Parque de Taoro: Der Garten über Puerto de la Cruz mit Meerblick
Der Parque de Taoro liegt auf einem steilen Hang über Puerto de la Cruz und erstreckt sich über rund 10 Hektar mit angelegten Gärten, Wasserfall-Terrassen und Aussichtspunkten. Der Eintritt ist kostenlos, der Park ist rund um die Uhr geöffnet – damit gehört er zu den lohnendsten und günstigsten Ausflugszielen im Norden Teneriffas.
Fakten im Überblick
- Lage
- Altos del Taoro, Puerto de la Cruz, Teneriffa, Spanien
- Anfahrt
- Mit den TITSA-Buslinien nach Puerto de la Cruz (z. B. 102, 103, 104, 352 und 353), dann 20–30 Minuten bergauf vom Stadtzentrum bis zum Park
- Zeitbedarf
- 1 bis 2 Stunden für einen vollständigen Rundgang; 30 Minuten, wenn nur die Aussichtspunkte das Ziel sind
- Kosten
- Kostenloser Eintritt, täglich rund um die Uhr geöffnet. Wasserfälle und Wasseranlagen laufen täglich ab 18:00 Uhr.
- Am besten für
- Gartenliebhaber, Fotografen, Paare und alle, die einen erhöhten Blick auf Puerto de la Cruz genießen möchten – ohne Warteschlangen und ohne Eintritt
- Offizielle Website
- www.webtenerife.co.uk/what-see/gardens-and-parks/parque-taoro

Was der Parque de Taoro wirklich ist
Der Parque de Taoro ist ein kostenloser öffentlicher Garten auf dem historischen Taoro-Hang am oberen Rand von Puerto de la Cruz. Mit rund 100.000 Quadratmetern angelegter Fläche gehört er zu den größten städtischen Grünflächen in Puerto de la Cruz und an der nördlichen Küste Teneriffas. Der Park steigt steil über das ältere Hotelquartier der Stadt an und bietet mit zunehmender Höhe immer weitreichendere Ausblicke auf die atlantische Küste.
Die Hauptattraktionen sind die kaskadierenden Wasseranlagen – eine Reihe von Zierbrunnen und künstlichen Wasserfällen, die in den Hang eingeschnitten sind – sowie mehrere Aussichtsplattformen, von denen aus die Dächer von Puerto de la Cruz vor dem offenen Meer zu sehen sind. Die Wege sind gesäumt von subtropischer Vegetation: Palmen, Farne, Strelitzien und dicht belaubte Bäume, die die unteren Bereiche selbst im Hochsommer kühl halten. Es gibt kein Eingangstor, keinen Kartenschalter und keine formelle Zutrittskontrolle. Man geht einfach hinein.
ℹ️ Gut zu wissen
Die Wasseranlagen und Brunnen laufen täglich ab 18:00 Uhr. Wer früher kommt, sieht zwar den Garten – aber noch keine fließenden Wasserfälle. Abendliche Besuche, besonders rund um den Sonnenuntergang, sind die schönste Zeit im Park.
Wie sich das Erlebnis im Tagesverlauf verändert
Morgens, ungefähr zwischen 8:00 und 11:00 Uhr, ist der Park am ruhigsten. Das Licht fällt schräg durch das Blätterdach und lässt die Vegetation leuchten, und in der Luft liegt ein leichter Geruch nach feuchter Erde, wenn sich der nächtliche Tau auf den Wegen aus Vulkanstein absetzt. Auf den unteren Terrassen begegnet man meist nur Einheimischen mit Hunden oder Joggern, die die oberen Wege für ihre Runde nutzen. Die Wasserfälle laufen noch nicht – die Stimmung ist die eines stillen botanischen Spaziergangs.
Gegen Mittag kommen Reisegruppen und Familien, besonders im Sommer. Die exponierten oberen Aussichtspunkte liegen in der prallen Sonne und können sich warm anfühlen. Im Juli oder August empfiehlt sich ein breitkrempiger Hut und ausreichend Wasser. Die schattigeren unteren Gartenbereiche sind spürbar kühler.
Der späte Nachmittag bis zum Abend ist die lohnendste Zeit. Ab 18:00 Uhr laufen die Wasseranlagen, das Licht taucht die Küste in Goldtöne, und die Temperaturen sinken auf ein angenehmes Niveau. An klaren Abenden ist von den oberen Terrassen des Parks die ferne Silhouette La Gomeras am Horizont zu erkennen. Dann bevölkern auch Paare und einheimische Familien die Bänke, was dem Park eine lebendige, gesellige Atmosphäre verleiht – ohne je überlaufen zu wirken. Fotografen sollten wissen: Die 45 Minuten vor Sonnenuntergang bieten die beste Kombination aus warmem Licht auf den Wasseranlagen und langen Schatten auf den gepflasterten Wegen.
Die Aussichten und was man von ihnen sieht
Der Hauptaussichtspunkt des Parque de Taoro blickt nach Norden und Westen über den Atlantik, mit Puerto de la Cruz als Halbkreis aus niedrigen Gebäuden darunter und der dunklen Vulkanküste des Nordens, die sich in die Ferne erstreckt. An besonders klaren Tagen liegt La Gomera wie ein flacher Schatten am Horizont. Der Ausblick ist wirklich beeindruckend – umso mehr, weil man ihn zu Fuß durch einen Garten erreicht und nicht mit dem Auto zu einem eigens angelegten Parkplatz fährt.
Wer vor allem Atlantik-Panoramen sucht, sollte diesen Ort mit dem Mirador de Humboldt östlich von Puerto de la Cruz vergleichen, der eher das Orotava-Tal als die Küste rahmt. Beide sind kostenlos und beide sind vom Stadtzentrum aus in etwa 20 Minuten zu erreichen.
Auf den unteren Terrassen verändert sich die Perspektive: Die Dächer und Kirchtürme der Altstadt füllen den Vordergrund, dahinter sind Containerschiffe und gelegentlich Kreuzfahrtschiffe auf dem Wasser zu erkennen. Das sind die Kompositionen, die für Weitwinkelaufnahmen funktionieren, wenn der Nachmittagsdunst sich gelegt hat.
Den Park erkunden: Praktische Orientierung
Der Park liegt auf einem Hang – das bedeutet: Jeder Weg führt entweder bergauf oder bergab. Einen flachen Rundweg gibt es nicht. Mit dem Auto oder Taxi ist der Park über die Straßen Botánico und Las Arenas erreichbar; die TITSA-Busse fahren nach Puerto de la Cruz, von wo aus man bergauf zu den oberen Eingängen laufen kann, um dann bequem durch den Garten nach unten zu gehen.
Wer zu Fuß aus dem Zentrum von Puerto de la Cruz kommt, sollte 20 bis 30 Minuten Aufstieg einplanen. Am Anfang ist der Anstieg eher gleichmäßig als steil, aber innerhalb des Parks warten zahlreiche in den Hang geschnittene Treppen. Schuhe mit gutem Profil sind wichtig – die Steinstufen können nach Regen oder wenn die Brunnen laufen und Wasser auf die Wegoberflächen gelangt, rutschig sein.
⚠️ Besser meiden
Der Parque de Taoro hat viele Treppen und steile gepflasterte Wege, barrierefreie Routen sind nur eingeschränkt vorhanden. Das kann den Zugang für Rollstühle, Kinderwagen oder Besucher mit eingeschränkter Mobilität schwierig machen – ein wichtiger Aspekt, wenn man mit Kleinkindern im Buggy oder älteren Begleitpersonen kommt.
Puerto de la Cruz selbst ist eine lohnende Basis für die Erkundung des nördlichen Teneriffas. Der Jardín Botánico liegt weiter unten in der Stadt und bietet eine formellere botanische Erfahrung mit barrierefreien Bereichen – eine gute Alternative für alle, denen das Gelände im Taoro zu anspruchsvoll ist.
Historischer Hintergrund und der Taoro-Hang
Der Taoro-Hügel hat in der Geschichte Teneriffas eine Bedeutung, die weit vor dem Park selbst liegt. Der Name Taoro verweist auf eines der neun Menceyatos – die indigenen Guanchen-Herrschaftsgebiete, die Teneriffa vor der spanischen Eroberung im späten 15. Jahrhundert regierten. Das Menceyato Taoro war im fruchtbaren Orotava-Tal angesiedelt und umfasste das Gebiet um das heutige Puerto de la Cruz.
Später wurde der Hang mit der Grandhotel-Ära von Puerto de la Cruz verbunden, als wohlhabende europäische Besucher – vor allem Briten und Deutsche – im 19. und frühen 20. Jahrhundert wegen des milden Winterklimas hierher kamen. Das obere Taoro-Viertel bewahrte etwas von der Eleganz jener Zeit, und der angelegte Park spiegelt den gartenbaulichen Ehrgeiz dieser Epoche wider. Genaue Bau- oder Gründungsdaten sind in den verfügbaren Quellen nicht einheitlich dokumentiert, aber der Charakter des Gartens – mit seinen formellen Terrassen, Zierwasseranlagen und gepflegter subtropischer Bepflanzung – ist eindeutig in der spätkolonialen Kurort-Tradition verwurzelt.
Wer verstehen möchte, wie sich die Städte im Norden Teneriffas in dieser Zeit entwickelten, sollte das historische Zentrum von La Orotava – eine kurze Autofahrt ins Landesinnere – besuchen. Dort zeigt sich die gleiche Verbindung aus kanarischer Architektur und europäischem Gartenbaueinfluss in konzentrierterer Form.
Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich der Aufstieg?
Der Parque de Taoro bietet nicht die makellose Inszenierung eines formellen europäischen botanischen Gartens. Manche Wegabschnitte wirken zu bestimmten Jahreszeiten etwas verwildert, und einige der Zierstrukturen sehen ihr Alter an. Der Park wird von der Gemeinde gepflegt, nicht von einer spezialisierten botanischen Institution – das merkt man an der ungleichmäßigen Bepflanzungsqualität auf den verschiedenen Terrassen.
Was der Park bietet, ist schwerer zu finden in diesem Teil Teneriffas: Höhe, Stille, subtropisches Grün und das echte Gefühl, über der Stadt zu stehen statt mittendrin – und das alles kostenlos. Wer sowieso einen Tag in Puerto de la Cruz verbringt und mit den Treppen umgehen kann, für den hat der Park seinen festen Platz im Programm – besonders als Abendspaziergang, wenn die Wasseranlagen laufen und das Licht stimmt.
Wer ein vollständiges Bild von Puerto de la Cruz und dem Norden bekommen möchte, sollte den Besuch mit dem nahe gelegenen Lago Martiánez Lido an der Strandpromenade und einem Spaziergang durch die Altstadt kombinieren. Zusammen ergibt das einen abwechslungsreichen Tag – ohne Auto. Wer einen längeren Aufenthalt im Norden plant, findet im Reiseführer Nord- vs. Südteneriffa nützliche Hinweise zu den Unterschieden in Atmosphäre und Infrastruktur auf der Insel.
Wer speziell wegen dramatischer Landschaften reist, aber kein unebenes Gelände bewältigen kann, ist mit den barrierefreien Aussichtspunkten im Teide-Nationalpark besser bedient – dort ist das geologische Spektakel von einer völlig anderen Dimension. Und wer einen gepflegten, gut ausgeschilderten botanischen Garten mit ebenen Wegen erwartet, sollte wissen: Das ist dieser Park nicht.
Insider-Tipps
- Steig von oben in den Park ein (mit dem TITSA-Bus nach Puerto de la Cruz, dann bergauf laufen) und geh dann durch den Park bergab. So sparst du dir den Rückweg bergauf und kommst am Ende bequem im Stadtzentrum an.
- Die Wasseranlagen starten täglich um 18:00 Uhr. Wenn du gegen 17:45 Uhr an der oberen Terrasse ankommst, kannst du beobachten, wie die Kaskaden anlaufen – bei warmem Abendlicht, das sich hervorragend für Fotos eignet.
- Die Steinwege werden nach Regen oder wenn die Brunnen laufen rutschig. Schuhe mit gutem Grip machen besonders an den steileren Treppen im mittleren Parkbereich einen spürbaren Unterschied.
- An klaren Winterabenden ist La Gomera vom oberen Aussichtspunkt aus zu sehen. Zwischen November und Februar ist die Fernsicht in der Regel deutlich besser als im sommerlichen Dunst – die Monate lohnen sich also besonders für den Ausblick, auch wenn es etwas kühler ist.
- Die unteren Terrassen nahe dem stadtnahen Parkeingang liegen im dichten Schatten und sind merklich kühler als die exponierten oberen Aussichtspunkte. An heißen Sommermittagen bleib am besten in den unteren Bereichen und geh erst nach 17:00 Uhr nach oben.
Für wen ist Parque Taoro geeignet?
- Natur- und Gartenliebhaber, die eine kostenlose, ruhigere Alternative zu klassischen Sehenswürdigkeiten suchen
- Fotografen, die beim goldenen Stundenlicht erhöhte Ausblicke auf Puerto de la Cruz und den Atlantik wollen
- Paare, die abends einen romantischen Spaziergang mit laufenden Wasserfällen ab 18:00 Uhr genießen möchten
- Reisende mit Interesse an der Guanchen-Geschichte Teneriffas und der kolonialen Kurort-Kultur
- Wanderer, die einen Aufstieg mit einem lohnenden Ziel verbinden möchten, anstatt auf einer Strecke hin- und zurückzulaufen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Puerto de la Cruz:
- Jardín Botánico (Puerto de la Cruz)
Der Jardín Botánico in Puerto de la Cruz wurde 1788 gegründet, um tropische Pflanzen für Spanien zu akklimatisieren, und beherbergt jahrhundertealte Exemplare in einem kompakten, schattigen Garten. Mit einem Eintrittspreis von 3 € ist er einer der lohnendsten Stopps im Norden Teneriffas – und wird von Besuchern erstaunlich selten genutzt.
- Lago Martiánez
Das Lago Martiánez ist eine weitläufige Meerwasser-Poolanlage an der Küste von Puerto de la Cruz, entworfen vom kanarischen Künstler und Architekten César Manrique. Eingerahmt vom Atlantik, Vulkangestein, tropischen Gärten und Springbrunnen bietet es ein Schwimmerlebnis, das kein Strand und kein Hotelpool der Insel replizieren kann.
- Loro Parque
Loro Parque in Puerto de la Cruz gehört zu den renommiertesten Zoos Europas – mit Gorillas, Orcas, Tigern, Pinguinen und einer der größten Papageiensammlungen der Welt. Dieser Guide erklärt Tickets, Anreise, Zeitplanung und gibt ehrliche Einschätzungen, damit du entscheiden kannst, ob ein Besuch zu deiner Reise passt.
- Mirador de Humboldt
Oberhalb von La Orotava an der TF-21 gelegen, ist der Mirador de Humboldt ein kostenloser öffentlicher Aussichtspunkt mit einem der weitläufigsten Ausblicke auf Teneriffa. Das Panorama reicht über die Terrassenfelder des Orotava-Tals bis zur Atlantikküste – im Rücken der Teide. Zwanzig Minuten Zeit solltest du einplanen, und es kostet dich keinen Cent.