Rådhuspladsen: Das Herz von Kopenhagen
Der Rådhuspladsen ist der große offene Platz im Zentrum Kopenhagens – kostenlos, rund um die Uhr zugänglich und eingerahmt von einem der fotogensten Rathäuser Skandinaviens. Ob du zur Rushhour oder um Mitternacht ankommst: Der Platz spiegelt die Stimmung der Stadt wider.
Fakten im Überblick
- Lage
- Rådhuspladsen 1, 1599 København V, Indre By, Kopenhagen
- Anfahrt
- Metro: Station Rådhuspladsen; mehrere Buslinien in der Nähe
- Zeitbedarf
- 15–45 Minuten zum Durchqueren; bei Veranstaltungen länger einplanen
- Kosten
- Kostenlos – der Platz ist ein öffentlicher Raum ohne Eintritt
- Am besten für
- Erstbesucher, Architekturinteressierte, Flaneure, Orientierung in der Stadt
- Offizielle Website
- www.visitcopenhagen.com/copenhagen/planning/city-hall-square-gdk414247

Was ist der Rådhuspladsen?
Der Rathausplatz, auf Dänisch Rådhuspladsen, ist das zivile Zentrum Kopenhagens. Mit einer Fläche von rund 9.800 Quadratmetern ist er ein großer, offener Stadtplatz, der im Osten vom roten Backsteinrathaus Kopenhagens geprägt wird und über den südwestlichen Eingang zum Strøget – Dänemarks berühmter Fußgänger-Einkaufsstraße – mit dem Rest der Stadt verbunden ist. Er ist kein Park, kein Museum, keine kostenpflichtige Attraktion – sondern schlicht ein großartiger öffentlicher Platz, durch den das Leben der Stadt fließt und um den sie sich versammelt.
Wer den Strøget entlangläuft, kommt hier automatisch vorbei – genauso wie alle, die mit der Metro ankommen oder zwischen Buslinien umsteigen. Der Rådhuspladsen ist daher weniger ein Ziel für sich als vielmehr der Platz, zu dem du während deines Aufenthalts in der Kopenhagener Innenstadt immer wieder zurückkehrst.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Rathausplatz ist rund um die Uhr geöffnet, sieben Tage die Woche. Der Eintritt ist kostenlos. Die Metro-Station direkt unter dem Platz macht ihn zu einem der am besten erreichbaren Punkte Kopenhagens.
Die Architektur: Das Kopenhagener Rathaus
Das Gebäude, das den Platz dominiert, ist das Kopenhagener Rathaus (Københavns Rådhus). Es wurde 1905 fertiggestellt und vom Architekten Martin Nyrop im nationalromantischen Stil entworfen. Nyrop ließ sich von den mittelalterlichen Rathäusern Norditaliens und der skandinavischen Backsteinbautradition inspirieren und schuf damit ein Gebäude, das zugleich imposant und geerdet wirkt. Die Fassade besteht aus dunkelrotem Backstein mit aufwendigen Terrakottaverzierungen, und der hohe Uhrenturm ragt auf etwa 105,6 Meter – einer der höchsten Punkte in der Innenstadt.
Die vergoldete Statue über dem Haupteingang zeigt Bischof Absalon, den Gründer Kopenhagens aus dem 12. Jahrhundert. An der Fassade lohnt sich ein genauerer Blick: gemeißelte Figuren, kunstvolle Schmiedearbeiten und Mauerwerk, das je nach Licht und Jahreszeit seinen Ton verändert. Im Winter nimmt der Backstein den flachen grauen Himmel auf und wirkt fast streng. Im Sommernachmittagslicht verwandelt er sich in ein warmes Bernstein, das das Gebäude von der offenen Platzmitte aus besonders fotogen macht.
Das Rathaus selbst bietet an ausgewählten Tagen Führungen und einen Turmaufstieg an – durchaus lohnenswert, wenn du einen erhöhten Blick über die Stadt suchst, der sich vom Runden Turm unterscheidet. Schau vorher auf den Veranstaltungsplan des Rathauses, da die Führungszeiten variieren.
Wie sich der Platz im Tagesverlauf verändert
Früh morgens, vor 8 Uhr, gehört der Rådhuspladsen vor allem Pendlern und Lieferfahrzeugen. Die Bushaltestellen an der Nordseite des Platzes sind ein reges Transitgeschehen, und Kaffeebecher wandern durch die Hände von Menschen, die zügig in Richtung Büro laufen. Der Platz selbst wirkt zu dieser Stunde unverhältnismäßig groß – all dieser offene Stein und Himmel, bevölkert nur von einem Bruchteil der Menge, die er am Mittag fasst.
Am späten Vormittag sind die Touristen da. Geführte Stadtrundgangsgruppen versammeln sich an den Rathausstufen. Straßenverkäufer und Blumenhändler bauen an den Platzrändern auf. Der Geräuschpegel steigt mit der Zahl der gesprochenen Sprachen, und die weite Platzmitte füllt sich mit Menschen, die das Rathaus fotografieren, auf Karten schauen oder herausfinden, wo der Tivoli liegt – er liegt im Süden, jenseits des H.C. Andersens Boulevard, mit dem Haupteingang an der Vesterbrogade.
Die Abende haben eine ganz andere Qualität. Im Sommer hält die lange skandinavische Dämmerung den Himmel bis fast 22 Uhr hell, und der Platz wird zum Ausgangspunkt für Menschen, die in den umliegenden Vierteln essen oder trinken gehen. Im Winter verwandeln Lichterketten und gelegentliche Marktstände ihn in etwas, das deutlich wärmer wirkt, als der nackte Stein vermuten lässt. Der beleuchtete Rathausturm ist von einem weiten Bogen der umliegenden Straßen aus sichtbar und hebt sich klar vom dunklen Himmel ab.
💡 Lokaler Tipp
Die besten Fotos des Rathauses gelingen zwischen 16 und 19 Uhr an einem klaren Tag im späten Frühling oder Sommer. Das schräg einfallende Nachmittagslicht trifft die Backsteinfassade direkt und vermeidet den flachen, ausgewaschenen Eindruck, den du mittags bekommst.
Geschichte des Platzes
Das Gelände, auf dem der Rådhuspladsen heute liegt, war jahrhundertelang ein Heumarkt am westlichen Rand der mittelalterlichen Stadt Kopenhagen. Mit der Stadtentwicklung im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Areal schrittweise formalisiert. Die heutige breite Form des Platzes entstand durch mehrere Umgestaltungen; die bislang letzte bedeutende Neugestaltung wurde 1995–1996 abgeschlossen und brachte das offene, weitgehend unübersichtliche Layout mit seinem markanten Steinpflaster hervor.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Platz zum Standardveranstaltungsort für große Stadtfeste: Feiern am Ende des Zweiten Weltkriegs, Neujahrsfeiern, Fußballmeisterschaftsjubel, politische Demonstrationen und öffentliche Konzerte. Diese Rolle hat er bis heute. Bei wichtigen nationalen Anlässen füllen Zehntausende Menschen einen Raum, der an einem normalen Dienstag nur von wenigen Hundert belebt wird. Wer diese Geschichte kennt, liest den Platz anders – die Offenheit ist kein Zufall, sondern Programm.
Die Umgebung und was es in der Nähe zu tun gibt
Der Rådhuspladsen liegt am Schnittpunkt mehrerer wichtiger Fußgänger- und Touristenrouten Kopenhagens. Im Osten beginnt der Strøget unmittelbar am Platzrand – er erstreckt sich über rund 1,1 Kilometer bis zum Kongens Nytorv und führt dabei durch das gesamte Einkaufsviertel Indre By. Im Süden, jenseits des H.C. Andersens Boulevard, liegt der Haupteingang zum Tivoli.
Ein kurzer Fußweg nach Norden bringt dich zur Ny Carlsberg Glyptotek, einem der schönsten Kunstmuseen Kopenhagens, das selbst in einem architektonisch beeindruckenden Gebäude untergebracht ist. Der Wintergarten und die Impressionistensammlung des Museums gehören zu den lohnendsten Museumsstunden, die du in der Stadt verbringen kannst.
Wenn du zu Fuß unterwegs bist und verstehen möchtest, wie der Rådhuspladsen mit dem historischen Stadtkern zusammenhängt, zeigt dir der Kopenhagen Stadtrundgang-Guide die logischste Route vom Platz aus – einschließlich des Seensystems, des Lateinischen Viertels und des Kanalviertels.
Praktische Hinweise für Besucher
Der Platz ist als ebene, offene Steinpiazza vollständig barrierefrei zugänglich. Im zentralen Bereich gibt es keine Bordsteine oder Absperrungen, und die Metro-Station darunter bietet stufenunterstützten Transitzugang. Die Bushaltestellen an der Nordseite werden von zahlreichen Linien bedient und machen diesen Punkt zu einem der bestangebundenen in ganz Kopenhagen für die Weiterfahrt in jeden Stadtteil.
Das Wetter spielt hier eine echte Rolle. Der Rådhuspladsen liegt völlig offen – kein Schatten durch Bäume, kein Schutz vor Wind. Im Hochsommer kann er gnadenlos hell und trocken wirken. Bei einem Nordwind im Februar ist das Überqueren ohne ordentliche Jacke ein Fehler. Am angenehmsten lässt es sich im Mai, Juni und Anfang September verweilen, wenn die Temperaturen in einem Bereich liegen, der offene Plätze angenehm statt anstrengend macht.
Der Platz ist Teil der meisten Standard-Stadtführungsrouten. Wer mit der Copenhagen Card unterwegs ist: Die An- und Abreise zum Rådhuspladsen ist mit der Karte abgedeckt, und mehrere kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten in der Nähe können damit besucht werden. Der Copenhagen Card Guide erklärt, welche Attraktionen die Karte wirklich lohnen und welche nicht.
⚠️ Besser meiden
Bei Großveranstaltungen – nationalen Sportfeiern, Silvester, Sommerkonzerten – kann der Platz extrem überfüllt und schwer zu passieren sein. Wenn du nicht wegen des Events dort bist, meide das Gebiet komplett und nutze Parallelstraßen, um zwischen den Stadtteilen zu wechseln.
Insider-Tipps
- Die Jens-Olsen-Weltzeituhr im Kopenhagener Rathaus zeigt astronomische Zyklen auf 14 Zifferblättern an. Sie ist gegen eine kleine Gebühr zu besichtigen – die meisten Besucher wissen gar nicht, dass es sie gibt, weil der Eingang so unscheinbar ist. Einfach an der Rathausrezeption nachfragen.
- Die Bushaltestellen an der Nordseite des Platzes sind die zentralsten im Kopenhagener Busnetz. Wenn du ein Viertel erreichst, das nicht direkt an der Metro liegt, hast du von hier aus mehr Linienoptionen als von fast jedem anderen Punkt in der Stadt.
- Der Tivoli liegt buchstäblich auf der anderen Straßenseite der südlichen Platzkante – der Haupteingang befindet sich jedoch etwas weiter zurück an der Vesterbrogade. Erstbesucher laufen manchmal daran vorbei. Halte Ausschau nach dem hölzernen Turm, der über die Baumkronen ragt.
- Für einen weniger fotografierten Blick auf das Rathaus geh um das Gebäude herum zur Seite und zur Rückseite an der Vester Voldgade. Von dort wirkt das Gebäude noch beeindruckender, und du entgehst dem Gruppenandrang an der Vordertreppe.
- Ende November und im Dezember findet auf dem Platz ein Kopenhagener Weihnachtsmarkt statt. Er ist kleiner und kommerzieller als das Tivoli-Pendant, aber kostenlos und zentral gelegen.
Für wen ist Rathausplatz (Rådhuspladsen) geeignet?
- Erstbesucher, die ihn als Orientierungspunkt nutzen, bevor sie die Stadt erkunden
- Architekturbegeisterte, die sich für nationalromantische skandinavische Rathausbauten interessieren
- Reisende, die zu Fuß zwischen Tivoli, Strøget und dem Museumsviertel unterwegs sind
- Flaneure, die einen zentralen Aussichtspunkt suchen, ohne für einen Café-Platz zu zahlen
- Besucher bei großen Stadtfesten oder nationalen Feierlichkeiten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Indre By (Altstadt):
- Schloss Amalienborg
Amalienborg ist der offizielle Wohnsitz der dänischen Königsfamilie und eines der architektonisch stimmigsten Ensembles Kopenhagens. Vier nahezu identische Rokoko-Palais rahmen einen großzügigen achteckigen Platz ein, und das Amalienborg-Museum im Christian-VIII.-Palais ist für Besucher geöffnet. Die tägliche Wachablösung um 12 Uhr ist eine pünktliche, ruhige Zeremonie – es lohnt sich, den Besuch danach auszurichten.
- Der Schwarze Diamant
Der Schwarze Diamant ist der moderne Anbau der Königlichen Dänischen Bibliothek – verkleidet mit poliertem schwarzem Granit und dem Hafen auf Slotsholmen zugewandt. Der Eintritt ist frei, das Atrium ist wirklich beeindruckend, und das Gebäude erschließt sich umso mehr, je genauer man hinschaut.
- Botanischer Garten der Universität Kopenhagen
Direkt hinter dem Nørreport Bahnhof im Herzen der Stadt liegt der Botanische Garten der Universität Kopenhagen – ein 10 Hektar großes grünes Refugium mit einem viktorianischen Gewächshauskomplex, einem stillen See und rund 8.000 Pflanzenarten. Der Eintritt ins Freigelände ist kostenlos, was ihn zu einem der lohnendsten Stopps im Zentrum Kopenhagens macht.
- Schloss Christiansborg
Schloss Christiansborg liegt auf der Insel Slotsholmen im Herzen Kopenhagens und beherbergt gleichzeitig das dänische Parlament, den Obersten Gerichtshof, das Büro des Premierministers und die Königlichen Repräsentationsräume. Es gilt als einzigartiges Gebäude, das alle drei Staatsgewalten unter einem Dach vereint. Der 106 Meter hohe Turm bietet einen der besten kostenlosen Panoramablicke der Stadt.