von Profi-Teams im Wintertrainingslager genutzt.
  • Die besten Monate fürs Radfahren auf Mallorca sind März bis Anfang Juni und September bis Mitte November. Alle Details zur Reisezeit findest du in unserem Guide zur besten Reisezeit für Mallorca.
  • Nicht jede Route ist ein Bergmarathon. Die flachen Küstenrunden rund um die Bucht von Alcúdia und im Südosten der Insel sind ideal für Freizeitradler.
  • Port de Pollença ist die beliebteste Basis für Radfahrer – mit direktem Zugang zu Formentor, Sa Calobra und Puig Major.
  • Die Mallorca 312 Gran Fondo (jedes Frühjahr) ist eines der renommiertesten Sportive-Events Europas, mit Streckenoptionen von 167 km bis 312 km.

Warum Mallorca zum Mekka für Radfahrer wurde

Radfahrer auf einer kurvenreichen Straße, gesäumt von mediterraner Vegetation und sanften Hügeln, unter klarem sonnigem Himmel.
Photo Tuvalum

Dass Mallorca zur Radsport-Hochburg wurde, ist kein Zufall. Die Insel bietet eine nahezu perfekte Kombination: mediterranes Klima mit über 300 Sonnentagen im Jahr, ein Straßennetz mit wenig Verkehr außerhalb der Hochsaison und Terrain, das von flachen Agrarlandschaften bis zu anspruchsvollen Bergpässen reicht. Die Serra de Tramuntana – ein UNESCO-Welterbe-Gebirge entlang der Nordwestküste – bietet einige der technisch anspruchsvollsten Rennradrouten Südeuropas.

Profi-Teams trainieren hier seit Jahrzehnten, und dieses Erbe hat eine hervorragende Infrastruktur für Radfahrer geschaffen: fahrradfreundliche Hotels, gut ausgestattete Verleihläden und Straßen, auf denen Autofahrer wirklich daran gewöhnt sind, mit Radlern zu teilen. Die kompakte Größe der Insel (3.627 km²) erlaubt es, an einem einzigen Tag von den Bergen zur Küste und zurück zu fahren. Dazu kommen Direktflüge aus ganz Europa – da liegt der Reiz auf der Hand. Wenn du noch überlegst, ob sich ein Besuch lohnt, findest du in unserer ehrlichen Einschätzung zu Mallorca alles, was über die Highlights auf dem Rad hinausgeht.

Die Kult-Anstiege: Deswegen kommen alle hierher

Eine malerische, kurvenreiche Bergstraße schlängelt sich entlang einer dramatischen felsigen Küste mit steilen Klippen und blauem Meer unter einem hellen Himmel auf Mallorca.
Photo Ira

Drei Anstiege ragen in Sachen Ruf und Schwierigkeit klar heraus. Jeder hat seinen eigenen Charakter – und ambitionierte Radfahrer nehmen sich in der Regel alle drei in einem einzigen Trip vor.

  • Sa Calobra 10,2 km mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,9 %, maximal 11,8 %, mit 703 Höhenmetern über 26 Kehren. Die Route führt vom Pass Coll dels Reis hinunter zur Küste bei Sa Calobra – das heißt: du fährst zuerst bergab und musst dann jeden verlorenen Meter wieder erklimmen. Das überrascht viele beim ersten Mal. Die Straße selbst ist ein ingenieurtechnisches Spektakel: Sie schlingt sich in einem vollständigen 270-Grad-Knoten unter sich selbst hindurch. Fahre die Abfahrt früh an Wochentagen, um Reisebussen auf den engen Kurven aus dem Weg zu gehen.
  • Puig Major Der längste durchgehende Anstieg der Insel: 14,6 km ab L'Horta mit einer durchschnittlichen Steigung von 5,9 % und 860 Höhenmetern bis zur Militärradarstation am Gipfel. Die Straße hinter den Absperrungen ist gesperrt, aber der Anstieg selbst ist außergewöhnlich. Die meisten Fahrer kombinieren ihn mit dem Col de Soller, der je nach Anfahrtsseite weitere 420 Höhenmeter (Varianten von 4,9 bis 7,5 km) hinzufügt. Zusammen bilden sie das Rückgrat der meisten anspruchsvollen Tramuntana-Runden.
  • Cap de Formentor Eine 36 bis 40 km lange Runde ab Port de Pollença mit rund 960 bis 995 Höhenmetern bei einer durchschnittlichen Steigung von 3,7 %. Dies ist die landschaftlich schönste der drei Klassiker – die Straße verläuft entlang von Klippen über dem Meer und endet am Leuchtturm an der Spitze der Halbinsel. Im Sommer gelten Verkehrsbeschränkungen auf der Formentor-Straße, die den Zugang beeinflussen können. Wer früh morgens fährt, erlebt die Route deutlich angenehmer.

⚠️ Besser meiden

Sa Calobra ist kein direkter Anstieg von der Küste. Die Standardroute führt zunächst vom Pass Coll dels Reis hinunter, bevor es wieder hinaufgeht – das bedeutet, die härteste Anstrengung kommt auf bereits müden Beinen. Plane deutlich mehr Zeit und Energie ein, als die 10,2 km vermuten lassen.

Küsten- und Flachrouten: Nicht nur für Anfänger

Sonnenbeschienene, von Bäumen gesäumte Küstenstraße auf Mallorca mit sanften Kurven und offenem Himmel, ideal für Radfahren auf flachen Strecken.
Photo Kai Seeliger

Mallorcas Ruf als Bergradziel hat seine hervorragenden Flach- und Küstenrouten etwas in den Schatten gestellt. Die Buchtumrundung im Norden rund um Alcúdia ist ein echter Höhepunkt: eine 42-km-Runde, die Port de Pollença, Alcúdia, Sa Pobla und zurück nach Pollença verbindet – teilweise auf einem Radweg, der mit Fußgängern geteilt wird. Das Terrain ist fast völlig flach, der Blick über die Bucht ist außergewöhnlich, und die Route führt an den Feuchtgebieten von S'Albufera vorbei.

Die Südostküste bietet eine ganz andere Atmosphäre. Ruhige Straßen schlängeln sich durch Pinienwald zwischen kleinen Buchten, und die Gegend rund um den Naturpark Mondragó und Cala Figuera bietet verkehrsarmes Radfahren mit wirklich schöner Küstenlandschaft. Es Trenc und Porto Cristo sind ebenfalls beliebte Zwischenziele auf einfacheren Ost- und Südrouten. Diese Routen eignen sich für Fahrer, die Radeln mit etwas Strandzeit verbinden möchten – ein völlig vernünftiger Ansatz.

💡 Lokaler Tipp

Der Radweg rund um die Bucht von Alcúdia wird mit Fußgängern geteilt und kann in Strandnähe an Sommernachmittagen sehr voll werden. Fahr ihn am Morgen oder besuche die Insel in der Nebensaison – das macht den Unterschied.

Die große Herausforderung: Andratx nach Pollença und die Mallorca 312

Luftaufnahme einer kurvenreichen Bergstraße mit engen Haarnadelkurven durch felsiges Gelände in den Tramuntana-Bergen Mallorcas.
Photo Christian Waske

Wer die Insel in voller Ausdehnung erfahren möchte, wird bei der Route von Andratx nach Pollença fündig – umgangssprachlich auch „Big Daddy" genannt. Je nach Variante umfasst sie 62 bis 115 km mit 2.430 bis 4.100 Höhenmetern. Das ist ein Tagesunternehmen, das das beste Terrain der Tramuntana in einem Zug verbindet. Da es keine Rundfahrt ist, muss die Logistik geplant werden: entweder einen Rücktransfer organisieren oder die Route als Punkt-zu-Punkt-Tour einbauen.

Die Mallorca 312 Gran Fondo verfolgt auf noch größerer Bühne einen ähnlichen Ansatz. Die Veranstaltung bietet drei Distanzen: 167 km, 225 km und die volle 312 km – alle starten und enden in der Nähe von Playa de Muro bei Port d'Alcúdia. Die 312-km-Strecke schließt Puig Major ein und ist selbst für trainierte Fahrer ein echter Kraftakt. Das Event findet in der Regel am ersten Samstag im Juni statt – zum besten Radfahrwetter des Jahres – und die Startplätze sind schnell vergriffen. Es zählt zu den begehrtesten Sportive-Events Europas.

Wann fahren: Jahreszeiten, Andrang und Bedingungen

Der Radsportkalender auf Mallorca hat zwei klare Hochphasen. Von März bis Anfang Juni gibt es angenehme Temperaturen (meist 15 bis 22 °C), ruhige Bergstraßen und optimale Bedingungen fürs Klettern. In dieser Zeit ist die Dichte an ambitionierten Radfahrern am höchsten – und Profi-Teams absolvieren hier ihre Vorbereitungslager. Von September bis Mitte November bieten sich ähnliche Bedingungen, mit dem Bonus, dass der Sommertrubel in den Resorts längst abgeflaut ist.

Juli und August sind für das Bergradfahren wirklich problematisch: Temperaturen von über 35 °C auf exponierten Anstiegen, deutlich mehr Reisebus-Verkehr auf malerischen Straßen und die kompliziertesten Zugangsbeschränkungen auf der Halbinsel Formentor. Die flachen Küstenrouten sind aber auch im Sommer machbar, wenn man früh genug aufbricht. Der Winter (Dezember bis Februar) ist für Freizeitradler durchaus eine Option: 12 bis 16 °C und fast leere Straßen. Die Radrouten auf Mallorca im Winter sind weniger zahlreich, dafür ist die Einsamkeit auf den Straßen real. Die berühmte Mandelblüte im Februar sorgt für eine wirklich schöne Kulisse bei Touren durchs Inland.

  • März bis Mai: Beste Gesamtbedingungen. Warm, aber nicht heiß, wenig Verkehr, Wildblumen auf den Bergstrecken.
  • Juni: Immer noch ausgezeichnet. Temperaturen steigen, aber die Morgen sind ideal. Zunehmend mehr Verkehr auf Formentor.
  • Juli bis August: Bergstrecken mittags meiden. Küstenrunden sind in Ordnung, wenn du vor 8 Uhr startest.
  • September bis Oktober: Zweite Hochsaison. Erntestraßen in der Pla-Region bieten zusätzlichen landschaftlichen Reiz.
  • November bis Februar: Nebensaison. Mild und leere Straßen. Einzelne Regentage, aber selten länger anhaltend.

Wo du wohnst und wie du dich fortbewegst

Blick auf Port de Pollença mit Hafen, Gebäuden und einer Bergkulisse im warmen Sonnenlicht.
Photo Daniel Frank

Port de Pollença ist unbestreitbar das Radzentrum Mallorcas. Die Stadt liegt am Fuß der Halbinsel Formentor und bietet direkten Zugang zu Sa Calobra, Puig Major und der Alcúdia-Bucht-Runde. Nirgendwo sonst auf der Insel gibt es eine höhere Dichte an fahrradfreundlichen Hotels und Verleihläden – und die Straßenkultur hier ist wirklich offen gegenüber Radfahrern. Einen Überblick über die weitere Umgebung gibt das Port de Pollença Gebiets-Überblick mit Details zu Unterkünften und Logistik.

Palma ist die Inselhauptstadt und der wichtigste Ankunftspunkt über den Flughafen Palma de Mallorca (PMI). Als Radbase taugt sie durchaus, besonders für Routen in die südliche Tramuntana über den Col de Soller – allerdings muss man sich erst durch Vorstadtverkehr kämpfen, bevor man offene Straßen erreicht. Ein Mietwagen zum Startpunkt zu fahren ist eine gängige und praktische Lösung. Unser Mietwagen-Guide für Mallorca behandelt alle praktischen Aspekte, einschließlich des Fahrrads-Transports. Wer die Insel lieber auf eigene Faust erkunden möchte, findet im Mallorca Roadtrip-Guide die besten Fahrrouten der Insel – viele davon überschneiden sich mit den besten Radkorridoren.

✨ Profi-Tipp

Lade GPX-Dateien herunter, bevor du reist. Plattformen wie Ride with GPS und Love Velo haben gut zusammengestellte Mallorca-Routendateien. Das Mobilnetz ist in den Tramuntana-Tunneln und auf abgelegenen Bergabschnitten oft unzuverlässig – Routen offline zu speichern ist daher Pflicht, nicht Kür.

  • Port de Pollença Beste Allround-Basis für Radfahrer. Nächster Ausgangspunkt für Sa Calobra, Formentor, Puig Major und die Buchtrunde. Starke Infrastruktur für Verleih und Service.
  • Sóller Hervorragende Basis für Tramuntana-Touren. Der Col de Soller beginnt direkt im Ort. Charmant und weniger touristisch als der Norden. Die Anreise erfordert entweder die Bergstraße oder den Tunnel.
  • Palma Günstig für Ankünfte am Flughafen. Gut für Südrouten und Küstentouren um Es Trenc, aber weniger ideal für die klassischen Berganstiege – ohne vorherige Anfahrt mit dem Auto.
  • Alcúdia Gute familienfreundliche Basis. Flache Buchtrunden direkt vor der Tür. Tramuntana-Anstiege erfordern einen kurzen Transfer. Gut an das Straßennetz angebunden.

Häufige Fragen

Ist Mallorca auch für Anfänger beim Radfahren geeignet?

Ja, mit der richtigen Routenwahl. Die flache Buchtrunde um Alcúdia, die Küstenrouten im Südosten und die ruhigeren Inlandstraßen der Pla-Region sind alle gut für Fahrer geeignet, die keine starke Bergerfahrung haben. Die Bergstrecken wie Sa Calobra und Puig Major sind kein Anfängerterrain, aber sie machen nur einen Bruchteil des Inselangebots aus. Viele Radtouristen kommen nie in die Nähe der wirklich schweren Anstiege – und haben trotzdem einen fantastischen Urlaub.

Eigenes Rad mitbringen oder auf Mallorca leihen?

Beides funktioniert gut. In Radzentren wie Port de Pollença ist die Leihqualität generell hoch – ordentliche Rennräder und Carbon-Optionen sind zu Tagespreisen von etwa 30 bis 70 Euro erhältlich, je nach Ausstattung. Das eigene Rad mitzunehmen vermeidet Kompromisse bei Passform und Einstellung, bringt aber Fluglogistik und Transportrisiken mit sich. Die meisten fahrradfreundlichen Airlines berechnen 30 bis 60 Euro pro Strecke für die Fahrradmitnahme. Für eine Woche vor Ort ist Leihen oft ähnlich teuer – dafür deutlich stressfreier.

Was ist die Mallorca 312 und wann findet sie statt?

Die Mallorca 312 ist eine Gran Fondo (Breitensport-Rennen) mit Distanzoptionen von 167 km, 225 km und 312 km – alle starten und enden in der Nähe von Playa de Muro bei Port d'Alcúdia. Die volle 312-km-Strecke durchquert den Norden der Insel und beinhaltet Puig Major. Sie findet jährlich im April oder Mai statt und ist regelmäßig ausverkauft. Die Anmeldung öffnet Monate im Voraus, und das Event zieht Fahrer aus ganz Europa an.

Sind die Straßen auf Mallorca sicher für Radfahrer?

Im Allgemeinen ja. Außerhalb der Hauptresort-Zonen und des Sommers ist das Verkehrsaufkommen niedrig, Autofahrer sind an Radler auf Bergstraßen gewöhnt, und der Straßenbelag auf beliebten Routen ist gut gepflegt. Die größten Risiken sind Reisebusse auf engen Bergstraßen wie Sa Calobra (früh fahren hilft) sowie Hitzeschlag im Juli und August, wenn man zu spät startet. Manche Tunnels in den Bergen sind unbeleuchtet – Vorder- und Rücklicht sind Pflicht.

Brauche ich eine geführte Tour oder kann ich auch alleine fahren?

Eigenständiges Fahren ist auf Mallorca absolut praktikabel. Routen sind gut dokumentiert mit GPX-Dateien aus verschiedenen Quellen, die Straßen sind gut beschildert und die Radinfrastruktur ist ausgereift. Geführte Touren lohnen sich, wenn du Fahrzeugbegleitung, Verpflegungsstopps, mechanische Unterstützung oder Gruppenunterstützung für eine große Herausforderung wie den Andratx-Pollença-Kurs brauchst. Für die meisten Fahrer, die gezielt für die klassischen Anstiege kommen, ist das selbstgeführte Fahren die Norm.

Zugehöriges Reiseziel:mallorca

Du planst eine Reise? Entdecke personalisierte Aktivitäten mit der Nomado-App.