Port de Pollença: Mallorcas entspanntester Ferienort im Norden
Port de Pollença liegt am ruhigeren Ende der nordmallorquinischen Küste, schmiegt sich um eine stille Bucht mit einer langen, von Pinien gesäumten Promenade, traditionellen Fischerbooten und der dramatischen Halbinsel Formentor gleich um die Ecke. Ein Ort für alle, die Atmosphäre mehr schätzen als Spektakel.
Fakten im Überblick
- Lage
- Bucht von Pollença, Nordmallorca, ca. 60 km nordöstlich von Palma
- Anfahrt
- Mit dem Auto über die Ma-13 ab Palma (ca. 55 Min.); TIB-Buslinie 340 ab Palma oder Alcúdia
- Zeitbedarf
- Mindestens ein halber Tag; ganzer Tag wenn du Strand, Hafen und das Boquer-Tal kombinierst
- Kosten
- Erkundung kostenlos; Restaurants und Wassersport je nach Angebot
- Am besten für
- Paare, Entschleunigungsreisende, Fotografen, Wanderer
- Offizielle Website
- www.pollensa.com/en

Was Port de Pollença wirklich ist
Port de Pollença ist ein kleiner Küstenort an der Bucht von Pollença im äußersten Norden Mallorcas, rund 60 Kilometer nordöstlich von Palma und etwa 6 Kilometer von der gleichnamigen Innenstadt entfernt. Es ist, ohne Übertreibung, einer der am meisten in sich ruhenden Ferienorte der Insel: flach bebaut, unaufgeregt und auf eine weitläufige Bucht ausgerichtet statt auf eine Kneipenmeile. Das Viertel ist echt – hier leben Menschen das ganze Jahr über –, und das verleiht dem Ort eine Substanz, die Zweckresorts einfach nicht haben.
Der Ort gliedert sich grob in mehrere Bereiche: den zentralen Hafen mit dem alten Fischerkai (Moll Vell), die als Pine Walk bekannte Uferpromenade sowie ruhigere Wohngebiete wie Llenaire und Gotmar, die sich nördlich und südlich entlang der Bucht erstrecken. Im Hintergrund rahmen die Serra de Tramuntana und die Halbinsel Formentor den Horizont so ein, dass fast jedes Foto von der Uferseite wie gezielt komponiert wirkt.
ℹ️ Gut zu wissen
Port de Pollença hat keine Eingangstore und keinen Eintritt – es ist eine lebendige Stadt, keine gemangte Attraktion. Strand, Promenade und Hafenbereich sind das ganze Jahr frei zugänglich.
Der Pine Walk: Mallorcas zivilisierteste Promenade
Das Herzstück jedes Besuchs ist der Passeig Saralegui, allgemein Pine Walk genannt – eine von alten Pinien gesäumte Uferpromenade, die sich entlang der gesamten Bucht zieht. Mit rund 1,5 Kilometern ist sie lang genug für einen echten Spaziergang statt nur einen kurzen Schlenderer, und breit genug, dass Restaurants, Cafés und Souvenirläden auf einer Seite nie beengt wirken.
Früh morgens zeigt sich der Pine Walk von seiner besten Seite. Vor 9 Uhr fällt das Licht flach von Osten über die Bucht, das Wasser liegt spiegelglatt da, und die einzigen Menschen sind Hundebesitzer aus der Nachbarschaft und gelegentliche Radfahrer. Gegen 10 Uhr werden die ersten Terrassenkaffees serviert; bis Mittag ist die Promenade belebt mit Familien, und der Duft von Sonnencreme mischt sich mit dem schwachen Salzhauch der Bucht. Im Juli und August treibt die Nachmittagshitze die meisten Menschen ganz von der Promenade weg – dann wird der Strand mit seinem Schatten attraktiver.
Bei Sonnenuntergang kehrt sich das um. Das Licht taucht die Tramuntana-Ausläufer im Westen in tiefes Bernstein, und die Promenade füllt sich erneut für den abendlichen Paseo vor dem Abendessen. Das ist die fotogenste Stunde – und sie kostet nichts außer etwas Geduld.
Einen umfassenderen Überblick darüber, wo Port de Pollença in die nördliche Küste der Insel eingebettet ist, bietet der Reiseführer für die Region Alcúdia – mit Infos zu Verkehrsverbindungen und saisonalen Besonderheiten in der gesamten Umgebung.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Mallorca Eastern Coast Roundtrip Boat Trip from Porto Cristo
Ab 25 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSmall group guided snorkelling tour in the Bay of Pollenca
Ab 55 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungScuba programme first-time diving experience in the Bay of Pollenca
Ab 110 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungShuttle Boat from Porto Cristo to Cala Millor
Ab 29 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Der Fischerhafen und der Moll Vell
Am südlichen Ende des Pine Walk, wo die Promenade ins Landesinnere schwenkt, erreichst du den Moll Vell – den alten Hafen. Traditionelle Holzfischerboote, sogenannte Llaüts, liegen hier noch immer neben modernen Schiffen vor Anker, und der Fischmarkt La Llonja ist morgens in Betrieb, wenn der Fang ankommt. Es riecht nach Salz, Diesel und gelegentlich frischem Fisch – ein ehrlicher Kontrast zur gepflegten Promenade fünfzig Meter weiter.
Der 1961 gegründete und 1993 mit dem königlichen Prädikat ausgezeichnete Club Nàutic Port de Pollença hat seinen Sitz in der modernen Marina neben dem alten Kai. Beide liegen nah beieinander, gehören aber verschiedenen Epochen an: auf der einen Seite Freizeitsegler und Motorjachten, auf der anderen Arbeitsboote. Wer verstehen möchte, warum Port de Pollença seinen Charakter bewahrt hat, während viele andere mallorquinische Ferienorte ihn längst verloren haben, findet hier die beste Antwort.
💡 Lokaler Tipp
Komm an Wochentagen zwischen 8 und 10 Uhr zum Moll Vell, um den Fischmarkt in Aktion zu erleben. Der Fang ist nach kommerziellen Maßstäben überschaubar, aber das Sortieren und Verhandeln des Morgenfangs ist schlicht faszinierend.
Strand und Bucht
Der Strand von Port de Pollença – Platja de Llenaire – verläuft nördlich des Pine Walk entlang der Bucht und erstreckt sich über rund 1.500 Meter hellen Sand. Das Wasser der Bucht von Pollença ist bemerkenswert ruhig; die Bucht ist weit genug geschlossen, um atlantische Dünung abzuhalten, was sie zu einer verlässlichen Wahl für Familien und alle macht, die lieber im flachen Wasser schwimmen. Der Meeresgrund ist sandig und der Abfall sanft – ideal für Stand-up-Paddler und Kajakfahrer.
Der Strand selbst ist nicht sonderlich spektakulär. Keine Klippen, keine Buchten, keine besondere Geologie. Was er bietet, ist Alltagstauglichkeit: sauberes Wasser, außerhalb des Hochsommers überschaubare Menschenmassen und die Halbinsel Formentor als Kulisse im Norden. Im Juli und August ist der Strand bis zum späten Vormittag voll; im Mai, Juni, September und Oktober dagegen ist viel Platz und die Wassertemperatur noch angenehm. Wer im Hochsommer kommt und einen Strand mit mehr Charakter oder weniger Betrieb sucht, wird anderswo auf der Insel fündig.
Für Strände mit dramatischerer Kulisse bietet der Reiseführer zur Halbinsel Formentor alle Informationen zu den Stränden und Aussichtspunkten, die nur 13,5 Kilometer nördlich per Straße erreichbar sind.
Das Boquer-Tal: Die Wanderung, die sich lohnt
Der Wanderweg ins Boquer-Tal beginnt am nordöstlichen Ortsrand, führt durch ein Tor neben einem Bauernhaus und steigt sanft in ein schmales Tal zwischen Kalksteinrücken hinauf. Hin und zurück zur Küste an der Cala Boquer dauert es in gemächlichem Tempo rund zwei Stunden; das Gelände ist felsig, aber nicht schwierig. Feste Schuhe sind Pflicht – der Pfad ist stellenweise lose und uneben.
Das Tal ist einer der besten Vogelbeobachtungsplätze auf Mallorca, besonders während des Frühjahrs- und Herbstzugs. Eleonorenfalken, Korallenmöwen und Wiedehopfe wurden hier alle schon gesichtet. Nahe dem Trailhead finden sich Spuren der vorrömischen Siedlung Bocchoris – man muss allerdings wissen, wonach man sucht. Die Wanderung endet an einer kleinen Bucht mit klarem Wasser und keinerlei Infrastruktur. Nimm genug Wasser mit, denn unterwegs gibt es keine Versorgungsmöglichkeiten.
⚠️ Besser meiden
Der Weg durchs Boquer-Tal kann im Sommer heiß und schattenlos sein. Starte im Juli und August vor 8 Uhr oder nach 17 Uhr. Die Bucht am Ende bietet keinen Schatten und keine Versorgung – nimm mehr Wasser mit, als du glaubst zu brauchen.
Wer das Wandern in den Mittelpunkt seines Besuchs stellen möchte, findet im Wanderführer für Mallorca längere Routen durch die Tramuntana sowie Tipps, wie man Tageswanderungen ab Port de Pollença mit der weiteren Region verbinden kann.
Geschichte: Wie der Ort wurde, was er ist
Port de Pollença war den Großteil seiner Geschichte ein kleiner Fischerhafen im Schatten der Innenstadt Pollença, die ihren Namen wiederum von der römischen Stadt Pollentia weiter südlich beim heutigen Alcúdia hat. Die Küstenlage war in Zeiten von Piraterie und Überfällen zeitweise gefährlich, was erklärt, warum die Bevölkerung der Region historisch eher ins Landesinnere zog.
Der Tourismus begann im kleinen Maßstab in den 1920er-Jahren, als Künstler und frühe Reisende die Qualität des Lichts und die Stille der Bucht entdeckten. Der englische Aquarellmaler Charles Tunnecliffe gehörte zu denen, die hier arbeiteten. Der Massentourismus kam in den 1960ern, wie überall auf den Balearen, aber Port de Pollença verkraftete ihn sanfter als viele andere Orte – teils wegen der Geografie, teils weil der Charakter des Ortes schon durch eine frühere, ruhigere Art von Besuchern geprägt worden war.
Anreise und Fortbewegung vor Ort
Mit dem Auto erreichst du Port de Pollença über die Autobahn Ma-13 ab Palma, dann auf die Ma-2200 Richtung Sa Pobla. Vom Flughafen Palma nimmst du die Ringstraße Ma-30, um das Stadtzentrum zu umfahren, und fährst dann auf der Ma-13 nach Norden. Unter normalen Verkehrsbedingungen dauert die Fahrt rund 55 Minuten – im Hochsommer länger.
Mit dem Bus betreibt TIB (Transport de les Illes Balears) die Linie 340 zwischen Palma und Port de Pollença mit Zwischenhalten in Alcúdia und Pollença. Die Fahrtzeiten sind länger als mit dem Auto, der Service aber zuverlässig und fährt den ganzen Tag in beide Richtungen. Aktuelle Fahrpläne findest du unter tib.org, da saisonale Fahrpläne gelten.
Im Ort selbst sind Pine Walk und Strand von jeder Unterkunft im Zentrum fußläufig erreichbar. Ein Fahrrad ist hier wirklich sinnvoll: Die flache Uferstraße und die Radwegverbindungen nach Alcúdia machen das Radfahren zu einer praktischen Option. Fahrradverleih gibt es bei mehreren Anbietern in der Nähe der Promenade.
Wer die Verkehrsverbindungen auf der gesamten Insel planen möchte, findet im Reiseführer für Mobilität auf Mallorca detaillierte Infos zu Buslinien, Mietwagen und den Zugverbindungen der Insel.
Fotografie und praktische Hinweise
Das beste Fotolicht in Port de Pollença gibt es in der Stunde nach Sonnenaufgang, wenn die Tramuntana-Ausläufer hinter der Bucht leuchten und das Wasser noch ruhig liegt. Der Fischerhafen bietet zu dieser Zeit eine Textur, die die Promenade nicht hat: verwittertes Holz, aufgerollte Taue, das Blau und Weiß der Llaüts vor dem Grün der Berge. Ein normales Weitwinkelobjektiv deckt das meiste ab; ein kurzes Teleobjektiv ist nützlich für die Falken, wenn du ins Boquer-Tal gehst.
Die Barrierefreiheit entlang des Pine Walk und des Hauptstrandbereichs ist grundsätzlich gut: Die Promenade ist flach und breit, der Strand hat ein sanftes Gefälle, und die meisten zentralen Cafés und Restaurants haben einen ebenen oder nahezu ebenen Eingang. Der Wanderweg ins Boquer-Tal ist nicht für Rollstühle oder Kinderwagen geeignet. Wer auf Barrierefreiheit angewiesen ist, erlebt auch mit Promenade und Hafen allein einen vollwertigen, lohnenden Besuch.
Port de Pollença ist ruhiger als das südlich gelegene Alcúdia und deutlich ruhiger als die Ferienorte an der Südwestküste. Im Oktober und November verlangsamt sich das Leben erheblich, manche Restaurants schließen, und der Strand ist fast menschenleer. Für alle, die genau das suchen, ist es einer der angenehmsten Orte der Insel in der Nebensaison.
Der Reiseführer für Mallorca im Oktober zeigt im Detail, was geöffnet bleibt und wie die nördlichen Orte aussehen, wenn der Sommer abreist.
Insider-Tipps
- Der Sonntagsmarkt in Pollença (6 km im Landesinneren) findet das ganze Jahr über statt und ist einer der authentischsten auf der Insel. Kombiniere ihn mit einem Nachmittag im Hafen für einen vollen Tag abseits der üblichen Touristenroute.
- Der Abschnitt der Uferstraße nördlich des Pine Walk Richtung Llenaire ist zu Stoßzeiten deutlich weniger überfüllt als der Hauptstrand. Die Wasserqualität ist identisch – der Lärmpegel nicht.
- Wer im Sommer zum Strand von Formentor möchte: Die Zufahrtsstraße ab Port de Pollença ist in den Hauptmonaten auf Shuttlebusse beschränkt. Der Bus fährt vom Hafen ab und erspart dir die Warterei an gesperrten Straßen.
- Die Restaurantterrassen am Pine Walk sind ordentlich, aber touristisch bepreist. Eine Straße weiter ins Wohnviertel hinter der Promenade verbessert sich das Preis-Leistungs-Verhältnis spürbar.
- Vogelbeobachter sollten das Boquer-Tal in den ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang aufsuchen – dann sind die Vögel am aktivsten und das Licht scharf genug zur Bestimmung ohne Fernglas.
Für wen ist Port de Pollença geeignet?
- Paare, die eine entspannte Unterkunft mit guten Wandermöglichkeiten suchen
- Familien mit kleinen Kindern, die ruhiges, flaches Wasser bevorzugen
- Vogelbeobachter und Naturwanderer auf dem Boquer-Tal-Pfad
- Fotografen, die goldenes Abendlicht über der Bucht ohne städtischen Lärm suchen
- Reisende, die eine ruhige Basis im Norden mit schnellem Zugang zu Formentor und Alcúdia wollen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Alcúdia:
- Alcúdia Altstadt
Die Altstadt von Alcúdia ist Mallorcas historisch vielschichtigste Siedlung – mit talayotischen Ursprüngen, römischen Ruinen und intakten Stadtmauern aus dem 14. Jahrhundert, die enge Kopfsteinpflastergassen, eine neugotische Kirche und einen zweimal wöchentlichen Markt umschließen. Der Eintritt ist kostenlos, und die Atmosphäre unterscheidet sich dramatisch zwischen der morgendlichen Stille und dem Trubel der Reisegruppen am Mittag.
- Cala Molins
Cala Molins ist eine von vier Sandbuchten, die zusammen das Feriendorf Cala Sant Vicenç bilden – 7 km von Pollença entfernt im Norden Mallorcas. Eingerahmt von kiefernbedeckten Klippen und Wohnhäusern bietet sie feinen Sand, ungewöhnlich klares Wasser und eine ruhigere Atmosphäre als die bekanntesten Strände im Süden der Insel. Eintritt ist frei.
- Halbinsel Formentor
Die Halbinsel Formentor erstreckt sich 20 Kilometer in das Mittelmeer hinaus – mit senkrechten Kalksteinfelsen, einem kieferngesäumten Strand und einem historischen Leuchtturm an der nördlichsten Spitze. In den Sommermonaten ist die Zufahrt nur per Pendelbus möglich, also lohnt sich eine gute Planung. Das Wichtigste, bevor du losfährst.
- Playa de Muro
Die Playa de Muro erstreckt sich über 6 Kilometer entlang der Bucht von Alcúdia und verbindet Blaue-Flagge-Einrichtungen mit unberührten Dünenkorridoren und kieferngesäumtem Ufer. Sie ist einer der längsten und ökologisch bedeutsamsten Strände Mallorcas – direkt neben dem Naturpark S'Albufera.