Kongens Have: Kopenhagens ältester Park und sein alltäglicher Zauber
Kongens Have, der Königsgarten, ist Kopenhagens ältester öffentlicher Park. König Christian IV. ließ ihn 1606 als Renaissance-Lustgarten neben dem Schloss Rosenborg anlegen. Der rund 12 Hektar große Park in Indre By ist das ganze Jahr über kostenlos zugänglich und zieht Einheimische wie Besucher gleichermaßen an – zum Picknicken, Spazierengehen und für einen Blick auf eine der meistfotografierten historischen Kulissen der Stadt.
Fakten im Überblick
- Lage
- Øster Voldgade 4, 1350 København K, Indre By, Kopenhagen
- Anfahrt
- Bahnhof Nørreport (7 Minuten zu Fuß); Metro Kongens Nytorv (10 Minuten zu Fuß)
- Zeitbedarf
- 45 Minuten bis 2 Stunden, je nach Tempo
- Kosten
- Kostenlos. Für Schloss Rosenborg (direkt angrenzend) ist ein separates Ticket erforderlich.
- Am besten für
- Picknick, Gartenfotografie, Familienausflüge, Schlossblicke, entspannte Morgenstunden
- Offizielle Website
- www.visitcopenhagen.com/copenhagen/planning/kings-garden-gdk420899

Was ist der Kongens Have – und warum lohnt er sich?
Kongens Have, offiziell auch Rosenborg-Garten genannt, ist der älteste erhaltene Park Kopenhagens. Mit rund 400 Jahren auf dem Buckel trägt er mehr Geschichte in sich als fast alles andere, was du in der dänischen Hauptstadt zu Fuß erkunden kannst. König Christian IV. begann 1606 mit der Anlage des Gartens als privaten Renaissance-Lustgarten, der damals an einen bescheidenen Sommerpavillon angebaut war. Aus diesem Pavillon wurde schließlich Schloss Rosenborg, das 1624 fertiggestellt wurde – und Schloss und Garten wirken bis heute wie eine einzige, zusammenhängende Komposition.
Nachdem die königliche Familie Rosenborg um 1710 als Residenz weitgehend aufgegeben hatte, wurde der Garten für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht – eines der frühesten Beispiele in Skandinavien, bei dem ein königliches Anwesen zum städtischen Grünraum wurde. Heute zieht der Park rund 3 Millionen Besucher pro Jahr an, eine Zahl, die eines deutlich macht: Das hier ist kein stilles Geheimtipp. Es ist ein geliebter, lebendiger Stadtpark, dem zufällig eine außergewöhnliche Geschichte zugrunde liegt.
💡 Lokaler Tipp
Der Eintritt in den Kongens Have ist völlig kostenlos. Für Schloss Rosenborg am nördlichen Ende des Parks ist ein separates kostenpflichtiges Ticket erforderlich; es wird unabhängig verwaltet.
Was dich erwartet: Ein Rundgang durch den Garten
Der Garten umfasst rund 12 Hektar – groß genug, um sich wirklich weitläufig anzufühlen, aber kompakt genug, um ihn in gemächlichem Tempo zu durchqueren. Die formale Struktur spiegelt seinen Renaissance-Ursprung wider: geometrische Beete, lange, schnurgerade Alleen mit alten Bäumen und klar abgegrenzte Abschnitte, die dem Park eine geordnete, fast skulpturale Qualität verleihen – ganz anders als ein naturalistischer englischer Landschaftsgarten.
Eines der auffälligsten Merkmale ist der sogenannte English Garden-Bereich mit dem, was Landschaftshistoriker als die längste Staudenrabatte Nordeuropas beschreiben – rund 240 Meter lang. Im Sommer füllt sie sich mit aufeinanderfolgenden Blütewellen sorgfältig abgestimmter Stauden. Das Ausmaß ist wirklich beeindruckend: Wenn du an einem Ende stehst, zieht sich die Bepflanzung so weit in die Tiefe, dass das andere Ende leicht verschwimmt. Sie will langsam abgegangen werden – ein schneller Durchmarsch wird ihr nicht gerecht.
Schloss Rosenborg prägt den nordwestlichen Teil des Gartens als visuellen Ankerpunkt. Die niederländische Renaissance-Architektur mit ihren Treppengiebeln, kupfergrünen Türmen und warmem Backsteinmauerwerk ist ein dankbares Fotomotiv vor blauem Himmel. Der Schlossgraben ist noch vollständig erhalten, und die Spiegelung des Schlosses im stillen Wasser gehört zu den eindrucksvollsten Blicken im Herzen Kopenhagens.
So verändert sich der Park im Laufe des Tages
Der Kongens Have fühlt sich je nach Uhrzeit ganz unterschiedlich an. Frühe Morgenstunden – besonders an Werktagen – sind wirklich ruhig. Die Kieswege sind fast leer, das Licht fällt weich und tief durch die Baumkronen, und das Schlossgelände wirkt fast privat. Dann ist die Geometrie des Gartens am deutlichsten ablesbar, und Fotos mit dem Schloss im Hintergrund gelingen am besten, bevor die Wiesen voller Menschen sind.
Im Sommer verwandeln sich die Grünflächen um die Mittagszeit in eine Art verteiltes Picknickevent. Büroangestellte aus dem umliegenden Stadtkern kommen mit Essen aus nahegelegenen Läden. Studierende breiten Decken auf den Rasenflächen aus. Familien sichern sich Plätze rund um den Spielplatz. Der Geräuschpegel steigt merklich, die Atmosphäre wechselt von beschaulich zu gesellig. Das ist kein Nachteil – es zeigt eigentlich sehr schön, wie Kopenhagen seine öffentlichen Räume nutzt. Aber es lohnt sich, das zu wissen, wenn du Ruhe suchst.
Der späte Nachmittag, besonders im Frühling und Frühherbst, bietet einen guten Mittelweg: genug Leben im Park, um sich nicht allein zu fühlen, aber längere Schatten und weiches Licht, das Fotos vom Schloss und den Staudenrabatten aufwertet. Im Frühsommer bleibt der Park bis in den Abend geöffnet und füllt sich mit Gassigehern und Feierabendspazierenden. Das Licht zu dieser Stunde – tief und golden durch die Alleen – ist wahrscheinlich das Schönste, was der Garten fotografisch zu bieten hat.
ℹ️ Gut zu wissen
Im Winter ist der Garten deutlich ruhiger und auf seine strukturellen Grundzüge reduziert: kahle Alleen, geschnittene Hecken, das Schloss in gedämpften Farbtönen. Ein lohnender Besuch für alle, die formale Gartengestaltung schätzen – wenngleich die Erfahrung deutlich kälter und weniger farbintensiv ist als im Sommer.
Geschichte und kultureller Kontext
Christian IV., der dänische König, der sowohl den Garten als auch Schloss Rosenborg in Auftrag gab, ist einer der baufreudigsten Monarchen der dänischen Geschichte. Er hat das Stadtbild Kopenhagens im frühen 17. Jahrhundert entscheidend geprägt – darunter der Runde Turm und weitere Wahrzeichen, die bis heute erhalten sind. Der Garten, den er entwarf, sollte das höfische Leben in eine kultivierte Natur verlängern: eine private Landschaft, die königliche Raffinesse und die Beherrschung der Natur nach außen signalisierte.
Der Übergang vom privaten Königsgarten zum öffentlichen Park im frühen 18. Jahrhundert reihte den Kongens Have in eine lange europäische Tradition ein, ehemals exklusive Räume einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dieser Wandel ist heute so vollständig vollzogen, dass die meisten Kopenhagener den Garten wie jeden anderen Nachbarschaftspark nutzen: selbstverständlich, häufig und ohne großes Aufheben. Er liegt im Stadtteil Indre By, dem historischen Kern Kopenhagens, der von allen Seiten von dichtem Stadtgewebe umgeben ist. Der Park fungiert als echter Atemraum in dieser Verdichtung.
Der Garten ist auch ein guter Ausgangspunkt, wenn du Kopenhagens breiteres Verhältnis zu gestalteten Außenräumen erkunden möchtest. Die Stadt hat eine Reihe bedeutender Parks und Grünkorridore, die es sich lohnt, im Zusammenhang zu betrachten. Ein umfassenderes Kopenhagen-Reiseprogramm wird den Kongens Have typischerweise zusammen mit Schloss Rosenborg als natürliches Duo behandeln – und das zu Recht.
Praktischer Rundgang: So findest du dich im Garten zurecht
Der naheliegendste Weg vom Bahnhof Nørreport, dem nächsten Verkehrsknotenpunkt, führt südlich entlang der Gothersgade zum westlichen Eingang des Gartens. Von dort kommst du direkt in die zentrale Promenade, von der aus das Schloss Rosenborg am Ende der Achse sichtbar ist. Wer langsam auf das Schloss zugeht, erlebt eine klassische Perspektive, die sich nicht hetzen lässt.
Von dort verzweigt sich der Garten logisch: Die Staudenrabatten des English Garden verlaufen entlang der Ostseite, der Kinderspielplatz liegt im südlichen Bereich, und die formalen Rosenbeete befinden sich in den mittleren Abschnitten. Die Wege sind durchgehend mit Kies belegt und weitgehend eben, sodass der Garten auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen gut zugänglich ist.
Wenn du Schloss Rosenborg von innen besichtigen möchtest, beachte, dass du ein separates Ticket am Schlosseingang benötigst. Die Copenhagen Card schließt den Eintritt ins Schloss ein, was sich lohnen kann, wenn du während deines Aufenthalts mehrere kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten besuchst.
⚠️ Besser meiden
Die Öffnungszeiten des Gartens sind großzügig, aber nicht rund um die Uhr. Die Tore schließen je nach Jahreszeit zu unterschiedlichen Zeiten. Schau die aktuellen Zeiten auf der offiziellen VisitCopenhagen-Seite nach, bevor du einen frühen Morgen- oder späten Abendbesuch planst – besonders außerhalb des Sommers.
Fotografie, Familien und Barrierefreiheit
Fotografisch ist das Schloss das Hauptmotiv – aber vergiss nicht die Staudenrabatten in voller Sommerblüte, die Baumkronen der Alleen im späten Frühling mit frischem Grün und die Spiegelungen im Graben an ruhigen Tagen. Die formale Struktur des Gartens gibt Bildern einen starken Sinn für Ordnung und Tiefe. Weitwinkelobjektive eignen sich gut für die Hauptalleen; ein kurzes Teleobjektiv holt das Schloss von den südlichen Wiesen aus näher heran.
Familien mit Kindern werden den fest eingerichteten Spielplatz als echten Pluspunkt empfinden. Er ist gepflegt und so in den Garten integriert, dass er nicht wie ein nachträglicher Gedanke wirkt. Die umliegenden Wiesen geben Kindern Raum zum Toben, während Eltern sitzen bleiben können. Für einen umfassenderen Überblick darüber, wie Kopenhagen für Familien funktioniert, liefert der Ratgeber Kopenhagen mit Kindern weitere Möglichkeiten in der ganzen Stadt.
Die Barrierefreiheit ist insgesamt gut. Die Hauptwege sind glatt genug für Rollstühle und Kinderwagen, und das flache Geländeprofil des Parks bedeutet, dass Steigungen kein Thema sind. Bänke sind über den gesamten Park verteilt, sodass auch Besucher, die regelmäßige Pausen brauchen, gut zurechtkommen.
Für wen dieser Besuch vielleicht nichts ist
Wer vor allem Einsamkeit sucht, wird vom Kongens Have im Sommer wahrscheinlich enttäuscht sein. Drei Millionen Besucher im Jahr bedeuten: Der Park ist selten leer, und an warmen Wochenenden sind die beliebten Rasenflächen dicht bevölkert. Das Erlebnis ist von Natur aus gesellig und gemeinschaftlich – und das ist eine echte Eigenschaft, die man kennen sollte, bevor man ankommt.
Ebenso könnten Besucher, die eine naturnahe Landschaft statt formaler Gartengestaltung suchen, die gepflegte Struktur als einschränkend empfinden. Kopenhagen hat auch naturalistischere Grünflächen, und der Fælledparken in Østerbro bietet eine größere, weniger formale Alternative für alle, die offene Wiesen geschnittenen Hecken vorziehen.
Insider-Tipps
- Komm im Sommer an Werktagen vor 9 Uhr, wenn du das Schloss ohne Menschenmassen im Hintergrund fotografieren möchtest. In der ersten Stunde nach der Öffnung ist der Garten oft fast menschenleer.
- Die Staudenrabatten am östlichen Rand erreichen ihren Höhepunkt im Juli und Anfang August. Außerhalb dieses Zeitfensters ist die Bepflanzung deutlich weniger beeindruckend. Die nächstbeste Saisonshow bieten die Frühjahrszwiebelpflanzen im April.
- Im Garten selbst gibt es keine Cafés. Hol dir Essen in der Torvehallerne, der überdachten Markthalle etwa 5 Minuten vom Bahnhof Nørreport entfernt, und bring es für ein richtiges Picknick mit – verlasse dich lieber nicht auf das Angebot rund ums Schloss.
- Der Schlossgraben spiegelt die Türme besonders klar an ruhigen, bedeckten Tagen, wenn kein direktes Sonnenlicht harte Schatten wirft. Bewölktes Licht ist für Architekturfotos hier oft besser als volle Sonne.
- Wenn du Schloss Rosenborg besichtigen möchtest, kaufe dein Ticket in den Sommermonaten am besten online im Voraus, um Warteschlangen am Eingang zu vermeiden. Für den Garten selbst brauchst du weder Ticket noch Queue.
Für wen ist Der Königsgarten (Kongens Have) geeignet?
- Reisende, die ein echtes Kopenhagen-Erlebnis suchen, das nichts kostet und nicht für Touristen inszeniert wurde
- Familien mit kleinen Kindern, die mitten im Sightseeing-Tag einen sicheren, offenen Platz mit Spielplatz brauchen
- Architektur- und Geschichtsinteressierte, die Schloss Rosenborg in seinem ursprünglichen Gartenkontext erleben möchten
- Fotografen auf der Suche nach formalen Gartenbildern und einem fotogenen Schloss mitten in der Stadt
- Besucher, die im Sommer lieber ein Picknick mit historischer Kulisse als ein Restaurantmittagessen genießen möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Indre By (Altstadt):
- Schloss Amalienborg
Amalienborg ist der offizielle Wohnsitz der dänischen Königsfamilie und eines der architektonisch stimmigsten Ensembles Kopenhagens. Vier nahezu identische Rokoko-Palais rahmen einen großzügigen achteckigen Platz ein, und das Amalienborg-Museum im Christian-VIII.-Palais ist für Besucher geöffnet. Die tägliche Wachablösung um 12 Uhr ist eine pünktliche, ruhige Zeremonie – es lohnt sich, den Besuch danach auszurichten.
- Der Schwarze Diamant
Der Schwarze Diamant ist der moderne Anbau der Königlichen Dänischen Bibliothek – verkleidet mit poliertem schwarzem Granit und dem Hafen auf Slotsholmen zugewandt. Der Eintritt ist frei, das Atrium ist wirklich beeindruckend, und das Gebäude erschließt sich umso mehr, je genauer man hinschaut.
- Botanischer Garten der Universität Kopenhagen
Direkt hinter dem Nørreport Bahnhof im Herzen der Stadt liegt der Botanische Garten der Universität Kopenhagen – ein 10 Hektar großes grünes Refugium mit einem viktorianischen Gewächshauskomplex, einem stillen See und rund 8.000 Pflanzenarten. Der Eintritt ins Freigelände ist kostenlos, was ihn zu einem der lohnendsten Stopps im Zentrum Kopenhagens macht.
- Schloss Christiansborg
Schloss Christiansborg liegt auf der Insel Slotsholmen im Herzen Kopenhagens und beherbergt gleichzeitig das dänische Parlament, den Obersten Gerichtshof, das Büro des Premierministers und die Königlichen Repräsentationsräume. Es gilt als einzigartiges Gebäude, das alle drei Staatsgewalten unter einem Dach vereint. Der 106 Meter hohe Turm bietet einen der besten kostenlosen Panoramablicke der Stadt.