The Temple Bar Pub: Was dich in Dublins berühmtestem Pub erwartet
Mit seiner roten Fassade, Whiskeyregalwänden und Live-Irish-Music von mittags bis in die frühen Morgenstunden ist der Temple Bar Pub das Pub-Bild, das die meisten Besucher im Kopf haben, wenn sie an Dublin denken. Ob das ein Grund ist, hinzugehen oder lieber woanders hinzuschauen, hängt davon ab, was du von einem Abend erwartest.
Fakten im Überblick
- Lage
- 46–48 Temple Bar, Dublin D02 N725 — Südufer des Liffey, Temple Bar Viertel
- Anfahrt
- Fußweg vom DART-Bahnhof Tara Street (5 Min.) oder von der O'Connell Street (10 Min. zu Fuß). Über die Ha'penny Bridge bist du in wenigen Schritten in der Temple Bar Street.
- Zeitbedarf
- 30 Minuten für ein Getränk und einen Rundblick; 2+ Stunden, wenn du für Live-Musik bleibst
- Kosten
- Kein Eintritt. Getränkepreise auf üblichem Dubliner Innenstadtniveau — rechne mit mehr als in Viertelpubs außerhalb des Zentrums.
- Am besten für
- Erstbesucher Dublins, Irish-Music-Fans, Whiskey-Entdecker und alle, die Dublins Pub-Kultur auf einmal und in konzentrierter Form erleben wollen
- Offizielle Website
- thetemplebarpub.com

Was der Temple Bar Pub wirklich ist
Der Temple Bar Pub ist ein großes, mehrstöckiges traditionelles Irish Pub an einer Eckposition zur Temple Lane South, mitten im Kulturviertel Dublins. Es ist nach fast jedem Maßstab das meistfotografierte Pub des Landes: Die rubinrote Fassade, die handbemalte Beschriftung und die vor dem Eingang gestapelten Fässer machen es auf tausend Reisefotos sofort erkennbar. Diese Berühmtheit bringt Menschenmassen, höhere Preise und viele Erstbesucher mit sich — das ist gut zu wissen, bevor du hingehst.
Das Pub beansprucht eine Geschichte bis ins Jahr 1840, doch dieses Datum taucht eher in Reiseführern als in offiziellen Quellen auf — nimm es also als Teil der Pub-Legende, nicht als belegtes Gründungsjahr. Sicher ist, dass das Gebäude seit sehr langer Zeit ein Pub ist und in einem der ältesten Teile des Dubliner Stadtzentrums liegt, in einem Viertel, das seinen Namen von der umliegenden Gegend trägt.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Name „Temple Bar" bezeichnet das gesamte Kulturviertel, nicht nur dieses Pub. Das Viertel selbst wurde nach Sir William Temple benannt, einem Provost des Trinity College Dublin aus dem frühen 17. Jahrhundert, dessen Haus und Gärten einst diesen Teil des Südufers einnahmen. Pub und Viertel teilen denselben Namen — was bei Erstbesuchern für echte Verwirrung sorgt.
Wenn du das weitere Viertel vor deinem Besuch besser verstehen möchtest, erklärt der Temple Bar Viertelguide das Kulturviertel umfassend — mit Galerien, Kopfsteinpflastergassen und ruhigeren Ecken, die die meisten Besucher nie erreichen.
Das Innere: Mehr Platz als von außen vermutet
Einmal drin, öffnet sich das Pub überraschend weit. Das Innere ist dicht mit Gegenständen gefüllt: Whiskey-Flaschen bedecken ganze Wände, gerahmte Schwarz-Weiß-Fotos Dublins aus verschiedenen Jahrzehnten, Vintage-Werbeschilder und eine Holzbar, die fast die gesamte Länge des Hauptraums einnimmt. Die Einrichtung ist bewusst so gestaltet, dass sie gewachsen wirkt und nicht geplant — und der Effekt ist gut gelungen.
Es gibt mehrere Räume und Ebenen, was bedeutet, dass du selbst an vollen Abenden mit etwas Geduld meistens einen Sitzplatz findest. Der Hauptbarraum ist der lauteste und vollste. Nebenräume und obere Bereiche sind tendenziell ruhiger und etwas weniger hektisch — wobei „ruhig" freitagabends relativ zu verstehen ist.
Die Whiskey-Auswahl ist wirklich beeindruckend. Das Pub führt eine breite Palette irischer Whiskeys, darunter Single Malts, Single Pot Stills, Blends und limitierte Abfüllungen, die du in einem normalen Dubliner Pub kaum finden würdest. Wenn Whiskey dein Ding ist, lohnt sich der Besuch allein dafür — Touristenandrang hin oder her.
Live-Musik: Wann es funktioniert und wann nicht
Das Pub bewirbt Live-Irish-Music als festes Programm, das den ganzen Tag bis in die frühen Morgenstunden läuft. In der Praxis bedeutet das eine wechselnde Besetzung von Musikern, die Traditional und Folk spielen — manchmal zwei oder drei Sessions an einem einzigen Tag. Die Qualität schwankt: Nachmittagssessions sind meist entspannter und musikalisch echter, während Abendvorstellungen zunehmend auf die Nachfrage des Publikums nach bekannten Songs eingehen.
Die beste Zeit, Musik in einer Atmosphäre zu erleben, die noch wie ein Pub und nicht wie eine Show wirkt, ist der frühe Nachmittag an Wochentagen — ungefähr zwischen 14 und 17 Uhr. Ab 19 Uhr ist die Hauptbar von Donnerstag bis Sonntag so voll, dass die Musik im Stimmengewirr der Menge untergeht.
💡 Lokaler Tipp
Wenn Live-Traditional-Music für deinen Dublin-Besuch Priorität hat, solltest du den Temple Bar Pub mit einem Abstecher zum Cobblestone in Smithfield kombinieren. Dort herrscht eine ruhigere, sessionorientiertere Atmosphäre und das Publikum besteht aus Einheimischen, die selbst spielen. Die beiden Pubs stehen für entgegengesetzte Enden des Dubliner Trad-Music-Erlebnisses.
Wann gehen und was zu verschiedenen Zeiten zu erwarten ist
Das Pub öffnet an Wochentagen und samstags um 10:30 Uhr, sonntags um 12:30 Uhr. Die Küche öffnet zu denselben Zeiten. Morgens ist das Pub die Ausnahme zur vollen Regel: Vor Mittag an einem Wochentag ist es ruhig genug, um das Innere wirklich zu erkunden, die alten Fotos an den Wänden zu studieren und ein Gespräch mit dem Barteam zu führen. Die handwerkliche Qualität des Raums lässt sich viel besser genießen, wenn man nicht angerempelt wird.
Ab etwa 13 Uhr nimmt der Touristenstrom stetig zu. Ab 16 Uhr an jedem Tag von Spätfrühling bis Frühherbst drängen sich Menschen vor der Fassade für Fotos, und drinnen ist fast kein Platz mehr. Donnerstag- bis Samstagabende bringen das Pub auf sein lautestes Niveau: Die Sperrstunde ist an Donnerstag, Freitag und Samstag auf 2:30 Uhr verlängert, und die Energie in der Hauptbar ist unverkennbar nächtlich.
Sonntagnachmittage haben ihren eigenen Charakter. Das Pub bleibt bis spät in die Nacht geöffnet, aber die Nachmittagssession von etwa 14 bis 18 Uhr zieht oft ein etwas entspannteres Publikum als das Samstagabend-Gedränge an. Es ist an keinem Tag ein Locals-Pub, aber sonntags kommt es diesem Gefühl näher als an Wochenendabenden.
⚠️ Besser meiden
Rechne an einem Wochenendabend nicht damit, direkt zur Bar vordringen zu können. Die Schlange für Getränke kann lang sein, der Lärmpegel ist hoch, und persönlicher Raum ist rar. Wenn du Dublin hauptsächlich wegen seiner Pub-Kultur besuchst, solltest du mindestens einen Abend in einem weniger zentralen Viertelspub einplanen — das gibt dir ein ganz anderes und wohl echteres Erlebnis.
Fotografie, Fassade und die Umgebung
Die Außenansicht des Temple Bar Pub ist eines der meistfotografierten Motive in Dublin. Das Zusammenspiel aus rotem und goldenem Anstrich, handgeschriebenen Schildern, Blumenkästen und laternenartigen Leuchten ergibt eine Komposition, die zu fast jeder Tageszeit gut fotografiert. Das Morgenlicht von Osten trifft die Fassade klar, bevor die Straße sich füllt. Die goldene Stunde vor Sonnenuntergang taucht den roten Anstrich in ein warmes Licht, das besonders schöne Aufnahmen ermöglicht.
Wer ein freies Bild ohne Menschenmassen im Vordergrund möchte, sollte vor 10 Uhr ankommen. Ab der Öffnungszeit um 10:30 Uhr sammeln sich andere Fotografen und frühe Besucher. Die Temple Bar Street selbst ist gepflastert und schmal, was den Aufnahmeabstand begrenzt — ein Weitwinkelobjektiv funktioniert hier besser als ein Teleobjektiv.
Das Pub liegt etwa zwei Gehminuten von der Ha'penny Bridge, Dublins bekanntester Fußgängerbrücke über den Liffey, entfernt — eine naheliegende Kombination für einen Morgenspaziergang. Überquere die Brücke von der Nordseite, biege links auf die Quays ab, und du erreichst die Temple Bar Street in unter fünf Minuten.
Essen und Trinken: Was du bestellen solltest
Die Küche serviert Irish Pub Food: traditionelle Gerichte wie Rindfleisch-Guinness-Eintopf, Fish and Chips und Irish Breakfast. Das Essen ist solide, nicht spektakulär, aber verlässlich verfügbar und großzügig portioniert. Eine praktische Option, wenn du in der Gegend bist und Hunger hast — kein kulinarisches Highlight.
Das Guinness ist, wenig überraschend, gut gepflegt. Pints kosten hier mehr als in den meisten Dubliner Pubs außerhalb des unmittelbaren Touristenzentrums — das ist der Preis für Lage und Atmosphäre. Die interessanteste Stelle der Getränkekarte ist die Whiskey-Auswahl: Frag das Barteam nach Single Pot Still Irish Whiskeys — das ist eine spezifisch irische Kategorie, hergestellt aus einer Maische aus gemälzter und ungemälzter Gerste, und klar zu unterscheiden vom schottischen Malt Whisky.
Wer tiefer in die irische Whiskey-Kultur eintauchen möchte, ist im Irish Whiskey Museum gut aufgehoben, das nur einen kurzen Fußweg entfernt an der Grafton Street liegt und den historischen und produktionstechnischen Kontext liefert, der eine Whiskey-Bestellung an der Bar deutlich interessanter macht.
Barrierefreiheit und praktische Hinweise
Große Teile des Temple Bar Viertels sind für Fußgänger gesperrt, was die Navigation zu Fuß erleichtert. Allerdings sind die Kopfsteinpflastergassen in der unmittelbaren Umgebung uneben — das solltest du bei eingeschränkter Mobilität im Hinterkopf behalten. Konkrete Angaben zur Barrierefreiheit des Pubs selbst — stufenfreier Eingang, barrierefreie Einrichtungen — ließen sich zum Zeitpunkt dieses Artikels in offiziellen Quellen nicht bestätigen. Wende dich direkt an das Pub, wenn das für deine Planung relevant ist.
Der nächste DART-Bahnhof ist Tara Street, etwa 5 Gehminuten über den Fluss entfernt. Wer mit der Luas anreist, steigt an der Haltestelle Jervis der Red Line aus, von dort sind es rund 10 Minuten zu Fuß. Einen umfassenden Überblick über die öffentlichen Verkehrsmittel im Dubliner Stadtzentrum bietet der Dublin ÖPNV-Guide — mit allen wichtigen Optionen, einschließlich Tageskarten und dem TFI 90-Minuten-Umsteigetarif.
Insider-Tipps
- Die Ecke der Bar am Eingang zur Temple Lane South ist selbst an vollen Abenden etwas weniger überfüllt, um zu bestellen. Die meisten drängen sich zum Haupteingang an der Temple Bar Street.
- Frag gezielt nach Single Pot Still Irish Whiskeys, statt einfach einen Markennamen zu nennen. Das Personal kennt diese Kategorie gut und kann Flaschen empfehlen, die du in einem normalen Pub nicht findest.
- Der Oberstock bietet an lauten Abenden etwas Ruhe vor dem Trubel im Erdgeschoss — lohnt sich zu checken, bevor du das Pub als zu laut abstempelst.
- Die Fassade sieht in den 30 Minuten nach Sonnenaufgang am besten aus: Das Licht fällt schräg, die Straße ist leer, und das Rot leuchtet klar vor einem blauen Himmel. Das Foto holst du dir früh, das Getränk später.
- Da das Pub bereits um 10:30 Uhr öffnet, ist der Temple Bar Pub eines der wenigen zentralen Dubliner Pubs, in dem du morgens in Ruhe einen Kaffee trinken oder früh zu Mittag essen kannst — in echter Pub-Atmosphäre, lange bevor der Abendtrubel und die Sperrzeiten um 1:30 Uhr (frühe Wochentage) bzw. 2:30 Uhr (starke Nächte) losgehen.
Für wen ist The Temple Bar Pub geeignet?
- Erstbesucher Dublins, die das berühmteste Pub der Stadt sehen und fotografieren möchten
- Whiskey-Liebhaber, die eine gut sortierte Auswahl irischer Whiskeys auf einen Sitz erkunden wollen
- Reisende, die Live-Traditional-Irish-Music suchen, ohne lange nach einer Session Ausschau halten zu müssen
- Gruppen, die einen zentralen Treffpunkt mit ausreichend Platz für unterschiedliche Ankunftszeiten suchen
- Alle, die ihren Vormittagsrundgang durch das Temple Bar Viertel planen, bevor die Nachmittagsmassen eintreffen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Temple Bar:
- Chester Beatty Library
Auf dem Gelände von Dublin Castle beherbergt die Chester Beatty Library eine der bedeutendsten Sammlungen von Manuskripten, seltenen Büchern und dekorativen Künsten weltweit – von der ägyptischen Antike bis zum kaiserlichen Japan. Der Eintritt ist in der Regel kostenlos, aber das Museum ist vom 15. Juni bis Dezember 2026 wegen der irischen EU-Ratspräsidentschaft geschlossen. Bitte prüfe chesterbeatty.ie vor deinem Besuch.
- Dublin Castle
Dublin Castle war von 1204 bis 1922 das Zentrum der britischen Herrschaft in Irland – bis Michael Collins die Machtübergabe auf seinem Burghof entgegennahm. Die Staatsgemächer, die Kapelle Chapel Royal und die unterirdischen Wikingerausgrabungen sind normalerweise für Besucher zugänglich, doch das gesamte Gelände ist vom 15. Juni bis Dezember 2026 wegen der irischen EU-Ratspräsidentschaft geschlossen. Bitte vor dem Besuch auf dublincastle.ie nachschauen.
- Ha'penny Bridge
Die Ha'penny Bridge steht seit 1816 als schmaler Gusseisenbogen über den River Liffey und verbindet Temple Bar am Südufer mit der Liffey Street im Norden. Rund um die Uhr kostenlos begehbar, bietet sie einen der meistfotografierten Aussichtspunkte Dublins – und ein echtes Stück Stadtgeschichte unter den Füßen.