Die Davids Samling: Kopenhagens leise außergewöhnliches Gratis-Museum
In einem ehemaligen Privathaus nahe dem Rosenborg-Schloss untergebracht, beherbergt die Davids Samling eine der bedeutendsten Sammlungen islamischer Kunst Europas – ergänzt durch europäisches Kunsthandwerk des 18. Jahrhunderts und dänische Malerei der frühen Moderne. Der Eintritt ist frei, die Besucherzahlen überschaubar, und wer sich Zeit lässt, wird belohnt.
Fakten im Überblick
- Lage
- Kronprinsessegade 30, Indre By, Kopenhagen. Direkt neben dem Königsgarten und dem Rosenborg-Schloss.
- Anfahrt
- Der Bahnhof Nørreport (S-Bahn, Metro) ist nur einen kurzen Fußweg entfernt. Auch die Metrostationen Marmorkirken und Kongens Nytorv sind gut zu Fuß erreichbar.
- Zeitbedarf
- 1,5 bis 2,5 Stunden für einen gründlichen Besuch. 45 Minuten, wenn du dich nur auf die islamische Kunst konzentrierst.
- Kosten
- Kostenlos für alle Besucher, das ganze Jahr über.
- Am besten für
- Islamische Kunst, Kunsthandwerk, entspannte Museumsbesuche, Kultur an Regentagen, Alleinreisende.
- Offizielle Website
- www.davidmus.dk/?culture=en-us

Was die Davids Samling eigentlich ist
Die Davids Samling ist ein kostenloses öffentliches Museum im Zentrum Kopenhagens, an dem die meisten Besucher auf dem Weg zum Rosenborg-Schloss einfach vorbeigehen. Das ist ein echter Verlust. Das Museum geht auf die Privatsammlung des dänischen Juristen und Sammlers Christian Ludvig David zurück und befindet sich in dem eleganten Stadthaus, in dem David tatsächlich lebte. 1986 kam ein angrenzendes Gebäude hinzu, um die wachsende Sammlung unterzubringen. Das Gebäude selbst, in der ruhigen Wohnstraße Kronprinsessegade gelegen, verleiht dem Besuch eine ganz besondere Atmosphäre: Man betrachtet eine der bedeutendsten islamischen Kunstsammlungen Europas in einem Rahmen, der sich eher wie ein Privathaus anfühlt als wie eine zweckgebaute Institution.
Die Sammlung gliedert sich in drei klar abgegrenzte Bereiche. Die islamische Kunstsammlung ist international am bedeutendsten und umfasst angewandte Kunst, Handschriften, Textilien, Keramik, Metallarbeiten und Schmuck aus der islamischen Welt – grob vom 7. bis ins 19. Jahrhundert. Ergänzt wird sie durch eine kuratierte Auswahl europäischen Kunsthandwerks des 18. Jahrhunderts, darunter französische Möbel, Porzellan und Silberwaren. Der dritte Bereich widmet sich dänischer Kunst der frühen Moderne aus derselben Epoche. Zusammen spiegeln sie den persönlichen Geschmack eines einzigen, außergewöhnlich urteilssicheren Sammlers wider – und nicht die breite institutionelle Logik eines Nationalmuseums.
💡 Lokaler Tipp
Der freie Eintritt macht dieses Museum zu einem der zugänglichsten Qualitätsmuseen Kopenhagens. Wer eine Copenhagen Card hat, braucht sie hier zwar nicht – aber die Karte deckt viele andere kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten ab, die sich gut an demselben Tag kombinieren lassen.
Die islamische Kunstsammlung: Warum sie so besonders ist
Die wenigsten Besucher rechnen mit einer solchen Tiefe – und genau das macht die Etagen mit islamischer Kunst so einprägsam. Die Sammlung umfasst Werke von den umayyadischen und abbasidischen Kalifaten über das Mogulreich in Indien, das safawidische Persien bis zum osmanischen Reich. Die einzelnen Objekte reichen von einem Goldohrring aus dem 9. Jahrhundert bis hin zu aufwendig illuminierten Koranhandschriften, Jadebechern, Seidenstoffen, eingelegten Messinggefäßen und bemalten Miniaturen von außergewöhnlicher Präzision. Die Bandbreite allein umspannt rund 1.200 Jahre und reicht geografisch von Spanien bis Zentralasien.
Die Vitrinen sind gut beleuchtet und nicht überfüllt. Die Beschriftungen sind klar und auf Englisch verfügbar. Man kann direkt vor einer Keramikschale aus dem 12. Jahrhundert stehen – ohne Absperrung, ohne Warteschlange. Dieser unmittelbare Zugang zu wirklich alten, wirklich schönen Objekten ist in großen europäischen Städten selten. Für Reisende mit Interesse an islamischer Geschichte, Kunstgeschichte oder angewandter Kunst rechtfertigt diese Sammlung einen gezielten Besuch – und nicht nur einen flüchtigen halbstündigen Abstecher.
Für einen breiteren Überblick über die Qualität von Kopenhagens Museumslandschaft stellt der Leitfaden zu den besten Museen in Kopenhagen die Davids Samling trotz ihrer geringeren Größe auf eine Stufe mit den bedeutenden Institutionen der Stadt.
Europäische und dänische Sammlungen: Ein anderer Rhythmus
Die europäischen Räume des 18. Jahrhunderts wirken wie ein Schritt in ein völlig anderes Museum. Französische Rokoko-Möbel, Meissener und Sèvres-Porzellan, vergoldete Objekte und fein gearbeitete Silberwaren füllen Räume, die selbst einmal Wohnräume waren. Das schafft eine intimere Atmosphäre als in einer herkömmlichen Kunsthandwerksgalerie, obwohl Besucher, die hauptsächlich wegen der islamischen Sammlung kommen, diese Räume manchmal recht zügig durchqueren.
Der Bereich zur dänischen frühen Moderne befindet sich in den oberen Etagen und dokumentiert die Zeit ab dem späten 18. Jahrhundert mit Gemälden, Möbeln und angewandter Kunst. Er liefert nützlichen Kontext, um die ästhetische Kultur von Kopenhagens wohlhabender Kaufmannsklasse aus der Zeit zu verstehen, als Davids Gebäude errichtet wurde. Diese Etagen sind selbst für die Verhältnisse dieses ohnehin ruhigen Museums besonders still.
Wie sich ein Besuch anfühlt
Das Museum erstreckt sich über mehrere Etagen eines historischen Stadthauses – Treppen gehören also dazu. Das Gebäude ist ausdrücklich nicht barrierefrei für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, und das sollte man vor dem Besuch ernst nehmen. Die Treppenhäuser sind schmal und entsprechen dem ursprünglichen Wohnhausdesign. Einen Aufzug, wie ihn ein zweckgebautes Museum bieten würde, gibt es nicht.
Die Räume sind angenehm überschaubar, was dem Besucher zugutekommt. Man fühlt sich nie von der Größe überwältigt. Zu ruhigeren Zeiten – besonders dienstags, donnerstags, freitags und samstags am Vormittag – kann man in einem Raum mit Objekten, die anderswo in einem großen Haus zu den Highlights zählen würden, fast allein sein. Mittwochabends hat das Museum bis 21:00 Uhr geöffnet, und die Stimmung verändert sich noch einmal: Das Gebäude wirkt im künstlichen Licht ganz anders, und nach 17:00 Uhr werden die Besucherzahlen noch geringer.
Es ist beinahe vollständig still. Kein Audioguide läuft in Endlosschleife in den Nachbarräumen, kein Schulausflug hallt von Steinböden wider. Das Gebäude nimmt seine Besucher auf, anstatt sie zu beschallen. Der Geruch ist das, was man von einem gepflegten historischen Haus erwartet: ein Hauch von Holz, eine Spur Feuchtigkeit in den älteren Bereichen. Kurz gesagt: Die Davids Samling belohnt genau die Art von Aufmerksamkeit, die in einem vollen Großmuseum kaum möglich ist.
⚠️ Besser meiden
Das Museum ist montags sowie am 23., 24., 25. und 31. Dezember geschlossen. Wer einen Besuch rund um die Feiertage plant, sollte auf der offiziellen Website nach weiteren Schließzeiten schauen.
Öffnungszeiten und Anreise
Die Davids Samling ist dienstags und donnerstags bis sonntags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Mittwochs bleibt sie bis 21:00 Uhr offen. Montags ist geschlossen. Die Adresse lautet Kronprinsessegade 30, 1306 København K. Wer durch das Tor geht, findet den Museumseingang an der ersten Tür links.
Der Bahnhof Nørreport ist die praktischste Option mit öffentlichen Verkehrsmitteln – er wird von S-Bahn und Metro bedient. Von Nørreport aus ist das Museum durch den Königsgarten gut zu Fuß erreichbar. Alternativ bringt einen die Metrostation Marmorkirken je nach Weg etwas näher an die Adresse des Museums heran. Auch die Metrostation Kongens Nytorv ist gut zu Fuß erreichbar, wenn man vom Nyhavn-Ende der Innenstadt kommt. Für Besucher mit Auto stehen in den umliegenden Straßen kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung.
Das Museum liegt direkt neben dem Königsgarten, Kopenhagens ältestem königlichem Garten – die beiden lassen sich ideal an einem Tag kombinieren. Das Rosenborg-Schloss liegt unmittelbar daneben und bietet sich als natürliche Fortsetzung des Tages an, wenn du noch mehr Zeit in diesem Teil von Indre By verbringen möchtest.
Fotografieren, Praktisches und ein ehrlicher Vorbehalt
Fotografieren für den persönlichen Gebrauch ist in der Dauerausstellung generell ohne Blitz erlaubt. Das Tageslicht in den dänischen Räumen der oberen Etagen ist am Vormittag besonders gut. Vitrinen mit Metallarbeiten und Keramik lassen sich ohne Blendung fotografieren, wenn man den Winkel leicht anpasst, um Reflexionen am Glas zu vermeiden. Stative sind nicht erlaubt.
Am Eingang gibt es einen kleinen Museumsshop. Ein hauseigenes Café fehlt – wer einen längeren Besuch plant, sollte vorher essen oder zwischendurch einen der nahegelegenen Orte an der Gothersgade oder rund um den Nørreport aufsuchen. Eine Garderobe für Taschen und Jacken steht zur Verfügung.
Ein ehrlicher Vorbehalt: Wer sich nicht bereits für islamische angewandte Kunst, Kunsthandwerk oder Kunstgeschichte interessiert, wird von diesem Museum möglicherweise nicht so begeistert sein wie von einer theatralischeren oder erzählerisch stärker aufbereiteten Institution. Die Sammlung ist objektzentriert und kommt mit relativ wenig Text aus. Sie belohnt Besucher, die bereits neugierig sind – nicht solche, die erst überzeugt werden müssen. Für dieses Publikum ist sie außergewöhnlich. Für Reisende, die vor allem ein visuelles Erlebnis oder interaktive Elemente suchen, passen andere Kopenhagener Museen möglicherweise besser.
Besucher, die neben Kunstgeschichte auch an Architektur und Design interessiert sind, können einen Besuch der Davids Samling gut mit dem nahe gelegenen Designmuseum Danmark verbinden, das dänische und internationale Designgeschichte behandelt und nur einen kurzen Fußweg vom selben Viertel entfernt liegt.
ℹ️ Gut zu wissen
Die Mittwoch-Abendöffnung bis 21:00 Uhr ist ideal für Reisende, deren Tagesplan mit anderen Sehenswürdigkeiten voll ist. Abendbesuche sind durchgehend ruhiger als Wochenendnachmittage.
Die Davids Samling in einen größeren Reiseplan einbinden
Die Lage des Museums in Indre By bringt es ins Zentrum von Kopenhagens dichtestem Sehenswürdigkeitscluster. Ein gut strukturierter Vormittag könnte in der Davids Samling beginnen, durch den Königsgarten weiter zum Rosenborg-Schloss führen und dann zu den Torvehallerne zum Mittagessen weitergehen – der überdachte Markt am Nørreport, der zu den besten Markthallen der Stadt zählt. Für einen Tagesplan durch diesen Teil der Stadt bietet der Kopenhagen-Stadtrundgang-Guide eine logisch aufgebaute Route, die dieses Viertel einschließt.
Da der Eintritt kostenlos ist, fügt sich die Davids Samling problemlos in einen budgetbewussten Reiseplan ein, ohne dass man Abstriche machen müsste. Sie eignet sich auch hervorragend als Option für einen verregneten Vormittag, ohne sich wie ein Kompromiss anzufühlen: Die Qualität der Sammlung ist wirklich hoch, und die ruhige Atmosphäre ist bei schlechtem Wetter angenehmer als das Stehen an einem Aussichtspunkt im Freien.
Insider-Tipps
- Mittwochabends hat das Museum bis 21:00 Uhr geöffnet – das ist der ruhigste Zeitpunkt für einen Besuch. An Wochenendnachmittagen ist am meisten los, aber selbst dann hält sich der Andrang im Vergleich zu großen Museen in Grenzen.
- Geh durch das Tor an der Kronprinsessegade und nimm die erste Tür links. Der Eingang ist leicht zu übersehen, wenn du am Tor vorbeiläufst, ohne auf die Hinweisschilder zu achten.
- Nimm dir besonders für die Etagen mit islamischer Kunst ausreichend Zeit und haste nicht durch sie hindurch, um zu den europäischen Räumen zu gelangen. Die Tiefe dieser Sammlung ist es, was die Davids Samling von einem gewöhnlichen Kunsthandwerksmuseum unterscheidet.
- Im Museum gibt es kein Café. Bei gutem Wetter bieten sich die Sitzgelegenheiten rund um den nahe gelegenen Königsgarten an – eine praktische Pause zwischen diesem Museum und dem Rosenborg-Schloss.
- Alle Beschriftungen und Erklärungstexte in der Dauerausstellung sind auch auf Englisch verfügbar. Für einen selbstständigen Besuch braucht man keinen Audioguide.
Für wen ist The David Collection geeignet?
- Reisende mit besonderem Interesse an islamischer Kunstgeschichte und angewandter Kunst
- Besucher, die ruhige, entspannte Museumsbesuche dem Gedränge großer Institutionen vorziehen
- Budgetreisende: kostenloser Eintritt bedeutet ein hochwertiges Erlebnis zum Nulltarif
- Besucher an Regentagen oder bei schlechtem Wetter, die eine ruhige Alternative suchen
- Kunstgeschichtsstudenten oder alle, die sich für Kunsthandwerk aus verschiedenen Kulturen interessieren
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Indre By (Altstadt):
- Schloss Amalienborg
Amalienborg ist der offizielle Wohnsitz der dänischen Königsfamilie und eines der architektonisch stimmigsten Ensembles Kopenhagens. Vier nahezu identische Rokoko-Palais rahmen einen großzügigen achteckigen Platz ein, und das Amalienborg-Museum im Christian-VIII.-Palais ist für Besucher geöffnet. Die tägliche Wachablösung um 12 Uhr ist eine pünktliche, ruhige Zeremonie – es lohnt sich, den Besuch danach auszurichten.
- Der Schwarze Diamant
Der Schwarze Diamant ist der moderne Anbau der Königlichen Dänischen Bibliothek – verkleidet mit poliertem schwarzem Granit und dem Hafen auf Slotsholmen zugewandt. Der Eintritt ist frei, das Atrium ist wirklich beeindruckend, und das Gebäude erschließt sich umso mehr, je genauer man hinschaut.
- Botanischer Garten der Universität Kopenhagen
Direkt hinter dem Nørreport Bahnhof im Herzen der Stadt liegt der Botanische Garten der Universität Kopenhagen – ein 10 Hektar großes grünes Refugium mit einem viktorianischen Gewächshauskomplex, einem stillen See und rund 8.000 Pflanzenarten. Der Eintritt ins Freigelände ist kostenlos, was ihn zu einem der lohnendsten Stopps im Zentrum Kopenhagens macht.
- Schloss Christiansborg
Schloss Christiansborg liegt auf der Insel Slotsholmen im Herzen Kopenhagens und beherbergt gleichzeitig das dänische Parlament, den Obersten Gerichtshof, das Büro des Premierministers und die Königlichen Repräsentationsräume. Es gilt als einzigartiges Gebäude, das alle drei Staatsgewalten unter einem Dach vereint. Der 106 Meter hohe Turm bietet einen der besten kostenlosen Panoramablicke der Stadt.