Sieben Quellen (Epta Piges): Rhodas wilde Oase im Landesinneren
Die Sieben Quellen, auf Griechisch Epta Piges, sind ein bewaldetes Tal rund 27 km von Rhodos-Stadt entfernt. Sieben natürliche Quellen speisen einen Tunnel aus den 1930er Jahren – ein Bauprojekt aus der italienischen Besatzungszeit – sowie einen künstlichen See. Es ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten im Inselinneren, die den Umweg wirklich lohnen: kühler Schatten, fließendes Wasser und ein 186 Meter langer unterirdischer Gang, den so schnell niemand vergisst.
Fakten im Überblick
- Lage
- ~27 km von Rhodos-Stadt, ~5 km landeinwärts von Kolymbia auf der Straße nach Archangelos
- Anfahrt
- KTEL-Bus Richtung Kolymbia/Archangelos; Auto oder Taxi ab Rhodos-Stadt (~35–40 Min. Fahrtzeit)
- Zeitbedarf
- 1,5 bis 3 Stunden, je nach gewählten Wanderwegen
- Kosten
- Eintritt frei. Die Taverne vor Ort verlangt normale Restaurantpreise.
- Am besten für
- Familien, Naturliebhaber und alle, die der Sommerhitze ins Inselinnere entfliehen wollen
- Offizielle Website
- 7springs.gr

Was Epta Piges wirklich ist
Epta Piges bedeutet auf Griechisch schlicht Sieben Quellen und ist ein geschütztes Naturgebiet sowie ein Ausflugsziel im zentral-östlichen Inselinneren. Sieben Süßwasserquellen vereinen sich hier in einem bewaldeten Tal voller Platanen, Pinien und Bambushaine – und schaffen damit ein überraschend kühles Mikroklima, selbst auf dem Höhepunkt eines rhodischen Sommers. Das Geräusch von fließendem Wasser, auf dieser sonnengebratenen Insel eine Seltenheit, fällt einem als Erstes auf, wenn man den Parkplatz hinter sich lässt.
Das Gebiet gehört zum Natura-2000-Netzwerk, was seinen ökologischen Wert als eines der wenigen dauerhaften Süßwasserlebensräume auf Rhodos unterstreicht. Neben den natürlichen Quellen und dem Wald gibt es einen künstlichen See aus den 1930er Jahren, angelegt während der italienischen Besatzungszeit. Man erreicht ihn entweder über einen Waldpfad oder durch einen schmalen, 186 Meter langen unterirdischen Tunnel. Genau dieser Kontrast zwischen beiden Wegen macht Epta Piges so unvergesslich.
💡 Lokaler Tipp
Im Juli und August am besten vor 10:30 Uhr ankommen. Ab Mitte des Vormittags treffen die Reisebusse ein, und am engen Tunneleingang bilden sich schnell Schlangen. Wer früh da ist, hat das Tal fast für sich allein.
Der Tunnel: das Herzstück des Besuchs
Der 186 Meter lange Wassertunnel ist das, was Epta Piges von jedem anderen Picknickplatz auf Rhodos unterscheidet. Er wurde im 20. Jahrhundert gebaut, um Quellwasser zum Reservoir am anderen Ende zu leiten. Ihn zu durchqueren ist ein echtes körperliches Erlebnis: Die Decke senkt sich stellenweise auf Kopfhöhe ab, der Boden ist uneben und dauerhaft nass, und nach den ersten zwanzig Metern herrscht vollständige Dunkelheit.
Ungefähr in der Mitte gibt es einen Luftschacht und einen Notausgang – aber man sieht beides erst, wenn man fast daran vorbeigelaufen ist. Die Temperatur im Inneren fällt spürbar, was im Sommer angenehm ist, in der Schulter saison aber empfindlich kühl wirkt. Eine Taschenlampe oder das Handylicht ist Pflicht; durch die Kurven im Tunnel sieht man den Ausgang erst kurz vor dem Ziel. Manche Besucher finden das desorientierend. Kinder unter etwa acht Jahren lieben es meistens oder weigern sich schlicht, weiterzugehen.
Am Tunnelausgang tritt man direkt neben dem künstlichen See ins Freie – einem ruhigen, grünlich schimmernden Reservoir mit überwucherten Ufern und einer leicht vergessenen, stillen Atmosphäre. Baden ist hier nicht möglich, und außer einer kleinen Lichtung gibt es auf dieser Seite keine Infrastruktur. Die meisten Besucher fotografieren den See kurz und nehmen dann den Waldweg zurück zum Hauptgelände. Dieser Weg führt entlang des Bachs durch dichten Schatten und ist an einem heißen Tag angenehmer, als man es von Rhodos gewohnt ist.
⚠️ Besser meiden
Der Tunnelboden ist dauerhaft nass und glitschig. Flip-Flops sind keine gute Idee. Für alle, die den Tunnel betreten, sind feste Schuhe mit griffiger Sohle ausdrücklich empfohlen.
Tickets & Führungen
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Lindos 7 springs oasis and Acropolis tour from Rhodes
Ab 28 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSunset catamaran cruise with dinner in Rhodes
Ab 70 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung3-Hour All Inclusive Sun and Sea Swimming Cruise in Rhodes
Ab 55 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungRhodes Sunset Cruise with Greek BBQ and Unlimited Drinks
Ab 65 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Das Tal, die Pfade und die Pfauen
Das Gebiet rund um die Quellen selbst ist teils gepflegt, teils wild. Holzstege überqueren kleine Wasserläufe, Enten ziehen durch das Schilf, und Pfauen streifen mit der leicht besitzergreifenden Gelassenheit von Tieren durch das Gelände, die hier schon länger zuhause sind als die Touristen. Die Pfauen sind nicht eingepfercht – sie bewegen sich frei im Baumbestand und lassen sich gelegentlich auf der Restaurantterrasse nieder. Das frühmorgendliche Licht durch das Blätterdach ist für Fotografen besonders reizvoll.
Jenseits des unmittelbaren Quellenbereichs führen Wanderwege weiter hinauf in den Pinienwald. Diese Pfade sind weniger ausgebaut und weniger frequentiert, einige Abschnitte sind uneben und durchaus moderat anstrengend. Wer mehr als eine halbe Stunde Bewegung möchte, kann den Besuch mit den Waldwegen erheblich verlängern – und findet dort die Art von Stille, die an der rhodischen Ostküste im Sommer kaum zu finden ist.
Die umliegende Landschaft fügt sich gut in eine umfassendere Erkundung des Inselinneren ein. Die Straße hier verbindet Dörfer wie Archipoli und führt weiter Richtung Bergregionen rund um Profitis Ilias, was Epta Piges zu einem naheliegenden Stopp auf einer längeren Rundfahrt durchs Inselinnere macht – nicht nur zu einem isolierten Ausflugsziel.
Historischer und ökologischer Hintergrund
Die Anlage in Epta Piges ist ein direktes Erbe der italienischen Besatzung des Dodekanes, die von 1912 bis 1943 dauerte. Die italienischen Behörden investierten erheblich in das Wassermanagement und die landwirtschaftliche Entwicklung der Insel; Reservoir und Tunnel hier waren Teil eines größeren Bewässerungsnetzes. Das Baudatum 1931 fällt in das faschistische Bauprogramm, das auch die rationalistische Architektur der Neustadt von Rhodos hervorgebracht hat – allerdings ist die Ingenieursleistung in Epta Piges rein funktionaler Natur, ohne jeden Monumentalcharakter.
Die Natura-2000-Ausweisung spiegelt die Bedeutung des Gebiets als seltener Süßwasser-Feuchtlebensraum in einem ansonsten trockenen Inselkontext wider. Rhodos hat ein mediterranes Klima mit trockenen Sommern, und die Ostküste bietet einem den größten Teil des Jahres kaum natürlichen Schatten oder Wasser. Das macht das quellengespeiste Tal in seiner lokalen Ökologie tatsächlich außergewöhnlich. Wer sich für die Naturlandschaft der Insel interessiert, sollte auch das Schmetterlingstal auf der Westseite der Insel in Betracht ziehen – ein weiteres geschütztes Naturgebiet.
Taverna Epta Piges: Essen vor Ort
Die Taverna Epta Piges wird seit 1945 von der Familie Peta betrieben – eine Kontinuität, die selbst nach griechischen Dorfmaßstäben ungewöhnlich ist. Das Restaurant sitzt unter Platanen, die Terrasse blickt auf den Bach. Die Karte bietet griechische Klassiker: gegrilltes Fleisch, Salate, lokaler Wein. Die Atmosphäre ist wirklich angenehm, besonders außerhalb der Stoßzeiten, wenn weniger Betrieb herrscht und das Plätschern des Wassers wieder die Oberhand gewinnt.
Wichtig zu wissen: Das ist die einzige Verpflegungsmöglichkeit auf dem Gelände. Wer im Hochsommer mittags ankommt, muss mit langen Wartezeiten rechnen. Früher oder später zu kommen – außerhalb des Reisebus-Fensters von 12 bis 15 Uhr – macht den gesamten Besuch entspannter.
Praktische Infos und Anreise
Epta Piges liegt etwa 27 km von Rhodos-Stadt entfernt an der Ostküstenstraße, rund 5 km landeinwärts von Kolymbia. Mit dem Auto dauert die Fahrt ab Rhodos-Stadt rund 35 bis 40 Minuten; der Parkplatz am Gelände ist großzügig bemessen, mit asphaltierten und unbefestigten Flächen. Der Eintritt ist frei, das Gelände ganzjährig zugänglich – wobei Taverne und Vollbetrieb hauptsächlich in der warmen Jahreszeit laufen.
KTEL-Busse fahren entlang der Ostküste Richtung Archangelos und Lindos; den Fahrer nach der Haltestelle Kolymbia fragen und dann eine Weiterfahrt organisieren, da die Landstraße zu den Quellen nicht auf der regulären Busroute liegt. Ein Taxi oder Mietwagen macht die Logistik erheblich einfacher – besonders wenn man den Besuch mit der Küstenstraße südwärts Richtung Lindos oder weiteren Stopps im Inselinneren verbinden möchte.
Epta Piges lässt sich gut in eine Tagestour kombinieren, die Ostküste und Landesinneres verbindet. Eine naheliegende Route: morgens die Quellen, dann ein Küstenstopp am Tsambika Beach bevor die Mittagshitze einsetzt, und nachmittags weiter südwärts Richtung Lindos.
ℹ️ Gut zu wissen
Für das Gelände selbst gibt es keine offiziellen Öffnungszeiten, da das Tal und die Quellen frei zugänglich sind. Tunnel und Restaurant haben jedoch Saisonbetrieb; bei einem Besuch außerhalb Mai bis Oktober am besten vorab lokal nachfragen.
Die Barrierefreiheit in Epta Piges ist eingeschränkt. Die Zugangswege und die Restaurantterrasse sind gut zu Fuß erreichbar, aber der Tunnel ist für Rollstühle und Kinderwagen nicht geeignet, und die Waldwege haben unebenes Gelände. Wer den Tunnel nicht nutzen kann, erreicht den See über den längeren Waldweg – dieser ist rauer, aber mit Vorsicht begehbar.
Für wen das hier nichts ist: Wer nur zwei Tage oder weniger auf Rhodos hat, wird die rund 55 km lange Rundfahrt möglicherweise als zu großen Aufwand empfinden. Das Ziel lohnt sich wirklich, braucht aber einen halben Tag und eine gewisse Toleranz für Menschenmassen zu Stoßzeiten. Wer hauptsächlich für die Strände kommt, sollte wissen: Epta Piges ist ein kühles, schattiges Erlebnis im Landesinneren – kein Küstenausflug.
Insider-Tipps
- Den Tunnel in eine Richtung laufen und auf dem Waldweg entlang des Bachs zurückkehren. Der Weg ist malerischer, und der Kontrast zwischen beiden Routen macht den Besuch erst richtig besonders.
- Die Pfauen sind morgens am aktivsten und leichter zu sehen, bevor sich das Gelände füllt. Wer ein Foto ohne Touristen im Hintergrund möchte, hat in der ersten Stunde nach der Öffnung die besten Chancen.
- Lieber eine Taschenlampe mitbringen, statt sich nur auf das Handylicht zu verlassen. Der Tunnel hat genug Kurven, dass das Handy auf nassem Boden schwer in der richtigen Position zu halten ist.
- Die Taverne ist vor zwölf Uhr und nach 15 Uhr deutlich ruhiger. Mittags im Juli und August sorgen Reisegruppen für Andrang, der die Außenplätze schnell überfordern kann.
- Wer ein Auto hat: Die Fahrt von Kolymbia durchs Landesinnere über Archipoli Richtung Bergdörfer ist eine der schönsten Strecken auf der Insel – und von Touristen kaum befahren. Epta Piges liegt genau am Anfang dieser Route.
Für wen ist Sieben Quellen (Epta Piges) geeignet?
- Familien mit Kindern, die Tunnel, Pfauen und die Bachpfade lieben werden
- Besucher, die an heißen Juli- oder August-Nachmittagen Abkühlung abseits der Küste suchen
- Fotografen, die sich für Waldlicht, Wasser und Wildtiere interessieren statt für Architektur
- Wanderbegeisterte, die Rhodos jenseits seiner Strände erkunden wollen
- Alle, die mehrere Tage auf der Insel haben und die Quellen mit einer Ausfahrt entlang der Ostküste verbinden möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Kombiniere deinen Besuch mit:
- Burg Asklipio
1479 von den Johannitern auf einem Kalksteinrücken über einem stillen Dorf erbaut, gehört die Burg Asklipio zu den am wenigsten besuchten mittelalterlichen Festungen von Rhodos. Der Eintritt ist frei, der Zugang rund um die Uhr möglich – und der Ausblick auf die südliche Küste macht den Umweg für alle lohnenswert, die bereit sind, über Lindos hinauszufahren.
- Burg Kritinia
Auf einem felsigen Hügel 131 Meter über der Westküste von Rhodos thront die Burg Kritinia – eine mittelalterliche Festung, die 1472 von den Johannitern erbaut wurde. Die Ruinen sind frei zugänglich, der Blick reicht über die Ägäis bis zur Türkei, und die Stille ringsum macht sie zu einem der atmosphärischsten Ausflugsziele der Insel für geschichtsbegeisterte Reisende.
- Kloster Fountoukli
Das Kloster Fountoukli, offiziell bekannt als Agios Nikolaos Fountoukli, ist eine byzantinische Kirche aus dem 14. Jahrhundert, die in den bewaldeten Hügeln des Inselinneren liegt. Mit originalen Fresken, einem charakteristischen Vierkonchen-Grundriss und kaum Besucherandrang lohnt sich der Abstecher für alle, die abseits der Küste erkunden wollen.
- Profitis Ilias
Mit 798 Metern ist Profitis Ilias der drittgrößte Gipfel von Rhodos, eingehüllt in dichten Kiefern- und Zypressenwald. Er bietet einen beeindruckenden Kontrast zu den Küstenattraktionen der Insel: kühler Schatten, Architektur aus der italienischen Ära, ruhige Wanderwege und eine Bergkapelle mit weitem Blick über die Ägäis.