Mirador de Humboldt: Das Panorama über dem Orotava-Tal, das eine Legende inspirierte
Oberhalb von La Orotava an der TF-21 gelegen, ist der Mirador de Humboldt ein kostenloser öffentlicher Aussichtspunkt mit einem der weitläufigsten Ausblicke auf Teneriffa. Das Panorama reicht über die Terrassenfelder des Orotava-Tals bis zur Atlantikküste – im Rücken der Teide. Zwanzig Minuten Zeit solltest du einplanen, und es kostet dich keinen Cent.
Fakten im Überblick
- Lage
- Carretera TF-21, Kilometer 1, oberhalb von La Orotava, Nordteneriffa
- Anfahrt
- Mit dem Auto über die TF-21 von La Orotava; keine direkte Bushaltestelle. Parkplatz vor Ort vorhanden.
- Zeitbedarf
- 15 bis 30 Minuten am Aussichtspunkt; zusätzliche Zeit für die Fahrt von Puerto de la Cruz einplanen
- Kosten
- Kostenlos. Kein Ticket oder Reservierung erforderlich.
- Am besten für
- Landschaftsfotografie, Panoramafahrten, Besuche am frühen Morgen bei klarer Sicht
- Offizielle Website
- http://www.laorotava.es/es/lugares/1-mirador-de-humboldt

Was du vor dir siehst
Der Mirador de Humboldt liegt an der TF-21 bei Kilometer 1 oberhalb von La Orotava, am Nordhang Teneriffas, wo das Land steil zum Meer hin abfällt. Von der Plattform mit Geländer öffnet sich das Orotava-Tal in einer Folge von terrassierten Bananenplantagen, rotbedachten Dörfern und dunkler Vulkanerde, die sich hinunter bis nach Puerto de la Cruz und zum Atlantik erstreckt. An klaren Tagen reicht der Blick bis zum Horizont – ungebrochen. Es ist, bei vernünftiger Betrachtung, eines der vollständigsten Landschaftspanoramen der ganzen Insel.
Die Plattform selbst ist überschaubar: eine halbkreisförmige Steinterrasse mit niedrigem Geländer, einer erklärenden Orientierungstafel mit den Ortschaften und geografischen Merkmalen des Tals sowie einem kleinen Parkplatz direkt neben der Straße. Kein Café, keine Kasse, keine Warteschlange. Du fährst rein, gehst zum Rand und schaust.
💡 Lokaler Tipp
Die Orientierungstafel am Aussichtspunkt beschriftet die sichtbaren Orte und Sehenswürdigkeiten – eine echte Hilfe, wenn du die Gegend nicht kennst. Lohnt sich, sie vor dem Fotografieren kurz zu lesen.
Die Verbindung zu Humboldt
Der Aussichtspunkt trägt den Namen Alexander von Humboldts, des preußischen Naturforschers und Entdeckers, der im Juni 1799 auf dem Weg nach Südamerika auf Teneriffa Station machte. Er stieg an den oberen Flanken des Teide hinauf und schrieb mit spürbarer Begeisterung über das Orotava-Tal darunter – er beschrieb das Zusammenspiel aus subtropischer Landwirtschaft, dramatischer Vulkantopografie und Meeresblick als etwas, das er anderswo nicht angetroffen hatte. Dieses Zeugnis, das er in seinen späteren Schriften veröffentlichte, begründete den Ruf des Orotava-Tals als eine der landschaftlich eindrucksvollsten Gegenden der atlantischen Welt.
Die heutige Aussichtsplattform ist ein moderner Bau und beansprucht nicht, Humboldts genauen Beobachtungspunkt zu markieren. Was sie bietet, ist eine Position am selben Hang, mit Blick auf dasselbe Tal, auf ungefähr derselben Höhe, auf der Humboldt innegehalten haben dürfte. Für alle, die auch nur ein beiläufiges Interesse an der Geschichte der Naturwissenschaften haben, verleiht dieser Kontext dem Dastehen hier eine echte zusätzliche Bedeutungsebene.
Humboldts Besuch umfasste auch einen Besteigungsversuch des Teide, über den du mehr im Zusammenhang mit dem Teide und dem dazugehörigen Reiseführer zum Teide-Nationalpark nachlesen kannst. Der Aufstieg von 1799 hat Generationen von Wissenschaftlern und Reisenden beeinflusst, die ihm folgten.
Wie sich das Erlebnis im Tagesverlauf verändert
Morgens ist die beste Zeit für einen Besuch – konkret zwischen 8 und 10 Uhr, wenn der Küstendunst sich lichtet und das Licht von Osten in einem flachen Winkel einfällt, der die Struktur der Terrassenfelder besonders gut herausarbeitet. Das Tal riecht zu dieser Stunde nach feuchter Erde und frisch geschnittenem Grün, getragen von der Brise, die beständig von der Küste heraufzieht. Auf der TF-21 ist um diese Zeit kaum Verkehr, und der Parkplatz ist so gut wie immer frei.
Zur Mittagszeit flacht das Licht ab, und Dunst kann die Sicht erheblich einschränken – besonders im Sommer, wenn die Verdunstung über dem Meer eine weißliche Schicht über dem unteren Tal bildet. Der Parkplatz füllt sich in der Mittagsstoßzeit mit Mietwagen, und gelegentlich halten hier auch Reisebusse im Rahmen von Inselrundfahrten. Das Erlebnis ist zu dieser Stunde noch immer angenehm, aber spürbar anders – eher eine kurze Pause am Wegesrand als ein bewusstes Landschaftsmoment.
Am späten Nachmittag wird das Licht wieder weicher, und die westliche Sonnenposition zaubert warme Töne über den Talboden, die sich gut für Fotos eignen. Der Sonnenuntergang selbst ist von diesem Aussichtspunkt technisch gesehen nicht zu sehen, da der TF-21-Kamm den westlichen Horizont verdeckt – aber die Stunde davor gehört noch zu den besseren Zeitfenstern. In den Wintermonaten kann sich nach etwa 15 Uhr tief hängende Bewölkung über dem Tal ausbreiten, die den Blick am späten Nachmittag komplett verdeckt.
⚠️ Besser meiden
Wolken können sich im Orotava-Tal schnell einlagern, besonders zwischen November und März. Wenn du vor einer weißen Wolkenwand ankommst, lohnt es sich, 20 Minuten auf dem Parkplatz zu warten, bevor du aufgibst. Das Tal klart häufig in kurzen Fenstern wieder auf.
Anfahrt: Alles Praktische auf einen Blick
Der Aussichtspunkt ist über die TF-21 erreichbar, die Hauptstraße, die von La Orotava in Richtung Teide-Nationalpark hinaufführt. Von La Orotava aus ist er gut ausgeschildert und liegt nur eine kurze Strecke oberhalb der oberen Wohngebiete. Mit dem Auto von Puerto de la Cruz dauert die Fahrt je nach Verkehr durch La Orotava etwa 20 Minuten. Der Parkplatz liegt direkt an der Straße und bietet Platz für ungefähr zehn Autos. Der Zugang ist asphaltiert und stufenfrei, sodass die Plattform auch für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen erreichbar ist.
Am Mirador de Humboldt gibt es keine eigene Bushaltestelle. Laut den regionalen Verkehrsinfos und den TITSA-Linien werden dieser Aussichtspunkt an der TF-21 nicht direkt angefahren. Wer kein Auto hat, kann mit dem Bus von Puerto de la Cruz nach La Orotava fahren und dann ein Taxi für den Anstieg nehmen – das ist aber eine unübliche Lösung. Realistisch gesehen sind ein Mietwagen oder eine geführte Tour, die den Aussichtspunkt einschließt, die praktischsten Optionen.
Wer in Puerto de la Cruz untergebracht ist, für den ergibt es geografisch absolut Sinn, den Mirador de Humboldt mit einem Besuch in La Orotavas historischer Altstadt zu verbinden. Beide liegen nur wenige Minuten voneinander entfernt und passen gut in denselben halbtägigen Rundkurs.
Fotografieren am Mirador de Humboldt
Der Aussichtspunkt belohnt Weitwinkelaufnahmen. Um den vollen Schwung des Orotava-Tals von einem Rand zum anderen in einem einzigen Bild festzuhalten, braucht man an einer Vollformatkamera etwas im Bereich 16–24 mm. Das Vordergrundmotiv ist begrenzt, weshalb Kompositionen, die die Orientierungstafel oder das Geländer als Rahmenelement einbeziehen, meist besser funktionieren als der Versuch, eine makellose Landschaftsaufnahme zu machen. Im richtigen Licht sorgt das Flickenteppich-Muster der Terrassenfelder unten für genug geometrisches Interesse im Mittelgrund.
Der Drohneneinsatz in der Gegend unterliegt den spanischen Luftfahrtvorschriften, hinzu kommen die Nähe zu Wohngebieten und die TF-21. Vor dem Fliegen unbedingt die aktuellen Einschränkungen bei der AESA (Spaniens Luftfahrtbehörde) prüfen. Fotografieren aus der Hand erfordert keine Genehmigung und keinen besonderen Zugang.
Der Mirador in einem größeren Reiseprogramm
Der Mirador de Humboldt liegt auf natürliche Weise am Anfang einer Fahrt die TF-21 hinauf in Richtung Teide. Wer zum Nationalpark fährt, verlängert seine Reise damit um vielleicht 10 Minuten und bekommt ein Gefühl für das Ausmaß der Landschaft, in die er gleich eintaucht. Weiter die Straße hinauf kommt man zu den Roques de García und dem weitläufigen Vulkangelände des Teide-Nationalparks. Von oben bei Humboldt aus gesehen macht das grüne Tal und der ferne Ozean den Kontrast zu den hochgelegenen Lavafeldern noch eindrücklicher, wenn man dort ankommt.
Für einen ganzen Tag im Norden Teneriffas lässt sich der Aussichtspunkt gut mit einem Morgenspaziergang durch La Orotava, einem Mittagessen in der Altstadt und einer Nachmittagsfahrt hinauf zum Teide kombinieren. Alternativ eignet er sich als kurze Ergänzung zu einem Nordteneriffa-Reiseprogramm, das Puerto de la Cruz und das Orotava-Tal als Schwerpunkt hat.
Ehrliches Fazit: Lohnt es sich?
Der Mirador de Humboldt ist ein wirklich guter Aussichtspunkt – kein überbewerteter. Der Blick über das Orotava-Tal ist in seiner Weite beeindruckend, und die Geschichte rund um Humboldt gibt ihm ein kulturelles Gewicht, das rein landschaftlichen Aussichtspunkten fehlt. Was er nicht ist: ein Reiseziel für sich. Mehr als 30 Minuten wirst du hier kaum verbringen, und wenn die Wolken hängen, gibt es schlicht nichts anderes zu tun, während du wartest.
Wer extra für diesen einen Stopp hinauffährt und dann wieder zurück, dem könnte das Verhältnis von Anfahrt und Erlebnis zu ungünstig erscheinen. Der Aussichtspunkt belohnt diejenigen, die ihn in eine Fahrt einbauen, statt ihn zum alleinigen Ziel zu machen. Als kostenloser, buchungsfreier, schrankenloser Stopp auf dem Weg zum Teide oder nach La Orotava ist er beinahe unverzichtbar. Als eigenständiges Ausflugsziel ist der Fall schwächer.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Aussichtspunkt hat keine festen Öffnungszeiten und kein Eingangstor, es gibt auch kein Zeitfensterbuchungssystem. In der Praxis ist er morgens genauso zugänglich wie mittags.
Insider-Tipps
- Im Sommer am besten vor 9 Uhr ankommen. Das Tal leuchtet im frühen Morgenlicht am schärfsten, und Reisebusse trudeln meist erst gegen Vormittag ein – du hast die Plattform dann oft ganz für dich.
- Der Parkplatz ist klein. Wenn er voll ist, gibt es etwas weiter oben an der TF-21 eine kleine Ausweichbucht, wo du kurz warten oder das Auto für einen Moment abstellen kannst, ohne den Verkehr zu blockieren.
- Wolken im Tal können sich schnell bewegen. Wenn die Sicht bei der Ankunft schlecht ist, schau auf den oberen Wolkenrand: Liegt er unterhalb der Terrassenfelder, sind das höhere Gelände und der Teide von der Plattform aus noch gut zu sehen.
- Die Orientierungstafel am Aussichtspunkt zeigt die Städte und Sehenswürdigkeiten unten im Tal. Fotografiere sie, bevor du die Panoramabilder machst – so kannst du später beim Durchsehen der Fotos alles zuordnen.
- Wer nach diesem Stopp weiter in den Teide-Nationalpark fährt: Die TF-21 führt direkt von hier aus weiter. Du musst nicht zurück in die Ortsmitte von La Orotava, um die Route fortzusetzen.
Für wen ist Mirador de Humboldt geeignet?
- Fotografen, die nach weiten Tal- und Küstenpanoramen im Norden Teneriffas suchen
- Reisende, die die TF-21 in Richtung Teide-Nationalpark entlangfahren
- Geschichts- und Naturwissenschaftsinteressierte, die sich für Humboldts Expedition von 1799 begeistern
- Besucher, die La Orotavas historische Altstadt mit einem Blick auf die Landschaft im Großen verbinden möchten
- Alle, die einen kostenlosen, gut erreichbaren Aussichtspunkt suchen, der keine Planung erfordert
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Puerto de la Cruz:
- Jardín Botánico (Puerto de la Cruz)
Der Jardín Botánico in Puerto de la Cruz wurde 1788 gegründet, um tropische Pflanzen für Spanien zu akklimatisieren, und beherbergt jahrhundertealte Exemplare in einem kompakten, schattigen Garten. Mit einem Eintrittspreis von 3 € ist er einer der lohnendsten Stopps im Norden Teneriffas – und wird von Besuchern erstaunlich selten genutzt.
- Lago Martiánez
Das Lago Martiánez ist eine weitläufige Meerwasser-Poolanlage an der Küste von Puerto de la Cruz, entworfen vom kanarischen Künstler und Architekten César Manrique. Eingerahmt vom Atlantik, Vulkangestein, tropischen Gärten und Springbrunnen bietet es ein Schwimmerlebnis, das kein Strand und kein Hotelpool der Insel replizieren kann.
- Loro Parque
Loro Parque in Puerto de la Cruz gehört zu den renommiertesten Zoos Europas – mit Gorillas, Orcas, Tigern, Pinguinen und einer der größten Papageiensammlungen der Welt. Dieser Guide erklärt Tickets, Anreise, Zeitplanung und gibt ehrliche Einschätzungen, damit du entscheiden kannst, ob ein Besuch zu deiner Reise passt.
- Parque Taoro
Der Parque de Taoro liegt auf einem steilen Hang über Puerto de la Cruz und erstreckt sich über rund 10 Hektar mit angelegten Gärten, Wasserfall-Terrassen und Aussichtspunkten. Der Eintritt ist kostenlos, der Park ist rund um die Uhr geöffnet – damit gehört er zu den lohnendsten und günstigsten Ausflugszielen im Norden Teneriffas.