Designmuseum Danmark: Dänisches Design in einem Rokoko-Meisterwerk
Untergebracht in einem der schönsten Rokoko-Gebäude Kopenhagens, erzählt das Designmuseum Danmark die Geschichte des dänischen und internationalen Designs über fünf Jahrhunderte. Von Arne Jacobsens Stühlen bis zur zeitgenössischen Mode – wer sich ernsthaft für Design, Handwerk und die Ideen hinter alltäglichen Dingen interessiert, kommt hier nicht vorbei.
Fakten im Überblick
- Lage
- Bredgade 68, Frederiksstaden, Indre By, Kopenhagen
- Anfahrt
- Bahnhof Østerport (S-Bahn/Regionalbahn) oder Marmorkirken (Metro M3)
- Zeitbedarf
- 1,5 bis 3 Stunden
- Kosten
- 140 DKK für Erwachsene; kostenlos für Kinder bis 17 Jahre; kostenlos mit Copenhagen Card
- Am besten für
- Designbegeisterte, Architekturliebhaber, neugierige Reisende an Regentagen
- Offizielle Website
- designmuseum.dk/en

Was ist das Designmuseum Danmark?
Das Designmuseum Danmark ist Dänemarks nationales Museum für Design, Handwerk und angewandte Kunst. Die Sammlung reicht von Silberarbeiten und chinesischem Porzellan aus dem 18. Jahrhundert bis zu dänischen Nachkriegsmöbeln, Industrieobjekten und zeitgenössischer Mode. Gegründet 1907 gehört es zu den ältesten Designmuseen der Welt – und die Tiefe der Sammlung spiegelt dieses Alter deutlich wider.
Für die meisten Besucher ist das Gebäude selbst genauso beeindruckend wie alles darin. Das Museum ist im ehemaligen Königlichen Frederiks-Hospital untergebracht, einem Rokoko-Bau, der 1757 nach Entwürfen von Nicolai Eigtved und Lauritz de Thurah fertiggestellt wurde. Es liegt im Stadtviertel Frederiksstaden, dem geplanten Aristokratenquartier, das auch den Amalienborg-Palast und die Marmorkirche umfasst. Die Symmetrie des Innenhofs und die hellockerfarbene Fassade hinterlassen bereits einen starken Eindruck, bevor man überhaupt eine Eintrittskarte kauft.
ℹ️ Gut zu wissen
Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag 10:00–18:00 Uhr (donnerstags bis 20:00 Uhr). Montags geschlossen. Café und Innenhofgarten sind während der Museumszeiten geöffnet.
Das Gebäude: Architektur, für die sich die Anreise lohnt
Das 1757 fertiggestellte Rokoko-Krankenhausgebäude war das erste eigens als öffentliches Krankenhaus errichtete Gebäude Kopenhagens. Im 19. Jahrhundert wurde der medizinische Betrieb eingestellt, und das Museum zog 1926 in seine heutigen Räumlichkeiten. Die architektonische Logik eines Krankenhauses – lange Trakte, ein zentraler Innenhof, breite Korridore für den Transport von Menschen und Gerätschaften – kommt dem Museumsbetrieb erstaunlich gut zugute. Die Galerien sind durch hohe Fenster hell erleuchtet, und der Innenhof bietet einen seltenen Moment der Ruhe mitten in der Innenstadt.
Das Äußere zeigt ein zurückhaltendes Rokoko: glatter Putz, rhythmisch gesetzte Fensterachsen und ein zentrales Eingangstor, das auf einen Gartenhof führt. Es wirkt eher repräsentativ als überladen verspielt – was für ein Gebäude, das heute der funktionalen Schönheit gewidmet ist, durchaus passend erscheint. Wer von der Bredgade kommt, bemerkt den Kontrast zur übrigen Frederiksstaden-Straßenfront: Die horizontale Masse des ehemaligen Krankenhauses hebt sich deutlich von den höheren Wohnhäusern in der Nachbarschaft ab.
💡 Lokaler Tipp
Wer den Innenhof ohne andere Besucher fotografieren möchte, sollte an Werktagen zehn Minuten vor der Öffnung erscheinen. Im Sommer fällt das warme Morgenlicht zwischen etwa 9:30 und 11:00 Uhr direkt in den Garten.
Die Sammlung: Was dich wirklich erwartet
Die Dauerausstellung ist umfangreich und in mehrere thematische sowie chronologische Bereiche gegliedert. Die Galerien zum dänischen Design sind die meistbesuchten: Hier findest du kanonische Entwürfe des 20. Jahrhunderts von Arne Jacobsen, Hans Wegner, Finn Juhl und Poul Kjærholm – nicht als Kunstobjekte auf Sockeln inszeniert, sondern im Kontext der Ideen, aus denen sie entstanden sind. Der Egg Chair und der Series-7-Stuhl sind in der Realität deutlich kleiner, als die meisten Besucher erwarten – und dieser Maßstabswechsel ist tatsächlich aufschlussreich: Er macht klar, dass diese Objekte für den häuslichen, nicht den institutionellen Gebrauch entworfen wurden.
Jenseits der dänischen Moderne besitzt das Museum bedeutende Bestände europäischer angewandter Kunst, historischer Textilien, Keramik und Mode. Die Mode- und Textilgalerien ziehen oft Besucher in ihren Bann, die eigentlich nur ein Möbelmuseum erwartet hatten – und sich dann unerwartet lange mit bestickten Hofgewändern oder dem technischen Aufbau zeitgenössischer Strickwaren beschäftigen. Das Sonderprogramm wechselt jährlich und ist in der Regel hochwertig, häufig mit Leihgaben aus internationalen Sammlungen.
Wer einen Tag rund um Kopenhagens Designkultur plant, kann das Museum gut mit einem Besuch im Dänischen Architekturzentrum auf der anderen Seite der Stadt kombinieren oder mit einem Besuch der Ny Carlsberg Glyptotek erweitern, wenn du auch die schönen Künste mitnehmen möchtest. Der Kopenhagen-Design-und-Architektur-Guide zeigt eine sinnvolle Route durch die Stadt.
Wie sich der Besuch je nach Tageszeit unterscheidet
Morgenbesuche, besonders dienstags bis freitags, sind die ruhigsten. Schulklassen kommen gelegentlich ab dem späten Vormittag und konzentrieren sich meist auf die designgeschichtlichen Bereiche. Die Donnerstagabend-Verlängerung bis 20:00 Uhr wird von Touristen kaum genutzt und lohnt sich wirklich: Nach 17:00 Uhr, wenn die Tagesbesucher abgereist sind, wird das Museum spürbar ruhiger, das Licht in den Galerien wärmer, und das Café beginnt mit leichteren Abendangeboten.
Wochenendnachmittage zwischen 13:00 und 16:00 Uhr sind am stärksten besucht, besonders wenn eine Sonderausstellung läuft. An warmen Tagen wird der Innenhofgarten zum geselligen Treffpunkt, und Besucher verweilen auf dem Rasen zwischen den Galerieabschnitten. Im Winter verliert der Garten viel von seinem Reiz, aber die Galerien wirken im gedämpften Licht geradezu gemütlich – und das Eingangsfoyer mit seinen Steinböden und hohen Decken hat unabhängig von der Jahreszeit etwas Feierliches.
💡 Lokaler Tipp
Donnerstagabende bis 20:00 Uhr sind durchgängig die entspannteste Besuchszeit. Ab 17:30 Uhr lichtet sich der Andrang merklich, und du kannst die Dauerausstellung in aller Ruhe erkunden, ohne um Platz konkurrieren zu müssen.
Anreise und praktische Orientierung
Das Museum liegt an der Bredgade, einer geraden und verhältnismäßig ruhigen Straße durch Frederiksstaden. Die nächste Metrostation ist Marmorkirken auf der M3 Cityringen, etwa fünf Gehminuten entfernt. Der Bahnhof Østerport – angefahren von S-Bahn und Regionalbahn – ist etwas weiter, rund zehn bis zwölf Minuten zu Fuß, bietet aber direktere Verbindungen vom Flughafen und aus nördlichen Stadtteilen. Busverbindungen gibt es ebenfalls, aber der Fußweg von beiden Haltestellen ist angenehm und führt durch interessante Straßen.
Das Museum ist vollständig rollstuhlgerecht. Kinderwagen sind in den Erdgeschossgalerien problemlos nutzbar, einige obere Abschnitte sind jedoch nur über Treppen erreichbar. Ein eigener Parkplatz existiert nicht, aber auf den umliegenden Straßen gibt es kostenpflichtige Parkplätze, die tagsüber an Werktagen schnell belegt sein können. Wer eine Copenhagen Card besitzt, ist der Eintritt inklusive – der reguläre Erwachsenenpreis von 140 DKK entfällt damit, zusätzlich zu den ÖPNV-Vorteilen der Karte.
Der Museumsshop am Eingang bietet eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl an Designbüchern, Drucken und Objekten. Plane am Ende deines Besuchs ruhig fünfzehn Minuten dafür ein. Das Café serviert Sandwiches, Kuchen und Heißgetränke zu Preisen, die dem allgemeinen Kopenhagener Niveau entsprechen – die Sitzplätze im Innenhof sind bei gutem Wetter besonders schön.
Für wen dieses Museum gemacht ist – und wer vielleicht keinen Zugang findet
Das Designmuseum Danmark belohnt Besucher, die Geduld und Neugier mitbringen. Es ist kein interaktives Erlebnis mit hohem Reizangebot: Der kuratorische Ansatz ist wissenschaftlich, die Präsentation ruhig. Wer lieber Mitmach-Ausstellungen oder ein schnelles visuelles Feuerwerk bevorzugt, könnte es hier etwas langsam finden. Kinder unter acht Jahren sind in anderen Kopenhagener Attraktionen in der Regel besser aufgehoben, aber Jugendliche mit Interesse an Mode, Produktdesign oder Architektur finden hier echten Stoff.
Für alle mit beruflichem oder ernsthaftem Hobbyinteresse an Design, Möbelgeschichte, Textilien oder skandinavischer Bildkultur gehört dieses Museum zu den gehaltvollsten Erlebnissen, die Kopenhagen bietet. Es steht der SMK Nationalgalerie in nichts nach – beides sind Orte, an denen die Sammlungen mehr Zeit verdienen als einen schnellen Durchlauf. Wer den Indre By tagsüber erkundet, wird feststellen, dass das Museum sich gut in eine Vor- oder Nachmittagsroute durch Frederiksstaden einbinden lässt.
Insider-Tipps
- Schau vor deinem Besuch auf der Museumswebsite nach der aktuellen Sonderausstellung. Das Programm wechselt saisonal und ist durchweg hochwertig, aber manche Ausstellungen sprechen ein breiteres Publikum an als andere.
- Der Innenhofgarten ist während der Öffnungszeiten frei zugänglich und eignet sich gut als Pause zwischen den Galerieabschnitten. An warmen Tagen füllt sich der Rasen nach dem Mittag, also lieber früher kommen, wenn du Ruhe möchtest.
- Donnerstagabende bis 20:00 Uhr sind die ruhigste Besuchszeit der ganzen Woche. Wenn dein Zeitplan es erlaubt, ist das die beste Zeit für einen Besuch.
- Der Museumsshop führt Designmonografien, die man in Kopenhagen sonst kaum findet – darunter vergriffene Titel über dänische Möbeldesigner. Plane Zeit und Gepäckplatz ein, wenn Bücher für dich Priorität haben.
- Die Bredgade selbst lohnt nach dem Besuch einen gemächlichen Spaziergang. Die Straße verbindet das Museum in eine Richtung mit dem Kongens Nytorv und in die andere mit dem Hafen – vorbei an einigen bedeutenden Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert.
Für wen ist Designmuseum Danmark geeignet?
- Design- und Architekturbegeisterte, die neben den Objekten auch den historischen Kontext suchen
- Reisende, die einen Spaziergang durch Frederiksstaden mit einem Besuch beim Amalienborg und der Marmorkirche verbinden
- Erwachsene, die an einem grauen Kopenhagen-Tag eine gehaltvolle Indoor-Option suchen
- Mode- und Textilforschende oder -begeisterte
- Copenhagen-Card-Inhaber, die ihre Karte optimal nutzen möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Indre By (Altstadt):
- Schloss Amalienborg
Amalienborg ist der offizielle Wohnsitz der dänischen Königsfamilie und eines der architektonisch stimmigsten Ensembles Kopenhagens. Vier nahezu identische Rokoko-Palais rahmen einen großzügigen achteckigen Platz ein, und das Amalienborg-Museum im Christian-VIII.-Palais ist für Besucher geöffnet. Die tägliche Wachablösung um 12 Uhr ist eine pünktliche, ruhige Zeremonie – es lohnt sich, den Besuch danach auszurichten.
- Der Schwarze Diamant
Der Schwarze Diamant ist der moderne Anbau der Königlichen Dänischen Bibliothek – verkleidet mit poliertem schwarzem Granit und dem Hafen auf Slotsholmen zugewandt. Der Eintritt ist frei, das Atrium ist wirklich beeindruckend, und das Gebäude erschließt sich umso mehr, je genauer man hinschaut.
- Botanischer Garten der Universität Kopenhagen
Direkt hinter dem Nørreport Bahnhof im Herzen der Stadt liegt der Botanische Garten der Universität Kopenhagen – ein 10 Hektar großes grünes Refugium mit einem viktorianischen Gewächshauskomplex, einem stillen See und rund 8.000 Pflanzenarten. Der Eintritt ins Freigelände ist kostenlos, was ihn zu einem der lohnendsten Stopps im Zentrum Kopenhagens macht.
- Schloss Christiansborg
Schloss Christiansborg liegt auf der Insel Slotsholmen im Herzen Kopenhagens und beherbergt gleichzeitig das dänische Parlament, den Obersten Gerichtshof, das Büro des Premierministers und die Königlichen Repräsentationsräume. Es gilt als einzigartiges Gebäude, das alle drei Staatsgewalten unter einem Dach vereint. Der 106 Meter hohe Turm bietet einen der besten kostenlosen Panoramablicke der Stadt.