Xlendi Bay, Gozo: Die fjordartige Bucht, die die Reise wert ist

Die Xlendi Bay ist eine schmale, von Klippen gesäumte Bucht an Gozos Südwestküste, wo Kalkstein auf tiefes Türkisblau trifft. Der Eintritt ist frei, die Geschichte reich – und die Bucht zieht Taucher, Schwimmer und alle an, die echtes gozitanisches Flair suchen, ohne den Massen der maltesischen Hauptinsel zu begegnen.

Fakten im Überblick

Lage
Xlendi, Insel Gozo, Malta
Anfahrt
Buslinien 301/303 ab Victoria (Rabat), Gozo; Taxi oder Auto über die Straßen durch Munxar/Kerċem
Zeitbedarf
2–4 Stunden für die Bucht; ein halber Tag, wenn du den Klippenweg zum Wardija Point wanderst
Kosten
Freier Zugang
Am besten für
Taucher, Schnorchler, Wanderer und alle, die echte gozitanische Atmosphäre suchen
Sonnenuntergang über der Xlendi Bay mit ruhigem türkisfarbenem Wasser, kleinen Booten und dramatischen Kalksteinklippen, die die schmale Bucht einrahmen.

Was für ein Ort ist die Xlendi Bay?

Die Xlendi Bay (Maltesisch: Bajja ta' Xlendi) ist kein Strand im üblichen Sinne. Kein breiter Sandstreifen, keine Strandbar mit lauter Musik, keine Reihen von Sonnenliegen, die sich endlos in die Ferne ziehen. Stattdessen erwartet dich eine kompakte, fjordartige Bucht, die in Gozos südwestliche Kalksteinküste eingeschnitten ist – flankiert von bis zu 105 Meter hohen Klippen und gesäumt von einer kleinen Ansammlung aus Cafés, Restaurants und Appartementblöcken, die über Jahrzehnte gewachsen sind, ohne das Panorama vollständig zu dominieren.

Die Bucht ist annähernd symmetrisch: Auf beiden Seiten steigen die Klippen steil an, das Wasser wechselt von hellem Aquamarin an den Rändern zu einem tiefen Tintenblau in der Mitte, und die gesamte Szenerie wird am Eingang der Bucht von der gedrungenen Silhouette des Xlendi Tower verankert. Für Reisende, die die offensichtlichen Sehenswürdigkeiten der maltesischen Hauptinsel bereits abgehakt haben, bietet Xlendi eine andere Qualität: ruhiger, geologisch beeindruckender und mit echter historischer Substanz.

ℹ️ Gut zu wissen

Der Name Xlendi leitet sich von einem byzantinischen Schiff namens Shilandi ab, das in der Nähe der Bucht versank. Die Bucht war schon lange vor dem Bau des Turms ein geschützter Ankerplatz, und die in ihren Gewässern geborgenen Artefakte sind über 2.300 Jahre alt.

Das Wasser, der Fels und der Turm

Das Ufer von Xlendi ist überwiegend felsig und kieselig, mit flachen Kalksteinplatten, die als natürliche Plattformen zum Sonnenbaden und zum Einstieg ins Wasser dienen. An mehreren Stellen ermöglichen in den Fels eingelassene Metallleitern einen sicheren Abstieg ins Meer. An ruhigen Tagen ist die Wasserklarheit außergewöhnlich: Wenn man sich zur Mitte der Bucht bewegt, kann man den Boden unter sich in die Tiefe abfallen sehen, und schon von der Oberfläche aus sind kleine Fische in Felsnähe zu erkennen.

Der Xlendi Tower steht an der südwestlichen Spitze des Buchteneingangs und ragt auf einem niedrigen Vorgebirge ins Wasser hinaus. Er wurde 1650 unter Großmeister Juan de Lascaris-Castellar errichtet – die Johanniter bauten ihn als Küstenwachturm zum Schutz vor osmanischen Überfallschiffen, die im 17. Jahrhundert eine ständige Bedrohung für den maltesischen Archipel darstellten. Der Turm ist kompakt und funktional gestaltet, typisch für die Küstenverteidigungsarchitektur, die die Ritter damals über Malta und Gozo verteilt anlegten.

Der Turm lohnt den Spaziergang, auch wenn man nicht hineinkann, denn der Weg entlang des Fußes der Westklippe bietet einen ungehinderten Blick zurück über die gesamte Bucht. Wer mehr Hintergrund zum militärischen Netzwerk der Ritter auf diesen Inseln sucht, findet im Geschichtsführer der Malteserritter nützliche Hintergrundinformationen, die Orte wie diesen weit mehr als bloße Sehenswürdigkeit erscheinen lassen.

Tickets & Führungen

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  • City Sightseeing hop-on hop-off bus tour of Gozo

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Xlendi unter Wasser: Tauchen und der Archäologiepark

Unter der Wasseroberfläche hat die Xlendi Bay einen Status, den nur wenige Freizeitbadeorte vorweisen können. 1993 wurden die Gewässer als Unterwasser-Archäologiepark ausgewiesen, der rund 67.000 Quadratmeter umfasst und Tiefen von bis zu 105 Metern erreicht. Die hier geborgenen Artefakte umspannen rund 2.300 Jahre Seefahrtsgeschichte – von antiken Tonwaren und Amphoren bis hin zu Ankern und Schiffsresten von Fahrzeugen, die in der Bucht im Laufe der Jahrhunderte Zuflucht – manchmal eine fatale – gesucht hatten.

Ein in den 1960er Jahren in Buchtnähe entdecktes Schiffswrack gehört zu den beliebtesten Freizeittauchplätzen Gozos. Die Sichtweite ist in den Sommermonaten in der Regel gut, und die Kombination aus Wandtauchen an den Kliffwänden, dem Wrack selbst und der Meeresfauna – darunter Tintenfisch, Zackenbarsch und Brasse – macht den Platz sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Techniktaucher, die die tieferen Abschnitte erkunden, wirklich reizvoll. Mehrere Tauchzentren betreiben ihre Basis direkt in der Bucht oder sind in kurzer Fahrtzeit erreichbar.

Wenn Tauchen ein zentraler Bestandteil deines Gozo-Programms ist, gibt der Malta-Tauchführer einen umfassenderen Überblick über Tauchstandorte auf beiden Inseln – einschließlich eines Vergleichs von Xlendi mit Standorten wie Dwejra an Gozos Westküste.

💡 Lokaler Tipp

Auch Schnorchler ohne Tauchschein kommen auf ihre Kosten – direkt an den Felswänden auf der östlichen Seite der Bucht. Die Felsen schützen das Wasser hier vor Wellen, und die flache Riffzone bietet genug Meeresleben, damit Maske und Flossen eine sinnvolle Ergänzung im Gepäck sind.

Wie sich die Xlendi Bay im Tagesverlauf verändert

Die Xlendi Bay vor 9 Uhr morgens im Sommer ist ein spürbar anderer Ort als die Mittagsversion. Das Licht fällt in breiten Bahnen über die östliche Klippe und trifft das Wasser in einem Winkel, der es fast leuchtend erscheinen lässt. Manchmal arbeiten Einheimische am kleinen Kai, die Restaurants haben noch nicht geöffnet. In dieser Stunde ist die Bucht still genug, um das Wasser am Kalkstein zu hören – ein gleichmäßiges Rauschen, das von den Kliffwänden beiderseits verstärkt wird. Es riecht nach Salz und warmem Stein.

Gegen späten Vormittag im Juli und August füllt sich die Bucht stetig. Tagesausflügler aus Victoria und zunehmend auch Besucher, die mit der Gozo-Fähre von Malta übergesetzt sind, kommen in Gruppen. Die flachen Felsen am Wasser werden besetzt, die Restaurants füllen ihre Terrassentische, und der Parkplatz am oberen Ende des Dorfes ist verhältnismäßig schnell voll. Zu dieser Zeit starten auch Bootstouren vom Kai aus – kurze Ausflüge entlang der Klippen zum Wardija Point.

Der späte Nachmittag, ab etwa 16 Uhr, ist das zweite gute Zeitfenster. Viele Tagesbesucher reisen ab, die direkte Sonne liegt nicht mehr auf dem Wasser, und die Klippen werfen lange Schatten auf das westliche Ufer. Am schönsten sind die Restaurants am frühen Abend: frischer Fisch – in der Saison vor allem Brasse und Lampuki – serviert an Außentischen mit dem Rauschen des Wassers im Hintergrund. Den Sonnenuntergang vom Weg oberhalb der östlichen Klippe aus sollte man sich nicht entgehen lassen.

⚠️ Besser meiden

Im Juli und August sind die Parkplätze in Xlendi äußerst begrenzt. Wenn du mit dem Auto kommst, solltest du vor 9 Uhr oder nach 16 Uhr ankommen. Die Busse ab Victoria fahren regelmäßig und halten in kurzer Gehweite zur Bucht – an Hochsaisontagen ist das die deutlich praktischere Option.

Der Klippenweg zum Wardija Point

Der Küstenabschnitt westlich der Xlendi Bay in Richtung Wardija Point gehört zu den lohnendsten kurzen Wanderungen auf Gozo. Die Klippen in diesem Bereich erreichen Höhen von rund 105 Metern und sind Teil eines 32 Hektar großen Gebiets, das als Important Bird Area ausgewiesen ist – besonders bedeutsam während des Frühjahrs- und Herbstzugs. Der Weg ist stellenweise nicht formal markiert und führt über unebenes Gelände; geeignetes Schuhwerk ist daher Pflicht.

Vom Klippenrand aus ist der Blick nach Süden über das offene Mittelmeer uneingeschränkt, und die Kliffwand selbst zeigt Gozos geschichtete Kalksteingeologie im Querschnitt: oben Korallenkalkstein, unten Globigerinakalkstein – letzterer ist der warm-goldene Stein, der den Dorfkirchen und Bauernhäusern Gozos ihre charakteristische Farbe verleiht. An klaren Tagen sieht man im Osten die maltesische Küste, und bei außergewöhnlicher Sicht sogar die sizilianische Küste im Norden.

Der Weg zum Wardija Point und zurück umfasst etwa 3 Kilometer einfache Strecke. Bring Wasser mit, denn unterwegs gibt es keinerlei Versorgung. Wer generell mehr an Küstenwanderungen interessiert ist: Die Dingli-Klippen auf Maltas Hauptinsel bieten ein vergleichbares Klippen-Erlebnis, obwohl beide Orte einen sehr unterschiedlichen Charakter haben.

Anreise und praktische Infos

Um nach Xlendi zu gelangen, muss man zunächst nach Gozo. Die Hauptroute ist die Gozo-Fähre ab Cirkewwa an Maltas Nordküste – eine kurze Überfahrt von rund 25 Minuten, die tagsüber häufig verkehrt. Vom Gozo-Fährterminal in Mgarr aus ist Victoria (auch Rabat genannt, Gozos Hauptstadt) der zentrale Verkehrsknotenpunkt; von dort verbinden die Buslinien 301 und 303 Victoria mit Xlendi. Die Fahrt dauert unter 20 Minuten. Taxis und Mietwagen sind sowohl in Mgarr als auch in Victoria für alle verfügbar, die mehr Flexibilität bevorzugen.

Xlendi liegt in bequemer Reichweite mehrerer bedeutender Gozo-Sehenswürdigkeiten. Die Zitadelle in Victoria ist eine naheliegende Kombination, ebenso ein Besuch der Ggantija-Tempel, eines der ältesten freistehenden Bauwerke der Welt, in der Nähe von Xaghra auf der anderen Seite der Insel. Wer einen ganzen Tag auf Gozo plant, für den funktioniert Xlendi gut als Nachmittagsziel nach einem Vormittag mit Ausflügen ins Landesinnere.

Die Bucht selbst ist rund um die Uhr frei zugänglich. Das felsige Ufer ist nicht für Rollstuhlfahrer oder Besucher mit eingeschränkter Mobilität geeignet: Der Weg vom Dorf zum Wasser führt über Stufen und unebene Steinflächen, und es gibt keinen flachen Strandzugang. Der Klippenweg zum Wardija Point ist ebenfalls nicht für Personen geeignet, die auf ebene, gepflasterte Wege angewiesen sind.

Wer einen Rahmen für einen Tages- oder Mehrtagesausflug auf Gozo sucht: Der Gozo-Reiseführer stellt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel vor und erklärt, wie sie sich logistisch miteinander verbinden lassen.

Wer seine Erwartungen besser anpassen sollte

Wer einen klassischen Mittelmeerstrand mit Sand und flachem Wasser zum Plantschen erwartet, wird enttäuscht sein. Hier gibt es keinen Sandboden, keine sanfte Neigung ins Meer, in der Kinder ohne Aufsicht sicher waten könnten. Das Wasser wird schnell tief, der Einstieg erfolgt über Leitern oder Felsvorsprünge, und die Strömung kann am Buchteingang bei Wellengang unberechenbar sein.

Im Hochsommer kann das kleine Dorf Xlendi im Verhältnis zu seiner Größe überfüllt wirken: die einzige Hauptstraße hinunter zum Wasser, das begrenzte Parkangebot und die Konzentration der Restaurants auf einer kurzen Promenade – all das drängt viel Betrieb auf engem Raum zusammen. Wer echte Ruhe sucht, für den ist die Nebensaison – konkret Oktober bis Anfang Juni – die authentischere Version dessen, was der Ort verspricht.

Insider-Tipps

  • Auf dem östlichen Klippenweg oberhalb der Bucht gibt es einen nicht ausgeschilderten Aussichtspunkt, etwa 10 Gehminuten vom Dorf entfernt, der den besten Blick von oben aufs Wasser bietet. Geh am letzten Wohnblock auf der linken Seite vorbei, folge dem unbefestigten Weg bergauf und dreh dich zur Bucht um, wenn der Pfad flach wird.
  • Die Restaurants direkt am Wasser sind nicht automatisch das beste Preis-Leistungs-Angebot. Die etwas weiter von der Promenade zurückgesetzten Lokale haben oft günstigere Preise und genauso guten frischen Fisch. Frag ruhig, was morgens gefangen wurde, bevor du bestellst.
  • Der beste Fotostandort, um die gesamte Bucht mit dem Xlendi Tower im Bild zu haben, ist die östliche Klippe – etwa 40 Meter über dem Meeresspiegel – in den zwei Stunden vor Sonnenuntergang, wenn das Licht direkt auf die westliche Seite des Turms fällt.
  • Wenn du tauchst oder schnorchelst: Die westliche Seite der Bucht, näher am Turm, hat stärkere Strömung als die östliche. Anfänger und Schnorchler sind auf den östlichen Felsen besser aufgehoben.
  • Ab Mitte Oktober ist die Bucht deutlich ruhiger. Das Wasser bleibt bis in den November hinein badetauglich, und das Dorf kehrt zu einem Tempo zurück, das viel besser zeigt, wie das echte gozitanische Leben aussieht.

Für wen ist Xlendi Bay geeignet?

  • Taucher und Schnorchler, die anspruchsvolles Unterwassergelände suchen, ohne den Komfort eines organisierten Resorts zu benötigen
  • Wanderer, die eine kurze, aber wirklich beeindruckende Küstenroute entlang der Klippen zum Wardija Point machen wollen
  • Reisende, die sich für die Epoche der Malteserritter interessieren und Verteidigungsarchitektur in einem unberührten Küstenumfeld erleben möchten
  • Fotografen, die nach markanten Landschaftsaufnahmen suchen, auf denen Meer, Klippen und ein historischer Turm vereint sind
  • Gozo-Besucher, die einen Tag mit Ausflügen ins Landesinnere mit einem Schwimmbad am späten Nachmittag und Abendessen am Wasser abrunden wollen

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in Gozo:

  • Citadella (Victoria)

    Die Citadella thront auf einem Felsvorsprung über Victoria und ist Gozos bedeutendstes historisches Wahrzeichen. Hinter den Bastionen aus dem 17. Jahrhundert verbergen sich eine Kathedrale mit berühmter Trompe-l'œil-Decke, kleine aber feine Museen und ein Panorama über die gesamte Insel. Ein halber Tag lohnt sich hier absolut.

  • Dwejra & Blue Hole

    Dwejra an der Westküste Gozos beherbergt das Blue Hole – ein natürliches Kalksteinloch, das Taucher in eine der beeindruckendsten Unterwasserlandschaften des Mittelmeers führt. Über Wasser machen das Inland Sea, die umliegenden Klippen und die Überreste des versunkenen Azure Window diesen Ort zu einer der geologisch dramatischsten Ecken Maltas.

  • Ġgantija-Tempel

    Auf dem Xagħra-Plateau in Gozo stehen die Ġgantija-Tempel – sie gehören zu den ältesten freistehenden Bauwerken der Erde und sind sowohl älter als Stonehenge als auch als die ägyptischen Pyramiden. Diese UNESCO-Weltkulturerbestätte bietet eine seltene Begegnung mit neolithischem Handwerk in einem Maßstab, der Archäologen bis heute rätseln lässt und Besucher in Staunen versetzt.

  • Ramla Bay

    Die Ramla Bay (Ir-Ramla l-Ħamra, zu Deutsch „die roten Sande") ist Gozos größter und markantester Strand. Er erstreckt sich über 360 Meter an der Nordostküste der Insel. Der warmtonige Sand, das klare Blue-Flag-Wasser und die umgebenden Dünen mit endemischer Flora machen ihn zu etwas völlig anderem als die Strände auf Malta selbst.

Zugehöriger Ort:Gozo
Zugehöriges Reiseziel:Malta

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