Casa Rocca Piccola: Ein lebendiger Adelspalast in Valletta
Casa Rocca Piccola ist ein Adelspalast aus dem 16. Jahrhundert an der Republic Street in Valletta, der seit rund 350 Jahren im Besitz der Familie de Piro ist und noch heute bewohnt wird. Geführte Touren führen durch 50 möblierte Räume voller maltesischen Silbers, antiker Möbel, Spitzensammlungen und Gemälde – und hinunter in einen echten Zweiten-Weltkrieg-Luftschutzkeller, der unter dem Gebäude in den Fels gehauen wurde.
Fakten im Überblick
- Lage
- Republic Street 74, Valletta, Malta
- Anfahrt
- Valletta ist eine Fußgängerzone; ca. 10 Minuten zu Fuß vom Busbahnhof am City Gate
- Zeitbedarf
- 1 bis 1,5 Stunden
- Kosten
- Eintritt kostenpflichtig; Kinder unter 14 Jahren frei, Studentenrabatt verfügbar. Aktuelle Preise auf der offiziellen Website.
- Am besten für
- Geschichtsbegeisterte, Architekturliebhaber und alle, die neugierig auf das Leben des maltesischen Adels sind
- Offizielle Website
- casaroccapiccola.com

Was ist die Casa Rocca Piccola?
Casa Rocca Piccola ist einer der wenigen erhaltenen Adelspaläste aus dem 16. Jahrhundert in Valletta, der noch immer in Privatbesitz und gleichzeitig öffentlich zugänglich ist. Das Gebäude wurde ursprünglich für Admiral Don Pietro la Rocca errichtet, einen Ritter des Johanniterordens, der eine seltene päpstliche Sondergenehmigung erhielt, einen privaten Garten anlegen zu dürfen – daher der frühere Name „la casa con giardino". Die Adelsfamilie de Piro bewohnt den Palast seit rund 350 Jahren, und der heutige Marquis lebt noch immer in den oberen Stockwerken, während die unteren Etagen für Besucher geöffnet sind.
Diese ungewöhnliche Kombination – ein Haus, das wirklich bewohnt wird und kein museales Ausstellungsstück ist – verleiht Casa Rocca Piccola eine Atmosphäre, die staatliche Museen nicht replizieren können. Die Räume wirken benutzt. Porträtgalerien, für Anlässe gedeckte Esstische, die noch ganz frisch wirken, und über Jahrhunderte angehäufte persönliche Gegenstände schaffen eine Stimmung, die eher einem sehr alten Familienheim gleicht als einer Ausstellung.
💡 Lokaler Tipp
Buche deinen Tourbeginn am besten im Voraus, vor allem von April bis Oktober. Geführte Touren finden täglich von 10 bis 17 Uhr statt (letzter Einlass 16 Uhr). Der Slot um 10 Uhr ist der ruhigste, bevor Kreuzfahrtgruppen aus dem Grand Harbour eintreffen.
Ein Spaziergang durch 400 Jahre maltesischer Geschichte
Der Palast stammt aus den späten 1500er Jahren – er wurde also wenige Jahrzehnte nach der Gründung Vallettas im Jahr 1566 durch Großmeister Jean de Valette, nach der Großen Belagerung von 1565, erbaut. Die Johanniterritter schufen Valletta als befestigte Stadt, und der Adel, der sich hier niederließ, war verpflichtet, Häuser zu unterhalten, die seinem Rang entsprachen. Casa Rocca Piccola ist trotz des bescheidenen Wortes „piccola" (klein) im Namen alles andere als klein: Der Palast umfasst über 50 Räume auf mehreren Stockwerken.
Die Familie de Piro, die den Palast vor Jahrhunderten erwarb, sammelte Objekte, die heute wie eine komprimierte Geschichte des maltesischen Kunstgewerbes wirken. Besonders sehenswert ist das Silbergeschirr – einige Stücke tragen maltesische Hallmarks aus dem Barock – sowie die maltesische Spitze, so fein gearbeitet, dass sie traditionell Kirchengewändern und Adelsgarderobe vorbehalten war. Die Gemälde an den Wänden reichen von religiöser Ikonografie bis zur Familienporträtmalerei, und die Möbel verbinden europäischen Barock mit Stücken, die Maltas Stellung als Handelsknotenpunkt zwischen Nordafrika, Sizilien und dem europäischen Festland widerspiegeln.
Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Vallettas Adelsarchitektur in die größere Geschichte der Insel eingebettet ist, findet im Geschichtsführer der Malteserritter umfassende Informationen darüber, wie der Orden das Stadtbild geprägt hat, das man heute überall in Valletta sieht.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
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Der WWII-Luftschutzkeller: Die Kehrseite des Palastes
Unter den eleganten Empfangsräumen führt die Tour in eine ganz andere Geschichte hinab. Der unter Casa Rocca Piccola in den Fels gehauene Luftschutzkeller war der zweite seiner Art auf Malta und bot während des Zweiten Weltkriegs mehr als 100 Menschen Schutz. Malta erlebte zwischen 1940 und 1942 eines der intensivsten Bombardements des gesamten Krieges – Schutzräume wie dieser waren keine Vorsichtsmaßnahme, sondern eine Notwendigkeit.
Der Keller ist mit originalem Mobiliar, medizinischer Ausrüstung und persönlichen Gegenständen ausgestattet, die dem Raum eine Unmittelbarkeit verleihen, die Fotos nicht vermitteln können. Die Temperatur unter der Erde sinkt spürbar – eine stille Erinnerung daran, wie lange die Menschen unter diesen Bedingungen ausharren mussten. Der Kontrast zwischen den vergoldeten Räumen oben und den rohen Kalksteinpassagen unten macht diesen Besuch zu einem der eindringlichsten Kulturerlebnisse in Valletta.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Keller ist über schmale Treppen und unebene Felsbödenbereiche erreichbar. Besucher mit eingeschränkter Mobilität sollten die Zugänglichkeit vorab mit dem Palast klären, da einige Abschnitte schwer zu begehen sein können.
Wie sich das Erlebnis im Tagesverlauf verändert
Der Palast liegt an der Republic Street, Vallettas wichtigster Achse, auf der sich ab dem späteren Vormittag ein stetiger Besucherstrom in Richtung St. John's Co-Cathedral und Grand Master's Palace bewegt. Der Slot um 10 Uhr erwischt das Gebäude noch bevor der Andrang zunimmt, und das Licht im Innenhofgarten ist zu dieser Zeit weicher und fotografisch dankbarer.
Am frühen Nachmittag, besonders wenn Kreuzfahrtschiffe im Grand Harbour liegen, werden Vallettas Gassen deutlich voller, und Reisegruppen können sich am Palasteingang stauen. Wer ohne Reservierung kommt, findet beim Slot um 15 oder 16 Uhr oft noch Platz – und draußen lichten sich die Gassen, weil Tagesausflügler langsam abreisen. Der Garten, eine echte Seltenheit im dichtbebauten Valletta, fängt das Nachmittagslicht gut ein und lädt zu ein paar ruhigen Minuten nach der Tour ein.
Valletta lohnt es, langsam erkundet zu werden. Verbinde einen Vormittag in Casa Rocca Piccola mit einem Nachmittag in der St. John's Co-Cathedral, fünf Fußminuten die Republic Street entlang, oder geh direkt gegenüber zum Großmeisterpalast für eine zweite Schicht des Rittererbes.
Was du vor dem Besuch wissen solltest
Der Palast ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet (letzter Einlass 16 Uhr). Die Sonntagsöffnung kann variieren – prüfe das vor deinem Besuch auf der offiziellen Website. An Feiertagen können abweichende Öffnungszeiten gelten.
Valletta ist vollständig verkehrsberuhigt, daher ist die Anreise mit dem Auto unpraktisch. Der Hauptbusbahnhof liegt direkt außerhalb des City Gate am westlichen Stadteingang, von dort sind es rund 10 Minuten zu Fuß die Republic Street entlang bis zur Hausnummer 74. Von Sliema aus dauert die Fährüberfahrt nach Valletta (Anlegestelle Marsamxett) etwa 10 Minuten – von dort ist der Palast bequem zu Fuß erreichbar.
Fotografieren ist in den öffentlichen Bereichen des Palastes grundsätzlich erlaubt, aber frag deinen Guide, bevor du private Familienräume fotografierst. Der Garten ist besonders bei Fotografen beliebt: Grünflächen innerhalb von Vallettas eng bebauter Stadtstruktur sind eine echte Rarität. Das Licht ist morgens und noch einmal am späten Nachmittag am besten.
Wenn dieser Besuch Teil eines längeren Valletta-Tags ist, zeigt dir der Valletta-Aktivitätenführer, wie du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sinnvoll miteinander verbindest, ohne unnötige Umwege zu machen.
Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich der Besuch?
Casa Rocca Piccola ist nicht für jeden das Richtige. Wer vor allem nach großem Spektakel oder weitreichenden Ausblicken sucht, wird die Dimensionen hier eher intim als imposant empfinden. Die Räume sind reich ausgestattet, aber nicht auf dem monumentalen Niveau eines venezianischen Dogenpalastes oder einer königlichen Residenz in Madrid. Was der Palast stattdessen bietet, ist Spezifität: das über 350 Jahre angesammelte Leben einer echten Familie, erzählt durch Objekte, die nicht auf maximale Wirkung kuratiert, sondern schlicht aufbewahrt wurden.
Reisende mit echtem Interesse an Kunstgewerbe, Sozialgeschichte oder dem vielschichtigen Alltag des maltesischen Adels werden ihn fesselnd finden. Der Zweiter-Weltkrieg-Luftschutzkeller fügt eine Dimension hinzu, die den Besuch über antike Möbel hinaushebt und ins lebendige Gedächtnis führt. Für alle, die Valletta schon etwas kennen und die Kathedrale sowie die großen Paläste bereits gesehen haben, ist dies ein besonders lohnenswerter tieferer Einblick.
Wer nur wenig Zeit auf Malta hat und Strände, Freiluftarchäologie oder prähistorische Tempelstätten priorisiert, kann diesen Besuch berechtigterweise weiter nach hinten schieben. Auch sehr kleine Kinder könnten das raumbasierte, objektlastige Format eher zäh finden.
Wer einen Überblick braucht, wie man die Zeit auf den Inseln am besten einteilt, findet im Malta-3-Tage-Reiseplan einen praktischen Rahmen dafür.
Insider-Tipps
- Buche die Führung um 10 Uhr, wenn es noch ruhig ist. Ab 11:30 Uhr treffen häufig Kreuzfahrtgruppen ein, die das Besuchstempo deutlich verändern.
- Frag deinen Guide nach der Kostümsammlung. Eine wechselnde Auswahl historischer maltesischer Trachten wird ausgestellt und bekommt weniger Aufmerksamkeit als das Silber und die Möbel – dabei gehört sie zu den interessanteren Beständen des Palastes.
- Der Innenhofgarten ist klein, aber fotografisch sehr lohnend. Stell dich am Gartendurchgang auf und blicke zurück ins steinerne Innere – so bekommst du Grün und Barockarchitektur in einem einzigen Bild.
- Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt, und der Zweiter-Weltkrieg-Luftschutzkeller fesselt ältere Kinder echte: Die historischen Objekte und die unterirdische Atmosphäre sprechen sie mehr an als Zimmer voller Antiquitäten.
- Die Republic Street wird am frühen Nachmittag sehr voll. Wenn du deine Tour gegen 11:30 Uhr beendest, geh direkt zu den Upper Barrakka Gardens, bevor der Mittagsandrang dort einsetzt, und nimm auf dem Rückweg zum City Gate die ruhigere Merchants Street.
Für wen ist Casa Rocca Piccola geeignet?
- Geschichts- und Kunstgewerbebegeisterte, die intime, objektreiche Atmosphäre einem großen Spektakel vorziehen
- Paare, die einen ruhigen, kulturell gehaltvollem Vormittag in Valletta suchen
- Reisende mit besonderem Interesse an der Mittelmeergeschichte des Zweiten Weltkriegs und den zivilen Erlebnissen dieser Zeit
- Architekturliebhaber, die wissen möchten, wie barocke Adelshäuser als echte Wohnräume funktionierten
- Besucher auf ihrer zweiten oder dritten Maltareise, die die Hauptsehenswürdigkeiten bereits kennen und etwas Tiefgründigeres suchen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Valletta:
- Basilika Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel
Die Basilika Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel prägt Vallettas Skyline mit einer 42 Meter hohen ovalen Kuppel, die vom gesamten Marsamxett-Hafen aus zu sehen ist. Ursprünglich 1570 vom Architekten Vallettas selbst erbaut, im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört und über zwei Jahrzehnte wiederaufgebaut – hinter der ruhigen Fassade dieser Kirche steckt eine außergewöhnliche Geschichte.
- City Gate & Renzo Piano Parlament
Das City Gate und das Parlamentsgebäude bilden Vallettas architektonisch aufgeladensten Eingang. Von Renzo Piano entworfen und zwischen 2011 und 2015 fertiggestellt, ersetzte das Projekt ein unförmiges Stadttor aus den 1960ern und die Ruinen einer verfallenen Oper durch etwas wirklich Mutiges. Die öffentlichen Bereiche sind kostenlos und rund um die Uhr zugänglich.
- Fort St. Elmo & Nationales Kriegsmuseum
An der Spitze der Sciberras-Halbinsel gelegen, bewacht Fort St. Elmo seit über fünf Jahrhunderten Vallettas zwei Häfen. Im Inneren führt das Nationale Kriegsmuseum Besucher von der Bronzezeit bis zur WWII-Belagerung, die der Insel das George Cross einbrachte – mit Artefakten, die im Mittelmeerraum kaum anderswo zu finden sind.
- Großmeisterpalast & Staatsgemächer
Der Großmeisterpalast in Valletta war Machtzentrum der Johanniter, britischer Gouverneure und des maltesischen Parlaments. Die restaurierten Staatsgemächer und die legendäre Rüstkammer bieten heute eines der historisch reichhaltigsten Erlebnisse im gesamten Mittelmeerraum.