Lago Martiánez: César Manriques Meerwasser-Meisterwerk in Puerto de la Cruz
Das Lago Martiánez ist eine weitläufige Meerwasser-Poolanlage an der Küste von Puerto de la Cruz, entworfen vom kanarischen Künstler und Architekten César Manrique. Eingerahmt vom Atlantik, Vulkangestein, tropischen Gärten und Springbrunnen bietet es ein Schwimmerlebnis, das kein Strand und kein Hotelpool der Insel replizieren kann.
Fakten im Überblick
- Lage
- Av. de Cristóbal Colón 1, 38400 Puerto de la Cruz
- Anfahrt
- 10 Minuten zu Fuß vom Busbahnhof Puerto de la Cruz; TITSA-Busse halten an der Uferpromenade
- Zeitbedarf
- 2–4 Stunden
- Kosten
- Erwachsene 7 €, Kinder (≤10 Jahre) 4 €; Einwohner zahlen ermäßigte Preise. Aktuelle Preise auf lagomartianez.es prüfen.
- Am besten für
- Familien, Architekturbegeisterte und alle, die ruhig in einer gestalteten Landschaft schwimmen möchten

Was das Lago Martiánez eigentlich ist
Der offizielle Name lautet Complejo Costa Martiánez, doch in Puerto de la Cruz kennt es jeder als Lago Martiánez. Es handelt sich um eine kommunal betriebene Meerwasser-Poolanlage, die einen langen Abschnitt der Martiánez-Küste am nördlichen Rand des Stadtzentrums einnimmt. Das Komplejo ist keine natürliche Lagune, sondern eine gestaltete Landschaft: eine Reihe miteinander verbundener Salzwasserpools, künstlicher Inseln, Vulkangesteinsskulpturen, tropischer Gärten, Deckbereiche und mindestens eines großen Zentralpools mit Springbrunnen, die regelmäßig mehrere Meter hoch Wasser in die Luft schießen.
Das ist wichtig zu wissen, bevor man hingeht. Wer ein wildes Schwimmabenteuer oder einen natürlichen Gezeitenpool erwartet, wird hier etwas ganz anderes vorfinden. Das Lago Martiánez ähnelt eher einem gut gestalteten Freibad als einem Strand – auch wenn es direkt am Atlantik liegt und mit echtem Meerwasser gefüllt ist. Das Zusammenspiel aus architektonischem Anspruch, Vulkantextur und Salzwasser ist es, was einen eigenen Besuch lohnt und es über einen bloßen Nachmittagszeitvertreib hinaushebt.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Einlass schließt eine Stunde vor Betriebsschluss. Wer an einem Sommerabend um 18:00 Uhr ankommt, wird abgewiesen. Letzter Einlass im Sommer (1. Juli–30. September) ist 18:00 Uhr, im Rest des Jahres 17:00 Uhr.
César Manrique und warum das Design so wichtig ist
César Manrique war ein auf Lanzarote geborener Künstler, Architekt und Umweltaktivist, der einen Großteil des mittleren 20. Jahrhunderts damit verbrachte, dafür einzutreten, dass sich die Entwicklung der Kanarischen Inseln an der Vulkanlandschaft orientieren sollte, anstatt gegen sie zu arbeiten. Er hat einige der markantesten öffentlichen Räume des Archipels geschaffen, und das Lago Martiánez ist wohl sein ambitioniertestes Einzelprojekt überhaupt.
Die Anlage wurde Anfang der 1970er Jahre entwickelt, um Puerto de la Cruz an seiner felsigen Nordküste – wo der atlantische Wellengang natürliches Schwimmen unberechenbar macht – eine unverwechselbare Attraktion zu geben. Manriques Ansatz war nicht, diese Atlantikenergie zu blockieren, sondern sie zu lenken: Das Meerwasser wird direkt in die Pools gepumpt, die Vulkangesteinsformationen werden als skulpturale Elemente integriert statt entfernt, und die Bepflanzung aus einheimischen und tropischen Arten mildert die harten Kanten der Struktur, ohne sie zu verbergen.
Das Ergebnis ist ein Ort, der sich grundlegend von allem unterscheidet, was im spanischen Tourismus derselben Ära entstanden ist. Wer verstehen möchte, wie Manriques Philosophie den Norden Teneriffas insgesamt geprägt hat, findet im Jardín Botánico in Puerto de la Cruz ein ergänzendes Erlebnis gestalteter Natur in derselben Stadt – mit einem völlig anderen Charakter.
Der Besuch: Was dich beim Eingang erwartet
Der Haupteingang befindet sich an der Avenida de Cristóbal Colón. Nach der Bezahlung am Eingang gelangt man in einen breiten Pflasterbereich, der sich fast sofort zum größten Pool öffnet. Das Erste, was auffällt, ist die Größe: Der Zentralpool ist so weitläufig, dass man mehrere Minuten für eine Runde braucht. An einem klaren Morgen fängt das Wasser das Licht ein, und der Kontrast zwischen dem tiefen Blau des Atlantiks hinter der Mauer und dem helleren Ton des Pools selbst ist beeindruckend.
Die Anlage erstreckt sich über mehrere durch Rampen und Treppen verbundene Ebenen. Es gibt mehrere Pools unterschiedlicher Größe – einige flacher und ruhiger für Kinder, andere tiefer und stärker der atlantischen Brise ausgesetzt. Vulkangesteinsformationen ziehen sich durch die gesamte Anlage, mal als niedrige Trennwände zwischen den Poolbereichen, mal als größere skulpturale Massen, die aus dem Wasser ragen. Liegestühlflächen und schattige Zonen sind über das Gelände verteilt, und es gibt ein Gastronomikangebot vor Ort – auch wenn die Speisekarte überschaubar bleibt.
Die Springbrunnen im Zentralpool sind ein Blickfang. Sie schalten sich regelmäßig ein, und das Rauschen der Düsen ist im ganzen Komplex zu hören. Mit Kindern ist das meist der Moment, in dem sie unbedingt ins Wasser wollen. Einen festen Zeitplan für die Springbrunnen gibt es nicht – besser, man behandelt sie als angenehme Überraschung statt als planbare Attraktion.
💡 Lokaler Tipp
Wasserschuhe mitnehmen. Die Vulkangesteinsflächen an den Poolrändern können für bloße Füße rau sein, und die Pflasterflächen heizen sich im Sommer bis Mittag erheblich auf.
Wie sich das Erlebnis im Tagesverlauf verändert
Morgens, besonders an Werktagen, ist es am ruhigsten. Das Licht kommt aus dem Osten und trifft die Pools in einem Winkel, der die Wasserfarbe am intensivsten erscheinen lässt. Ambitionierte Schwimmer kommen früh und belegen Bahnen in den größeren Pools, bevor die Freizeitmenge anwächst. Um 10:00 Uhr im Winter kann es zum Stillsitzen kühl wirken, doch das Meerwasser hält Wärme besser als Süßwasser, und die Vulkanoberflächen heizen sich schnell auf, sobald die Sonne über die landseitigen Gebäude geklettert ist.
Gegen Mittag füllt sich die Anlage im Sommer deutlich. Die Stoßzeit liegt grob zwischen 12:00 und 16:00 Uhr im Juli und August, wenn Schulferien und Hochsaison in Puerto de la Cruz zusammenfallen. Liegestühle an begehrten Plätzen sind in diesen Monaten ab etwa 11:00 Uhr Mangelware. Wer hauptsächlich Bahnen schwimmen möchte und nicht auf Sonnenbaden aus ist, stört sich an der Belegung weniger – die Pools sind groß genug, um auch viele Menschen aufzunehmen.
Gegen späten Nachmittag, etwa ab 16:30 Uhr, lichten sich die Reihen, wenn Familien mit Kindern vor dem Abendessen aufbrechen. Das Licht in den letzten zwei Stunden vor Schließung ist das schönste des Tages für Fotografien. Der flache Winkel trifft Wasseroberfläche und Vulkangesteinstruktur gleichzeitig, und der atlantische Hintergrund nimmt die Bernstein- und Orangetöne an, die Puerto de la Cruz' Lage an der Nordküste besonders leuchtend hervorhebt.
💡 Lokaler Tipp
Für Fotografie bietet das späte Nachmittagsfenster (etwa 16:30 bis Schließung) das interessanteste Licht und weniger Menschen im Bild. Im Hochsommer (1. Juli–30. September) schließt die Anlage um 19:00 Uhr – das atlantische Abendlicht lässt sich also noch innerhalb des Komplexes genießen.
Praktische Infos: Öffnungszeiten, Preise und Anreise
Die Öffnungszeiten folgen einem saisonalen Muster. Vom 1. Juli bis 30. September ist die Anlage von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass 18:00 Uhr). Im Rest des Jahres öffnet sie von 10:00 bis 18:00 Uhr (letzter Einlass 17:00 Uhr). Am 24. und 31. Dezember schließt sie um 15:00 Uhr, letzter Einlass ist 14:00 Uhr. Diese Angaben sind Stand 2025–2026 korrekt, sollten aber vor dem Besuch auf lagomartianez.es geprüft werden, da sie sich in der Vergangenheit geändert haben.
Der Eintrittspreis beträgt Stand 2025 für Erwachsene 7 € und für Kinder bis 10 Jahre 4 €. Einwohner der Kanarischen Inseln zahlen 3 € (Erwachsene) bzw. 2 € (Kinder). Sonnenschirme können für 3 € gemietet werden, der Whirlpool kostet 2 € Aufpreis. Früher veröffentlichte Preise von 5,50 € und 2,50 € sind überholt. Bezahlt wird am Eingang; Kartenzahlung ist in der Regel möglich, Bargeld als Reserve aber sinnvoll.
Die Anlage liegt an der Uferpromenade, 10 Minuten zu Fuß vom Stadtzentrum Puerto de la Cruz und etwa gleich weit vom TITSA-Busterminus an der Calle San Telmo entfernt. Mehrere TITSA-Linien verbinden Puerto de la Cruz mit Santa Cruz, La Orotava und der Nordküste. Einen Überblick über die Fortbewegung auf der Insel mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt der Leitfaden zu Fortbewegung auf Teneriffa. Parkplätze nahe der Avenida de Cristóbal Colón gibt es, aber sie sind begrenzt – wer mit dem Auto kommt, sollte besonders im Juli und August Extrazeit für die Parkplatzsuche einplanen.
Barrierefreiheit: Die Hauptbereiche der Anlage sind gepflastert und weitgehend eben, von der Uferpromenade aus zugänglich. Allerdings gibt es zwischen den Poolebenen Stufen, und konkrete Informationen zur vollständigen Rollstuhl- oder Mobilitätszugänglichkeit sind in veröffentlichten Quellen nicht klar dokumentiert. Wer darauf angewiesen ist, sollte die Anlage vorher direkt kontaktieren.
Was du mitbringen solltest und was dich erwartet
Handtücher selbst mitbringen – die Anlage stellt keine zur Verfügung. Eine Badekappe ist für den allgemeinen Gebrauch nicht vorgeschrieben, bei belebteren Pools aber empfehlenswert. Sonnencreme ist unerlässlich: Die atlantische Brise lässt die Temperaturen gemäßigter erscheinen, als der UV-Index es eigentlich ist, und die Reflexionen auf dem Poolwasser erhöhen die Strahlungsbelastung zusätzlich. Bei Kindern muss der Sonnenschutz in diesen Breitengraden häufiger erneuert werden, als die meisten Eltern erwarten.
Das Gastronomikangebot vor Ort ist zweckmäßig, aber nicht besonders. Snacks, Eis und Getränke gibt es, dazu einfache Restaurantmöglichkeiten – wer eine richtige Mahlzeit vor oder nach dem Besuch möchte, ist im Stadtzentrum von Puerto de la Cruz mit einem zehnminütigen Fußweg deutlich besser aufgehoben. Rund um den alten Hafen und in den Straßen hinter der Promenade findet man die authentischsten lokalen Restaurants.
Es lohnt sich, den Charakter von Puerto de la Cruz als Reiseziel zu verstehen, bevor man das Lago Martiánez besucht – die Anlage ist fest in die Stadt eingebettet und kein isolierter Resortbetrieb. Was die Stadt insgesamt zu bieten hat, darunter ihre historische Architektur und lokale Esskultur, ist im Leitfaden zu Puerto de la Cruz nachzulesen.
Ehrliches Fazit: Ist es die Zeit wert?
Das Lago Martiánez lohnt den Besuch wirklich – wenn man sich für Architektur der Nachkriegsmoderne interessiert, im Norden Teneriffas eine saubere und ruhige Schwimmmöglichkeit sucht oder mit Kindern reist, die eine strukturiertere Umgebung als den offenen Atlantik brauchen. Der Eintrittspreis ist für einen halben Tag absolut fair, und die Kombination aus Manriques Gestaltung, Meerwasser und Vulkankulisse findet sich nirgendwo sonst auf der Insel.
Allerdings ist es nicht für jeden das Richtige. Wer ein natürliches Stranderlebnis sucht, wird das Vulkangestein und die Poolstruktur als zu künstlich empfinden. Die eigenen Strandoptionen von Puerto de la Cruz sind im Vergleich zum Süden der Insel begrenzt – wer gezielt Sand und Wellen möchte, sollte anderswo hinfahren.
Besucher, die im Süden Teneriffas übernachten und mit den Stränden rund um Costa Adeje oder Los Cristianos zufrieden sind, müssen die Fahrt nach Puerto de la Cruz (rund 45 Minuten auf der Autobahn) einkalkulieren und abwägen, ob das architektonische Interesse den Ausflug rechtfertigt. Wer im Norden untergebracht ist, hat ohnehin einen einfachen und lohnenden Nachmittag vor sich.
Im Winter hat das Lago Martiánez ein Argument, das kein Strand im Süden bieten kann: Die Meerwasserpools sind auch an Tagen nutzbar und angenehm, an denen der atlantische Wellengang das Schwimmen am Strand riskant machen würde. Die Wintersonne im Norden Teneriffas ist sanfter und die Menschenmassen dünner – ein Besuch im Januar oder Februar ist kein Kompromiss, sondern echte Erholung.
Insider-Tipps
- Komm innerhalb der ersten Stunde nach der Öffnung an einem Werktag – dann hast du den großen Zentralpool fast für dich allein. Ab 11:30 Uhr an einem Augustsamstag sind die besten Liegestühle längst belegt.
- Die Vulkangesteinsflächen zwischen den Pools speichern die Sonnenwärme und sind gegen Vormittag angenehm warm zum Sitzen und Liegen – besser als jeder Plastikliegestuhl.
- Wer den Whirlpool nutzen möchte, zahlt den Aufpreis direkt am Eingang und sucht nicht erst drinnen nach einer Kasse. Der Zuschlag beträgt 2 € – gut zu wissen, bevor man reingeht.
- Die Promenade östlich der Anlage Richtung Stadtzentrum führt am alten Fischerhafen, am Playa Jardín und an mehreren lokalen Restaurants vorbei. Plane Zeit ein, diese Strecke zu laufen, anstatt direkt zur Unterkunft zurückzukehren.
- Die Springbrunnen im Zentralpool wirken von den erhöhten Terrassenbereichen auf der Landseite der Anlage deutlich beeindruckender als vom Poolrand aus. Suche dir einen höheren Aussichtspunkt für die volle Wirkung.
Für wen ist Lago Martiánez geeignet?
- Familien mit kleinen Kindern, die eine ruhige und beaufsichtigte Schwimmumgebung brauchen
- Architektur- und Designbegeisterte, die sich für César Manriques Werk interessieren
- Besucher im Norden Teneriffas, die im Winter eine zuverlässige Schwimmoption suchen
- Fotografen, die sich für modernistisches Landschaftsdesign und atlantisches Licht begeistern
- Reisende, die einen strukturierten Halbtag mit Schwimmen, Sonnenbaden und kulturellem Interesse verbinden möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Puerto de la Cruz:
- Jardín Botánico (Puerto de la Cruz)
Der Jardín Botánico in Puerto de la Cruz wurde 1788 gegründet, um tropische Pflanzen für Spanien zu akklimatisieren, und beherbergt jahrhundertealte Exemplare in einem kompakten, schattigen Garten. Mit einem Eintrittspreis von 3 € ist er einer der lohnendsten Stopps im Norden Teneriffas – und wird von Besuchern erstaunlich selten genutzt.
- Loro Parque
Loro Parque in Puerto de la Cruz gehört zu den renommiertesten Zoos Europas – mit Gorillas, Orcas, Tigern, Pinguinen und einer der größten Papageiensammlungen der Welt. Dieser Guide erklärt Tickets, Anreise, Zeitplanung und gibt ehrliche Einschätzungen, damit du entscheiden kannst, ob ein Besuch zu deiner Reise passt.
- Mirador de Humboldt
Oberhalb von La Orotava an der TF-21 gelegen, ist der Mirador de Humboldt ein kostenloser öffentlicher Aussichtspunkt mit einem der weitläufigsten Ausblicke auf Teneriffa. Das Panorama reicht über die Terrassenfelder des Orotava-Tals bis zur Atlantikküste – im Rücken der Teide. Zwanzig Minuten Zeit solltest du einplanen, und es kostet dich keinen Cent.
- Parque Taoro
Der Parque de Taoro liegt auf einem steilen Hang über Puerto de la Cruz und erstreckt sich über rund 10 Hektar mit angelegten Gärten, Wasserfall-Terrassen und Aussichtspunkten. Der Eintritt ist kostenlos, der Park ist rund um die Uhr geöffnet – damit gehört er zu den lohnendsten und günstigsten Ausflugszielen im Norden Teneriffas.