Wien im Ersten und Zweiten Weltkrieg: Geschichte, Orte & Gedenkstätten

Wien spielte in beiden Weltkriegen eine zentrale Rolle – zunächst als Hauptstadt des Habsburgerreichs, dann als Schauplatz des Anschlusses und der NS-Verfolgung. Dieser Guide zeigt die wichtigsten historischen Orte, Holocaust-Gedenkstätten und gibt praktische Tipps für deinen Besuch.

Das Wiener Holocaust-Mahnmal am Judenplatz – ein Betonquader mit eingravierten Buchrücken, umgeben von historischen Fassaden und dem alltäglichen Treiben auf dem Kopfsteinpflasterplatz.

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Kurzfassung

  • Wien war im Ersten Weltkrieg die imperiale Hauptstadt Österreich-Ungarns und 1938 Schauplatz des Anschlusses, als Nazi-Deutschland Österreich ohne nennenswerten Widerstand annektierte.
  • Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten rund 182.000 jüdische Menschen in Wien – etwa 65.000 von ihnen wurden im Holocaust ermordet. Heute erinnern zahlreiche Gedenkstätten im ganzen Stadtgebiet an sie.
  • Die großen Außendenkmäler (Judenplatz, Albertinaplatz, Morzinplatz, Namensmauer) sind kostenlos und ganzjährig zugänglich. Das Heeresgeschichtliche Museum ist der wichtigste Indoor-Ort für die Geschichte des Ersten Weltkriegs.
  • Österreichs Nachkriegsidentität war kompliziert: Jahrzehntelang wurde das Land offiziell als „Opfer” des Nationalsozialismus dargestellt, obwohl viele Österreicher aktiv an NS-Verbrechen beteiligt waren. Die heutigen Museen thematisieren das direkt.
  • Plane mindestens einen halben Tag für den Gedenkstättenrundgang im 1. und 9. Bezirk ein; ein ganzer Tag reicht für das Heeresgeschichtliche Museum und die weiter entfernten Orte.

Wiens Rolle im Ersten Weltkrieg: Imperiale Hauptstadt in der Krise

Weitläufige Ansicht des Wiener Hofburg Palastes mit grüner Kupferkuppel und verzierter Fassade unter blauem Himmel.
Photo Ekam Juneja

1914 war Wien die weitläufige Hauptstadt des Habsburgerreichs, einer Doppelmonarchie mit rund 50 Millionen Menschen, die sich von Böhmen bis auf den Balkan erstreckte. Das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo am 28. Juni 1914 löste eine Kettenreaktion aus, die das Reich vollständig zerstörte. Wiens politische Elite stellte von der Hofburg aus das Ultimatum an Serbien, das den Krieg auslöste – die Stadt war damit in einem sehr direkten Sinn der Ort, an dem der erste Dominostein fiel.

Wer sich für die Geschichte des Ersten Weltkriegs interessiert, sollte im Heeresgeschichtliches Museum im 3. Bezirk beginnen. Dort befindet sich eines der bedeutendsten Artefakte des Ersten Weltkriegs überhaupt: der originale offene Tourenwagen Graf & Stift von 1910, in dem Franz Ferdinand und seine Frau Sophie erschossen wurden. Auch die blutverschmierte Uniform des Erzherzogs ist ausgestellt. Die WWI-Abteilung des Museums beleuchtet Österreichs vierjährigen Feldzug in aller Ausführlichkeit – von der Ostfront über den Italienfeldzug bis zum katastrophalen Zusammenbruch 1918, der das Reich auflöste.

ℹ️ Gut zu wissen

Das Heeresgeschichtliche Museum gehört zu Wiens meistunterschätzten Großmuseen – unter anderem, weil es abseits der üblichen Touristenrouten im Arsenal liegt, rund 2 km südlich der Ringstraße. Nimm die Straßenbahn D oder die 18 bis Südbahnhof/Belvedere und geh dann 10 Minuten zu Fuß. Der Eintritt ist günstig im Vergleich zu den meisten Wiener Museen; aktuelle Preise am besten direkt auf der Website des Museums nachsehen.

Das Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 bedeutete für Wien nicht nur eine militärische Niederlage – es war ein existenzieller Zusammenbruch. Quasi über Nacht war die Stadt nicht mehr Zentrum eines kontinentalen Imperiums, sondern überproportional große Hauptstadt einer kleinen Binnenrepublik. Die Bevölkerungszahl sank deutlich, die Zwischenkriegszeit war geprägt von politischer Gewalt zwischen sozialistischen und konservativen Lagern, wirtschaftlicher Instabilität und schließlich der autoritären Herrschaft von Engelbert Dollfuss ab 1933. Wer diesen Weg nachvollzieht, versteht den Anschluss von 1938 viel besser: Österreich war in diesem Moment bereits geschwächt.

Anschluss und NS-Besatzung: Was in Wien geschah

Reiterstandbild auf dem Heldenplatz in Wien, Ort wo sich Menschenmengen während der nationalsozialistischen Annexion 1938 versammelten
Photo Czapp Árpád

Am 13. März 1938 annektierte Nazi-Deutschland Österreich in dem Ereignis, das als Anschluss bekannt wurde. Adolf Hitler – selbst in Österreich geboren – zog vor riesigen Menschenmassen auf dem Heldenplatz in Wien ein. Dieses historische Bild beschäftigte Österreich jahrzehntelang. Die Annexion erfolgte ohne nennenswerten militärischen Widerstand, und viele Wienerinnen und Wiener begrüßten sie offen. Österreich hörte auf, ein souveräner Staat zu sein, und wurde zunächst in „Ostmark”, dann in „Donau- und Alpenreichsgaue” umbenannt.

Die Folgen für Wiens jüdische Bevölkerung waren unmittelbar und katastrophal. Vor dem Anschluss lebten in Wien rund 182.000 Jüdinnen und Juden – die drittgrößte jüdische Gemeinde Europas. Innerhalb weniger Tage nach der Annexion begann die systematische Verfolgung: Zwangsemigration, Enteignungen, öffentliche Demütigungen und Gewalt. Rund 136.000 Jüdinnen und Juden gelang die Flucht, bevor die Grenzen schlossen. Von denen, die blieben, wurden etwa 65.000 im Holocaust ermordet. 1945 überlebten nur noch wenige hundert jüdische Bewohnerinnen und Bewohner in der Stadt.

⚠️ Besser meiden

Jahrelang pflegte Österreich nach dem Krieg das offizielle Narrativ, das erste Opfer Nazi-Deutschlands gewesen zu sein. Dieses Bild war nicht vollständig falsch – Österreich wurde tatsächlich annektiert –, verdeckte aber die weitverbreitete Beteiligung vieler Österreicher an NS-Verbrechen. Die Waldheim-Affäre von 1986, als die Kriegsvergangenheit des Präsidentschaftskandidaten Kurt Waldheim als Wehrmacht-Offizier ans Licht kam, erzwang eine nationale Auseinandersetzung. Wer heute Wiens Gedenkstätten und Museen besucht, wird feststellen, dass die österreichische Mitschuld dort offen angesprochen wird. Erwarte kein einfaches Opfernarrativ.

Die Holocaust-Gedenkstätten: Was besuchen und wo

Holocaust-Mahnmal am Wiener Judenplatz, eine Betonwürfelstruktur, umgeben von historischen Gebäuden und Kopfsteinpflaster.
Photo Martin Moorland

Wien hat in den letzten drei Jahrzehnten erheblich in die Holocaust-Erinnerungskultur investiert. Die Gedenkstätten verteilen sich jedoch über mehrere Bezirke, anstatt an einem Ort konzentriert zu sein. Der zentrale Gedenkstättenrundgang im 1. Bezirk – alle Orte fußläufig voneinander entfernt – dauert in ruhigem Tempo etwa zwei Stunden.

  • Judenplatz-Mahnmal (Namenlose Bibliothek) Das architektonisch eindrucksvollste Denkmal Wiens. Entworfen von der britischen Bildhauerin Rachel Whiteread und im Jahr 2000 enthüllt, hat es die Form einer umgekehrten Bibliothek – Regale mit unlesbaren Büchern, in Beton gegossen, als Symbol für die jüdische Geistestradition und das Verstummen jener 65.000 Leben. Das Mahnmal steht auf dem Judenplatz im 1. Bezirk, über den Ausgrabungen einer mittelalterlichen Synagoge, die im angrenzenden Judenplatz Museum besichtigt werden können. Von außen kostenlos; für das Museum wird Eintritt verlangt.
  • Mahnmal gegen Krieg und Faschismus (Albertinaplatz) Eine Gruppe figurativer Skulpturen von Alfred Hrdlicka auf dem Albertinaplatz, direkt hinter der Wiener Staatsoper. 1988 zum 50. Jahrestag des Anschlusses enthüllt, zeigt das Ensemble unter anderem die bewusst verstörende Figur eines jüdischen Mannes beim Straßenschrubben – ein Verweis auf die öffentlichen Demütigungen unmittelbar nach der Annexion. Das Mahnmal ist provokativ konzipiert und gelegentlich umstritten. Kostenlos, rund um die Uhr zugänglich.
  • Namensmauer (Shoah-Namensmauer Wien) Eine elliptische Installation aus dunklen Steinplatten nahe dem Otto-Wagner-Platz im 9. Bezirk. Auf ihr sind die Namen von rund 66.000 österreichisch-jüdischen Holocaust-Opfern verzeichnet, jeweils mit Geburtsjahr und Todesjahr. 2021 eröffnet, ist sie das jüngste der großen Denkmäler – und das emotional unmittelbarste. Nächste U-Bahn-Station: Schottentor (U2), dann eine Station mit der Tram 43 oder 44 bis Otto-Wagner-Platz. Kostenlos, jederzeit zugänglich.
  • Morzinplatz-Denkmal (Niemals Vergessen) Ein Bronze-Granit-Denkmal am Morzinplatz im 1. Bezirk, das an den früheren Standort des Hotels Metropole erinnert, das von 1938 bis 1945 als Gestapo-Hauptquartier diente. Tausende Menschen wurden hier verhört, gefoltert und deportiert. Das Denkmal ist vergleichsweise schlicht, die Geschichte des Ortes jedoch bedeutsam. Mit der U1 oder U4 bis Schwedenplatz fahren, dann am Franz-Josefs-Kai entlanggehen.
  • Denkmal für die Opfer der NS-Militärjustiz (Ballhausplatz) Nahe der Bundeskanzlei am Ballhausplatz im 1. Bezirk erinnert dieses Denkmal an Soldaten, die wegen Desertion, Widerstand oder der Weigerung, verbrecherische Befehle auszuführen, hingerichtet wurden. Es wird weniger besucht, ist aber historisch bedeutsam – denn das Schicksal der Wehrmacht-Angehörigen, die Widerstand leisteten, wird oft übergangen.

✨ Profi-Tipp

Wer einen gezielten halben Tag für die Holocaust-Gedenkstätten plant, beginnt am Judenplatz (mit dem angrenzenden Museum), geht in 10 Minuten zum Albertinaplatz und nimmt dann die U1 oder U4 vom Stephansplatz zum Schwedenplatz für den Morzinplatz. Die Namensmauer im 9. Bezirk erfordert einen separaten Ausflug – kombiniere ihn gut mit einem Besuch im Sigmund-Freud-Museum, das ganz in der Nähe in der Berggasse 19 liegt.

Über die Gedenkstätten hinaus: Weitere bedeutende Orte des Zweiten Weltkriegs

Straßenansicht des Jüdischen Museums Wien in der Dorotheergasse mit Fußgängern und einer verzierten Gebäudefassade im Nachmittagslicht.
Photo Vladimir Srajber

Wiens Geschichte im Zweiten Weltkrieg geht weit über die offiziellen Gedenkstätten hinaus. Das Jüdische Museum Wien in der Dorotheergasse (1. Bezirk) behandelt sowohl die jüdische Gemeinschaft der Vorkriegszeit als auch den Holocaust ausführlich – mit Wechselausstellungen und einer Dauersammlung. Es ist der beste Ort, um ein tieferes Verständnis zu gewinnen, wenn dir ein Spaziergang an den Denkmälern nicht reicht.

Der Ort Am Spiegelgrund im 14. Bezirk (Steinhof-Gelände) ist ein dunkleres Kapitel. Während der NS-Zeit wurde diese Kinder-Psychiatrie zu einem Ort des T4-Euthanasieprogramms, in dem Kinder mit Behinderungen unter dem Deckmantel der „Gnadentötung” ermordet wurden. Eine Gedenkstätte und ein Dokumentationszentrum sind dort vorhanden, allerdings erfordert der Besuch eine längere Anreise vom Stadtzentrum. Kein typischer Touristenstopp – aber unverzichtbar für alle, die das volle Ausmaß der NS-Verbrechen in Österreich verstehen wollen.

Auch der Judenplatz lohnt sich für eine ruhigere Erkundung. Unter dem Platz liegen die Ausgrabungsreste einer mittelalterlichen Synagoge, die 1421 beim Massaker an Wiens jüdischer Gemeinde zerstört wurde – eine Erinnerung daran, dass der Antisemitismus in Wien weit vor der NS-Zeit zurückreicht. Das unterirdische Museum verbindet diese mittelalterliche Geschichte mit dem 20. Jahrhundert auf eine Weise, die echten Erkenntnisgewinn bringt.

Praktische Hinweise: Anreise, Timing und was dich erwartet

Alle großen Außendenkmäler sind kostenlos und ohne Voranmeldung zugänglich. Sie sind ganzjährig offen, allerdings sind die Tage zwischen Dezember und Februar kurz – plane deine Route entsprechend, wenn du die Orte fotografieren oder die Inschriften lesen möchtest. Besonders die Namensmauer kommt bei Tageslicht am besten zur Geltung; die eingravierenden Texte sind bei schlechtem Licht schwer lesbar.

  • Praktische Kleidung: Der Gedenkstättenrundgang bedeutet viel Laufen auf Kopfsteinpflaster durch mehrere Bezirke.
  • Das Heeresgeschichtliche Museum ist an manchen Feiertagen geschlossen – aktuelle Öffnungszeiten vor dem Besuch auf der offiziellen Website prüfen.
  • Das Jüdische Museum Wien und das Judenplatz Museum bieten ein Kombiticket an, das sich lohnt, wenn du beide besuchen möchtest.
  • Audioguides und englischsprachige Führungen sind in den wichtigsten Museen verfügbar; die Außendenkmäler haben Informationstafeln auf Deutsch und Englisch.
  • Die Wiener Öffis (U-Bahn, Straßenbahn, Bus) verbinden alle Orte gut miteinander. Eine 24- oder 48-Stunden-Netzkarte ist sinnvoll, wenn du alles an einem Tag kombinieren willst.
  • Geführte historische Stadtrundgänge speziell zur NS-Geschichte Wiens und den Holocaust-Gedenkstätten werden ganzjährig von mehreren lokalen Anbietern angeboten. Für Kleingruppen – vor allem im Sommer – empfiehlt sich eine Voranmeldung.

Für den größeren Zusammenhang der imperialen Wiener Geschichte, die beiden Kriegen vorausging, bietet der Wien Habsburg- und Kaisergeschichte Guide wichtige Hintergrundinformationen darüber, wie das Habsburgerreich funktionierte und warum sein Zusammenbruch nach dem Ersten Weltkrieg den Boden für das Folgende bereitete. Er macht die Geschichte des Zweiten Weltkriegs deutlich verständlicher.

💡 Lokaler Tipp

September und Oktober sind wohl die besten Monate für diese Art von Geschichtsrundgang. Die Touristenmassen lichten sich nach dem Sommer, das Licht ist bis in den frühen Abend gut, und die Temperaturen sind angenehm für längere Spaziergänge. Der Frühling (April bis Mai) ist genauso geeignet. Ende Juli und August meiden, wenn du die Gedenkstätten in Ruhe erleben möchtest – im 1. Bezirk ist dann Hochsaison.

Historischer Hintergrund: Die komplizierte Wahrheit über Österreich und den Krieg

Österreichs Selbstdarstellung nach dem Krieg als „erstes Opfer der NS-Aggression” wurde in der Moskauer Deklaration von 1943 verankert, in der die Alliierten Österreich als von Deutschland „besetztes” Land beschrieben. Diese Lesart war für den Aufbau einer österreichischen Nachkriegsidentität nach 1945 strategisch günstig – und enthielt einen Kern Wahrheit: Österreich wurde tatsächlich gegen das Völkerrecht annektiert. Die volle Souveränität wurde erst 1955 mit dem Österreichischen Staatsvertrag wiederhergestellt, unter der Bedingung dauerhafter Neutralität.

Das Opfernarrativ verdeckte jedoch unbequeme Fakten. Österreicher stellten einen unverhältnismäßig hohen Anteil führender NS-Funktionäre, darunter Ernst Kaltenbrunner (Chef des Reichssicherheitshauptamts), Odilo Globocnik (der die Aktion Reinhard zur Ermordung der polnischen Juden leitete) und Arthur Seyss-Inquart (Reichskommissar für die besetzten Niederlande). Die Begeisterung, mit der große Menschenmassen Hitler im März 1938 auf dem Heldenplatz begrüßten, war real – kein inszeniertes Spektakel. Die modernen Wiener Gedenkstätten und Museen gehen ehrlich mit dieser Geschichte um, was beim Besuch ausdrücklich erwähnenswert ist.

Wer sich vor oder nach dem Besuch der Kriegsgedenkstätten einen Überblick über die historische Landschaft des 1. Bezirks verschaffen möchte, findet im Innere Stadt Spaziergang Guide nützliche Informationen zur Geographie des Bezirks und den wichtigsten Straßen – hilfreich für die Navigation zwischen den Gedenkstätten, der Hofburg und dem Heldenplatz.

Häufige Fragen

Kostet der Besuch der Holocaust-Gedenkstätten in Wien Eintritt?

Nein. Alle großen Außendenkmäler – das Judenplatz-Mahnmal, das Mahnmal gegen Krieg und Faschismus, die Namensmauer und das Morzinplatz-Denkmal – sind kostenlos und jederzeit zugänglich. Das Judenplatz Museum (unterirdische Ausgrabung) und das Jüdische Museum Wien sind kostenpflichtig; sie bieten ein Kombiticket an. Auch das Heeresgeschichtliche Museum verlangt Eintritt – aktuelle Preise auf der offiziellen Website prüfen.

Wie viel Zeit brauche ich für Wiens wichtigste Gedenkstätten des Zweiten Weltkriegs?

Der zentrale Gedenkstättenrundgang (Judenplatz, Albertinaplatz, Morzinplatz) dauert in ruhigem Tempo etwa 2 bis 3 Stunden, inklusive Zeit zum Lesen der Inschriften und einem Besuch des Judenplatz Museums. Die Namensmauer im 9. Bezirk kommt noch mit rund 30 bis 45 Minuten Fahrt- und Besuchszeit dazu. Das Heeresgeschichtliche Museum braucht allein mindestens 2 Stunden. Ein ganzer Tag reicht für alles; ein halber Tag deckt den Gedenkstättenrundgang im 1. Bezirk ab.

Was war der Anschluss, und warum ist er so wichtig für Wiens WWII-Geschichte?

Der Anschluss bezeichnet die Eingliederung Österreichs in das nationalsozialistische Deutschland am 13. März 1938. Mit ihm endete die österreichische Souveränität, und Wiens jüdische Bevölkerung unterlag sofort den NS-Rassegesetzen. Der Anschluss erklärt, warum die Verfolgung der Wiener Jüdinnen und Juden so schnell und systematisch ablief – der NS-Apparat wurde unmittelbar auf Wien übertragen. Österreich blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 Teil des Deutschen Reichs.

Gibt es geführte Touren zur NS- und Holocaust-Geschichte Wiens?

Ja. Mehrere Anbieter führen geführte Spaziergänge speziell zur NS-Zeit in Wien, zur Geschichte des Nationalsozialismus und zu Holocaust-Gedenkstätten durch. Diese dauern in der Regel 2 bis 3 Stunden und werden auf Englisch angeboten. Eine Voranmeldung ist empfehlenswert, vor allem in der Hochsaison von Juni bis August. Aktuelle Angebote findest du beim Wien Tourismus oder auf Plattformen wie GetYourGuide und Viator – Anbieter und Verfügbarkeit können sich ändern.

Gibt es in Wien Orte, die über das Heeresgeschichtliche Museum hinaus an den Ersten Weltkrieg erinnern?

Der Erste Weltkrieg ist in Wien weniger sichtbar verewigt als der Zweite, aber der Kontext ist überall spürbar. Die Hofburg war der Sitz des Imperiums, das den Krieg auslöste; der Heldenplatz davor trägt Reiterstandbilder von Erzherzog Karl und Prinz Eugen. Auf dem Zentralfriedhof liegen viele Persönlichkeiten aus der Kaiserzeit begraben. Die Ringstraßenarchitektur entstand größtenteils in der imperialen Ära vor dem Ersten Weltkrieg. Für konkrete Artefakte aus dem Ersten Weltkrieg bleibt das Heeresgeschichtliche Museum die erste Adresse.

Zugehöriges Reiseziel:vienna

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