Strøget: Kopenhagens große Fußgängerzone
Strøget ist Kopenhagens wichtigste Fußgängerzone – 1,1 km lang, von Rådhuspladsen bis Kongens Nytorv mitten durch die historische Altstadt. Jederzeit kostenlos zugänglich, verbindet sie internationale Flagship-Stores mit traditionsreichen dänischen Geschäften, belebten Plätzen und Straßenkünstlern. Sie ist Kopenhagens meistgenutzter sozialer Treffpunkt und gleichzeitig die geschäftigste Einkaufsstraße der Stadt.
Fakten im Überblick
- Lage
- Frederiksberggade bis Østergade, Indre By, Kopenhagen
- Anfahrt
- Metro Rådhuspladsen (Westende) oder Metro Kongens Nytorv (Ostende); ca. 10–15 Min. zu Fuß vom Kopenhagener Hauptbahnhof
- Zeitbedarf
- 45 Min. für den Weg von einem Ende zum anderen; 2–4 Stunden, wenn du in Läden und auf Plätzen schaust
- Kosten
- Eintritt frei; Shoppen und Essen nach eigenem Ermessen
- Am besten für
- Shoppingfans, Erstbesucher, People-Watching, Fußweg zwischen den Stadtvierteln
- Offizielle Website
- www.visitcopenhagen.com/copenhagen/planning/stroget-gdk414471

Was der Strøget wirklich ist
Der Strøget ist keine einzelne Straße. Er besteht aus fünf aneinandergereihten Straßen – Frederiksberggade, Nygade, Vimmelskaftet, Amagertorv und Østergade –, die zusammen einen 1,1 km langen autofreien Korridor durch das Herz von Kopenhagens historischer Altstadt, Indre By, bilden. Zählt man die angeschlossenen Fußgängerseitenstraßen dazu, erstreckt sich die autofreie Zone auf knapp 3,2 km. Vor Ort fühlt es sich weniger wie ein Einkaufszentrum an und mehr wie eine Stadt in der Stadt: offen, mit Kopfsteinpflaster und zu fast jeder Tageszeit voller Bewegung.
Die Straße verläuft von West nach Ost – sie beginnt am Rathausplatz (Rådhuspladsen) im Westen und endet am Kongens Nytorv, einem der prachtvollsten Plätze Kopenhagens, im Osten. Auf dem Weg passiert man mehrere offene Plätze, darunter Gammeltorv und Nytorv (den alten und den neuen Marktplatz) sowie den weitläufigen, brunnengeschmückten Amagertorv, der auf halber Strecke als natürlicher Sammelpunkt dient.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Strøget ist jederzeit frei zugänglich. Es gibt keine Absperrungen, keinen Eintritt und keine Sperrzeiten. Die einzelnen Geschäfte haben ihre eigenen Öffnungszeiten – meist öffnen sie gegen späten Vormittag und schließen am frühen Abend, je nach Wochentag und Jahreszeit.
Eine Straße, geboren 1962
Vor 1962 war der Strøget eine ganz normale innerstädtische Straße mit Fahrzeugverkehr. In jenem Jahr beschloss der Kopenhagener Stadtrat, den Korridor vom Rathausplatz bis Kongens Nytorv zur Fußgängerzone zu machen. Die Entscheidung war damals umstritten: Kritiker befürchteten, ohne Autos würde der Handel einbrechen. Schon nach wenigen Monaten zeigte sich, dass der Fußgängerverkehr stark zunahm – und das wirtschaftliche Argument für die Fußgängerzone war bewiesen. Das Modell beeinflusste in der Folge Stadtplaner in ganz Europa.
Heute gilt der Strøget als eine der längsten Fußgängereinkaufsstraßen Europas. Das ist weniger ein Grund zum Prahlen als eine Erklärung für die Dimensionen: Er ist lang genug, dass der Weg von einem Ende zum anderen in einem ganz anderen Tempo zurückgelegt wird als ein typischer Einkaufsbummel – und was ihn säumt, verändert sich spürbar von einem Ende zum anderen.
Der westliche Abschnitt nahe Rådhuspladsen ist geprägt von Fast-Fashion-Ketten und Souvenirläden, mit stärkerem Touristenandrang. Sobald man Amagertorv in der Mitte erreicht, wird die Architektur interessanter und die Geschäfte designorientierter. Das Ostende, nahe Kongens Nytorv, tendiert zu gehobenen Geschäften und Flagship-Stores traditionsreicher Marken. Dieser Übergang von West nach Ost ist etwas, das Erstbesucher oft nicht erwarten.
Wie sich der Spaziergang anfühlt
Früh morgens, vor 9 Uhr, gehört der Strøget fast ausschließlich den Einheimischen: Lieferanten, die Waren abladen, Caféangestellte, die Stühle auf dem Kopfsteinpflaster arrangieren, ein paar Jogger. Das Pflaster – eine Mischung aus Granit und älterem Kopfsteinpflaster in einigen Abschnitten – verstärkt die Geräusche von Schritten und Rädern auf eine fast mittelalterlich wirkende Weise, wenn kein Motorenlärm da ist. Das Licht fällt in den schmaleren Abschnitten in wechselnden Winkeln ein – für Fotografen durchaus interessant.
Am späten Vormittag, besonders an Wochenenden und im Sommer, wird es deutlich voller. Der Bereich rund um Amagertorv ist in der Hochsaison wirklich überfüllt – Straßenkünstler arbeiten am Brunnen, Reisegruppen bleiben mitten auf der Straße stehen. Wer das Schulter-an-Schulter-Gedränge nicht mag, sollte den Strøget vor 10 Uhr oder nach 18 Uhr im Sommer besuchen. An Winternachmittagen unter der Woche ist es selbst mittags noch angenehm ruhig.
Das Erlebnis verändert sich je nach Jahreszeit spürbar. Im Sommer schaffen die Caféterassen, die aus den Seitenstraßen herausragen, schattige Ecken mit Tassenklirren. Im Winter, besonders im Dezember, erstrahlt die Straße mit Marktständen und saisonalen Installationen, die die Atmosphäre vollständig verwandeln. Der Duft von gerösteten Mandeln von den Straßenverkäufern wird zu einem der typischsten Gerüche eines Kopenhagener Dezembers.
💡 Lokaler Tipp
Für Fotografen: Das frühmorgendliche Licht auf dem Amagertorv – besonders in der goldenen Stunde nach Sonnenaufgang – bietet freie Sichtachsen und fast leeres Kopfsteinpflaster. Das Flagship-Store von Royal Copenhagen in der Nähe gibt eine stimmungsvolle Kulisse ab, ganz ohne das Mittagsgedränge.
Was die Straße zu bieten hat
Das Angebot auf dem Strøget ist ungewöhnlich breit gefächert. Internationale Marken wie Zara, H&M und der Lego-Flagship-Store stehen Seite an Seite mit traditionsreichen dänischen Namen wie Royal Copenhagen (Porzellan), Georg Jensen (Silberwaren und Schmuck) und Illum, einem mehrstöckigen Kaufhaus mit einem starken Schwerpunkt auf dänischem Design. Wer gezielt nach Designobjekten, Wohnaccessoires und hochwertigem dänischem Handwerk sucht, wird im Abschnitt zwischen Amagertorv und Østergade am besten fündig.
Der Strøget dient auch als Verbindungsweg zwischen anderen Stadtteilen. Vom Amagertorv aus gelangt man über die Købmagergade schnell zum Runden Turm und weiter zu den Torvehallerne, Kopenhagens bestem Lebensmittelmarkt. Wer vom Strøget beim Nytorv nach Süden abbiegt, gelangt ins Kanalsgebiet.
Die Plätze entlang der Strecke verdienen eigene Aufmerksamkeit. Gammeltorv und Nytorv (wörtlich: Alter Markt und Neuer Markt) liegen direkt nebeneinander und gehören zu den ältesten öffentlichen Räumen der Stadt. Der Caritas-Brunnen auf dem Gammeltorv stammt aus dem Jahr 1608. Der weiter östlich gelegene Amagertorv ist das soziale Zentrum der Straße: weitläufig, offen und mit reichlich Cafébestuhlung gesäumt. Hier hält instinktiv fast jeder an.
Anreise und Orientierung
Vom zentralen Kopenhagen aus kommt man am einfachsten zu Fuß. Vom Hauptbahnhof sind es etwa 10–15 Minuten zum Rådhuspladsen und damit zum Beginn des Strøget. Die Metro-Station Rådhuspladsen (Linien M3/M4) lässt einen direkt am Westeingang aussteigen. Die Metro-Station Kongens Nytorv (Linien M1/M2) liegt am Ostende. Der Bahnhof Nørreport, der von Metro und S-Bahn angefahren wird, ist über die Købmagergade in wenigen Minuten zu Fuß mit dem Amagertorv auf halbem Weg verbunden.
Wer die Copenhagen Card nutzt, hat alle Metro- und S-Bahn-Fahrten inklusive – und die Karte deckt viele Museen ab, die man vor oder nach dem Spaziergang über den Strøget besuchen könnte. Im Copenhagen-Card-Guide findest du alle Details, ob sich die Karte für deine Reise lohnt.
Die Straße ist überwiegend mit Steinplatten gepflastert und weitgehend eben. Allerdings können die Kopfsteinpflasterabschnitte auf einigen der älteren Plätze und Verbindungsstraßen uneben sein – das sollten Rollstuhlfahrer oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität berücksichtigen. Neben den unebeneren Stellen verlaufen oft glattere Wege, und der Hauptkorridor des Strøget ist grundsätzlich gut begehbar. Einen durchgehend ebenen Belag auf der gesamten Strecke sollte man aber nicht erwarten.
⚠️ Besser meiden
Zieh bequeme, flache Schuhe an. Das Stein- und Kopfsteinpflaster sieht auf Fotos harmlos aus, ermüdet aber nach zwei Stunden Laufen spürbar – besonders in Sandalen oder Absatzschuhen. Das ist ein praktischer Hinweis, kein Stilratschlag.
Strøget bei Nacht und im Winter
Wenn die Geschäfte schließen – meist zwischen 19 und 20 Uhr –, bleibt der Strøget offen und nimmt einen anderen Charakter an. Der Fußgängerverkehr nimmt ab, die Steinkorridore hallen stärker. Er wird zum angenehmen Durchgangsweg statt zum Ziel selbst und verbindet Nyhavn und die östliche Uferpromenade mit den Theatern und Bars rund um den Rådhuspladsen. Im Sommer bleibt es dank Kopenhagens nördlicher Lage sehr lange hell, und die Straße fühlt sich bis weit nach 21 Uhr belebt an.
Im Dezember zeigt der Strøget seine atmosphärischste Nachtseite. Die Straßenbeleuchtung, die Marktstände rund um den Amagertorv und der Duft warmer Speisen von den Verkäufern machen ihn zu einem der schönsten Orte der Stadt, um die Weihnachtszeit zu spüren. Das lässt sich gut in ein umfassenderes Kopenhagener Weihnachtserlebnis einplanen. Der Kopenhagen-Weihnachtsguide liefert den vollständigen saisonalen Kontext.
Für wen der Strøget weniger geeignet ist
Der Strøget ist nicht der richtige Ort für Besucher, die hauptsächlich abseits der Touristenströme unterwegs sein wollen. Zu Stoßzeiten im Sommer kann er sich kaum von den zentralen Einkaufsstraßen einer beliebigen europäischen Großstadt unterscheiden. Wer gezielt lokales Nachbarschaftsleben, unabhängige Läden und entspanntes Stadtleben sucht, findet in den Straßen von Nørrebro oder im Vesterbro-Viertel eine ganz andere Art von Stadterlebnis.
Wer Kopenhagen schon kennt und den Strøget gut kennt, wird bei einem zweiten ausgedehnten Besuch kaum neue Entdeckungen machen – es sei denn, ein bestimmtes Geschäft oder ein saisonales Event zieht einen zurück. Als Verbindungsweg zwischen Orten bleibt er trotzdem immer nützlich. Als Ziel an sich lohnt er sich vor allem beim ersten Besuch oder zu besonderen Anlässen.
Insider-Tipps
- Geh morgens von West nach Ost (von Rådhuspladsen in Richtung Kongens Nytorv), wenn die Sonne noch im Rücken ist und kaum Leute unterwegs sind. Das Licht trifft die Fassaden der älteren Gebäude entlang der Østergade vor 10 Uhr in einem schönen Winkel – ideal für Fotos.
- Amagertorv ist der natürliche Mittelpunkt und der beste Platz zum Durchatmen. Der Storchenbrunnen (Storkespringvandet) in der Mitte ist seit 1894 ein Kopenhagener Treffpunkt. Wer sich 20 Minuten daneben setzt, bekommt ein gutes Gefühl dafür, wer diese Straße eigentlich nutzt.
- Die Seitenstraßen des Strøget, vor allem Læderstræde und Kompagnistræde nach Süden, haben einen ganz anderen Charakter: Antiquitätenhändler, kleine Buchläden und unabhängige Designgeschäfte. Hier ist es fast immer ruhiger und das Publikum deutlich lokaler.
- Wer vor allem zum Shoppen kommt, sollte an einem Dienstag oder Mittwochnachmittag kommen. Das Gedränge am Strøget an Sommerwochenenden ist in manchen kleineren Läden wirklich unangenehm dicht.
- Der Lego-Flagship-Store im Bereich Vimmelskaftet lohnt sich auch ohne Kinder. Die Innenausstattung ist architektonisch durchdacht, und der Store selbst zeigt anschaulich, wie dänische Marken mit physischem Einzelhandel umgehen.
Für wen ist Strøget geeignet?
- Erstbesucher in Kopenhagen, die sich im Stadtzentrum orientieren wollen
- Shoppingbegeisterte, die dänisches Design, Porzellan und Silberwaren neben internationalen Marken suchen
- Familien mit Kindern – dank sicherer Fußgängerzone, Lego-Store und großen Plätzen
- Reisende, die den Strøget als Fußweg zwischen Rådhuspladsen und Nyhavn nutzen wollen
- Besucher im Dezember, die Kopenhagens winterliche Straßenatmosphäre erleben möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Indre By (Altstadt):
- Schloss Amalienborg
Amalienborg ist der offizielle Wohnsitz der dänischen Königsfamilie und eines der architektonisch stimmigsten Ensembles Kopenhagens. Vier nahezu identische Rokoko-Palais rahmen einen großzügigen achteckigen Platz ein, und das Amalienborg-Museum im Christian-VIII.-Palais ist für Besucher geöffnet. Die tägliche Wachablösung um 12 Uhr ist eine pünktliche, ruhige Zeremonie – es lohnt sich, den Besuch danach auszurichten.
- Der Schwarze Diamant
Der Schwarze Diamant ist der moderne Anbau der Königlichen Dänischen Bibliothek – verkleidet mit poliertem schwarzem Granit und dem Hafen auf Slotsholmen zugewandt. Der Eintritt ist frei, das Atrium ist wirklich beeindruckend, und das Gebäude erschließt sich umso mehr, je genauer man hinschaut.
- Botanischer Garten der Universität Kopenhagen
Direkt hinter dem Nørreport Bahnhof im Herzen der Stadt liegt der Botanische Garten der Universität Kopenhagen – ein 10 Hektar großes grünes Refugium mit einem viktorianischen Gewächshauskomplex, einem stillen See und rund 8.000 Pflanzenarten. Der Eintritt ins Freigelände ist kostenlos, was ihn zu einem der lohnendsten Stopps im Zentrum Kopenhagens macht.
- Schloss Christiansborg
Schloss Christiansborg liegt auf der Insel Slotsholmen im Herzen Kopenhagens und beherbergt gleichzeitig das dänische Parlament, den Obersten Gerichtshof, das Büro des Premierministers und die Königlichen Repräsentationsräume. Es gilt als einzigartiges Gebäude, das alle drei Staatsgewalten unter einem Dach vereint. Der 106 Meter hohe Turm bietet einen der besten kostenlosen Panoramablicke der Stadt.