3 Tage Rhodos: Ein Wochenend-Reiseplan, der wirklich funktioniert

Drei Tage auf Rhodos reichen aus, um die mittelalterliche Altstadt, die Akropolis von Lindos, das antike Kamiros und einige tolle Strände zu erkunden — wenn du es richtig planst. Dieses Reiseprogramm ordnet die Highlights der Insel nach Lage, nicht nach Beliebtheit, damit du weniger fährst und mehr erlebst.

Klares türkisfarbenes Wasser und felsige Küste mit verankerten Booten unterhalb der antiken Akropolis von Lindos auf Rhodos an einem sonnigen Nachmittag.

Kurzfassung

  • Tag 1 gehört der Altstadt von Rhodos: dem Palast des Großmeisters, der Ritterstraße und den antiken Stadtmauern.
  • Tag 2 ist ein ganztägiger Roadtrip nach Süden nach Lindos — plane mindestens 3 Stunden dort ein und mach auf dem Rückweg an der Tsambika Beach halt.
  • Tag 3 erkundet die Westküste: das antike Kamiros (Eintritt 6 €), die Burg Kritinia und das Tal der Schmetterlinge — falls die Saison passt.
  • Ein Mietwagen macht aus diesem Trip etwas ganz anderes. Busse fahren nach Lindos, aber die Westküsten-Route ist ohne eigenes Fahrzeug kaum machbar.
  • Juni und September sind die beste Zeit für ein ausgewogenes Verhältnis von Andrang und Wetter. Mehr dazu unter Beste Reisezeit für Rhodos mit einer vollständigen saisonalen Übersicht.

Vor der Anreise: Was du im Voraus regeln solltest

Außenansicht des Terminals des internationalen Flughafens Rhodos mit markant geschwungenem Dach, geparkten Fahrzeugen und klarem blauem Himmel.
Photo Alexander Mhlanga

Der internationale Flughafen Rhodos Diagoras (IATA: RHO) liegt 14 km südwestlich des Stadtzentrums. Ein Taxi braucht etwa 20 Minuten und kostet ungefähr 25–30 EUR. Der öffentliche Bus (KTEL Rodou) fährt dieselbe Strecke in 25–30 Minuten für rund 2,50 € und startet vor dem Ankunftsbereich. Wenn du einen Mietwagen planst, lohnt es sich, ihn direkt am Flughafen abzuholen. Einen Überblick über Anbieter und Verkehrsregeln bietet der Mietwagen-Guide für Rhodos.

Für drei Tage ist die Rhodos Neustadt oder eine Unterkunft direkt außerhalb der Altstadtmauern die praktischste Wahl. Du willst morgens zu Fuß in die mittelalterliche Stadt gehen, bevor die Reisegruppen ankommen, und abends wieder ohne Taxi zurückkehren. Unterkünfte innerhalb der Altstadt sind atmosphärisch, können aber in Sommernächten laut sein — und mit Gepäck auf Kopfsteinpflaster zu navigieren macht keinen Spaß.

💡 Lokaler Tipp

Für Juli und August solltest du mindestens 6–8 Wochen im Voraus buchen. Rhodos ist Griechenlands viertgrößte Insel und eine der meistbesuchten — mit über 2 Millionen Touristen pro Jahr. Mittelklasse-Hotels in guter Lage sind in der Hochsaison schnell ausgebucht.

Tag 1: Die Altstadt von Rhodos und die mittelalterliche Stadt

Eine breite Kopfsteinpflasterstraße, gesäumt von imposanten mittelalterlichen Steingebäuden mit Bogentüren und Fensterläden unter einem strahlend blauen Himmel.
Photo Erik Karits

Fang vor 9 Uhr an. Die Altstadt ist UNESCO-Welterbe und tatsächlich eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Europas — aber ab 10 Uhr im Sommer sind die Hauptstraßen voller Kreuzfahrtpassagiere. Das Morgenlicht ist ohnehin besser für Fotos.

Der Palast des Großmeisters ist der logische erste Halt. Der Eintritt kostet rund 8 €. Was man vorab wissen sollte: Das heutige Gebäude ist größtenteils eine italienische Rekonstruktion aus den 1940er-Jahren — erbaut als Sommerresidenz für Mussolini, die nie genutzt wurde. Das macht es nicht weniger beeindruckend, aber erwarte keine unberührten mittelalterlichen Innenräume. Die Mosaikböden, die von der Insel Kos hierher gebracht wurden, sind wirklich sehenswert.

Vom Palast aus geht es die Ritterstraße (Ippoton-Straße) entlang — laut den meisten Architekturhistorikern die besterhaltene mittelalterliche Straße der Welt. Jede Herberge entlang der Straße war einer bestimmten Zunge (Sprachgruppe) der Johanniter zugeordnet. Von Ende zu Ende läuft man etwa 15 Minuten, länger wenn man die Tafeln liest. Weiter geht es zum Archäologischen Museum von Rhodos, das im Krankenhaus der Johanniter aus dem 15. Jahrhundert untergebracht ist. Plane 1–1,5 Stunden ein.

Nach dem Museum lohnt es sich, den Rest des Vormittags in den Wohnvierteln südlich der touristischen Hauptachse zu verbummeln. Die Stadt hat über 200 Kopfsteinpflasterstraßen, und die abseits der Sokratous-Straße (der Haupteinkaufsmeile) wirken völlig anders: ruhiger, mit Wäscheleinen zwischen den Gebäuden, Katzen auf Türstufen und byzantinischen Kirchen hinter Holztüren. Diesen Teil verpassen die meisten Besucher.

Wer noch Energie hat, kann am Nachmittag die Stadtmauern ablaufen. Der komplette Rundweg ist etwa 4 km lang und dauert 1,5–2 Stunden. Es gibt so gut wie keinen Schatten, und im Juli und August strahlt der Stein Hitze ab. Im Sommer nicht später als 16 Uhr starten, festes Schuhwerk mit gutem Grip tragen (der Weg hat Abschnitte mit losem Geröll) und Wasser mitnehmen. Der Blick über den Hafen und Richtung Türkei ist es wert.

⚠️ Besser meiden

Die Sokratous-Straße ist gesäumt von Touristenläden, die alle dasselbe Massenware-Sortiment anbieten. Lass sie aus, außer du suchst gezielt Souvenirs. Die Restaurants direkt am Palast des Großmeisters verlangen deutliche Aufschläge für mittelmäßiges Essen. Fünf Minuten weiter in die Wohnstraßen findet man deutlich bessere Tavernen zum fairen Preis.

Tag 2: Lindos und die Ostküste

Luftaufnahme der Ruinen der Akropolis von Lindos auf einem Felsen über der türkisfarbenen St. Paul's Bay und der Ostküste von Rhodos.
Photo Anderson

Lindos liegt 55 km südlich von Rhodos-Stadt. Mit dem Auto dauert die Fahrt über die Ostküstenstraße rund 50–60 Minuten. Brich spätestens um 8:30 Uhr auf, um dem schlimmsten Andrang an der Akropolis zuvorzukommen. In der Hochsaison gibt es in Lindos so gut wie keine Parkplätze — nutze den Hauptparkplatz am Ortseingang und geh zu Fuß. Der Aufstieg zur Akropolis von Lindos erfordert rund 250 Stufen. Die Stufen sind uneben und stellenweise steil. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist der Aufstieg nicht geeignet.

Der Eintritt zur Akropolis kostet 12 EUR. Oben erwartet dich der dorische Athena-Lindia-Tempel (4. Jahrhundert v. Chr.), eine mittelalterliche Burg der Johanniter über früheren byzantinischen Befestigungen sowie der Blick auf die Paulusbucht direkt darunter — einer der meistfotografierten Orte der Insel. Plane 1,5–2 Stunden für das gesamte Gelände ein.

Nach der Akropolis das Dorf Lindos erkunden. Die weiß getünchten Häuser mit ihren Kieselsteinmosaik-Innenhöfen (Chochlakia) sind wirklich einzigartig. Hier zu Mittag essen, dann hinunter zur Paulusbucht für eine Stunde am Wasser. Ruhig, klar und trotz Andrang angenehm überschaubar. Auf der Rückfahrt Richtung Norden lohnt ein Stopp am Tsambika Beach — einer breiten Sandbucht rund 26 km nördlich von Lindos, die als einer der besten Strände der Ostküste gilt.

✨ Profi-Tipp

Der Eselsritt zur Akropolis von Lindos wird stark vermarktet, ist aber aus Tierschutzgründen zunehmend umstritten. Die meisten gesunden Besucher schaffen den Aufstieg zu Fuß in unter 20 Minuten — besonders wenn man früh startet, bevor die Hitze zunimmt.

Tag 3: Die Westküste, das antike Kamiros und das Inselinnere

Die Westküsten-Route lässt sich am besten mit einem Mietwagen erkunden. Start beim Tal der Schmetterlinge (Petaloudes), etwa 25 km südwestlich von Rhodos-Stadt. Dieses schmale bewaldete Tal beherbergt zwischen Juni und September Millionen von Spanischen Flaggenfaltern während ihrer Wanderung. Der Eintritt kostet in der Hochsaison rund 3 €. Außerhalb dieses Zeitfensters ist das Tal zwar schön, aber deutlich weniger spektakulär — das solltest du einkalkulieren, wenn du im April oder Oktober reist.

Vom Tal aus weiter nach Südwesten zum antiken Kamiros. Es ist einer der drei antiken dorischen Stadtstaaten von Rhodos (neben Lindos und Ialyssos) und deutlich weniger besucht als Lindos. Eintritt: 6 EUR. Das Gelände zeigt drei archäologische Schichten: archaische, klassische und hellenistische Periode. Ohne die dramatische Felsszenerie von Lindos vermittelt die ausgegrabene Straßenrasterung mit Zisternen und Hausfundamenten ein vollständigeres Bild vom Alltag einer antiken griechischen Stadt. Plane 1–1,5 Stunden ein.

Anschließend nach Norden zur Burg Kritinia, einer Johanniterfestung hoch über der Westküste. Der Eintritt ist kostenlos. Die Burg ist teilweise verfallen, aber der Blick auf die Inseln Chalki, Alimia und umgebende Eilande ist außergewöhnlich — besonders am späten Nachmittag. Die Rückfahrt nach Rhodos-Stadt entlang der Nordwestküste führt durch Ixia, das Windsurfzentrum der Insel, wo auch in der Nebensaison oft Kitesurfer auf dem Wasser zu sehen sind.

Was essen — und wo

Frischer Oktopus hängt zum Trocknen vor einer Meeresfrüchte-Taverne in Rhodos, mit Tischen und Stühlen im Hintergrund.
Photo Angelos Lamprakopoulos

Rhodos hat eine ausgeprägte lokale Esskultur, die weit über das übliche griechische Taverna-Angebot hinausgeht. Unbedingt probieren: Pitaroudia (Kichererbsenfritter), Makaronia tou Fournou (Nudelauflauf mit Hackfleisch) und frisch gegrillte Meeresfrüchte mit Olivenöl und Zitrone. Die besten Restaurants auf Rhodos findet man fast immer ein paar Straßen abseits der offensichtlichen Touristenmeilen.

  • Tavernen in der Altstadt Alles mit Fotokarton-Menü und einem Animateur an der Tür lieber meiden. Südlich der Ippodimiou-Straße findet man Lokale, in denen Einheimische zu Mittag essen — meistens kleiner, ohne englische Schilder draußen.
  • Dorf Lindos Das Mittagessen hier ist für griechische Verhältnisse teuer. Für ein Essen am Tisch muss man mit 15–25 EUR pro Person rechnen. Der Ausblick von Dachrestaurants macht das etwas wett, aber Schnäppchen findet man hier nicht.
  • Marktbereich in der Neustadt Frühstück und Kaffee rund um den Mandraki-Hafen haben Touristenpreise, aber die Lage ist kaum zu toppen. Wer einen günstigeren Morgenkaffee möchte, geht einfach einen Block landeinwärts.
  • Dörfer an der Westküste Die kleinen Tavernen in Orten wie Kritinia und Embonas (bekannt für lokalen Wein) bieten echte Hausmannskost zu Preisen, die sich an einer einheimischen Kundschaft orientieren.

Praktische Infos für drei Tage auf Rhodos

Luftaufnahme der Küste von Rhodos mit Hotels, Stadtgebäuden und tiefblauem Meer unter klarem Himmel
Photo Devin Koopman
  • Währung: Euro (EUR). Geldautomaten gibt es in Rhodos-Stadt und Lindos reichlich. Karten werden in den meisten touristischen Betrieben akzeptiert.
  • Sprache: Griechisch ist die Amtssprache. In Touristengebieten wird Englisch gut gesprochen, in Dörfern im Inselinneren weniger zuverlässig.
  • Trinkgeld: 5–10 % in Restaurants und Taxis ist willkommen, aber nicht verpflichtend. Bei gutem Service gerne aufrunden.
  • Kleidung: Im Tsambika-Kloster und anderen religiösen Stätten ist bedeckte Kleidung Pflicht (Schultern und Knie). Für Kirchen in der Altstadt gilt dieselbe Regel.
  • Strom: Steckdosen Typ C und F, 230 V. Wer aus einem Nicht-EU-Land anreist, braucht einen europäischen Adapter.
  • Notruf: 112 für alle Notfälle in ganz Griechenland. In Rhodos-Stadt gibt es auch eine Touristenpolizei.
  • Wasser: Leitungswasser ist sicher, aber im Sommer stark gechlort. Abgefülltes Wasser ist günstig und überall erhältlich.
  • Einreise: Es gelten die Schengen-Regelungen. Bürger aus den USA, Kanada und Australien können visumfrei für bis zu 90 Tage einreisen — aktuelle Anforderungen vor der Reise prüfen.

Drei Tage geben dir einen soliden Einstieg in Rhodos, aber die Insel lohnt mehr Zeit. Wenn du auf eine Woche verlängern kannst, fügt der 7-Tage-Reiseplan für Rhodos Prasonisi an der Südspitze, einen Tagesausflug nach Symi und mehr Zeit für die Dörfer im Inselinneren hinzu — die die meisten Kurzurlauber nie zu Gesicht bekommen.

Häufige Fragen

Reichen 3 Tage für Rhodos?

Drei Tage reichen aus, um die wichtigsten Highlights zu sehen: die Altstadt von Rhodos, die Akropolis von Lindos und ein oder zwei Küstenstopps. Du wirst nicht alles sehen, aber du gehst mit einem echten Gefühl für Geschichte und Landschaft der Insel nach Hause. Für die Westruinen, Dörfer im Inselinneren und Ausflüge zu Nachbarinseln wie Symi solltest du mindestens 5–7 Tage einplanen.

Brauche ich einen Mietwagen für 3 Tage auf Rhodos?

Nicht unbedingt, aber er macht einen großen Unterschied. Busse fahren von Rhodos-Stadt nach Lindos (rund 1,5 Stunden, ab dem Ostbus-Bahnhof), aber die Westküsten-Route — Kamiros, Kritinia, Tal der Schmetterlinge — ist ohne Auto kaum machbar. Taxis sind für längere Strecken teuer. Ein kleiner Mietwagen für Tag 2 und 3 kostet je nach Saison und Fahrzeug rund 30–50 EUR pro Tag.

Wie viele Stufen hat der Aufstieg zur Akropolis von Lindos?

Rund 250 Stufen vom Dorf bis nach oben. Der Weg ist gepflastert und stellenweise uneben. Die meisten Menschen in durchschnittlicher Fitness schaffen es in 15–20 Minuten. Am steilsten wird es kurz vor dem Gipfel. Früh starten lohnt sich — Hitze und Menschenmassen erreichen zwischen 10 und 14 Uhr ihren Höhepunkt.

Wann ist die beste Reisezeit für einen 3-tägigen Rhodos-Trip?

Mai, Juni und September bieten die beste Kombination aus warmem Wetter, überschaubarem Andrang und günstigeren Übernachtungspreisen. Juli und August sind heißer (regelmäßig über 35 °C), voller und deutlich teurer. Oktober lohnt sich, wenn Strände nicht Priorität haben — Altstadt und Sehenswürdigkeiten im Inselinneren sind dann viel ruhiger, und das Licht ist wunderschön.

Ist die Altstadt von Rhodos nachts sicher?

Ja. Die Altstadt ist gut beleuchtet, belebt mit Restaurants und Bars und nachts generell sicher. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gelten: Wertsachen auf belebten Straßen im Blick behalten und bedenken, dass einige schmalere Wohnstraßen schlecht ausgeleuchtet sind. Das größte Problem für die meisten Besucher ist das Verlaufen — im labyrinthischen Straßennetz passiert das schnell. Am besten eine Offline-Karte herunterladen, bevor man aufbricht.

Zugehöriges Reiseziel:rhodes

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