Kloster Moni Preveli: Geschichte, Aussichten und praktischer Reiseführer
Auf 170 Metern über dem Libyschen Meer in der Region Rethymno gelegen, ist Moni Preveli eines der geschichtsträchtigsten Klöster Kretas. Vom Widerstand im 19. Jahrhundert bis zur Unterstützung alliierter Soldaten im Zweiten Weltkrieg – dieses Kloster hat echtes Gewicht. Die Aussichten, die Kirche und die Ruinen des unteren Klosters am Straßenrand machen daraus weit mehr als einen schönen Umweg.
Fakten im Überblick
- Lage
- Preveli, Rethymno 74060, Kreta — 37 km südlich von Rethymno
- Anfahrt
- Mit dem Auto über Spili und die Straße durch die Kourtaliotiko-Schlucht; kein regulärer Busverkehr bis zum Klostereingang
- Zeitbedarf
- 1 bis 1,5 Stunden am Kloster; plus 30 Minuten, wenn du unterwegs bei den Ruinen von Kato Preveli hältst
- Kosten
- In der Hauptsaison wird Eintritt erhoben (aktuellen Betrag vor Ort erfragen); im Winter kostenlos
- Am besten für
- Geschichtsinteressierte, WWII-Enthusiasten, Architekturliebhaber und alle, die den Besuch mit dem Preveli-Strand unten kombinieren
- Offizielle Website
- preveli.org/files/moni/en10.htm

Was Moni Preveli wirklich ist
Das Heilige Kloster Preveli, auf Griechisch Ιερά Μονή Προβελή, liegt auf einem breiten Plateau in 170 Metern Höhe an Kretas Südküste – mit einem freien Panoramablick auf das Libysche Meer, das sich bis nach Nordafrika erstreckt. Der Komplex, den du heute besuchst, offiziell Piso Moni Preveli (Oberes Kloster des Heiligen Johannes des Evangelisten) genannt, ist ein aktives orthodoxes Kloster mit einer lebendigen Kirche, einem kleinen kirchlichen Museum und Terrassengärten. Es ist keine Ruine und kein Wiederaufbau, sondern eine lebendige religiöse Stätte, die über vier Jahrhunderte hinweg immer wieder aufgebaut und verteidigt wurde.
Wer zum ersten Mal hierherkommt, sollte den Unterschied zwischen oberem und unterem Kloster kennen. Etwa zwei Kilometer bevor du Piso Moni erreichst, passierst du die dachlosen Überreste von Kato Moni Preveli, dem Unteren Kloster des Heiligen Johannes des Täufers. Diese frühere Gründung stammt ungefähr aus derselben Zeit, wurde aber aufgegeben und ist heute eine malerische Ruine am Ufer des Megalopotamos-Flusses, gleich neben einer gut erhaltenen osmanischen Steinbrücke aus etwa 1850. Viele Besucher fahren einfach daran vorbei – das wäre ein Fehler. Das untere Kloster gibt dem oberen erst seinen ganzen Kontext.
💡 Lokaler Tipp
Halt bei Kato Moni Preveli und der türkischen Brücke, bevor du die Straße zum Piso Moni hinausfährst. Das kostet 20 Minuten und macht den Besuch deutlich gehaltvoller.
Die Geschichte hinter den Mauern
Das älteste gesicherte Artefakt in Preveli ist eine Glocke aus dem Jahr 1594, die auf eine venezianische Gründung hindeutet – wahrscheinlich von einem Feudalherren namens Prevelis errichtet. Die osmanische Invasion von 1649 zerstörte den Komplex, doch er wurde wieder aufgebaut und entwickelte sich während der langen Besatzungszeit zu einem wichtigen Zentrum kretisch-orthodoxer Identität. Im 19. Jahrhundert war das Kloster aktiv genug, um zum revolutionären Aufstand von 1866 beizutragen – einem von mehreren gescheiterten, aber prägenden Versuchen, Kreta mit Griechenland zu vereinen, bevor die Vereinigung 1913 schließlich gelang.
Was die meisten internationalen Besucher anzieht, ist die Rolle des Klosters im Zweiten Weltkrieg. Nach der Schlacht um Kreta 1941 versteckten die Mönche von Preveli Hunderte alliierter Soldaten, überwiegend australische und neuseeländische Truppen, die während der Evakuierung abgeschnitten worden waren. Das Kloster versorgte sie mit Nahrung, versteckte sie vor deutschen Patrouillen und half dabei, ihre Flucht per U-Boot vom Preveli-Strand unterhalb zu koordinieren. Abt Agathangelos Lagouvardos leitete diese Aktion unter enormem persönlichem Risiko. Das Kloster wurde schließlich von deutschen Truppen durchsucht und bestraft, doch die Taten des Abts sind heute durch ein Denkmal auf dem Gelände gewürdigt und von den Regierungen Australiens und Neuseelands anerkannt.
Für einen tieferen Einblick in diese Zeit bietet der Kreta-Geschichtsführer einen Überblick über den langen Bogen der Inselgeschichte – von der minoischen Zivilisation über die osmanische Herrschaft bis zur Besatzung im 20. Jahrhundert.
Tickets & Führungen
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Preveli guided tour from Chania
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Die Kirche, das Museum und das Gelände
Die Kirche des Heiligen Johannes des Theologen, 1837 in einem schlichten neoklassizistischen Stil erbaut, bildet den Mittelpunkt des oberen Hofes. Im Inneren birgt die Ikonostase mehrere bedeutende Ikonen, darunter ein mit Edelsteinen besetztes Silberkreuz, das zu den am meisten verehrten Reliquien des Klosters zählt. Durch hohe Fenster fällt natürliches Licht herein, und an Sommermorgen ist es drinnen kühl und dämmrig, mit einem leichten Weihrauchduft von der Frühmesse. Die Kleiderordnung wird streng eingehalten: Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Das Kloster stellt am Eingang Tücher für unvorbereitete Besucher bereit, aber wer eins mitbringt, kommt schneller rein.
Das Museum, untergebracht in den ehemaligen Stallungen, ist überschaubar, dafür aber inhaltlich präzise. Es zeigt kirchliches Silbergeschirr, Stickereien, Handschriften und Artefakte aus der Geschichte des Klosters, darunter auch Objekte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Beschriftungen sind auf Griechisch und Englisch. Plane 15 bis 20 Minuten ein, mehr wenn dich die Klostergeschichte wirklich interessiert.
Das Gelände selbst lädt zum langsamen Umherschlendern ein. Terrassengärten mit Olivenbäumen und blühenden Sträuchern führen hinunter zur Klippenkante, und eine Steinterrasse nahe der Südmauer bietet den besten freien Blick auf das Libysche Meer. An klaren Tagen fühlt der Horizont sich sehr weit südlich an. Im Sommer hält die Meeresbrise die Terrasse spürbar kühler als die Straße.
Wann man am besten besucht – und wie sich das je nach Tageszeit ändert
Die Sommeröffnungszeiten sind in der Regel 8:00 bis 13:30 Uhr am Vormittag und 16:00 bis 19:00 Uhr am Nachmittag, können sich aber ohne Vorankündigung ändern. Am ruhigsten ist es in der ersten Stunde nach der Morgeneröffnung. Ab Mitte des Vormittags im Juli und August treffen Reisebusse aus Rethymno und Plakias ein, und der Innenhof kann sich für einen Ort, der eigentlich nach Stille verlangt, ziemlich voll anfühlen. Die Nachmittagssession ab etwa 16:00 Uhr ist oft ruhiger, mit weicherem Licht und ohne die schlimmste Mittagshitze.
⚠️ Besser meiden
Öffnungszeiten immer vorher prüfen. Das Kloster folgt dem griechisch-orthodoxen Kirchenkalender und kann an Festtagen oder während der Liturgie geschlossen sein. Die Telefonnummer lautet +30 28320 41444.
Ein Winterbesuch ist eine ganz andere Erfahrung. Das Kloster ist dann oft kostenlos und meist ohne andere Besucher, aber Teile des Komplexes können geschlossen oder unbesetzt sein. Die Straße durch die Kourtaliotiko-Schlucht ist im Winter gelegentlich von Steinschlägen betroffen, daher vor der Fahrt die aktuellen Straßenbedingungen checken. Der Lohn in den kälteren Monaten ist die Landschaft: Die Schlucht führt mehr Wasser, das Licht ist tiefer und weniger hart, und der Meerblick von der Klosterterrasse hat eine besondere Klarheit.
Ein Besuch im Oktober ist hier besonders empfehlenswert – warme, aber angenehme Temperaturen und deutlich weniger Trubel. Der Reiseführer zu Kreta im Oktober gibt das große Bild für die Reiseplanung in dieser Jahreszeit.
Anreise und wie die Fahrt dorthin ist
Es gibt keinen regulären Busverkehr, der bis zum Klostereingang fährt. Ein Auto oder Motorroller ist die praktische Wahl. Von Rethymno aus dauert die Fahrt nach Süden unter normalen Bedingungen etwa 45 Minuten. Die Strecke führt durch den Marktort Spili und dann in die Kourtaliotiko-Schlucht, eine dramatische Kalksteinschlucht, in der die Straße enger wird und die Felswände nah heranrücken. Die Schlucht lohnt es, langsamer zu fahren. Danach folgt die Straße dem Megalopotamos-Fluss zur osmanischen Brücke und den Ruinen des unteren Klosters, bevor sie auf das Plateau und zum Eingang des oberen Klosters hinaufführt.
Wer in Plakias übernachtet, ist gut aufgestellt: Das Kloster ist weniger als 20 Kilometer entfernt und lässt sich an einem Tag wunderbar mit Preveli Beach unterhalb des Klosters kombinieren. Der Strand ist über einen eigenen Parkplatz weiter unten an der Straße erreichbar, von dort ein 15-minütiger Fußweg. Dort, wo der Megalopotamos-Fluss auf das Meer trifft, flankiert von Palmen, liegt er in eindrucksvollem Kontrast zur religiösen Stille weiter oben.
Wer eine größere Rundtour durch die Region Rethymno plant, findet im Kreta-Roadtrip-Guide Routenvorschläge, die die Südküste mit einem Halt in Rethymno verbinden.
Fotografie und praktische Hinweise
Im Innenhof und auf dem Gelände ist Fotografieren generell erlaubt, in der Kirche selbst ist es üblich, vorher zu fragen – während der Gottesdienste ist es oft nicht gestattet. Die besten Außenaufnahmen des Klosters entstehen von der südlichen Terrasse mit dem Libyschen Meer als Kulisse. Das frühe Morgenlicht trifft die Fassade direkt und gibt dem Stein einen warmen Ton. Das Nachmittagslicht ist diffuser, eignet sich aber besser für den Meerblick.
Das Gelände hat mehrere Ebenen mit Steinstufen und teils unebenen Wegen. Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität ist der Haupthof und der Kircheneingang erreichbar, einige Bereiche des Geländes umfassen aber Treppen ohne Handlauf. Im Kloster gibt es weder Café noch Wasserstelle – also Wasser mitbringen, besonders im Sommer, wenn es auf der exponierten Terrasse richtig heiß werden kann. Die nächsten Einrichtungen gibt es in Plakias oder an Haltepunkten entlang der Kourtaliotiko-Straße.
ℹ️ Gut zu wissen
Bedeckte Schultern und Knie sind Pflicht für den Zutritt zu Kloster und Kirche. Ein leichtes Tuch oder eine dünne Hose reichen völlig. Das Kloster stellt Tücher bereit, aber mit eigenem ist es bequemer.
Für wen es passt – und wer zweimal nachdenken sollte
Preveli ist ideal für Reisende, die neben Kretas Küstenlandschaft auch kulturellen und historischen Gehalt suchen. Die Kombination aus Schluchtenfahrt, den Ruinen des unteren Klosters, dem oberen Komplex mit Museum und dem Preveli-Strand darunter ergibt einen vollen und wirklich abwechslungsreichen halben Tag. Familien mit Kindern ab etwa acht Jahren kommen gut zurecht, besonders wenn der Strand als krönender Abschluss geplant ist.
Wer hauptsächlich am Strand entspannen möchte und religiösen oder historischen Stätten eher gleichgültig gegenübersteht, wird den Klosterbesuch vielleicht als zu dünn empfinden – besonders wenn das Museum geschlossen ist. In dem Fall reichen der Strand und die Schluchtenfahrt vielleicht als Begründung für die Anreise. Wer die visuelle Pracht einer großen mittelalterlichen Festung oder eines reich dekorierten byzantinischen Komplexes erwartet, sollte die Erwartungen anpassen: Preveli ist würdevoll und historisch bedeutsam, architektonisch aber zurückhaltend. Die Kirche aus dem 19. Jahrhundert ist gepflegt und sauber – prunkvoll ist sie nicht.
Wer sich vor allem für kretische Klostergeschichte und -architektur interessiert, für den ist Kloster Arkadi bei Rethymno eine größere und eindrucksvollere Anlage – bekannt durch die Belagerung von 1866 – und ein lohnender Vergleichspunkt.
Insider-Tipps
- Die Ruinen von Kato Moni Preveli und die osmanische Brücke darunter sind von der Hauptstraße aus kaum ausgeschildert. Nach der Schlucht einfach langsamer werden und links Ausschau nach dem Abzweig Richtung Fluss halten. Der Umweg ist kurz und lohnt sich wirklich.
- Die Nachmittagsöffnung (im Sommer ungefähr von 16:00 bis 19:00 Uhr) ist spürbar ruhiger als der Vormittag. Wer in den ersten 30 Minuten nach der Wiederöffnung ankommt, hat Terrasse und Innenhof oft fast für sich allein.
- Das Denkmal zur Erinnerung an die im Zweiten Weltkrieg evakuierten alliierten Soldaten liegt zwar auf dem Gelände, taucht aber in den meisten Reisegruppenrouten kaum auf. Nimm dir ein paar Minuten, um es zu finden und die Inschrift zu lesen – das gibt dem ganzen Ort eine ganz andere Tiefe.
- Kloster und Preveli-Strand lassen sich gut an einem Tag kombinieren, aber am besten mit dem Auto getrennt anfahren: Der Strandparkplatz liegt unterhalb des Klosters an einem anderen Straßenabzweig, und der Fußweg vom Kloster hinunter ist steil und nicht für alle Schuhe geeignet.
- Im Sommer ist die Terrasse an der Südseite der kühlste Platz im ganzen Klosterkomplex, dank der Meeresbrise. Wenn es heiß ist, lieber mehr Zeit dort draußen verbringen als drinnen.
Für wen ist Kloster Moni Preveli geeignet?
- Geschichts- und WWII-Interessierte, die Orte mit dokumentierter Widerstandsgeschichte suchen
- Reisende, die die Fahrt durch die Kourtaliotiko-Schlucht mit einem Tag an der Südküste verbinden
- Fotografen, die Klosterarchitektur vor dem Hintergrund des Libyschen Meeres suchen
- Besucher aus Plakias oder Rethymno, die einen gehaltvollenh Halbtagesausflug durchs Inland und entlang der Küste planen
- Reisende mit Interesse an griechisch-orthodoxer Klosterkultur und kirchlicher Kunst
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Plakias & Südküste:
- Agia Galini
Amphitheatralisch über der Messara-Bucht an der Südküste Kretas gelegen, ist Agia Galini ein kleines Fischerdorf mit steilen Gassen, einem geschützten Hafen und einem Strand nur 100 Meter vom Ortszentrum entfernt. Der Name bedeutet auf Griechisch „Heiliger Frieden" – und das passt für den größten Teil des Jahres durchaus.
- Kourtaliotiko-Schlucht
Die Kourtaliotiko-Schlucht durchschneidet das Hochland von Rethymno auf rund 3 Kilometern, ihre Kalksteinwände ragen bis zu 600 Meter über einem Fluss auf, der schließlich in den Strand von Preveli mündet. Den Namen verdankt die Schlucht dem kretischen Wort für Applaus – ein Verweis auf das Echo, das der Wind durch die Felswände trägt. Das ist einer der lohnendsten Kurzausflüge im Süden Kretas: Geologie, Legende, seltene Tierwelt und Flusslandschaft in einem kompakten, gut zugänglichen Paket.
- Matala Beach
Der Matala Beach an der Südküste Kretas ist anders als jeder andere Strand auf der Insel. Eine 250 Meter lange Blue-Flag-Bucht, flankiert von Klippenhöhlen, die einst als römische Grabkammern und später als Hippie-Unterkünfte der 1960er Jahre dienten – ein Ort für neugierige Reisende, die Geschichte und einen guten Badetag miteinander verbinden wollen.
- Höhlen von Matala
In die Sandsteinfelsen über einem der stimmungsvollsten Strände Südkretas gehauen, sind die Höhlen von Matala eine archäologische Freiluftanlage mit vielschichtiger Vergangenheit: römische Grabkammern, eine Verbindung zum minoischen Hafen und ein Kapitel aus den 1960ern, das diesem stillen Dorf einen unerwarteten Legendenstatus verlieh. Schon der Ausblick von der Felswand rechtfertigt den kleinen Eintrittspreis.