Tauchen in Malta: Beste Tauchplätze & praktischer Reiseführer
Malta gehört zu den besten Tauchzielen im Mittelmeer – mit kristallklarem Wasser, beeindruckender Unterwassertopografie und Wracks für alle Könnensstufen. Dieser Guide deckt alles ab, was du für deinen Tauchurlaub wissen musst.

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Kurzfassung
- Malta bietet das ganze Jahr über hervorragende Tauchbedingungen – die Sichtweite beträgt regelmäßig 20–30 m, und die Wassertemperatur schwankt zwischen 17 °C im Winter und rund 27 °C im Sommer.
- Die drei wichtigsten Tauchregionen sind Cirkewwa im Nordwesten, Zurieq im Süden und Sliema im Norden. Gozos Nordwestküste ist bekannt für Höhlen, Kavernen und Tunnel.
- Die besten Wracktauchgänge führen zum P29-Patrouillenboot, zum Schlepper Rozi, zur Um El Faroud und zu drei Wracks vor Gozos Südküste.
- Anfänger finden viele zugängliche Küstenanstiege; Fortgeschrittene und Techniktaucher erreichen Spots bis 45 m und tiefer bei Dwejra.
- April bis Juni und September bis Oktober sind die besten Monate – angenehme Wassertemperaturen treffen auf ruhige See. Für den saisonalen Gesamtüberblick sieh dir die beste Reisezeit für Malta an.
Warum Malta ein Weltklasse-Tauchziel ist

Malta hat sich als Tauchziel einen echten Ruf erarbeitet. Der Archipel liegt im Herzen des Mittelmeers, etwa 80 km südlich von Sizilien, wo die Wasserklarheit zu den besten der Region gehört. Sichtweiten von 20–30 Metern sind an den meisten Spots Alltag, und das weitgehende Fehlen starker Strömungen macht Malta auch für weniger erfahrene Taucher angenehm. Dazu kommt eine abwechslungsreiche Unterwasserwelt: Kalksteinkavernen, Meerestunnel, steil abfallende Wände, eigens versenkter Wracks und vielfältige Meereslebewesen – der Reiz liegt auf der Hand.
Der Archipel besteht aus drei bewohnten Inseln: Malta, Gozo und Comino. Jede hat ihren eigenen taucherischen Charakter. Die Hauptinsel Malta bietet den bequemsten Zugang, mit einer Konzentration von Tauchschulen rund um Sliema, St. Julian's und den Nordwesten. Gozo gilt allgemein als das Highlight für erfahrene Taucher – dank tieferer Spots und dramatischerer Unterwassergeologie. Comino steuert einige seichte, fotogene Tauchgänge nahe der Blauen Lagune bei, die sich gut als Ergänzung zu einem Bootsausflug eignen.
ℹ️ Gut zu wissen
Malta zahlt mit Euro (EUR), und Englisch ist Amtssprache – Tauchkurse buchen, mit Veranstaltern kommunizieren und Platzbriefings lesen ist für die meisten Besucher also kein Problem. Ausrüstungsverleih, geführte Tauchgänge und PADI-Kurse sind zu wettbewerbsfähigen Mittelmeerpreisen weit verbreitet.
Wassertemperatur, Sichtweite und saisonale Bedingungen
Die Wassertemperatur ist der wichtigste Faktor bei der Planung eines Tauchurlaubs in Malta. Im Winter (Dezember bis Februar) sinkt die Meerestemperatur auf rund 14–17 °C – kalt genug, dass ein Trockenanzug für mehrere Tauchgänge täglich ernsthaft in Betracht gezogen werden sollte. Ein 7-mm-Neoprenanzug ist das praktische Minimum. Im Frühling (April bis Mai) steigt die Temperatur auf etwa 18–21 °C. Im Sommer erreicht sie ihren Höhepunkt von ca. 25–27 °C im Juli und August, wobei ein 3-mm-Neoprenanzug vollkommen ausreicht. Der Herbst, besonders September und Oktober, hält die sommerliche Wärme und ist für viele Taucher das bevorzugte Zeitfenster.
- Frühling (April–Juni) Wasser 18–22 °C, gute Sichtweite, ruhigere See als im Winter, weniger Trubel als im Sommer. Das beste Rundum-Zeitfenster zum Tauchen.
- Sommer (Juli–August) Wasser 25–27 °C, ausgezeichnete Bedingungen an der Oberfläche, aber Hochsaison. Beliebte Bootstauchgänge können voll sein.
- Herbst (September–Oktober) Wasser noch warm vom Sommer, Sichtweite auf dem Höhepunkt, Menschenmassen nehmen ab. Viele erfahrene Taucher halten das für das beste Zeitfenster überhaupt.
- Winter (November–März) Wasser kühlt auf 14–17 °C ab. Weniger Taucher, die meisten Anbieter fahren trotzdem Touren, aber Trockenanzug oder dicker Neoprenanzug sind Pflicht. Beim Küstentauchen bei rauer See ist besondere Vorsicht geboten.
💡 Lokaler Tipp
Die Sichtweite in Malta ist wirklich außergewöhnlich, variiert aber je nach Spot und Tiefe. Das Blue Hole bei Dwejra bietet routinemäßig 30 m und mehr. Wrackspots in der Nähe des Sliema-Hafens können nach starkem Regen oder viel Bootsverkehr merklich trüber sein. Plane Wracktauchgänge an hafennahen Spots für die Morgenstunden, wenn das Wasser sich beruhigt hat.
Die besten Tauchplätze auf der Hauptinsel Malta

Die Nordwestspitze Maltas rund um Cirkewwa ist das beliebteste Tauchgebiet – und das aus gutem Grund. Das Wrack des Patrouillenboots P29 liegt auf einer maximalen Tiefe von 36 Metern und wurde bewusst so positioniert, dass es für fortgeschrittene Open-Water-Taucher erreichbar ist. Das Schiff war ursprünglich deutsches Marineigentum, wurde 1997 verkauft, diente bis 2005 bei den Maltesischen Streitkräften und wurde dann von der Malta Tourism Authority aufgekauft und als künstliches Riff versenkt. Es liegt jetzt aufrecht auf einem Sandboden und ist eines der meistfotografierten Wracks im Mittelmeer. Ganz in der Nähe liegt der Schlepper Rozi – flacher und ideal für Taucher, die ihren ersten Wracktauchgang absolvieren.
Der Süden der Insel, erreichbar von Zurieq nahe der Blauen Grotte, bietet ein völlig anderes Erlebnis. Das Wrack der Um El Faroud ist ein großer Öltanker, der 1995 nach einer Gasexplosion, bei der während Trockendockreparaturarbeiten mehrere Arbeiter ums Leben kamen, absichtlich versenkt wurde. Es liegt nun auf 18–36 Metern, in zwei Teile gespalten und dicht bewachsen mit Meeresorganismen. Es ist eines der größten Wracks im Mittelmeer, das für Sporttaucher zugänglich ist. Höhlen- und Kavernentauchen ist in diesem Gebiet ebenfalls möglich, allerdings erfordern einige Spots einen geführten Zugang.
Die Anchor Bay im Nordwesten bietet die Scorpion Cave, einen seichten Kavernen-Tauchgang auf gerade einmal 7–10 Metern mit einem großen, offenen Eingang, der ihn auch für weniger erfahrene Taucher wirklich komfortabel macht. Es ist einer der besten Einstiegstauchgänge in eine Höhle, die Malta zu bieten hat. Das Sliema-Gebiet bietet Übungswracks und Rifftauchgänge, die von Tauchschulen regelmäßig für Einführungs- und Zertifizierungskurse genutzt werden – mit dem zusätzlichen Vorteil urbaner Infrastruktur in unmittelbarer Nähe.
⚠️ Besser meiden
Küstentauchen in Malta bedeutet oft, steile in den Kalkstein gehauene Treppen zu navigieren, felsige Einstiege zu meistern und 10–12 Minuten zu schwimmen, bevor man den eigentlichen Tauchspot erreicht. Mit schwerer Ausrüstung über blanken Felsen in Flossen zu laufen ist umständlich und kann gefährlich sein. Tauche immer mit einem Buddy, lass dir bei Ein- und Ausstiegen Zeit und überlege, für unbekannte Spots einen ortskundigen Guide zu engagieren.
Tauchen auf Gozo: Die Insel für erfahrene Taucher
Gozo zählt regelmäßig zu den Top-Ten-Tauchzielen Europas, und der Spot, der seinen Ruf begründet, ist das Dwejra Blue Hole. Dieser natürliche Felsbogen fällt von einer flachen Plattform ins offene Meer und erreicht eine Tiefe von etwa 45–50 Metern, wobei das beliebteste Tauchprofil zwischen 15 und 40 Metern bleibt. Der Spot umfasst außerdem das Azure Reef, einen spektakulären Wandtauchgang entlang der Außenseite des Bogens, sowie den Inland Sea Tunnel, durch den Boote aus der geschützten Lagune durch einen engen Felsgang ins offene Mittelmeer fahren.
Der Double-Arch-Spot, erreichbar über einen Spaziergang über die Salzpfannen an Gozos Nordwestküste, ist ein Techniktauchgang mit Tiefen bis zu 45 Metern. Er erfordert Erfahrung und idealerweise einen ortskundigen Guide. Das ist kein Tauchgang, den man mal eben nebenbei macht: Der Weg zum Einstieg gehört zur Vorbereitung dazu, und die Tiefe verlangt eine sorgfältige Tauchplanung.
An Gozos Südküste liegen drei eigens versenkter Wracks: die MV Xlendi, die MV Cominoland und die MV Karwela. Die Karwela ist besonders bemerkenswert – eine 2006 versenkter Passagierfähre, die auf etwa 40 Metern weitgehend intakt ist und zugängliche Innenabschnitte für Penetrationstauchgänge bietet. Diese Wracks liegen nah beieinander und lassen sich mit einem lokalen Gozo-Anbieter gut zu einem Mehrtauchgang-Tag kombinieren.
- Blue Hole (Dwejra): 15–40 m, alle Level mit Guide, Weltklasse-Wand- und Bogentauchen
- Azure Reef (Dwejra): 5–30 m, Fortgeschrittene, herausragender Wandtauchgang direkt neben dem Blue Hole
- Inland Sea Tunnel: 5–18 m, anfängergeeignet, dramatischer Durchschwimm ins offene Wasser
- Double Arch: bis zu 45 m, fortgeschritten/technisch, erfordert Erfahrung und ortskundige Führung
- MV Karwela-Wrack: ca. 40 m, fortgeschritten, intakte Passagierfähre mit Penetrationsmöglichkeiten
- MV Xlendi und MV Cominoland: 20–45 m, fortgeschritten, Wrackcluster an der Südküste
Einen Tauchveranstalter wählen – was dich erwartet
Malta hat eine große und wettbewerbsfähige Tauchindustrie. Die meisten Anbieter sind PADI-zertifiziert und bedienen ein Spektrum vom kompletten Anfänger beim Discover-Scuba-Schnuppertauchen bis hin zum Techniktaucher, der geführte Tieftauchgänge sucht. Ein Zwei-Tank-Bootstauchgang kostet typischerweise 50–80 €, je nach Anbieter, Spot und ob die Ausrüstung inklusive ist. PADI Open Water Kurse kosten in der Regel 350–450 € für die vollständige Zertifizierung. Ausrüstungsverleih ist weit verbreitet, falls du nicht mit deiner eigenen Ausrüstung reist.
Für Tauchen speziell auf Gozo bieten auf der Insel ansässige Anbieter den effizientesten Zugang zu Dwejra und den Wracks an der Südküste. Du kannst Gozo auch als Tagesausflug von Malta aus erreichen und dich dort für den Tag einer Tauchschule anschließen. Die Fährüberfahrt dauert von Cirkewwa aus etwa 25 Minuten. Wenn du mehrere Tauchtage auf Gozo planst, lohnt es sich, auf der Insel zu übernachten. Sieh dir den Gozo-Reiseführer für Unterkunft und Logistik an.
Bevor du buchst, überprüfe, ob dein gewählter Anbieter ein detailliertes Platzbriefing gibt, kleine genug Gruppen für die Tauchanforderungen hat und erkennbar gepflegte Ausrüstung besitzt. Die Malta Tourism Authority reguliert Tauchveranstalter und hält Standards aufrecht, aber grundlegende Sorgfalt – einschließlich des Lesens aktueller Bewertungen – ist immer sinnvoll. Für eigenständiges Küstentauchen an bekannten Spots besteht keine Pflicht, über einen Anbieter zu buchen, aber an Felseneinstiegen wird ein Oberflächenbeobachter oder Tauchbuddy dringend empfohlen.
✨ Profi-Tipp
Buche Gozo-Tauchtrips im Juli und August früh. Beliebte Spots wie das Blue Hole können im Hochsommer Schlangen von Tauchgruppen anziehen, und die besten Morgentermine bei seriösen Anbietern sind schnell vergriffen. In der Nebensaison (Mai–Juni oder September–Oktober) bekommst du dieselben Top-Spots mit einem Bruchteil des Andrangs an der Oberfläche.
Praktische Logistik fürs Tauchen in Malta

Die meisten Taucher übernachten in Sliema, St. Julian's oder rund um Cirkewwa, um die nordwestlichen Spots leicht erreichen zu können. Das Sliema und St. Julian's-Gebiet hat die höchste Konzentration an Tauchschulen, die meisten Unterkunftsmöglichkeiten und gute Verkehrsanbindungen. Valletta ist nur eine kurze Fähr- oder Busfahrt entfernt, und viele Taucher verbinden eine Tauchwoche mit etwas Zeit zur Erkundung der maltesischen Hauptstadt.
Ohne Auto zu den Tauchspots zu gelangen ist in Malta möglich, aber unpraktisch. Das öffentliche Busnetz deckt die meisten Gebiete ab, aber mit Tauchausrüstung in überfüllten Bussen zu reisen ist alles andere als ideal. Mietwagen sind relativ günstig und geben dir die Freiheit, Einstiegspunkte wie Wied iz-Zurrieq, Cirkewwa und Anchor Bay nach deinem eigenen Zeitplan zu erreichen. Für alle, die auf öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis angewiesen sind, bieten die meisten Tauchveranstalter Abholung in ihrem Preis an. Sieh dir den Malta-Fortbewegungsguide für Transportmöglichkeiten und Kosten an.
- Tauchzertifizierung: PADI Open Water reicht für die meisten Maltaer Tauchspots bis 18 m; Advanced Open Water erschließt die Mehrheit der Spots; für tiefere Gozo-Tauchgänge über 40 m ist eine Technikkertifizierung erforderlich.
- Versicherung: Standard-Reiseversicherungen decken Tauchen unter 10 m selten ab. Eine spezialisierte Tauchversicherung (DAN Europe ist weit anerkannt) wird dringend empfohlen.
- Druckkammer: Eine Rekompressionsanlage befindet sich im Mater Dei Hospital, von den meisten Teilen Maltas innerhalb von 30–40 Minuten erreichbar. Notrufnummer: 112.
- Nitrox: Von maltesischen Anbietern weit verbreitet erhältlich, nützlich für mehrere tägliche Tauchgänge zur Verlängerung der Bodenzeit bei seichteren Wrackspots.
- Unterwasserfotografie: Die Sichtweiten machen Malta exzellent für Fotografie. Der Verleih von Unterwasserkamera-Rigs ist bei mehreren Gozo-Anbietern verfügbar.
Häufige Fragen
Ist Malta gut für Anfängertaucher geeignet?
Ja. Malta hat viele Spots, die für frisch zertifizierte oder in der Ausbildung befindliche Taucher geeignet sind, darunter seichte Höhlentauchgänge wie die Scorpion Cave in der Anchor Bay (7–10 m), Übungswracks vor Sliema und Rifftauchgänge bei Cirkewwa. Das ruhige, klare Wasser und die große Anzahl zertifizierter PADI-Schulen machen es zu einem ausgezeichneten Ziel zum Lernen oder für frühe Taucherfahrungen.
Was ist die beste Jahreszeit zum Tauchen in Malta?
April bis Juni und September bis Oktober bieten die beste Kombination aus warmem Wasser (18–24 °C), ruhigen Seebedingungen, guter Sichtweite und weniger Andrang. Der Sommer (Juli–August) ist warm, aber an beliebten Spots sehr belebt. Wintertauchen ist möglich, erfordert aber einen Trockenanzug oder dicken 7-mm-Neoprenanzug, da das Wasser auf 14–17 °C sinkt.
Brauche ich für das Dwejra Blue Hole einen Tauchguide?
Technisch gesehen können erfahrene Taucher mit entsprechender Zertifizierung das Blue Hole eigenständig tauchen, aber für den ersten Besuch wird ein ortskundiger Guide dringend empfohlen. Der Spot hat mehrere Zonen in unterschiedlichen Tiefen, und ein Guide stellt sicher, dass du an der Außenwand nicht versehentlich deine geplante Tiefe überschreitest. Für Techniktauchgänge wie den Double Arch ist eine lokale Führung praktisch unverzichtbar.
Wie komme ich von Malta nach Gozo zum Tauchen?
Die Gozo Channel Fähre fährt von Cirkewwa im Nordwesten Maltas ab und dauert etwa 20–25 Minuten. Fähren verkehren den ganzen Tag über regelmäßig. Viele Taucher fahren mit dem Auto oder Mietwagen mit Ausrüstung auf die Fähre. Alternativ können auf Gozo ansässige Tauchveranstalter Transfers organisieren. Die erste Fähre fährt in der Regel früh genug ab, um Dwejra für einen morgendlichen Tauchgang zu erreichen.
Welches Meeresleben kann ich beim Tauchen in Malta erwarten?
Zu den häufigen Sichtungen gehören Kraken, Muränen, Zackenbarsche, Meerbrassen, Barrakudas, Skorpionfische und verschiedene Nacktschneckenarten. Posidonia-Seegraswiesen beherbergen vielfältige Wirbellosenpopulationen. Größere pelagische Arten wie Bernsteinmakrelen und gelegentlich Thunfische tauchen an tieferen Freiwasser-Spots auf. Delfine werden manchmal auf Bootsfahrten zu Tauchspots gesichtet, besonders rund um Gozo.