Preveli Beach & Palmenhain: Kretas dramatischste Küstenlandschaft
Dort, wo der Megalopotamos-Fluss auf das Libysche Meer trifft, säumt ein Hain endemischer Phoenix-theophrasti-Palmen einen Strand aus Sand und Kiesel, der in Griechenland seinesgleichen sucht. Der Strand von Preveli ist wirklich beeindruckend – verlangt aber einiges an Einsatz und belohnt diejenigen, die gut planen.
Fakten im Überblick
- Lage
- Agios Vasileios, Regionalbezirk Rethymno, Südküste Kretas nahe der Kourtaliotiko-Schlucht
- Anfahrt
- Mit dem Auto über die Straße durch die Kourtaliotiko-Schlucht; saisonaler Bootsservice vom Hafen Plakias; kein direkter Linienbus zum Strand
- Zeitbedarf
- Mindestens ein halber Tag (3–5 Stunden inklusive Anreise von Plakias)
- Kosten
- Kein Eintrittsgeld für den Strand; Parkgebühren an den Klosterparkplätzen; Bootsfahrten von Plakias werden separat abgerechnet
- Am besten für
- Naturliebhaber, Schwimmer, Fotografen, Paare und alle, die einen Strand suchen, der wirklich anders aussieht als der Rest

Was Preveli Beach so besonders macht
Der Strand von Preveli, auf Griechisch Finikodasos tis Prevelis (Φοινικόδασος της Πρέβελης), ist einer der ökologisch und optisch außergewöhnlichsten Strände im gesamten Mittelmeer. Der Megalopotamos, der durch die gesamte Kourtaliotiko-Schlucht entwässert, hört an der Küste nicht auf zu fließen. Er reicht bis zum Strand, bildet knapp hinter der Küstenlinie eine Süßwasserlagune und mündet schließlich ins Libysche Meer. Das Ergebnis ist eine geschichtete Landschaft: auf einer Seite kristallklares türkisfarbenes Salzwasser, auf der anderen kühles Flusswasser – und dazwischen ein Hain aus Phoenix-theophrasti-Palmen, deren Kronen sich malerisch über das Ganze wölben.
Phoenix theophrasti ist eine Palmenart, die endemisch auf Kreta und einigen wenigen Ägäisinseln vorkommt. Der Hain von Preveli ist die zweitgrößte Ansammlung dieser endemischen Art auf Kreta. Es handelt sich nicht um importierte Zierpalmen – das sind wilde, langsam wachsende Bäume, die das Flussufer über Jahrhunderte besiedelt haben. Ihre Stämme neigen sich in Winkeln, die von Frühlingsfluten und Ägäiswinden geformt wurden. An einem heißen Augustnachmittag in ihrem Schatten zu sitzen, während kaltes Flusswasser über die Füße läuft, ist eine jener schlichten Erfahrungen, die Reiseschriftsteller konsequent nicht angemessen beschreiben können.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Megalopotamos führt das ganze Jahr über Wasser, was bedeutet, dass die Lagune immer vorhanden ist. Allerdings variieren Größe und Tiefe je nach Jahreszeit erheblich. Wer im Frühjahr kommt (April–Mai), findet nach den Winterregen den höchsten Wasserstand vor. Im September ist die Lagune flacher und wärmer.
Anreise: Drei Möglichkeiten im Überblick
Der Strand gilt als einer der am schwierigsten erreichbaren auf Kreta – und diesen Ruf hat er sich zum Teil verdient. Es gibt keine Straße, die direkt zum Sand führt. Vom westlichen Zugang aus parken die meisten Besucher bei den Klosterparkplätzen und gehen dann einen steilen, felsigen Pfad zum Strand hinunter. Der Abstieg dauert etwa 10–15 Minuten, erfordert aber sicheres Schuhwerk. In der Sommerhitze ist der Rückweg bergauf spürbar anstrengender als der Hinweg – das sollte man bei der Krafteinteilung berücksichtigen.
Der östliche Zugang von Drimiskiano Amoudi ist länger und weniger frequentiert. Dieser Pfad folgt dem Fluss durch die Schlucht und bringt dich von der Landseite an den Strand – mitten durch den Palmenhain hindurch, statt oben drüber anzukommen. Es dauert deutlich länger, aber die Strecke durch den Canyon lohnt sich schon für sich allein.
Die dritte Möglichkeit ist das Boot. Saisonale Bootsfahrten starten vom Hafen Plakias direkt nach Preveli Beach – eine Fahrt von etwa 30–40 Minuten entlang der Südküste. Das ist die entspannteste Anreisemöglichkeit und spart einem die Schlangen an den Parkplätzen. Dazu kommt ein unvergesslicher Anblick: Man sieht den Palmenhain langsam vor der Felswand auftauchen. Aktuelle Abfahrtszeiten und Preise lieber vor Ort erfragen, da diese je nach Anbieter und Saison variieren.
💡 Lokaler Tipp
Wer mit dem Auto kommt: Im Juli und August sollte man vor 9:30 Uhr ankommen. Die Klosterparkplätze füllen sich schnell, und Fahrzeuge stehen dann auf der Zufahrtsstraße in einer Reihe, die sich über mehrere Hundert Meter erstreckt – das verlängert den Fußweg in voller Sonne deutlich.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Preveli guided tour from Chania
Ab 46 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungVisit a Family-Run Olive Mill with Food Tasting in Heraklion
Ab 19 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSnorkeling experience in Crete
Ab 45 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSpinalonga self-guided audio tour on your phone
Ab 12 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Was dich dort erwartet
Der Strand selbst ist eine Sichel aus grobem Sand und glatten Kieselsteinen. Das Wasser ist außergewöhnlich klar – der flache Einstieg geht schnell in kühlere, tiefere Bereiche über. An ruhigen Tagen wechselt die Farbe abrupt von Türkis zu tiefem Blau, was vom Pfad oben am Hang für eindrucksvolle Fotos sorgt.
Die Flusslagune ist das Herzstück des Erlebnisses. Wer vom Strand aus flussaufwärts watet, wird nach etwa fünfzig Metern von Palmen auf beiden Seiten eingeschlossen – das Meeresrauschen verstummt. Das Wasser ist hier kälter, gespeist von der Schlucht. Es gibt glatte Felsbrocken zum Sitzen, Schilf und ein Licht in den Vormittagsstunden, das in einem flachen Winkel durch die Palmwedel fällt. Eine Steinbrücke, die mit dem nahegelegenen Kloster Moni Preveli in Verbindung steht, ist vom westlichen Weg aus sichtbar und bietet den meistfotografierten Blickwinkel auf den Hain.
Die lokale Legende verbindet die Gegend um Preveli mit Odysseus, der hier nach dem Trojanischen Krieg gerastet haben soll. Archäologische Funde belegen konkret eine menschliche Besiedlung der Region vor mehr als 130.000 Jahren. Das Kloster oberhalb des Strandes, Moni Preveli, ist ein religiöses Zentrum aus dem 16. Jahrhundert und eine aktive Glaubensgemeinschaft. Es liegt nicht direkt am Strand, sondern auf der Kliffsstraße – und ist als kurze Station auf dem Weg durchaus einen Besuch wert.
Während der Hauptsaison betreibt eine kleine Taverne am Fuß der Klippen nahe dem Palmenpfad ein einfaches Angebot: kalte Getränke, Snacks und einfache Gerichte. Ein vollständiges Restaurant ist es nicht. Wer einen langen Tag plant, sollte eigenes Wasser und Essen mitbringen. Wer den südlichen Küstenstreifen rund um Rethymno besser kennenlernen möchte, für den ist die Kourtaliotiko-Schlucht unmittelbar nördlich von Preveli ein lohnenswerter Stopp auf jeder Fahrt zum Strand.
Wann am besten hin: Tageszeit und Jahreszeit
Wer vor 9 Uhr ankommt, hat den Strand fast für sich allein und erwischt das beste Licht für Fotos – wenn die Sonne noch tief über den östlichen Hügeln steht und lange Schatten durch die Palmen wirft. Das Wasser ist im Sommer am wärmsten am frühen Nachmittag, aber dann ist der Strand auch am vollsten: Handtücher bedecken fast jeden Kieselstein, und der Pfad durch den Hain fühlt sich an wie eine langsame Menschenkarawane.
Mai, Juni und September sind die besten Monate für einen entspannten Besuch. Im Mai führt der Fluss mehr Wasser und die Vegetation leuchtet intensiv grün. Im September lichtet sich die Menge spürbar, während die Meerestemperatur durch die aufgespeicherte Sommerwärme noch hoch ist. Juli und August sind nicht unangenehm, erfordern aber frühere Starts und weniger Erwartungen an Einsamkeit.
Besuche im Oktober sind möglich und können wirklich schön sein – das Herbstlicht auf dem Libyschen Meer ist weich, die Palmen stehen ungestört, und der Strand ist weitgehend leer. Allerdings können Taverne und Bootsverbindungen dann schon saisonbedingt geschlossen sein. Für mehr saisonalen Überblick empfehlen wir unseren Reiseführer zu Kreta im Oktober.
⚠️ Besser meiden
Starke Südwinde aus Richtung des Libyschen Meeres können das Wasser aufwühlen und Sand und Kiesel aufwirbeln. An windigen Tagen verliert der Strand einen Großteil seines Reizes. Vor der Fahrt am besten die Windvorhersage prüfen – besonders im Frühjahr und Herbst.
Fotografie, Barrierefreiheit und praktische Hinweise
Die besten Fotopositionen befinden sich auf dem westlichen Abstiegspfad: Von dort fotografiert man hinunter auf die Lagune, mit Palmen im Vordergrund und dem offenen Meer dahinter. Ein Weitwinkelobjektiv erfasst den gesamten Hain. Für Unterwasserfotos ist die Wasserklarheit sowohl im Meer als auch in der Lagune außergewöhnlich hoch. Ein herzförmiger Felsen, der unter Einheimischen als Liebesstein bekannt ist, liegt nahe am Strand und taucht auf unzähligen Besucherfotos auf.
Die Barrierefreiheit ist eingeschränkt. Keiner der Zugangswege ist für Rollstühle oder Kinderwagen geeignet. Der westliche Abstieg umfasst unebene Felsstufen ohne durchgehende Geländer. Das Boot von Plakias bietet eine zugänglichere Anreise, aber der Strand selbst ist gepflastert mit Kieselsteinen und uneben. Besucher mit erheblichen Mobilitätseinschränkungen sollten vorab abwägen, ob das Gelände für sie machbar ist.
- Geschlossene Schuhe oder robuste Sandalen für den Abstiegspfad tragen – Flip-Flops sind auf losem Fels keine gute Idee
- Mehr Wasser einpacken als man denkt, besonders im Sommer
- Eine Trockentasche oder wasserdichte Hülle für Wertsachen ist praktisch beim Überqueren der Lagune
- Der Kieselstrand ist ohne Wasserschuhe unangenehm für die Füße
- Am Strand selbst gibt es keine Umkleidekabinen oder Duschen
Ist Preveli Beach überhypt?
Ehrlich gesagt: Nein. Die meisten Strände auf Kreta sind schön, aber sie folgen einem vertrauten Muster: klares Wasser, weißer oder rötlicher Sand, Tavernen, Liegestühle. Preveli sieht wirklich anders aus. Der Palmenhain ist kein Gimmick, und die Dynamik, wo Fluss auf Meer trifft, macht den Ort ökologisch ebenso interessant wie fotogen. Er verdient seinen Ruf.
Wer allerdings Mitte August erwartet, ein ruhiges Naturparadies vorzufinden, wird enttäuscht sein. An Hochsommertagen ist der Strand voll und der Weg durch den Hain hat etwas von einer Warteschlange. Wer ein abgeschiedeneres Erlebnis an der südlichen Küste mit weniger Menschen sucht, sollte auch Plakias Beach in Betracht ziehen oder die weniger besuchten Buchten entlang der Rethymno-Küste erkunden. Und wer vor allem dramatische Naturlandschaften sucht, für den ist die Samaria-Schlucht ein intensiveres und weniger überlaufenes Naturerlebnis – allerdings braucht man dafür einen ganzen Tag.
Wer in Preveli keinen Spaß haben wird: Menschen mit erheblichen Mobilitätseinschränkungen, alle, die nicht bereit sind, in der Hitze einen steilen Pfad zu bewältigen, Menschen, die flache Sandstrände mit Liegestuhl- und Schirmverleih bevorzugen, und Reisende, denen Menschenmassen in den Sommermonaten den Tag ruinieren.
Insider-Tipps
- Nimm zumindest auf einer Strecke den östlichen Zugang von Drimiskiano Amoudi – die Schluchtenwanderung durch die Palmen von der Landseite aus ist ein völlig anderes Erlebnis als der westliche Abstieg über die Klippen, und deutlich weniger besucht.
- Die Lagune ist in der Nähe des Schluchtausgangs am kältesten und tiefsten, am wärmsten dort, wo sie auf das Meer trifft. An besonders heißen Tagen ist es eine der erholsamsten Sachen, die man an einem kretischen Sommernachmittag tun kann: im kühlen Schluchtgewässer sitzen, den Rücken zum Meer.
- Das Kloster Moni Preveli auf der Kliffsstraße oberhalb des Strandes ist zu bestimmten Zeiten für Besucher geöffnet und hat ein kleines Museum. Es lohnen sich gut und gerne 20 Minuten, auch wenn Klöster sonst nicht dein Ding sind – der historische Kontext, den es für die Landschaft darunter liefert, ist wirklich interessant.
- Das Boot von Plakias fährt nicht nach einem festen Fahrplan wie eine Fähre. Erkundige dich am Vortag bei deiner Unterkunft in Plakias nach den aktuellen Abfahrtszeiten, da Verbindungen je nach Wetterlage ausfallen oder geändert werden können.
- Wer am westlichen Parkplatz parkt und zum Strand absteigt, sollte beachten: Der letzte Wegabschnitt und der Bereich rund um die Steinbrücke können nass und rutschig sein. Selbst im Sommer halten der Sprühnebel der Lagune und die morgendliche Feuchtigkeit bestimmte Felsen dauerhaft glitschig.
Für wen ist Preveli Beach & Palmenhain geeignet?
- Natur- und Ökologiebegeisterte, die endemische Pflanzenarten und Landschaften lieben, wo Fluss auf Meer trifft
- Fotografen, die Bilder suchen, die sich wirklich von normalen griechischen Strandfotos abheben
- Paare, die von Plakias oder Rethymno aus einen malerischen und leicht abenteuerlichen Ausflug machen möchten
- Schwimmer, die ungewöhnlich klares Wasser wollen – mit der Möglichkeit, an derselben Stelle sowohl im Süß- als auch im Salzwasser zu schwimmen
- Reisende, die einen halben Tag Zeit haben und etwas Unvergesslicheres suchen als noch einen Tag auf dem Liegestuhl
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Plakias & Südküste:
- Agia Galini
Amphitheatralisch über der Messara-Bucht an der Südküste Kretas gelegen, ist Agia Galini ein kleines Fischerdorf mit steilen Gassen, einem geschützten Hafen und einem Strand nur 100 Meter vom Ortszentrum entfernt. Der Name bedeutet auf Griechisch „Heiliger Frieden" – und das passt für den größten Teil des Jahres durchaus.
- Kourtaliotiko-Schlucht
Die Kourtaliotiko-Schlucht durchschneidet das Hochland von Rethymno auf rund 3 Kilometern, ihre Kalksteinwände ragen bis zu 600 Meter über einem Fluss auf, der schließlich in den Strand von Preveli mündet. Den Namen verdankt die Schlucht dem kretischen Wort für Applaus – ein Verweis auf das Echo, das der Wind durch die Felswände trägt. Das ist einer der lohnendsten Kurzausflüge im Süden Kretas: Geologie, Legende, seltene Tierwelt und Flusslandschaft in einem kompakten, gut zugänglichen Paket.
- Matala Beach
Der Matala Beach an der Südküste Kretas ist anders als jeder andere Strand auf der Insel. Eine 250 Meter lange Blue-Flag-Bucht, flankiert von Klippenhöhlen, die einst als römische Grabkammern und später als Hippie-Unterkünfte der 1960er Jahre dienten – ein Ort für neugierige Reisende, die Geschichte und einen guten Badetag miteinander verbinden wollen.
- Höhlen von Matala
In die Sandsteinfelsen über einem der stimmungsvollsten Strände Südkretas gehauen, sind die Höhlen von Matala eine archäologische Freiluftanlage mit vielschichtiger Vergangenheit: römische Grabkammern, eine Verbindung zum minoischen Hafen und ein Kapitel aus den 1960ern, das diesem stillen Dorf einen unerwarteten Legendenstatus verlieh. Schon der Ausblick von der Felswand rechtfertigt den kleinen Eintrittspreis.