Loro Parque: Der komplette Reiseführer zum Flaggschiff-Zoo Teneriffas
Loro Parque in Puerto de la Cruz gehört zu den renommiertesten Zoos Europas – mit Gorillas, Orcas, Tigern, Pinguinen und einer der größten Papageiensammlungen der Welt. Dieser Guide erklärt Tickets, Anreise, Zeitplanung und gibt ehrliche Einschätzungen, damit du entscheiden kannst, ob ein Besuch zu deiner Reise passt.
Fakten im Überblick
- Lage
- Avenida Loro Parque, s/n, Punta Brava, Puerto de la Cruz, Teneriffa
- Anfahrt
- Kostenloser Touristenzug ab Playa Martiánez (Puerto de la Cruz); TITSA-Busse aus dem Süden; kostenpflichtiger Parkplatz ca. 7 €/Tag
- Zeitbedarf
- 5–7 Stunden, um den Park in Ruhe zu erkunden; ein ganzer Tag ist ideal
- Kosten
- Erwachsene (ab 12 J.) 44 € online; Kinder 3–11 J. 32 €; unter 3 Jahren kostenlos. Bewohner der Kanarischen Inseln zahlen ca. 22 €/16 € mit Ausweis (Rabatt nur an der Tageskasse)
- Am besten für
- Familien mit Kindern, Tierliebhaber, Tierfotografen
- Offizielle Website
- www.loroparque.com

Was der Loro Parque eigentlich ist
Der Loro Parque liegt am westlichen Rand von Puerto de la Cruz im Stadtteil Punta Brava, dort, wo die Wohnstraßen des Ortes allmählich in einen dichten, feuchten Tropengarten übergehen. Von außen wirkt das Eingangstor wie ein mittelgroßer Freizeitpark. Innen zeigt sich das wahre Ausmaß: Die Anlage umfasst rund 13,5 Hektar und bietet Lebensräume, die von einem klimatisierten Pinguin-Antarktis bis hin zu einem Savannengehege reichen – mit einem Glastunnel, der Besucher direkt unter Gorillas und anderen Tieren hindurchführt.
Der Park wurde 1972 von Wolfgang Kiessling mit einem klaren Schwerpunkt auf Papageien eröffnet. Diese Wurzeln sind noch heute spürbar: Loro Parque beherbergt eine der größten Papageiensammlungen der Welt mit Hunderten von Arten und Unterarten in einem eigenen Parkbereich. Der Name bedeutet so viel wie „Papageipark" – doch längst ist daraus ein vollwertiger zoologischer Garten geworden, mit Orcas, Großen Tümmlern, Seelöwen, Schimpansen, Weißen Tigern und einer Pinguinkolonie von über 300 Tieren.
💡 Lokaler Tipp
Kauf deine Tickets am besten online im Voraus. Der Erwachsenenpreis von 44 € ist derselbe, egal ob an der Tageskasse oder über die offizielle Website – aber online sparst du dir die Warteschlange und kannst deine Ankunft auf die erste Show des Tages abstimmen, die meist am späten Vormittag beginnt.
Anreise und Orientierung
Die bequemste Verbindung aus dem Zentrum von Puerto de la Cruz ist der kostenlose Touristenzug – ein kleines Fahrzeug, das zwischen dem Strandbereich rund um die Playa Martiánez und dem Parkeingang pendelt. Es fährt während der Öffnungszeiten regelmäßig und erspart dir einen 20-minütigen Fußweg bergauf durch Wohnstraßen. Wer mit dem Auto aus dem Norden der Insel anreist, folgt der Autobahn TF-5 in Richtung Puerto de la Cruz und achtet auf die Beschilderung zum Loro Parque; der Parkplatz vor Ort kostet ca. 7 € pro Tag.
Besucher aus dem Süden Teneriffas, besonders aus Costa Adeje oder Los Cristianos, müssen mit einer Fahrzeit von rund 60 bis 75 Minuten über die TF-1 und TF-5 rechnen. Einige Anbieter verkaufen Bus-und-Eintritt-Pakete aus den Südresorts für ca. 55–65 € pro Person, inklusive Hin- und Rückfahrt – praktisch, wenn du kein Auto mietest. Mit den öffentlichen TITSA-Bussen gelangt man ebenfalls von der Südküste zum Busbahnhof Puerto de la Cruz, von wo aus der Touristenzug oder ein kurzes Taxi den Rest übernimmt.
Die Tore öffnen um 09:30 Uhr. Der Park schließt um 17:30 Uhr, der letzte Einlass ist etwa eine Stunde vorher. Fünf bis sieben Stunden sind realistisch für einen ausgiebigen Besuch, aber Familien mit kleinen Kindern, die an jedem Gehege haltmachen, stellen oft fest, dass ein ganzer Tag schneller vergeht als erwartet.
Die Tiere: Was du priorisieren solltest
Die Orca- und Delfin-Shows haben die größten Zuschauerkapazitäten und füllen sich schnell. Sie finden in großen überdachten Stadien statt – nützlich, wenn sich am Nachmittag Wolken von Norden heranschieben, was in Puerto de la Cruz auch im Sommer regelmäßig vorkommt. Ob du diese Shows ethisch vertretbar findest, ist eine persönliche Entscheidung, die du vor der Buchung treffen solltest: Loro Parque steht wegen der Haltung von Orcas in Gefangenschaft seit Jahren in der Kritik von Tierschutzorganisationen. Der Park stellt das Programm als Bildungs- und Naturschutzmaßnahme dar; diese Einordnung ist umstritten, und jeder Besucher sollte sich selbst ein Bild davon machen.
Das Gorillagehege ist architektonisch beeindruckend. Ein transparenter Tunnel führt unter einer Inselanlage hindurch, auf der sich westliche Flachlandgorillas frei über und um die Besucher herum bewegen. Wer am Vormittag kommt, wenn die Tiere gefüttert werden und aktiv sind, wird mit etwas Geduld belohnt: Ein Silberrücken, der sich in nächster Nähe durch den Beobachtungsbereich bewegt, gehört zu den eindrücklichsten Tiererlebnissen, die der Park bietet.
PinguiNatur ist die Pinguinanlage des Parks, die im Hauptbereich auf konstant -1 °C gekühlt wird. Der Temperaturunterschied zur Wärme Teneriffas ist so drastisch, dass Kinder den Übergang oft verblüffend finden. Die Kolonie umfasst Hunderte von Pinguinen verschiedener Arten und ist eine der größten Zuchtstationen Europas. Durch die verglaste Unterwasserbeobachtung sieht man die Tiere in voller Geschwindigkeit durchs Wasser schießen – ein völlig anderes Bild als ihr watschelnder Gang an Land.
Der Papageibereich ist zwar nicht mehr das Herzstück, das er einmal war, beherbergt aber immer noch wirklich seltene Vögel. Hyazinth-Aras, Ausstellungen zu Schutzprogrammen rund um den Spix-Ara und Dutzende weniger bekannte Arten leben in begehbaren Volieren, wo Lärm, Farben und die Nähe der Tiere ein sinnliches Erlebnis erzeugen, das in einem gewöhnlichen Zoo kaum zu haben ist. Der Geruch hier ist unverwechselbar: warme Federn, feuchtes Laub und der leicht säuerliche Unterton von Früchte fressenden Vögeln in einem geschlossenen Raum.
ℹ️ Gut zu wissen
Hol dir direkt nach dem Einlass einen Show-Zeitplan. Die verschiedenen Tierpräsentationen finden zu festen Zeiten an unterschiedlichen Stellen im Park statt. Ohne Plan verpasst du leicht die Shows, die dich am meisten interessieren, oder läufst unnötig hin und her.
Wie sich das Erlebnis im Tagesverlauf verändert
Morgens, von 09:30 bis etwa 12:00 Uhr, bietet sich die beste Kombination aus tierischer Aktivität, angenehmen Temperaturen und überschaubaren Besucherzahlen. Die meisten Großsäuger und Primaten werden morgens gefüttert und sind entsprechend lebhafter. Die Wege sind ruhiger, Fotos ohne störende Menschenmassen gelingen leichter, und das tropische Grün des Parks sieht im flachen Morgenlicht deutlich attraktiver aus als in der flachen Mittagssonne.
Mittags bis in den frühen Nachmittag treffen die Reisebusse aus den Südresorts massenhaft ein, und die Warteschlangen vor den Hauptshows werden merklich länger. Die zentralen Restaurants und Imbisse werden überfüllt. Wer bei Öffnung kommt und strategisch plant, schafft die wichtigsten Gehege und die erste Show-Runde, bevor der Ansturm beginnt. Alternativ lässt sich die Mittagszeit nutzen, um in einem der ruhigeren Restaurants im hinteren Parkteil zu essen und danach zurückzukehren, wenn sich die Massen langsam lichten.
Ab 15:00 Uhr verändert sich die Stimmung im Park spürbar. Familien mit kleinen Kindern beginnen zu gehen, das Tempo verlangsamt sich. Die letzten Shows des Tages spielen vor einem kleineren, aber oft aufmerksameren Publikum. Das spätnachmittägliche Licht in den Tropengartenbereichen ist weicher und für Fotos besser geeignet als das harte Mittagslicht. Wer bis 17:00 Uhr bleibt, hat in der letzten Stunde den Park fast für sich.
Wichtige praktische Informationen
Der Loro Parque hat jeden Tag im Jahr von 09:30 bis 17:30 Uhr geöffnet – auch an Feiertagen. Der reguläre Eintrittspreis für Erwachsene ab 12 Jahren beträgt 44 €, Kinder von 3 bis 11 Jahren zahlen 32 €, Kinder unter 3 Jahren haben freien Eintritt. Bewohner der Kanarischen Inseln erhalten einen ermäßigten Tarif von ca. 22 € für Erwachsene und 16 € für Kinder, wenn sie an der Tageskasse einen gültigen regionalen Ausweis vorzeigen.
Rollstuhlfahrer können kostenlos einen Rollstuhl ausleihen (Pfand erforderlich). Kinderwagen sind für ca. 5 € pro Tag plus Pfand erhältlich. Elektromobile können telefonisch im Voraus gebucht werden; dafür werden ein Pfand und ein Lichtbildausweis benötigt, und die Reservierung muss mindestens drei Tage vor dem Besuch erfolgen. Die Hauptwege sind gepflastert und für Kinderwagen gut befahrbar, in einigen älteren Parkbereichen gibt es jedoch Steigungen.
Das Essen im Park ist zu Freizeitpark-Preisen erhältlich – also spürbar teurer als in den Cafés und Restaurants im Zentrum von Puerto de la Cruz, das nur wenige Minuten entfernt liegt. Ein mitgebrachtes Picknick ist erlaubt; an mehreren Stellen im Park gibt es Picknicktische. Die Parkrestaurants sind groß genug, um auch den Mittagsansturm zu bewältigen, aber Wartezeiten zu Stoßzeiten sind normal.
⚠️ Besser meiden
Puerto de la Cruz liegt an der Nordküste Teneriffas, die deutlich mehr Bewölkung und gelegentlichen Regen bekommt als der Süden. An bedeckten Tagen lässt sich der Park zwar problemlos besuchen, und die meisten Gehege sind teilweise überdacht – aber die tropische Gartenatmosphäre, die den Ort so besonders macht, entfaltet sich nur bei Sonnenschein. Schau vorher in die Wettervorhersage und wähle nach Möglichkeit einen klaren Tag.
Fotografieren im Loro Parque
Der Park belohnt Fotografen, die früh kommen. Der Gorilla-Tunnel, der Unterwasser-Beobachtungsgang der Pinguine und die Papageivolieren arbeiten alle mit gemischtem Umgebungs- und Kunstlicht – ein Objektiv mit großer Anfangsöffnung ist hier klar im Vorteil. Die Orca- und Delfin-Stadien sind überdacht und relativ dunkel; ein lichtstarkes Festbrennweitenobjektiv oder ein Zoom mit Bildstabilisierung liefert deutlich bessere Ergebnisse als ein Standardzoom am Limit.
Blitzlicht ist in den meisten überdachten Tierbereichen verboten, und die Glasscheiben einiger Gehege verursachen Reflexionen. Wer das Objektiv senkrecht zur Scheibe hält und einen Gegenlichtblende direkt ans Glas drückt, eliminiert die meisten Reflexionen. Die üppige Tropenvegetation im ganzen Park – besonders in den älteren Bereichen rund um die ursprünglichen Papageigehege – bietet fantastische Möglichkeiten für Makro- und Pflanzenfotografie, die die meisten Besucher komplett übersehen.
Wer einen Besuch vielleicht überdenken sollte
Wer grundsätzliche ethische Einwände gegen die Haltung und das Training von großen Meeressäugern – konkret Orcas und Delfinen – in Gefangenschaft hat, wird das Orca-Stadion im Herzen des Parks kaum ignorieren können. Loro Parque steht seit Jahren im Fokus internationaler Kritik wegen seines Orca-Programms. Der Park bezeichnet das Programm offiziell als naturschutzorientiert und argumentiert, dass in Gefangenschaft lebende Tiere eine Bildungsfunktion erfüllen; prominente Tierschutzorganisationen widersprechen dieser Darstellung ausdrücklich. Wer das als Problem sieht: Die Orca- und Delfinanlage ist kein Randbereich des Parks, sondern ein zentrales Element.
Alleinreisende ohne besonderes Interesse an Tieren oder Zoos werden den Eintrittspreis für einen Halbtagsbesuch möglicherweise schwer rechtfertigen können. Mit 44 € pro Erwachsenem gehört der Loro Parque zu den teuersten Einzelattraktionen der Insel. Zum Vergleich: Für dasselbe Budget lassen sich mehrere andere Sehenswürdigkeiten Teneriffas an einem Tag kombinieren. Preisbewusste Reisende sollten den Eintrittspreis sorgfältig gegen ihr tatsächliches Interesse an den Tieren abwägen – und ihn nicht einfach als Standardprogramm abhaken.
Wer in erster Linie an Teneriffas Naturlandschaft interessiert ist und keine verwalteten Attraktionen sucht, findet in den Außenräumen der Insel möglicherweise mehr. Die Anaga-Gebirge und die Landschaften entlang der Wanderrouten quer durch Teneriffa bieten echte Begegnungen mit der endemischen Tier- und Pflanzenwelt der Insel – zu einem Bruchteil der Kosten.
Insider-Tipps
- Der kostenlose Touristenzug ab Playa Martiánez ist für Erstbesucher oft schwer zu finden. Die kleine Haltestelle liegt in der Nähe des Lago-Martiánez-Komplexes an der Strandpromenade. Der Zug fährt während der Parköffnungszeiten regelmäßig und erspart dir die mühsame Suche nach dem Parkeingang – besonders praktisch mit Kindern.
- Die Pinguinanlage PinguiNatur ist zur Mittagszeit überfüllt. Am besten gehst du in der ersten Stunde nach Öffnung oder ab 15:00 Uhr hin. Der Unterwasser-Beobachtungsgang ist schmal, und in Stoßzeiten können sich längere Warteschlangen bilden.
- Wer Fotos von den Großkatzen machen möchte (Weißer Tiger und Löwen haben einen eigenen Bereich), sollte vor 11:00 Uhr dort sein. Am späteren Vormittag liegen die Tiere meist im Schatten und sind kaum zu sehen – früh morgens sind sie noch aktiv und gut zu beobachten.
- Der Rabatt für Bewohner der Kanarischen Inseln beträgt rund 22 € für Erwachsene – das ist erheblich. Voraussetzung ist ein gültiger regionaler Ausweis (spanischer DNI mit kanarischer Adresse oder gleichwertiges Dokument). Der Rabatt ist nicht online erhältlich; zeig deinen Ausweis einfach an der Tageskasse vor.
- Loro Parque betreibt die Loro Parque Fundación, die weltweit Papageienschutzprojekte finanziert. Im ursprünglichen Papageibereich des Parks informieren Ausstellungen über diese Arbeit, und einige der dort gehaltenen Vögel sind Teil aktiver Wiederansiedlungsprogramme. Wer sich für Naturschutz interessiert, sollte sich hier mehr Zeit nehmen als die meisten Besucher.
Für wen ist Loro Parque geeignet?
- Familien mit Kindern zwischen 3 und 12 Jahren, die einen strukturierten Ganztagesausflug mit vielfältigem Tierangebot suchen
- Tierfotografen, die aus nächster Nähe exotische Vögel, Menschenaffen und Meeressäuger fotografieren möchten
- Besucher in Puerto de la Cruz oder im Norden Teneriffas, die eine große Attraktion in der Nähe ihres Unterkünfte suchen
- Reisende, die Zoos lieben und Loro Parque mit anderen europäischen Einrichtungen vergleichen möchten
- Gruppen mit gemischten Interessen: Das breite Angebot des Parks lässt sich gut auf verschiedene Vorlieben abstimmen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Puerto de la Cruz:
- Jardín Botánico (Puerto de la Cruz)
Der Jardín Botánico in Puerto de la Cruz wurde 1788 gegründet, um tropische Pflanzen für Spanien zu akklimatisieren, und beherbergt jahrhundertealte Exemplare in einem kompakten, schattigen Garten. Mit einem Eintrittspreis von 3 € ist er einer der lohnendsten Stopps im Norden Teneriffas – und wird von Besuchern erstaunlich selten genutzt.
- Lago Martiánez
Das Lago Martiánez ist eine weitläufige Meerwasser-Poolanlage an der Küste von Puerto de la Cruz, entworfen vom kanarischen Künstler und Architekten César Manrique. Eingerahmt vom Atlantik, Vulkangestein, tropischen Gärten und Springbrunnen bietet es ein Schwimmerlebnis, das kein Strand und kein Hotelpool der Insel replizieren kann.
- Mirador de Humboldt
Oberhalb von La Orotava an der TF-21 gelegen, ist der Mirador de Humboldt ein kostenloser öffentlicher Aussichtspunkt mit einem der weitläufigsten Ausblicke auf Teneriffa. Das Panorama reicht über die Terrassenfelder des Orotava-Tals bis zur Atlantikküste – im Rücken der Teide. Zwanzig Minuten Zeit solltest du einplanen, und es kostet dich keinen Cent.
- Parque Taoro
Der Parque de Taoro liegt auf einem steilen Hang über Puerto de la Cruz und erstreckt sich über rund 10 Hektar mit angelegten Gärten, Wasserfall-Terrassen und Aussichtspunkten. Der Eintritt ist kostenlos, der Park ist rund um die Uhr geöffnet – damit gehört er zu den lohnendsten und günstigsten Ausflugszielen im Norden Teneriffas.