Profitis Ilias: Waldreiche Bergidylle auf Rhodos
Mit 798 Metern ist Profitis Ilias der drittgrößte Gipfel von Rhodos, eingehüllt in dichten Kiefern- und Zypressenwald. Er bietet einen beeindruckenden Kontrast zu den Küstenattraktionen der Insel: kühler Schatten, Architektur aus der italienischen Ära, ruhige Wanderwege und eine Bergkapelle mit weitem Blick über die Ägäis.
Fakten im Überblick
- Lage
- Zentral-westliches Rhodos, nahe den Dörfern Eleousa und Salakos
- Anfahrt
- Auto oder Taxi empfohlen; KTEL-Busse fahren nach Salakos (Fahrplan lokal erfragen); kurvenreiche Bergstraßen erfordern Vorsicht
- Zeitbedarf
- 2–5 Stunden, je nach Wanderung oder Fahrt zum Gipfel
- Kosten
- Freier Zugang; kein Eintrittsgeld
- Am besten für
- Wanderer, Naturliebhaber, Geschichtsinteressierte und alle, die der Sommerhitze entfliehen wollen

Was Profitis Ilias wirklich ist
Profitis Ilias (Προφήτης Ηλίας, auf Deutsch: Prophet Elias) ist ein 798 Meter hoher Berg im zentral-westlichen Teil von Rhodos, grob südwestlich der Hauptstadt Rhodos-Stadt und landeinwärts von der antiken Stätte Kamiros. Er ist der drittgrößte Gipfel der Insel, nach dem Attavyros mit 1.210 Metern. Anders als der größte Teil von Rhodos, der von Mai bis September unter der Mittelmeersonne brutzelt, bleibt Profitis Ilias spürbar kühler – dank eines dichten Blätterdachs aus Kalabresischer Kiefer und Zypresse, das die oberen Hänge bedeckt. An einem heißen Julitag in den Küstenresorts kann die Temperatur hier oben 5 bis 8 Grad niedriger wirken.
Der Berg ist ein natürliches Gelände mit freiem öffentlichem Zugang – keine Drehkreuze, keine Kassen. Was Besucher anzieht, ist eine Kombination aus mehreren Dingen: die Landschaft selbst, ein Ensemble italienischer Gebäude, die sich seltsam vertraut anfühlen wie ein Stück Alpen, eine kleine Kapelle des Propheten Elias sowie Wanderwege, die ohne Spezialausrüstung begehbar sind. Es ist kein dramatischer Alpengipfel im Schweizer Sinne – aber es gibt nichts anderes wie ihn auf Rhodos.
💡 Lokaler Tipp
Die Zufahrtsstraße von Eleousa zum Gipfelbereich ist schmal und kurvenreich. Fahr langsam, achte auf Fußgänger auf der Straße und überprüfe den Tankstand vor der Auffahrt. Auf dem Berg gibt es keine Tankstellen.
Das italienische Erbe: Hotels, Dörfer und eine sagenhafte Villa
Die auffälligsten Sehenswürdigkeiten am Profitis Ilias sind keine natürlichen. Während der italienischen Besatzung des Dodekanes (1912 bis 1943) entwickelte die Kolonialverwaltung die Insel mit einem Ehrgeiz, der teils praktisch, teils theatralisch war. An den Hängen des Profitis Ilias bauten sie zwei Alpenhotels: das Hotel Elafos (deutsch: Hirsch, fertiggestellt 1929) und das Hotel Elaina (Hirschkuh, fertiggestellt 1932). Beide Gebäude sind im Tiroler Chalet-Stil errichtet, der surreal zwischen griechischen Kiefern wirkt – mit steilen Dachlinien, Holzdetails und Steinfassaden. Elafos, das größere der beiden, ist das, das Besucher meistens zuerst sehen.
Ob eines der Hotels zu einem bestimmten Zeitpunkt geöffnet und in Betrieb ist, ist nicht garantiert. Ihr Status hat sich über die Jahrzehnte verändert. Komm nicht mit der Erwartung, dort essen oder einen Kaffee trinken zu können, ohne das vorher lokal nachgefragt zu haben. Was du jedoch in jedem Fall findest, ist die Architektur selbst – und die ist schon von außen sehenswert: eine stille Erinnerung daran, dass Rhodos 30 Jahre unter italienischer Herrschaft stand, bevor es 1947 Teil Griechenlands wurde.
Das nahe gelegene Dorf Eleousa am Fuß des Berges war selbst eine italienische Agrarsiedlung. Von den Italienern ursprünglich Campochiaro genannt, wurde es als Muster-Landwirtschaftsgemeinde entwickelt und hat einen ausgesprochen un-griechischen Grundriss: mit einer zentralen Piazza, einer Bogenarkade und italienischen Rationalismus-Gebäuden. Ein langsamer Spaziergang durch das Dorf lohnt sich. Auf den Hängen zwischen Eleousa und dem Gipfel verortet die lokale Überlieferung die Ruinen einer Villa, die mit Mussolini in Verbindung gebracht wird – allerdings lässt sich das nicht mit Sicherheit belegen. Die Ruine, falls du sie findest, ist überwuchert und nicht ausgeschildert.
Tickets & Führungen
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Ab 70 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung3-Hour All Inclusive Sun and Sea Swimming Cruise in Rhodes
Ab 55 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungRhodes Sunset Cruise with Greek BBQ and Unlimited Drinks
Ab 65 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungPalace of the Grand Master Ticket and Audio Tour by App
Ab 30 €Sofortige Bestätigung
Die Kapelle und der Gipfelbereich
Am oder nahe dem Gipfel steht eine kleine weiß getünchte Kapelle, die dem Profitis Ilias – dem Propheten Elias – geweiht ist, nach dem der Berg benannt ist. Elias ist in der griechisch-orthodoxen Tradition mit Hochorten verbunden, und Kapellen mit seinem Namen stehen auf Gipfeln überall in Griechenland. Diese hier ist schlicht und in der Regel verschlossen – außer beim Fest des Propheten Elias Ende Juli, wenn manchmal ein kleines Panegyri (Dorffest) hier stattfindet. Das Datum fällt auf etwa den 20. Juli, und wenn du zu dieser Zeit auf Rhodos bist, lohnt es sich, vor Ort nachzufragen, ob die Feier stattfindet.
Vom Gipfelbereich reicht der Blick bei klarem Wetter nach Westen zur türkischen Küste und nach Süden entlang des Rückgrats von Rhodos zum Attavyros. Es ist keine offene Panoramaterrasse wie die Akropolis von Lindos. Bäume versperren teilweise die Sicht, und die besten Aussichten ergeben sich an bestimmten Lichtungen. Früh morgens, bevor der Dunst aufzieht, ist die Sicht am schärfsten.
Wanderung zum Gipfel: Wie der Weg wirklich ist
Der am häufigsten genutzte Wanderweg beginnt in Salakos, einem kleinen Dorf an den Westhängen. Der Weg umfasst etwa 7 Kilometer hin und zurück und steigt stetig durch Kiefernwald an. Der Schwierigkeitsgrad ist mittel: Es gibt keine technischen Passagen, aber das Gefälle ist gleichmäßig genug, um in der Sommerhitze eine echte Herausforderung zu sein. Festes Schuhwerk ist sinnvoll. Nimm mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person mit.
Ein früher Start vor 8 Uhr hat zwei Vorteile: Das Licht ist weich und fotogen, wie es durch die Kiefern fällt, und du wirst den Weg mit großer Wahrscheinlichkeit für dich allein haben. Zur Mittagszeit im Sommer staut sich die Wärme im Wald und der Weg wird weniger angenehm. Oktober und Mai sind wohl die besten Monate: Die Luft ist klar, der Wald ist ruhig und der Weg ist trocken. Im Winter können die oberen Hänge kalt und gelegentlich neblig sein.
Profitis Ilias lässt sich gut in ein umfassenderes Inlands-Reiseprogramm einbinden. Das Tal der Schmetterlinge ist in derselben Gegend erreichbar, und die antike Stätte der Kallithea-Quellen bietet sich als abwechslungsreicher Küstenstopp auf dem Rückweg an.
⚠️ Besser meiden
Auf dem Berg gibt es keine verlässliche Wasserquelle. Die Taverne Elafaki nahe dem unteren Parkplatz ist im Sommer manchmal geöffnet – verlasse dich aber nicht darauf. Nimm alles, was du brauchst, aus Salakos oder Eleousa mit.
Wie sich der Berg im Tagesverlauf verändert
Morgens riecht der Wald intensiv nach Kiefernharz, was in der Tageshitze noch ausgeprägter wird. Der Vogelgesang ist in den ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang am lebhaftesten. Das Licht fällt zu dieser Stunde flach durch die Bäume, wirft lange Schatten auf den Weg und beleuchtet den Waldboden auf eine Art, die Fotografen belohnt. Wer hinauf fährt, merkt, wie die Temperatur auf der Straße aus Eleousa schon nach wenigen Minuten nach Verlassen des Dorfes spürbar sinkt.
Mittags ist der Wald warm und still. Die meisten Gelegenheitsbesucher sind bereits angekommen, haben nahe den Hotels geparkt, eine kurze Runde gedreht und sind weitergefahren. Der Gipfelbereich ist ab etwa 14 Uhr bis 16 Uhr wirklich ruhig, wenn Reisegruppen typischerweise anderswo sind. Am späten Nachmittag taucht ein goldenes Licht die italienischen Hotels in ein schönes Fotolicht. Der Sonnenuntergang von den Gipfellichtungen kann beeindruckend sein – die Rückfahrt im Dunkeln erfordert jedoch Vorsicht.
Wenn du einen ganzen Tag rund um das Inland von Rhodos planst, sind die Sieben Quellen (Epta Piges) im Nordosten ein weiteres bewaldetes Ausflugsziel, das sich gut mit Profitis Ilias kombinieren lässt. Für einen umfassenderen Überblick bei der Reiseplanung zeigt der 3-Tage-Reiseroute für Rhodos, wie sich Küsten- und Inlandsattraktionen am besten miteinander verbinden lassen.
Praktische Informationen für Besucher
Profitis Ilias ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt. Es gibt keine offiziellen Öffnungszeiten, da es sich um ein offenes Naturgelände handelt. Die Zufahrtsstraße ist asphaltiert, aber schmal; ein normales Auto kommt problemlos durch, größere Fahrzeuge sollten an Kurven aufpassen. Parkplätze gibt es nahe der Taverne Elafaki und bei den Hotels.
Der öffentliche Nahverkehr zum Berg selbst ist begrenzt. KTEL-Busse verbinden Salakos mit Rhodos-Stadt, und von Salakos aus kannst du zu Fuß gehen oder für den letzten Aufstieg ein Taxi nehmen. Ein Mietwagen bietet die größte Flexibilität und ist für die meisten Besucher die praktischste Wahl. Die Fahrt von Rhodos-Stadt dauert unter normalen Bedingungen etwa 45 Minuten.
Für alle, die einen Selbstfahrer-Tag durch West- und Zentralrhodos planen, erklärt der Mietwagenführer für Rhodos, was dich bei Mietpreisen, Straßenverhältnissen und lokalen Fahrgewohnheiten erwartet.
Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität ist die Zugänglichkeit begrenzt. Der Gipfelbereich ist mit dem Auto erreichbar, aber das Gelände rund um die Hotels und die Kapelle ist uneben – mit Schotterwegen, Baumwurzeln und keiner befestigten Oberfläche. Der Wanderweg ab Salakos ist für Rollstühle oder Kinderwagen nicht geeignet. Wer kein unebenes Gelände bewältigen kann, kann dennoch bis zum Hotelbereich fahren und die Architektur und den Wald in unmittelbarer Umgebung genießen.
ℹ️ Gut zu wissen
Zieh dich in Schichten an, wenn du im Frühling oder Herbst kommst. Der Gipfelbereich ist durchgehend kühler als die Küste, und eine leichte Jacke ist selbst im Juni nützlich. Im Winter können die Temperaturen nachts gegen null sinken.
Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich der Ausflug?
Profitis Ilias belohnt Besucher, die ihn zu seinen eigenen Bedingungen erleben. Es ist kein dramatisches Spektakel. Es gibt keine Panoramaterrasse mit Café und Souvenirladen. Das Hotel Elafos ist vielleicht geöffnet – vielleicht auch nicht. Die Kapelle ist klein. Was der Berg bietet, ist Tiefe: eine Landschaft, die sich völlig anders anfühlt als die Strandresorts, Architektur, die ein Kapitel der Geschichte von Rhodos erzählt, das die meisten Touristen übergehen, und echte Stille.
Besucher, die vor allem wegen der Strände, des Nachtlebens oder der antiken Geschichte kommen, werden hier möglicherweise einen Umweg machen, der sich nicht auszahlt. Wer neugierig auf die italienische Epoche der Insel ist, gerne durch Wälder wandert oder einfach einen Nachmittag weg vom Trubel in Lindos oder Faliraki möchte, wird es sehr wahrscheinlich lohnenswert finden. Er passt besonders gut zum nahe gelegenen Dorf Eleousa und einem Abstecher zur archäologischen Stätte Kamiros an der Küste unten.
Für ein vollständigeres Bild von dem, was Rhodos jenseits seiner bekannten Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, stellt der Geheimtipps-Guide für Rhodos mehrere Orte im Landesinneren und abseits der ausgetretenen Pfade vor, die vom Charakter her gut zu einem Besuch des Profitis Ilias passen.
Insider-Tipps
- Das Fest des Propheten Elias findet um den 20. Juli statt. Wenn du zu dieser Zeit auf Rhodos bist, frag vor Ort, ob ein Panegyri an der Gipfelkapelle stattfindet. Diese kleinen Feste mit Musik, Essen und Kerzenlicht gehören zu den authentischsten Erlebnissen auf der Insel.
- Die Straße von Eleousa zum Gipfel führt durch einen der stimmungsvollsten Kiefernwälder auf Rhodos. Fahr langsam und halte an den natürlichen Aussichtspunkten an. Der Waldboden und das gefilterte Licht sind es wert, fotografiert zu werden – noch bevor du oben ankommst.
- Das Dorf Eleousa unterhalb des Berges hat seine italienische Rationalist-Architektur fast vollständig bewahrt. Die zentrale Arkade und die Piazza werden von Touristen kaum besucht und verdienen 20 bis 30 Minuten Erkundung vor oder nach dem Berg.
- Die Taverne Elafaki nahe dem unteren Parkplatz ist im Sommer gelegentlich geöffnet und ein guter Stopp für ein kühles Getränk nach der Wanderung – die Öffnungszeiten sind aber unregelmäßig. Plan deinen Tag nicht danach.
- Für den klarsten Blick auf die Küste empfiehlt sich früh morgens im Oktober oder Mai. Im Sommer trübt Hitzeflimmern die Fernsicht oft schon am späten Vormittag.
Für wen ist Profitis Ilias geeignet?
- Wanderer, die einen Waldweg mit kulturellem Hintergrund suchen
- Geschichtsbegeisterte mit Interesse an der italienischen Kolonialzeit auf Rhodos
- Fotografen, die bewaldete Landschaften und stimmungsvolle Architektur suchen
- Reisende, die der sommerlichen Küstenhitze für ein paar Stunden entfliehen wollen
- Neugierige Besucher, die eine Seite von Rhodos sehen möchten, die Pauschalurlauber meist verpassen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Kombiniere deinen Besuch mit:
- Burg Asklipio
1479 von den Johannitern auf einem Kalksteinrücken über einem stillen Dorf erbaut, gehört die Burg Asklipio zu den am wenigsten besuchten mittelalterlichen Festungen von Rhodos. Der Eintritt ist frei, der Zugang rund um die Uhr möglich – und der Ausblick auf die südliche Küste macht den Umweg für alle lohnenswert, die bereit sind, über Lindos hinauszufahren.
- Burg Kritinia
Auf einem felsigen Hügel 131 Meter über der Westküste von Rhodos thront die Burg Kritinia – eine mittelalterliche Festung, die 1472 von den Johannitern erbaut wurde. Die Ruinen sind frei zugänglich, der Blick reicht über die Ägäis bis zur Türkei, und die Stille ringsum macht sie zu einem der atmosphärischsten Ausflugsziele der Insel für geschichtsbegeisterte Reisende.
- Kloster Fountoukli
Das Kloster Fountoukli, offiziell bekannt als Agios Nikolaos Fountoukli, ist eine byzantinische Kirche aus dem 14. Jahrhundert, die in den bewaldeten Hügeln des Inselinneren liegt. Mit originalen Fresken, einem charakteristischen Vierkonchen-Grundriss und kaum Besucherandrang lohnt sich der Abstecher für alle, die abseits der Küste erkunden wollen.
- Sieben Quellen (Epta Piges)
Die Sieben Quellen, auf Griechisch Epta Piges, sind ein bewaldetes Tal rund 27 km von Rhodos-Stadt entfernt. Sieben natürliche Quellen speisen einen Tunnel aus den 1930er Jahren – ein Bauprojekt aus der italienischen Besatzungszeit – sowie einen künstlichen See. Es ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten im Inselinneren, die den Umweg wirklich lohnen: kühler Schatten, fließendes Wasser und ein 186 Meter langer unterirdischer Gang, den so schnell niemand vergisst.