Empire State Building: Was dich in NYCs berühmtestem Wolkenkratzer erwartet
Das Empire State Building ragt 443 Meter über Midtown Manhattan auf und ist der bekannteste Wolkenkratzer New Yorks. Die zwei Aussichtsplattformen bieten weite Blicke über Manhattan, Brooklyn, Queens und die Bronx – und allein die Art-Déco-Lobby ist einen Besuch wert, selbst wenn du nie in den Aufzug steigst. Alles, was du vor deinem Besuch wissen solltest.
Fakten im Überblick
- Lage
- 350 Fifth Avenue (Eingang Aussichtsplattform: 20 W 34th St), Midtown Manhattan
- Anfahrt
- U-Bahn B, D, F, M, N, Q, R, W bis 34th St–Herald Sq; 1, 2, 3 bis 34th St–Penn Station
- Zeitbedarf
- 1,5 bis 3 Stunden – je nach Ticket-Kategorie und Wartezeiten
- Kosten
- Tickets ab ca. 44 USD; Kombi 86. + 102. Stock kostet mehr. Aktuelle Preise auf esbnyc.com
- Am besten für
- Erstbesucher, Architekturliebhaber, Paare bei Sonnenuntergang, Familien mit älteren Kindern
- Offizielle Website
- www.esbnyc.com

Warum das Empire State Building noch immer zählt
Das Empire State Building wurde am 1. Mai 1931 eröffnet – nach einer Bauzeit von gerade einmal 410 Tagen. Der 102-stöckige Art-Déco-Wolkenkratzer ist inklusive Sendeantenne 443 Meter hoch, die Dachkante liegt bei 381 Metern. Von 1931 bis 1971 – also 40 Jahre lang – war es das höchste Gebäude der Welt. Dieser Titel ist längst Geschichte, doch die kulturelle Bedeutung des Gebäudes hat nie nachgelassen.
Was es von neueren Aussichtsplattformen in der Stadt unterscheidet, ist genau sein Alter und seine Geschichte. Dieses Gebäude hat King Kong erklommen. In diesem Gebäude wartete Cary Grant in „Über den Dächern von New York". Dieses Gebäude leuchtet am 4. Juli in Rot und Blau, zu Pride in Lila und für die Emmys in Gold. Neuere Aussichtsplattformen bieten klareres Glas oder spektakuläreres Design – aber keine trägt diese besondere Dichte an Bedeutung.
Wenn du es mit anderen Aussichtspunkten in der Stadt vergleichst: Das Empire State Building taucht in der Skyline auf, die man von konkurrierenden Plattformen aus sieht – von der eigenen Aussichtsterrasse aus ist es dagegen unsichtbar. Wer das Gebäude im eigenen Skyline-Foto haben möchte, besucht dafür oft Top of the Rock im Rockefeller Center. Beide Erlebnisse sind unterschiedlich genug, um beides zu rechtfertigen – aber wenn nur eines möglich ist, sollten deine eigenen Prioritäten die Entscheidung treffen.
Das Gebäude, bevor du oben ankommst
Der Eingang zur Aussichtsplattform befindet sich in der 20 West 34th Street – nicht an der Hauptadresse an der Fifth Avenue. Die Lobby im Erdgeschoss ist eines der schönsten Art-Déco-Interieurs New Yorks. Die Deckengemälde, die geometrischen Messingverzierungen und die originalen Terrazzoböden stammen aus dem Jahr 1931 und wurden sorgfältig erhalten. Viele Besucher gehen direkt zur Aufzugschlange, ohne hier innezuhalten – das ist ein Fehler. Nimm dir zehn Minuten Zeit und schau nach oben.
Bevor du die Aufzugsebene erreichst, erwartet dich ein mehrstöckiges Besuchererlebnis mit Ausstellungen zur Baugeschichte, zur architektonischen Gestaltung und zur kulturellen Bedeutung des Gebäudes. Die Baugeschichte ist wirklich bemerkenswert: Das Gebäude wuchs im Durchschnitt um mehr als vier Stockwerke pro Woche – an einem einzigen Tag arbeiteten bis zu 3.400 Menschen gleichzeitig auf der Baustelle. Die Ausstellungen vermitteln dieses Ausmaß auf eine Art, die dem Erlebnis auf der Plattform echte Tiefe gibt.
💡 Lokaler Tipp
Kauf deine Tickets im Voraus auf esbnyc.com. An der Kasse vor Ort ist es teurer, und ohne Zeitfensterticket kann die Warteschlange in der Lobby erheblich länger sein – besonders am Wochenende und im Sommer.
Der 86. Stock: Die klassische Aussichtsplattform
Die Freiluft-Aussichtsplattform im 86. Stock ist das, was die meisten Menschen vor Augen haben, wenn sie an dieses Gebäude denken. Sie liegt auf 320 Metern Höhe und umschließt das Gebäude auf allen vier Seiten mit einer offenen Promenade und hüfthoch angebrachten Geländern. Der Wind hier oben ist hartnäckig und oft kräftig – selbst an ruhigen Tagen auf Straßenniveau. Im Winter kann die Temperatur bis zu 8 Grad Celsius unter dem Straßenwert liegen. Nimm eine Schicht mit, die du vielleicht nicht zu brauchen glaubst.
Die Aussicht vom 86. Stock ist in alle Richtungen wirklich panoramisch. Im Norden geht das Raster Midtowns in den Central Park über – ein präzises grünes Rechteck, das von oben ganz anders wirkt als auf Straßenniveau. Im Süden drängen sich die neueren Türme Lower Manhattans rund um das One World Trade Center. Im Westen der Hudson River und New Jersey. Im Osten zieht sich das Straßenraster Richtung Queens und Brooklyn, und an klaren Tagen sind die Brücken über den East River gut zu erkennen.
Die Außenterrasse kann zwischen 11 und 16 Uhr voll werden, besonders im Sommer. Wer das Geländer für sich haben möchte, ist zwischen 8 und 10 Uhr morgens an Werktagen am besten aufgehoben. Späte Abendbesuche nach 21 Uhr lichten sich deutlich – und die Stadt darunter verwandelt sich in ein Lichtermeer, das sich vom Tagespanorama völlig unterscheidet.
⚠️ Besser meiden
An bewölkten oder nebligen Tagen kann die Wolkendecke unterhalb des 86. Stocks liegen und die Sicht fast vollständig versperren. Schau vorher in die Wettervorhersage. Tief hängende Wolken kommen vor allem im Spätherbst und Winter vor. Ein klarer Wintertag im Januar bietet oft bessere Sicht als ein dunstiger Nachmittag im Juli.
Der 102. Stock: Lohnt sich das Upgrade?
Die Aussichtsplattform im 102. Stock befindet sich ganz oben an der Hauptstruktur des Gebäudes – rund 45 Meter über der Terrasse im 86. Stock. Es handelt sich um einen verglasten, geschlossenen Raum – kein Freiluftbereich – mit Platz für nur wenige Dutzend Personen gleichzeitig. Die zusätzliche Höhe schärft die Perspektive tatsächlich, und das Gefühl, ganz oben zu stehen, ist real – aber der Unterschied in der Aussicht ist weniger dramatisch, als der Preisunterschied vermuten lässt.
Der 102. Stock lohnt sich für alle, die ein ruhigeres, intimeres Erlebnis ganz oben suchen. Da die Kapazität begrenzt ist und der Raum wirklich klein wirkt, kommt es hier selten zu dem dichten Gedränge am Geländer wie eine Etage tiefer. Für Fotografierende mit einem konkreten Ziel verändert der höhere Blickwinkel die Geometrie der umliegenden Gebäude auf eine Art, die durchaus relevant sein kann. Für die meisten Besucher liefert der 86. Stock allein das Erlebnis, das sie gesucht haben.
Wie sich das Erlebnis je nach Tageszeit verändert
Morgenbesuche – grob zwischen 8 und 10 Uhr an Werktagen – bieten die kürzesten Schlangen und das klarste Licht für Fotos. Die Stadt darunter ist schon aktiv, aber noch nicht auf Hochtouren. Vom offenen Deck aus hört man leise das Rauschen des Verkehrs von 320 Metern Höhe – ein gleichmäßiges, dumpfes Grollen, das auf der Terrasse erstaunlich präsent ist.
Mittags ist es am vollsten – und im Sommer auch am wahrscheinlichsten, dass Dunst die Aussicht flach wirken lässt. Im Juli riecht die Stadt hier oben irgendwie anders: eine schwache Wärme, die von den Straßen nach oben steigt und sich schwer genau beschreiben lässt, aber sofort wiederzuerkennen ist, wenn man sie einmal auf der Terrasse im Sommer erlebt hat.
Besuche zum Sonnenuntergang – grob 30 bis 60 Minuten vor und nach dem Untergang – sind die fotogensten und beliebtesten. Das Licht taucht die Gebäude Midtowns in ein sattes Bernstein, und der Übergang von der goldenen Stunde zum Stadtlicht ist beeindruckend. Rechne damit, dass die Terrasse in diesem Zeitfenster voll belegt ist. Wer das Abendlicht ohne das Gedränge möchte, kommt 90 Minuten vor Sonnenuntergang und bleibt bis in die Dämmerung.
Nachtbesuche nach 21 Uhr zeigen eine verwandelte Stadt. Die Aussichtsplattform ist ruhiger, die Luft kühler, und das erleuchtete Raster darunter erzeugt eine visuelle Klarheit, die bewölkte Tagesbesuche nicht erreichen können. Das Gebäude selbst wird jeden Abend in wechselnden Farben angestrahlt, die Ereignisse, Jahreszeiten und besondere Anlässe markieren – von der Aussichtsplattform aus sind die eigenen Lichter des Gebäudes allerdings nicht zu sehen.
Anreise und praktische Hinweise
Das Gebäude liegt an der Fifth Avenue zwischen der 33rd und der 34th Street in Midtown Manhattan. Die nächstgelegene U-Bahn-Station für die meisten Besucher ist 34th Street–Herald Square, angefahren von den Linien B, D, F, M, N, Q, R und W. Die Station 34th Street–Penn Station, bedient von den Linien 1, 2 und 3, liegt einen Block westlich und ist etwas weiter vom Eingang entfernt, aber genauso praktisch.
Die Gegend rund um die 34th Street ist einer der am besten angebundenen Teile der Stadt. Wer vom Times Square kommt, kann die rund 10-minütige Strecke südlich entlang der Seventh Avenue oder dem Broadway zu Fuß zurücklegen. Von der Penn Station aus sind es weniger als fünf Minuten.
Barrierefreiheit: Die Besuchereinrichtungen des Gebäudes sind durchgehend mit Aufzügen ausgestattet. Für spezifische Informationen zu Rollstuhlzugang, Hilfsmittelrichtlinien oder sensorischen Unterstützungsangeboten veröffentlicht die offizielle Website esbnyc.com aktuelle Angaben. Die offene Terrasse im 86. Stock hat freistehende Geländer und in einigen Bereichen unebene Metallböden – das ist gut im Voraus zu wissen.
Das Empire State Building ist in verschiedenen New York City-Attraktionspässen enthalten, die mehrere Eintritte bündeln. Wenn du auf einer kurzen Reise mehrere Aussichtsplattformen oder wichtige Sehenswürdigkeiten besuchen möchtest, schau dir den NYC-Attraktionspass-Guide an, bevor du Einzeltickets kaufst.
Für wen sich der Besuch vielleicht nicht lohnt
Wer in erster Linie das Empire State Building als Teil der Manhattan-Skyline sehen möchte, ist von einer anderen Aussichtsplattform besser bedient. Von hier aus befindest du dich mitten in der Skyline – du schaust nicht auf sie. Außerdem taucht das Gebäude in seinen eigenen Aussichten nicht auf, was für Fotografierende mit konkreten Motiven relevant ist.
Wer mit einem knappen Budget reist, könnte den Ticketpreis schwer zu rechtfertigen finden – besonders wenn ohnehin schon auf die Kosten geachtet wird. Der Guide zu den kostenlosen Aktivitäten in New York City listet mehrere kostenlose Aussichtspunkte auf – darunter einige mit guter Sichtlinie Richtung Midtown.
Besucher mit ausgeprägter Höhenangst sollten wissen: Die Außenterrasse im 86. Stock ist vollständig offen, mit Geländern statt Glasbarrieren. Das körperliche Gefühl in dieser Höhe bei starkem Wind ist nicht zu unterschätzen. Der 102. Stock ist geschlossen und wirkt weniger exponiert – aber um dorthin zu gelangen, muss man zuerst durch das Erlebnis im 86. Stock.
Insider-Tipps
- Der Eingang zur Aussichtsplattform an der West 34th Street öffnet morgens früher, als viele Besucher erwarten. Wer an einem Werktag pünktlich zur Öffnung kommt, erreicht den 86. Stock fast ohne Schlange – und hat die Terrasse praktisch für sich.
- Die Außenbeleuchtung des Gebäudes wechselt jeden Abend je nach Anlass die Farbe. Wer das erleuchtete Gebäude vom Boden oder einem anderen Aussichtspunkt fotografieren möchte, sollte vorher den Beleuchtungsplan auf der offiziellen Website oder den Social-Media-Kanälen checken – die meisten Reiseführer erwähnen das nicht.
- Im Korridor der 34th Street zwischen der Fifth und der Seventh Avenue gibt es mehrere günstige Essensoptionen, falls du vor oder nach dem Besuch etwas essen möchtest. Das gastronomische Angebot im Gebäude selbst ist begrenzt und zu typischen Touristenpreisen.
- Mit vorab gebuchten Zeitfenstertickets umgehst du die Hauptkasse – aber du musst trotzdem durch die Sicherheitskontrolle und den Ausstellungsbereich im Eingangsbereich. Plane zusätzlich 20 bis 30 Minuten über deinen Zeitslot hinaus ein, um vom Eingang bis zur Terrasse entspannt durchzukommen.
- An klaren Tagen kann die Sichtweite vom 86. Stock laut den eigenen Angaben des Gebäudes mehrere Dutzend Meilen betragen. Die besten Sichtverhältnisse in New York City gibt es typischerweise nach einem Kaltfrontdurchgang – besonders im Herbst und frühen Winter.
Für wen ist Empire State Building geeignet?
- Erstbesucher in New York City, die das definitiv prägende Skyline-Erlebnis suchen
- Architektur- und Designbegeisterte, die die Art-Déco-Lobby und die Baugeschichte fasziniert
- Paare, die bei Sonnenuntergang oder am Abend dramatische Stadtlichter erleben möchten
- Familien mit Kindern, die alt genug sind, um Dimensionen und Geschichte zu verstehen (ab etwa 8 Jahren)
- Fotografierende, die die offene Außenterrasse im 86. Stock einer verglasten Alternative vorziehen
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Weitere Highlights in Midtown Manhattan:
- Broadway Theater District
Das Broadway Theater District in Midtown Manhattan ist das Zentrum des amerikanischen Theaters – mit 41 offiziellen Häusern und fast einem Jahrhundert Aufführungsgeschichte. Ob du Monate im Voraus buchst oder Last-Minute-Rabatttickets suchst: Dieser Guide deckt alles ab, von Vorstellungszeiten bis hin zu architektonischen Details.
- Bryant Park
Direkt hinter der New York Public Library an der Sixth Avenue liegt der Bryant Park – ein 8 Acre großer öffentlicher Park, der sich zwischen den Wolkenkratzern behauptet. Der Eintritt ist das ganze Jahr über kostenlos, und je nach Jahreszeit verwandelt sich das Gelände: Im Winter lockt eine Eisbahn, im Sommer ein Open-Air-Kino. Der Bryant Park gehört zu den am besten gepflegten öffentlichen Plätzen in New York City.
- Carnegie Hall
Die Carnegie Hall prägt das kulturelle Leben in Midtown Manhattan seit 1891. Mit drei Sälen für 268 bis 2.790 Besucher bietet sie alles von Orchesteruraufführungen bis zu intimen Soloabenden. Dieser Guide erklärt die Säle, die Geschichte und wie du deinen Besuch am besten planst.
- Chrysler Building
Das 1930 fertiggestellte und kurzzeitig höchste Gebäude der Welt ist bis heute das bedeutendste Art-Déco-Bauwerk New York Citys. Ins Innere kommt man als Besucher kaum über die Eingangshalle hinaus – aber allein das Erlebnis, unter der glänzenden Edelstahlkrone zu stehen, ist schlicht unvergesslich.