Burg Asklipio: Die vergessene Festung im Süden von Rhodos
1479 von den Johannitern auf einem Kalksteinrücken über einem stillen Dorf erbaut, gehört die Burg Asklipio zu den am wenigsten besuchten mittelalterlichen Festungen von Rhodos. Der Eintritt ist frei, der Zugang rund um die Uhr möglich – und der Ausblick auf die südliche Küste macht den Umweg für alle lohnenswert, die bereit sind, über Lindos hinauszufahren.
Fakten im Überblick
- Lage
- Dorf Asklipieio, südliches Rhodos, ca. 25 km südwestlich von Lindos (64 km von Rhodos-Stadt)
- Anfahrt
- Nur mit eigenem Auto oder Mietwagen erreichbar; Parken bei der Hauptkirche im Dorf, dann ca. 10 Minuten bergauf zu Fuß
- Zeitbedarf
- 45–90 Minuten auf der Burg; zusätzliche Zeit für das Dorf einplanen
- Kosten
- Kostenlos; jederzeit frei zugänglich
- Am besten für
- Geschichtsbegeisterte, Fotografen, Roadtripper, Reisende, die dem Massentourismus aus dem Weg gehen

Was ist die Burg Asklipio?
Die Burg Asklipio (griechisch: Κάστρο Ασκληπείου) ist eine Festung aus dem 15. Jahrhundert, die von den Johannitern errichtet wurde – jenem Militärorden, der Rhodos von 1309 bis zur osmanischen Eroberung 1522 beherrschte. Historischen Quellen zufolge wurde sie 1479 unter Großmeister Pierre d'Aubusson erbaut, wahrscheinlich an einem Ort, der zuvor als byzantinischer Wachturm oder antike Leuchtturmposition gedient hatte. Die Burg krönt einen steilen Kalksteinrücken auf rund 250 Metern über dem Meeresspiegel, hoch über dem kleinen Bauerndorf Asklipieio im südlichen Inselinneren.
Architektonisch gesehen ist dies ein kompaktes, aber ernstzunehmendes Stück mittelalterlicher Militärbaukunst. Die Ringmauer folgt einem unregelmäßigen Grundriss, der durch den natürlichen Fels geprägt ist, mit abgerundeten Ecken, zwei massiven rechteckigen Türmen, einem schmalen Südosttor zur Verlangsamung von Angreifern und in die unteren Ebenen gehauenen Gewölbezisternen. Das hier ist keine prächtige Palastfestung wie der Palast des Großmeisters in Rhodos-Stadt. Es ist eine Garnisonfestung, gebaut für den Zweck, nicht für die Repräsentation – und genau diese Nüchternheit macht sie interessant.
💡 Lokaler Tipp
Parke nahe der Kirche zur Himmelfahrt Mariens am Dorfeingang. Der Weg zur Burg beginnt gleich in der Nähe und dauert zu Fuß etwa 10 Minuten. Trag festes Schuhwerk: Der Kalkstein unter den Füßen ist uneben und kann nach Regen rutschig sein.
Der Aufstieg und der erste Eindruck
Der Weg zur Burg gibt sofort die Richtung vor. Das Dorf Asklipieio ist ruhig und beschaulich – so, wie es die meisten touristisch geprägten Ecken von Rhodos nicht mehr sind. Die Gasse, die vom Kirchplatz bergauf führt, ist schmal und schattig, gesäumt von Steinmauern und vereinzelten Feigenbäumen. Wenn der Weg steiler wird, tauchen die Burgmauern darüber auf – hell-grauer Kalkstein vor blauem Himmel, ohne Souvenirläden, ohne Kassenhäuschen, ohne Warteschlange. Zu hören sind meistens nur Insekten und Wind.
Durch das enge Südosttor eintretend, überrascht die Weitläufigkeit des Inneren. Der Burghof ist größer, als die äußere Silhouette vermuten lässt: Teile des zweistöckigen Bogenmauerwerks stehen noch, und die Substanz ist stabil genug zum Erkunden – wobei Vorsicht wirklich angebracht ist. Die Mauern sind nicht gleichmäßig erhalten: Manche Abschnitte sind massiv und in geringer Höhe begehbar, andere sind zu Geröll zerfallen. Es gibt keine Geländer, keine Absperrungen. Die Anlage ist im vollsten Sinne des Wortes authentisch.
Tickets & Führungen
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Der Ausblick und warum er so besonders ist
Die strategische Logik dieses Standorts erschließt sich in dem Moment, in dem du nach draußen schaust. Von den oberen Ebenen der Burg aus öffnet sich die Südostküste von Rhodos in einem langen Bogen – das tiefe Blau der Ägäis schimmert zwischen den Höhenzügen, Olivenhaine und trockenes Buschland erstrecken sich bis zur Küste. An klaren Tagen ist im Osten die Silhouette der türkischen Küste sichtbar. Das war keine romantische Standortwahl: Der Rücken gab den Johannitern klare Sichtlinien zur Überwachung der Küste und zur Kommunikation mit anderen Garnisonen entlang des südlichen Ufers.
Für Fotografen verhält sich das Licht hier sowohl morgens als auch am späten Nachmittag gut. Morgens fällt wärmeres Licht auf das nach Westen ausgerichtete Mauerwerk, während der späte Nachmittag lange Schatten wirft, die die Textur des mittelalterlichen Steins betonen. Da die Umgebung weitgehend frei von moderner Bebauung ist, kommt die Burg in ihrer Landschaft klar zur Geltung. Für weitere Hinweise zu den besten Fotostandorten auf Rhodos bietet der Rhodos-Fotoguide Tipps zu Timing und Technik für die wichtigsten Motive der Insel.
Historischer Hintergrund: Die Johanniter im Süden
Die Johanniter, offiziell der Orden des Heiligen Johannes von Jerusalem, betrachteten Rhodos als strategischen Puffer zwischen dem christlichen Europa und dem expandierenden Osmanischen Reich. Ihr Befestigungsprogramm auf der Insel war systematisch: Die Stadt Rhodos erhielt die aufwendigsten Verteidigungsanlagen, doch Küsten- und Binnenposten wie Asklipio schützten Ackerland und gaben frühzeitig Alarm bei Überfällen. Das Baudatum 1479 fällt in eine besonders angespannte Phase: Die Osmanen hatten erst 1480 versucht, Rhodos zu erobern, und der Orden investierte massiv in sein Verteidigungsnetz.
Die Gewölbezisternen der Burg, im unteren Bereich noch gut sichtbar, zeigen, wie ernst die Johanniter die Möglichkeit einer langen Belagerung nahmen. Eine Garnison, die Wasser und Vorräte eigenständig lagern konnte, war deutlich schwerer zu vertreiben. Wer dieses breitere Befestigungssystem besser verstehen möchte, findet im Geschichtsguide zu den Rittern von Rhodos eine Einordnung von Asklipio in den größeren Kontext der johannitischen Strategie und Baukunst auf der Insel.
Ob die Anlage einen byzantinischen Vorgänger hatte, ist archäologisch noch nicht abschließend geklärt. Die natürlichen Verteidigungsvorteile des Rückens und Hinweise auf eine frühere Leuchtturmfunktion deuten jedoch auf eine kontinuierliche Besiedlung hin, die weit vor das 15. Jahrhundert zurückreicht. Das Dorf Asklipieio selbst leitet seinen Namen von Asklepios ab, dem antiken griechischen Gott der Heilkunst – ein Hinweis auf eine noch ältere klassische Bedeutung dieser Landschaft.
Praktisches zum Besuch: Was dich vor Ort erwartet
Die Burg Asklipio hat keine offiziellen Öffnungszeiten und keinen Eintritt. Sie ist, ganz einfach gesagt, eine Ruine auf einem Hügel, die jederzeit zugänglich ist. Diese Freiheit bringt entsprechende Eigenverantwortung mit sich. Es gibt kein Personal vor Ort, keine Infotafeln auf Deutsch oder einer anderen Sprache und keine Erste-Hilfe-Einrichtungen. Im Burghof gibt es erhebliche Höhenunterschiede, losen Stein und teilweise eingestürzte Mauerabschnitte. Kinder und ältere Besucher müssen eng begleitet werden, und für Personen mit eingeschränkter Mobilität ist das Gelände nicht zugänglich.
Die besten Monate für einen Besuch sind Mai, Juni, September und Oktober – dann sind die Temperaturen für den Aufstieg angenehm und das Licht meist klar. Im Juli und August speichert der freiliegende Kalkstein die Hitze, und ein Mittagsbesuch wird schnell unangenehm. Im Sommer ist die Lösung einfach: vor 9 Uhr ankommen, dann hat man die Anlage für sich, bei erträglicher Temperatur und bestem Licht. Winterbesuche sind möglich, aber der Weg kann nach Regen rutschig sein, und die Landschaft verliert etwas von ihrer Farbe.
⚠️ Besser meiden
Es gibt weder Geländer noch Handläufe oder Absperrungen an irgendeiner Stelle der Burg. Die oberen Mauerabschnitte sind zwar verlockend für den Ausblick, aber stellenweise wirklich instabil. Bleib auf den klar erkennbaren Wegen im Burghof und versuche nicht, beschädigte Mauerabschnitte zu erklettern.
Für die Anreise ist ein Auto oder Mietwagen notwendig. Es gibt keine öffentliche Busverbindung nach Asklipieio. Die Fahrt von Rhodos-Stadt dauert über die Ostküstenstraße durch Lindos etwa 50 bis 60 Minuten. Von Lindos selbst sind es rund 25 Kilometer und etwa 30 Minuten Fahrzeit. Die Strecke führt durch reizvolle Binnenlandschaft und lässt sich gut als Teil einer Rundfahrt durch den Süden von Rhodos einplanen.
Asklipio mit der Umgebung kombinieren
Das Dorf Asklipieio hat mehr zu bieten als nur die Burg. Die Kirche zur Himmelfahrt Mariens am Fuß des Hügels ist eine der besterhaltenen byzantinischen Kirchen auf Rhodos und enthält bemerkenswerte Fresken aus dem 17. Jahrhundert. Es lohnt sich, vor oder nach dem Burgaufstieg 20 bis 30 Minuten hier zu verbringen. Das Dorf hat außerdem ein kleines Folkloremuseum. Zusammen bieten Burg, Kirche und Dorf einen schönen halben Ausflugstag. Ergänze das Ganze mit einem Halt bei den Sieben Quellen im Norden, oder fahr weiter südlich nach Prasonisi für eine völlig andere Landschaft.
Wer eine Route durch den Süden von Rhodos plant, kann Asklipio gut mit dem Kloster Tsambika und der Küste rund um Pefkos verbinden. Der Sieben-Tage-Reiseplan für Rhodos enthält konkrete Routenvorschläge, wie sich das südliche Inselinnere mit Küstenstopps an der Ost- und Westküste kombinieren lässt.
Für wen dieser Ort nichts ist
Wer kein Auto hat, kommt realistisch nicht nach Asklipio. Wer erklärende Tafeln, restaurierte Innenräume oder ein aufbereitetes Museumserlebnis erwartet, wird enttäuscht sein: Das hier ist eine rohe Ruine, und am Baubestand wurde wenig restauriert oder erklärt. Reisende mit wenig Zeit auf Rhodos, die noch nicht den Palast des Großmeisters, die Ritterstraße oder Lindos gesehen haben, sollten diese Orte zuerst besuchen. Asklipio erschließt sich am meisten, wenn man etwas über mittelalterliche Militärarchitektur und die Geschichte der Johanniter mitbringt – ohne diesen Hintergrund kann es wie ein Haufen alter Steine auf einem Hügel wirken.
Auch für Besucher mit eingeschränkter Mobilität, kleine Kinder, die auf unebenem Gelände schwer zu beaufsichtigen sind, oder Menschen, denen exponierte Höhen unangenehm sind, ist dieser Ort nicht geeignet. Das sind keine Kritikpunkte an der Anlage selbst – sondern einfach eine ehrliche Einschätzung, was dieser Ort ist und was nicht.
Insider-Tipps
- Im Sommer am besten vor 9 Uhr ankommen. Der Kalkstein speichert Hitze, und bis Mittag wird es im Inneren richtig unangenehm. Das Morgenlicht eignet sich außerdem am besten für Fotos des Mauerwerks.
- Die Kirche zur Himmelfahrt Mariens am Fuß des Hügels birgt aufwendige Fresken aus dem 17. Jahrhundert, an denen die meisten Besucher auf dem Weg zur Burg achtlos vorbeigehen. Nimm dir 20 Minuten Zeit dafür – es ist eines der vollständigsten byzantinischen Kircheninterieurs der ganzen Insel.
- Achte auf die Gewölbezisternen im unteren Bereich des Burginneren. Sie sind leicht zu übersehen, vermitteln aber am deutlichsten, wie die Besatzung für eine Belagerung ausgerüstet war.
- Der Rücken nördlich der Burg bietet auf dem Rückweg leicht bessere Südblicke als die Burg selbst – wenn du bereit bist, vorsichtig entlang der unteren Hangkante zu klettern.
- Kombiniere den Besuch mit einer Fahrt weiter südlich nach Prasonisi, besonders außerhalb der Hochsaison, wenn die Halbinsel ruhig ist. Der Kontrast zwischen dem mittelalterlichen Hügelfestung und dem windgepeitschten Kap an der Südspitze der Insel macht daraus einen wirklich unvergesslichen Tag im Süden von Rhodos.
Für wen ist Burg Asklipio geeignet?
- Geschichts- und Archäologiebegeisterte mit Vorkenntnissen über die Johanniter
- Fotografen, die mittelalterliche Architektur ohne Touristengedränge suchen
- Roadtripper, die eine Rundfahrt durch den Süden von Rhodos planen
- Reisende, die freien, unmittelbaren Zugang zu historischen Stätten schätzen – ohne geführte Museumsbesuche
- Paare oder Alleinreisende, denen Stille und Abgeschiedenheit wichtiger sind als organisierte Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Kombiniere deinen Besuch mit:
- Burg Kritinia
Auf einem felsigen Hügel 131 Meter über der Westküste von Rhodos thront die Burg Kritinia – eine mittelalterliche Festung, die 1472 von den Johannitern erbaut wurde. Die Ruinen sind frei zugänglich, der Blick reicht über die Ägäis bis zur Türkei, und die Stille ringsum macht sie zu einem der atmosphärischsten Ausflugsziele der Insel für geschichtsbegeisterte Reisende.
- Kloster Fountoukli
Das Kloster Fountoukli, offiziell bekannt als Agios Nikolaos Fountoukli, ist eine byzantinische Kirche aus dem 14. Jahrhundert, die in den bewaldeten Hügeln des Inselinneren liegt. Mit originalen Fresken, einem charakteristischen Vierkonchen-Grundriss und kaum Besucherandrang lohnt sich der Abstecher für alle, die abseits der Küste erkunden wollen.
- Profitis Ilias
Mit 798 Metern ist Profitis Ilias der drittgrößte Gipfel von Rhodos, eingehüllt in dichten Kiefern- und Zypressenwald. Er bietet einen beeindruckenden Kontrast zu den Küstenattraktionen der Insel: kühler Schatten, Architektur aus der italienischen Ära, ruhige Wanderwege und eine Bergkapelle mit weitem Blick über die Ägäis.
- Sieben Quellen (Epta Piges)
Die Sieben Quellen, auf Griechisch Epta Piges, sind ein bewaldetes Tal rund 27 km von Rhodos-Stadt entfernt. Sieben natürliche Quellen speisen einen Tunnel aus den 1930er Jahren – ein Bauprojekt aus der italienischen Besatzungszeit – sowie einen künstlichen See. Es ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten im Inselinneren, die den Umweg wirklich lohnen: kühler Schatten, fließendes Wasser und ein 186 Meter langer unterirdischer Gang, den so schnell niemand vergisst.