Botanisk Have Kopenhagen: Was du vor deinem Besuch wissen solltest

Direkt hinter dem Nørreport Bahnhof im Herzen der Stadt liegt der Botanische Garten der Universität Kopenhagen – ein 10 Hektar großes grünes Refugium mit einem viktorianischen Gewächshauskomplex, einem stillen See und rund 8.000 Pflanzenarten. Der Eintritt ins Freigelände ist kostenlos, was ihn zu einem der lohnendsten Stopps im Zentrum Kopenhagens macht.

Fakten im Überblick

Lage
Gothersgade 128, 1353 København K
Anfahrt
Nørreport Station (Metro & S-Bahn, 5 Minuten zu Fuß)
Zeitbedarf
1 bis 2,5 Stunden, je nach Tempo und Gewächshausbesuch
Kosten
Freigelände: kostenlos. Palmenhaus und Gewächshäuser: kostenpflichtig – aktuelle Preise in DKK auf snm.dk
Am besten für
Ruhige Spaziergänge, Botanikfans, Familien, Fotografie
Offizielle Website
snm.dk/en/botanical-garden
Weitwinkelpanorama des ikonischen viktorianischen Gewächshauses im Botanischen Garten Kopenhagens, mit Menschen, die auf Wegen zwischen Grünpflanzen und offenem Himmel spazieren und entspannen.

Was der Botanische Garten eigentlich ist

Der Botanische Garten der Universität Kopenhagen, auf Dänisch Botanisk Have, ist einer der ältesten wissenschaftlichen Gärten Skandinaviens. Er erstreckt sich über mehr als 10 Hektar ehemaliges Stadtbefestigungsgelände in Indre By, dem historischen Stadtkern Kopenhagens, und wird vom Naturhistorischen Museum Dänemark verwaltet, das zur Universität Kopenhagen gehört. Der Garten beherbergt lebende Sammlungen mit rund 8.000 Pflanzenarten aus aller Welt, verteilt auf offene Rasenflächen, einen Steingarten auf den alten Erdwällen der ehemaligen Stadtbefestigung, einen stillen See und einen außergewöhnlichen Gewächshauskomplex mit etwa 3.000 Quadratmetern Fläche.

Die Geschichte des Geländes reicht bis ins Jahr 1600 zurück, als erste Heilpflanzengärten für die Universität angelegt wurden. Der Garten wurde 1759 auf Teilen der alten Kopenhagener Befestigungsanlagen offiziell neu gegründet und 1870 an seinen heutigen Standort verlegt. Die historischen Gewächshäuser, darunter das ikonische Palmenhaus, stammen aus dem Jahr 1874 und sind strukturell bis heute erhalten. Das macht diesen Ort zu einer arbeitenden wissenschaftlichen Institution mit einer lebenden Sammlung, die seit Jahrhunderten kontinuierlich gepflegt wird – kein moderner Park, der auf Garten macht.

ℹ️ Gut zu wissen

Das Freigelände ist kostenlos zugänglich. Das Palmenhaus und die anderen Gewächshäuser sind kostenpflichtig. Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison – schau vor deinem Besuch auf snm.dk, um die aktuellen Zeiten für die Innenbereiche zu prüfen.

Das Palmenhaus: Kopenhagens viktorianisches Gewächshaus

Das Herzstück des Botanischen Gartens ist das Palmenhaus – ein hoch aufragendes Gusseisen-und-Glas-Bauwerk aus den späten 1870er Jahren, das sofort Vergleiche mit dem Temperate House in Kew Gardens oder den botanischen Gewächshäusern in Brüssel weckt. Im Inneren ist die Luft warm und schwer vor Feuchtigkeit, selbst an den kältesten Kopenhagener Morgen. Mächtige Palmen recken sich zur gläsernen Decke empor, und das Licht, das an einem grauen dänischen Nachmittag hereinfiltert, gibt dem Innenraum eine diffuse, fast bernsteinfarbene Qualität, auf die Fotografen instinktiv reagieren.

Eine gusseiserne Wendeltreppe führt hinauf zu einer schmalen Galerie, die um den Rand des Bauwerks verläuft und einen seltenen Ausblick auf Höhe des oberen Blätterdachs bietet. Es ist eng, und die Stufen sind steil. Besucher mit eingeschränkter Mobilität sollten wissen, dass dieser Bereich nicht stufenfrei ist – die offizielle Seite des Botanischen Gartens auf snm.dk ist die zuverlässigste Quelle für aktuelle Informationen zur Barrierefreiheit. Das Erdgeschoss des Palmenhauses ist jedoch für sich genommen bereits beeindruckend.

Der größere Gewächshauskomplex mit insgesamt etwa 3.000 Quadratmetern beherbergt außerdem Sammlungen von Orchideen, Begonien, Farnen und anderen tropischen und subtropischen Arten. Jedes Gewächshaus hat sein eigenes Mikroklima, sodass das Durchwandern der Häuser in einer Abfolge ein überraschend abwechslungsreiches Sinneserlebnis auf verhältnismäßig kleinem Raum bietet.

Das Freigelände: Steinhügel, der See und offene Rasenflächen

Jenseits der Gewächshäuser lohnt es sich, das Freigelände in aller Ruhe zu erkunden. Der Steingarten wurde auf den Resten der Kopenhagener Erdwälle aus dem 17. Jahrhundert angelegt, und seine welligen Steinhügel verleihen dem Garten eine für eine flache Küstenstadt ungewöhnliche Topografie. Alpine und robuste Pflanzen besiedeln die Felsspalten während der Wachstumssaison, und die erhöhten Aussichtspunkte sind den kleinen Aufstieg wert, um sich über den gesamten Garten zu orientieren.

Der zentrale See liegt die meiste Zeit des Jahres ruhig da. An Wochentagen morgens sind die Bänke an seinem Ufer oft fast vollständig leer, und die einzigen Geräusche sind Wasservögel und das leise Hintergrundrauschen der Stadt jenseits der Gartenmauern. Im Sommer werden die Rasenflächen rund um den See ein beliebter Treffpunkt für Uni-Studierende und Familien in der Mittagspause, und die Stimmung verändert sich merklich. Keine der beiden Versionen des Gartens ist besser – sie sind einfach verschieden.

Der Garten ist auch eine ernstzunehmende wissenschaftliche Sammlung, weshalb die Bepflanzung systematisch und nicht rein dekorativ angelegt ist. Die Pflanzen sind durchgehend mit ihren wissenschaftlichen Namen beschriftet, was dem Spaziergang für alle, die auch nur ein flüchtiges Interesse an Botanik, Gartenbau oder Ökologie mitbringen, eine zusätzliche Informationsebene gibt. Die Anlage folgt dabei in groben Zügen taxonomischen Prinzipien, sodass man beim Spazieren beobachten kann, wie Pflanzenfamilien räumlich miteinander zusammenhängen.

💡 Lokaler Tipp

Besuche den Garten im Mai oder Anfang Juni, wenn der Steingarten in voller Blüte steht. Spätherbst und Winter sind die ruhigsten Zeiten – und die Gewächshäuser werden besonders verlockend, sobald draußen die Temperaturen fallen.

Wie sich der Garten im Tagesverlauf und mit den Jahreszeiten verändert

Frühe Morgenstunden, besonders an Wochentagen, zeigen den Botanischen Garten von seiner ruhigsten Seite. Die Tore öffnen, bevor die Stadt richtig erwacht, und in den ersten ein bis zwei Stunden hat der Garten eine fast private Qualität. Das Licht ist tief und gerichtet, was sich gut für Fotos der Gewächshausstrukturen und der Freilandpflanzen eignet.

Zur Mittagszeit im Sommer ist der Andrang am größten – vor allem Familien mit Kindern und Touristen, die zwischen Nørreport und Schloss Rosenborg unterwegs sind, das sich direkt östlich befindet. Der Garten erreicht nie das Maß an Überfüllung, das Nyhavn oder Tivoli kennen, aber die Bänke am See und die sonnigen Rasenflächen füllen sich durchaus. Wer hauptsächlich zum Fotografieren oder für ein paar ruhige Momente kommt, sollte besser einen Morgen- oder späten Nachmittagstermin an einem Wochentag einplanen.

Im Jahreslauf hat der Garten in jedem Monat seinen eigenen Charakter. Der Frühling erweckt den Steingarten zum Leben, und die ersten warmen Tage locken viele Kopenhagener nach draußen. Der Sommer ist die fotogenste Zeit für die Freilandsammlung. Im Herbst färbt sich die Vegetation um, und der Wandel rund um den See ist oft beeindruckend. Im Winter ist das Freigelände zwar kahl, doch die Gewächshäuser gewinnen als warme, grüne Zuflucht vor der grauen Kopenhagener Kälte an Bedeutung.

Anreise und Orientierung vor Ort

Die Adresse des Gartens lautet Gothersgade 128, 1353 København K, und die Nørreport Station ist der naheliegende Verkehrsknotenpunkt. Sie wird sowohl von der Metro als auch von S-Bahn-Linien bedient und gehört zu den bestvernetzten Stationen der Stadt. Vom Nørreport ist der Haupteingang des Gartens etwa fünf Minuten zu Fuß entfernt. Mehrere Buslinien halten ebenfalls am Nørreport. Wer die Copenhagen Card nutzt, für den ist die Fahrt zum Garten durch die Zoneneinklusion der Karte abgedeckt – und die Karte bietet zudem freien Eintritt in zahlreiche Museen der Stadt.

Mit dem Fahrrad ist der Garten unkompliziert zu erreichen. Kopenhagens Radinfrastruktur ist in diesem Teil von Indre By sehr dicht, und am Eingang gibt es sichere Fahrradstellplätze. Wer sich einen umfassenderen Überblick über die Fortbewegung in der Stadt verschaffen möchte, findet im Radfahren-in-Kopenhagen-Guide nützliche Informationen zu Strecken und Leihoptionen.

Im Garten selbst sind die Wege in den Außenbereichen breit genug für Kinderwagen und Rollstühle. Die Hauptausnahme ist die obere Galerie des Palmenhauses, die über die oben beschriebene Wendeltreppe erreichbar ist. Flache, gepflasterte Wege verbinden die meisten wichtigen Bereiche des Freigeländes miteinander.

Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich der Besuch?

Für Reisende mit engem Zeitplan ist der Botanische Garten vor allem für jene am lohnendsten, die wirklich Freude an Pflanzen, viktorianischer Architektur oder ruhigen grünen Räumen haben. Er ist kein Spektakel wie Tivoli oder Schloss Rosenborg, und Erstbesucher Kopenhagens, die nur ein oder zwei Tage Zeit haben, werden vielleicht feststellen, dass der nahe gelegene Königsgarten und das Schloss Rosenborg eine konzentriertere Dosis aus Grün und Geschichte bieten.

Wer jedoch mehr als zwei Tage bleibt oder die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bereits gesehen hat, findet im Botanischen Garten etwas, das die meisten zentralen Kopenhagener Attraktionen nicht bieten: echte Ruhe, freien Eintritt und ein Gefühl der Kontinuität mit der Stadtgeschichte. Er lässt sich gut in einen Spaziergang einbauen, der auch Schloss Rosenborg und den Königsgarten direkt östlich davon umfasst, oder den Runden Turm einen kurzen Fußweg südwestlich.

Familien mit kleinen Kindern empfinden den Garten oft als idealen Teil einer Halbtagestour. Die offenen Rasenflächen geben Kindern Raum zum Toben, und die Gewächshäuser sind ein echter Erlebnisfaktor. Wer wissen möchte, was sich gut mit dem Garten kombinieren lässt, findet im Kopenhagen-mit-Kindern-Guide altersgerechte Routenvorschläge für die gesamte Stadt.

⚠️ Besser meiden

Das Palmenhaus und die Gewächshäuser haben eigene Öffnungszeiten, die vom Freigelände abweichen, und sind zeitweise für Wartungsarbeiten geschlossen. Schau immer auf snm.dk, bevor du deinen Besuch speziell auf die Innensammlungen ausrichtest.

Insider-Tipps

  • Der Steingarten des Gartens, der auf den alten Stadtbefestigungswällen angelegt wurde, bietet den besten Überblick über das gesamte Gelände. Geh zuerst dorthin, um dich zu orientieren, bevor du die Gewächshäuser erkundest.
  • Wochentags vor 10 Uhr morgens ist der Garten am ruhigsten. Die Gewächshäuser wirken ohne Menschenmassen im feuchten, geschlossenen Raum völlig anders.
  • Die wissenschaftlichen Pflanzenschilder im Freigelände zeigen sowohl lateinische als auch dänische Namen. Selbst wenn Botanik dich nicht sonderlich interessiert, geben sie dem Spaziergang eine zusätzliche Informationsebene, die ein gewöhnlicher Park nicht bieten kann.
  • Die Wendeltreppe im Palmenhaus führt dich auf eine obere Galerie – direkt auf Höhe der Palmenkronen. Sie ist eng und steil, aber der Ausblick von dort oben ist die Mühe wert, wenn dir enge Wendeltreppen nichts ausmachen.
  • Wenn du den Botanischen Garten mit einem Besuch im Schloss Rosenborg kombinierst, betritt den Garten von der Seite der Øster Voldgade. So kannst du ihn geradewegs durchqueren und direkt zum Rosenborg hinausgehen, ohne zurückzulaufen.

Für wen ist Botanischer Garten der Universität Kopenhagen geeignet?

  • Reisende, die eine echte Pause vom Sehenswürdigkeiten-Abarbeiten suchen und einen ruhigen, kostenlosen Ort brauchen
  • Fotobegeisterte, die sich für viktorianische Glasarchitektur und botanische Motive interessieren
  • Familien, die grüne Freiflächen in Laufnähe der zentralen Sehenswürdigkeiten suchen
  • Botanik-, Gartenbau- oder Ökologie-Enthusiasten, die die wissenschaftliche Tiefe der lebenden Sammlung zu schätzen wissen
  • Besucher im Winter oder Vorfrühling, die ein warmes, grünes Erlebnis in den Gewächshäusern suchen

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in Indre By (Altstadt):

  • Schloss Amalienborg

    Amalienborg ist der offizielle Wohnsitz der dänischen Königsfamilie und eines der architektonisch stimmigsten Ensembles Kopenhagens. Vier nahezu identische Rokoko-Palais rahmen einen großzügigen achteckigen Platz ein, und das Amalienborg-Museum im Christian-VIII.-Palais ist für Besucher geöffnet. Die tägliche Wachablösung um 12 Uhr ist eine pünktliche, ruhige Zeremonie – es lohnt sich, den Besuch danach auszurichten.

  • Der Schwarze Diamant

    Der Schwarze Diamant ist der moderne Anbau der Königlichen Dänischen Bibliothek – verkleidet mit poliertem schwarzem Granit und dem Hafen auf Slotsholmen zugewandt. Der Eintritt ist frei, das Atrium ist wirklich beeindruckend, und das Gebäude erschließt sich umso mehr, je genauer man hinschaut.

  • Schloss Christiansborg

    Schloss Christiansborg liegt auf der Insel Slotsholmen im Herzen Kopenhagens und beherbergt gleichzeitig das dänische Parlament, den Obersten Gerichtshof, das Büro des Premierministers und die Königlichen Repräsentationsräume. Es gilt als einzigartiges Gebäude, das alle drei Staatsgewalten unter einem Dach vereint. Der 106 Meter hohe Turm bietet einen der besten kostenlosen Panoramablicke der Stadt.

  • Rathausplatz (Rådhuspladsen)

    Der Rådhuspladsen ist der große offene Platz im Zentrum Kopenhagens – kostenlos, rund um die Uhr zugänglich und eingerahmt von einem der fotogensten Rathäuser Skandinaviens. Ob du zur Rushhour oder um Mitternacht ankommst: Der Platz spiegelt die Stimmung der Stadt wider.