Plakias Beach: Der schönste Sandstrand an Kretas Südküste

Der Plakias Beach erstreckt sich über 1,3 Kilometer entlang der Südküste der kretischen Präfektur Rethymno – im Rücken Berge, vor dir das Libysche Meer. Eintritt frei, Blaue-Flagge-zertifiziert und deutlich ruhiger als die Resorts an der Nordküste. Wer die Fahrt nach Süden auf sich nimmt, wird belohnt.

Fakten im Überblick

Lage
Plakias, Gemeinde Agios Vasileios, Präfektur Rethymno, Kreta – 32–36 km südlich der Stadt Rethymno
Anfahrt
Mit dem Auto: ca. 2 Std. vom Flughafen Chania, ca. 1,5 Std. vom Flughafen Heraklion. KTEL-Busse fahren von Rethymno nach Plakias; kostenloser Parkplatz vor Ort
Zeitbedarf
Mindestens ein halber Tag; die meisten Besucher bleiben 3–5 Stunden oder übernachten direkt hier
Kosten
Eintritt frei. Liegestuhl und Sonnenschirm zusammen ca. 10 €
Am besten für
Familien, Individualreisende und alle, die Platz am Strand wollen – ohne den Preisaufschlag eines Resorts
Weitläufige Luftaufnahme des Plakias Beach an Kretas Südküste mit türkisfarbenem Wasser, sandigem Halbmond-Ufer, Liegestühlen und schroffen Bergen im Hintergrund.

Wie der Plakias Beach wirklich aussieht

Der Plakias Beach ist ein breiter Halbmond aus grobkörnigem, goldenem Sand, der sich über etwa 1,3 bis 1,5 Kilometer entlang der Südküste der Region Rethymno erstreckt. Der Strand liegt am Libyschen Meer – der Horizont ist weit offen, keine Insel unterbricht den Blick, nur blaues Wasser, das von türkis an der Küste bis zu tiefem Indigo auf See wechselt. Im Westen drängen die Ausläufer des Weißen Gebirges heran und verleihen der Bucht ein geborgenes, fast geschlossenes Gefühl – ein schöner Kontrast zur offenen Weite des Meers davor.

Der Sand selbst ist nicht das feine Pulver eines Hochglanzprospekts. Er ist gröber, leicht grau-golden und fest unter den Füßen – was ihn für lange Strandtage angenehm macht. Das Wasser ist an ruhigen Tagen bis auf Brusthöhe durchsichtig, und der Einstieg ist flach und sanft, ideal für Kinder. Dramatische Felsformationen sucht man hier vergebens; stattdessen gibt es einen gleichmäßig breiten Streifen, der selbst an vollen Sommernachmittagen genug Platz für alle bietet.

💡 Lokaler Tipp

Das östliche Ende des Strandes ist weniger erschlossen und wird inoffiziell als FKK-Bereich genutzt. Wer das nicht sucht, richtet sich besser im mittleren oder westlichen Abschnitt nahe den Tavernen ein.

Wie sich der Strand im Tagesverlauf verändert

Am frühen Morgen – vor 9 Uhr – ist Plakias wirklich still. Das Licht kommt flach aus dem Osten, taucht das Wasser in ein blasses Mintgrün und die Berge hinter dem Dorf in warmes Ocker. Eine Handvoll Einheimischer und Frühaufsteher aus dem Campingplatz haben den Sand für sich. Kein Musik, kein Bargemurmel, nur das Geräusch kleiner Wellen und gelegentlich ein Motorrad, das durchs Dorf fährt. Das ist die Stunde, um den Strand von West nach Ost zu durchqueren, ohne um Liegestühle herumzuweichen.

Gegen Vormittag stehen die Liegestuhlvermieter bereit, und die ersten Ankömmlinge aus Rethymno suchen sich Parkplätze. Der Strand verkraftet den Andrang besser als die meisten: Er ist breit genug, dass sich selbst im Juli und August der westliche Abschnitt nicht überfüllt anfühlt. Die Wassertemperatur liegt in der Hochsaison typischerweise zwischen 24 und 26 Grad Celsius – warm genug, dass niemand es eilig hat, herauszukommen. Am Nachmittag setzt zuverlässig ein Westwind vom Libyschen Meer ein, der für Schwimmer angenehm ist, aber ein Hinweis für alle, die keinen Sand im Essen mögen.

Der Sonnenuntergang in Plakias ist eher zurückhaltend als spektakulär. Da der Strand nach Süden ausgerichtet ist, geht die Sonne leicht hinter den westlichen Hügeln unter – nicht direkt über dem Wasser. Was man dafür bekommt: ein langes goldenes Licht über den Bergen und den Dächern des Dorfs, und Wasser, das von Blau zu Bronze wechselt. Viele Besucher verbinden einen späten Badestopp mit dem Abendessen in einer der Strandtavernen und fahren erst nach Einbruch der Dunkelheit nach Rethymno zurück.

Tickets & Führungen

Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.

  • Visit a Family-Run Olive Mill with Food Tasting in Heraklion

    Ab 19 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
  • Snorkeling experience in Crete

    Ab 45 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
  • Spinalonga self-guided audio tour on your phone

    Ab 12 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
  • Malia to Sissi private tuk-tuk journey with tastings

    Ab 45 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung

Das Dorf hinter dem Strand

Das Dorf Plakias liegt direkt hinter dem Strand und entstand in den 1960er Jahren als kleines Fischerdorf. Es wurde nie zu einem richtigen Resort und ist es bis heute nicht wirklich geworden – genau das zieht die Reisenden an, die hierher kommen. Die Uferstraße hat Tavernen, ein paar kleine Hotels, einen Supermarkt, eine Apotheke und einige Zimmervermietungen. Kein Casino, kein Wasserpark, keine Clubmeile. Das Abendleben ist eher das eines arbeitenden kretischen Dorfes als das eines Pauschalreiseziels.

Die Tavernen entlang der Strandstraße bieten klassisch griechisch-kretische Küche: frischen Fisch, gegrilltes Lamm, Dakos (Gerstenzwieback mit Tomate und Käse) und lokales Olivenöl, das spürbar besser ist als in touristisch überlaufenen Orten. Die Preise sind fair. Im Kafeneion auf dem Dorfplatz spielen ältere Kreter abends Backgammon – meist unbeeindruckt von den vorbeilaufenden Touristen.

Wer mehr über kretische Esskultur erfahren möchte als das, was sich vom Strand aus erschließt, findet im Kreta-Kulinarikführer eine nützliche Übersicht darüber, was man bestellen sollte – und was besser nicht.

Praktisches: Anreise und Fortbewegung vor Ort

Plakias liegt an Kretas Südküste – eine schnelle Autobahn nach Norden gibt es nicht. Von der Stadt Rethymno dauert die Fahrt über die kurvenreiche Bergstraße durch Olivenhaine und kleine Dörfer rund 45 Minuten, bevor es zur Küste hinuntergeht. Die Straße ist gut ausgebaut, aber stellenweise eng – an einem Lastwagen in einer Haarnadelkurve vorbeizufahren ist ein Erlebnis, das man einmal reicht. Ein Mietwagen ist eindeutig die praktischste Option. Die Fahrt ist wirklich schön.

Vom Flughafen Heraklion sollte man etwa 1,5 Stunden einplanen, vom Flughafen Chania rund 2 Stunden. KTEL-Busse fahren zwischen Rethymno und Plakias, allerdings mit eingeschränktem Fahrplan – für einen Tagesausflug muss man gut vorausplanen. Ein Taxi ab Heraklion kostet rund 105 €. Kostenlose Parkplätze gibt es in Strandnähe und sind außerhalb des Augusts in der Regel problemlos zu finden.

ℹ️ Gut zu wissen

Plakias eignet sich gut als Ausgangspunkt für nahegelegene Schluchten und Strände. Der Preveli Beach und die Kourtaliotiko-Schlucht sind beide in 20–25 Minuten mit dem Auto erreichbar – das macht das Dorf eher zu einem logischen Übernachtungsstopp als zu einem reinen Tagesausflugsziel.

Wer eine größere Rundfahrt entlang der Südküste plant, findet im Kreta-Roadtrip-Guide die besten Routen und Tipps, wie man Plakias mit anderen Stationen auf der Insel verbinden kann.

Ausstattung, Barrierefreiheit und Blaue-Flagge-Standard

Der Plakias Beach trägt das Blaue-Flagge-Zertifikat, das geprüfte Wasserqualität, Umweltmanagement, saisonale Badeaufsicht und saubere Einrichtungen voraussetzt. In der Praxis bedeutet das: beaufsichtigtes Baden in den Sommermonaten, Duschen an mehreren Strandabschnitten, Umkleidekabinen und öffentliche Toiletten. Es gibt auch einen ausgewiesenen rollstuhlgerechten Bereich mit angepassten Liegestühlen und Sonnenschirmen, der von den Tavern-Betreibern bereitgestellt wird.

Der flache, sanft abfallende Einstieg und die an den meisten Tagen ruhigen Bedingungen machen Plakias zu einem der familienfreundlichsten Strände an der Südküste. Kleine Kinder können gefahrlos planschen, und der fehlende Bootsverkehr im Badebereich erhöht die Sicherheit zusätzlich. An windigen Tagen – die im September und Oktober manchmal unangekündigt kommen – nimmt der Wellengang zu, bleibt aber für geübte Schwimmer beherrschbar.

⚠️ Besser meiden

Der nachmittägliche Westwind kann im Sommer schnell auffrischen. Wer einen Sonnenschirm oder ein Strandvorzelt mitbringt, sollte ihn gut verankern. Leichte Sonnensegel sind schon ohne Vorwarnung davongeflogen.

Lohnenswerte Ausflüge in der Umgebung

Die Gegend um Plakias gehört zu den landschaftlich eindrucksvollsten der ganzen Insel. Die Kourtaliotiko-Schlucht liegt nur wenige Minuten nordöstlich: ein tiefer Kalksteincanyon, in dem man den Fluss hört, bevor man ihn sieht, und über dessen Felswänden gelegentlich Gänsegeier kreisen. Der Preveli Beach liegt weitere 20 Minuten östlich, wo der Fluss Megalopotamos durch einen Palmenhain ins Meer mündet – eine der ungewöhnlichsten Küstenlandschaften Griechenlands.

Preveli verdient einen eigenen halben Tag: Alle Details findest du in unserem Guide zum Preveli Beach und zum nahegelegenen Kloster Preveli, das auf einem Bergrücken über der Schlucht thront und einen Panoramablick über das Libysche Meer bietet.

Wer mehrere Nächte in Plakias verbringt, dem lohnt sich ein Halbtagsausflug zum kleinen Ferienort Agia Galini, etwa 35 Kilometer östlich entlang der Küstenstraße – besonders wegen der Fischrestaurants am Hafen und der Bootsausflüge.

Wer einen umfassenderen Überblick über die Südküste bekommen möchte, findet im Guide zu den schönsten Stränden Kretas einen direkten Vergleich von Plakias mit den anderen großen Strandoptionen der Insel – hilfreich, um den Strand in die eigene Reiseroute einzuordnen.

Für wen Plakias vielleicht nicht das Richtige ist

Plakias ist nicht für jeden die richtige Wahl. Wer ein All-inclusive-Resort mit Wassersport, Animationsprogramm und einer Strandbar sucht, die bis Sonnenuntergang Musik spielt, ist hier falsch. Das Dorf ist ruhig, das Abendangebot beschränkt sich auf Essen und einen gemächlichen Spaziergang, und die nächste größere Stadt ist 45 Minuten entfernt. Wer sich ohne städtische Infrastruktur in der Nähe unwohl fühlt, wird Plakias eher isoliert als entspannend erleben.

Der Strand selbst ist zwar groß, aber nicht besonders dramatisch. Keine zerklüfteten Buchten, keine fotogenen Felsformationen wie am Seitan Limani oder am Elafonissi. Wer seinen Strandbesuch nach Instagram-Tauglichkeit auswählt, findet anderswo bessere Motive. Was Plakias stattdessen bietet: Platz ohne Gedränge, sauberes Wasser und ein echtes Dorf, das noch nicht vollständig für den Tourismus umgebaut wurde.

Insider-Tipps

  • Im Juli und August am besten vor 9 Uhr ankommen, um sich im mittleren Strandabschnitt einen Platz zu sichern, ohne für eine Liege zu zahlen. Ab 10 Uhr sind die gemieteten Sets belegt – das östliche Ende bleibt aber den ganzen Tag frei zugänglich.
  • Der Supermarkt im Dorf verkauft ordentlichen lokalen Wein und Olivenöl zu normalen griechischen Preisen. Lieber hier eindecken als am Flughafen auf dem Rückweg – die Qualität ist spürbar besser als die Flaschen aus dem Touristenladen.
  • Der Wind spielt an diesem Strand eine Rolle. Der nachmittägliche Westwind kommt von rechts, also von Westen. Wer sein Handtuch nicht als Segel benutzen möchte, stellt sich lieber leicht nach Süd-Südost.
  • Mit dem Auto lohnt sich am späten Nachmittag die 7 km lange Fahrt zum Damnoni Beach. Er ist kleiner, kiesiger und deutlich ruhiger – mit zwei Tavernen, die bis in den Abend hinein Essen servieren. Die Einheimischen aus Plakias zieht es dorthin, wenn ihr eigener Strand zu voll wird.
  • Die Straße von Rethymno nach Plakias führt durch das Dorf Mixorrouma, wo es ein kleines Kafeneion gibt, das Bergtee und hausgemachtes Gebäck serviert. Leicht zu übersehen, aber einen 15-minütigen Stopp auf dem Weg durchaus wert.

Für wen ist Plakias Beach geeignet?

  • Familien mit kleinen Kindern, die ruhiges, flaches Wasser und vernünftige Strandinfrastruktur brauchen
  • Individualreisende, die einen Stützpunkt an der Südküste suchen, um Schluchten und Klöster zu erkunden
  • Besucher aus Rethymno, die einen Ganztagesausflug abseits der überfüllten Nordküste machen wollen
  • Paare, die eine ruhigere Alternative zu den großen Resortgebieten suchen – besonders im Mai, Juni oder September
  • Reisende mit kleinem Budget: freier Strand, günstige Tavernen und günstigere Unterkünfte als an vergleichbaren Stränden der Nordküste

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in Plakias & Südküste:

  • Agia Galini

    Amphitheatralisch über der Messara-Bucht an der Südküste Kretas gelegen, ist Agia Galini ein kleines Fischerdorf mit steilen Gassen, einem geschützten Hafen und einem Strand nur 100 Meter vom Ortszentrum entfernt. Der Name bedeutet auf Griechisch „Heiliger Frieden" – und das passt für den größten Teil des Jahres durchaus.

  • Kourtaliotiko-Schlucht

    Die Kourtaliotiko-Schlucht durchschneidet das Hochland von Rethymno auf rund 3 Kilometern, ihre Kalksteinwände ragen bis zu 600 Meter über einem Fluss auf, der schließlich in den Strand von Preveli mündet. Den Namen verdankt die Schlucht dem kretischen Wort für Applaus – ein Verweis auf das Echo, das der Wind durch die Felswände trägt. Das ist einer der lohnendsten Kurzausflüge im Süden Kretas: Geologie, Legende, seltene Tierwelt und Flusslandschaft in einem kompakten, gut zugänglichen Paket.

  • Matala Beach

    Der Matala Beach an der Südküste Kretas ist anders als jeder andere Strand auf der Insel. Eine 250 Meter lange Blue-Flag-Bucht, flankiert von Klippenhöhlen, die einst als römische Grabkammern und später als Hippie-Unterkünfte der 1960er Jahre dienten – ein Ort für neugierige Reisende, die Geschichte und einen guten Badetag miteinander verbinden wollen.

  • Höhlen von Matala

    In die Sandsteinfelsen über einem der stimmungsvollsten Strände Südkretas gehauen, sind die Höhlen von Matala eine archäologische Freiluftanlage mit vielschichtiger Vergangenheit: römische Grabkammern, eine Verbindung zum minoischen Hafen und ein Kapitel aus den 1960ern, das diesem stillen Dorf einen unerwarteten Legendenstatus verlieh. Schon der Ausblick von der Felswand rechtfertigt den kleinen Eintrittspreis.