Oxford Street: Londons große Einkaufsmeile
Die Oxford Street erstreckt sich über knapp zwei Kilometer mitten durch das West End und ist Londons berühmteste Einkaufsstraße – täglich von Hunderttausenden besucht. Von großen Kaufhäusern bis zu internationalen Modeketten ist hier jedes Budget und jeder Geschmack vertreten. Dieser Guide hilft dir einzuschätzen, ob ein Besuch lohnt und wie du das Beste daraus machst.
Fakten im Überblick
- Lage
- City of Westminster, London W1 – zwischen Marble Arch (Westen) und Tottenham Court Road (Osten)
- Anfahrt
- Oxford Circus (Central, Bakerloo, Victoria Line) – 1 Minute Fußweg zum mittleren Abschnitt; außerdem Marble Arch, Bond Street, Tottenham Court Road
- Zeitbedarf
- 1–3 Stunden zum Stöbern; ein Spaziergang von einem Ende zum anderen dauert etwa 25 Minuten
- Kosten
- Kostenlos; einzelne Geschäfte von günstig bis luxuriös
- Am besten für
- Shoppingfans, Erstbesucher, Kaufhausliebhaber, Weihnachtsbeleuchtungs-Fans
- Offizielle Website
- www.oxfordstreet.co.uk

Was die Oxford Street eigentlich ist
Die Oxford Street ist eine knapp zwei Kilometer lange öffentliche Straße, die von Ost nach West durch die City of Westminster führt und eine der markantesten Trennlinien im Londoner Zentrum bildet: Im Süden liegen Mayfair und Soho, im Norden Marylebone und Fitzrovia. Sie ist Teil der historischen A40-Route und diente spätestens seit dem 18. Jahrhundert als kommerzielle Ader, als sie sich von einer Wohnstraße zur Einkaufsmeile wandelte, die sie bis heute geblieben ist. Europaweit zählt sie konstant zu den meistbesuchten Einkaufsstraßen.
Die Straße selbst ist rund um die Uhr als öffentlicher Weg zugänglich. Der Autoverkehr ist weitgehend auf Busse und lizenzierte Taxis beschränkt, weshalb Fußgänger die Gehwege dominieren – besonders rund um den Oxford Circus. Die meisten Geschäfte öffnen montags bis samstags gegen 09:00 Uhr und schließen um etwa 21:00 Uhr; sonntags sind die Öffnungszeiten in der Regel auf etwa 12:00 bis 18:00 Uhr verkürzt. Besonders rund um Feiertage lohnt es sich, die Zeiten einzelner Händler vorher zu prüfen.
💡 Lokaler Tipp
Die Station Oxford Circus bringt dich direkt in die Mitte der Straße. Wer von West nach Ost einkaufen möchte, startet am besten bei Marble Arch und läuft bis zur Tottenham Court Road – von dort geht es weiter südlich in Richtung Soho oder östlich zum Covent Garden.
Die Straße zu verschiedenen Tageszeiten
Die Oxford Street vor 10:00 Uhr ist ein völlig anderer Ort. Lieferwagen belegen die Busspuren, Mitarbeiter schieben Kleiderständer über die Gehwege, und die wenigen Passanten, denen du begegnest, laufen zielstrebig voran, ohne zu bummeln. Wenn du dich orientieren, eine SIM-Karte kaufen oder schnell etwas Notwendiges erledigen willst, ist das die beste Zeit – ohne in die Menschenmassen zu geraten.
Zwischen etwa 11:00 und 18:00 Uhr, besonders samstags, werden die Gehwege rund um den Oxford Circus eng. Die Menschendichte an der vierarmigen Kreuzung vor der Station überrascht viele Erstbesucher. Straßenkünstler, Spendensammler und Promotionteams der großen Stores buhlen um Aufmerksamkeit. Entspanntes Flanieren ist das nicht.
An Wochentagen zwischen etwa 17:30 und 19:30 Uhr entsteht ein anderes Gedränge: Pendler, Büroangestellte auf dem Heimweg und Nacharbeits-Shopper bevölkern die Straße. Nach etwa 20:00 Uhr wird es merklich ruhiger. Die Straße bleibt zwar zugänglich, aber die meisten Läden schließen gerade oder haben schon zu, und die Atmosphäre fühlt sich eher nach einem hell erleuchteten Durchgang an als nach einem Ziel.
⚠️ Besser meiden
Samstagnachmittags zwischen Oxford Circus und Bond Street gehört die Oxford Street zu den meistbesuchten öffentlichen Plätzen Londons. Taschendiebstähle werden hier regelmäßig gemeldet. Taschen geschlossen halten, Handy beim Gehen nicht offen in der Hand halten und aufmerksam bleiben.
Was man hier wirklich kaufen sollte
Die großen Ankerstores sind der eigentliche Grund für einen gezielten Besuch. Selfridges, nahe dem Ende bei Marble Arch, ist das architektonisch beeindruckendste davon: Die denkmalgeschützte Fassade ziert 130 ionische Säulen, und die zentrale Uhr ist längst zu einem inoffiziellen Wahrzeichen geworden. Die Lebensmittelhalle, die Schönheitsetagen und die Designerabteilungen gelten bei vielen Stammkunden als einige der besten Einkaufsflächen Londons. Selbst wer nichts kaufen will, sollte sich das Erdgeschoss ansehen.
Marks & Spencer hat hier seinen Flagship-Store, ebenso John Lewis – beide bieten einen guten Querschnitt durch den britischen Einzelhandel im mittleren Preissegment. Dazu kommen Filialen so gut wie jeder großen internationalen Modekette. Wer das West End insgesamt erkunden möchte, sollte wissen, dass spezielleres Shopping in der Nähe wartet: Carnaby Street im Süden mit unabhängigen Boutiquen, und die Regent Street einen Block westlich mit höherpreisigen Flagshipstores.
Was du auf der Oxford Street kaum findest, sind unabhängige Läden, ausgefallenes Essen oder lokales Flair. Das Angebot ist stark auf internationale Marken und Mainstream-Ketten ausgerichtet. Wer das nicht sucht, nutzt die Straße besser als Durchgangsroute denn als Ziel.
Geschichte und städtischer Kontext
Die Straße ist älter als das moderne London in einem echten Sinne. Ursprünglich war sie die Route, auf der Reisende London in Richtung Oxford verließen – bis ins 18. Jahrhundert hinein schlicht als Tyburn Road bekannt, bevor die Umbenennung und der kommerzielle Wandel einsetzten. Für weite Teile des 18. und frühen 19. Jahrhunderts war sie auch als der Weg bekannt, auf dem zum Tode Verurteilte vom Newgate-Gefängnis zum Galgen in Tyburn geführt wurden – dort, wo sich heute Marble Arch befindet.
Die Entwicklung zur Einkaufsstraße verlief stetig durch die viktorianische Ära. Kaufhäuser entstanden ab dem späten 19. Jahrhundert, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Oxford Street ihre Rolle als wichtigstes Einkaufsviertel Londons gefestigt. Das Stadtbild ist architektonisch wenig einheitlich: Vieles, was heute steht, stammt aus der Nachkriegszeit, mit einigen wenigen erhaltenen edwardianischen Fassaden. Selfridges, ab 1909 erbaut, ist mit Abstand das beeindruckendste Gebäude der gesamten Straße.
Die Oxford Street liegt im Herzen dessen, was man allgemein das West End nennt – Londons wichtigstes Unterhaltungs- und Einkaufsviertel. Dieser Kontext hilft beim Einordnen: Die Straße ist ein Knotenpunkt, kein isoliertes Erlebnis, und was in Soho, Mayfair und Marylebone drum herum passiert, ist oft interessanter als die Straße selbst.
Anreise und Fortbewegung
Die Station Oxford Circus bedient die Central, Bakerloo und Victoria Line und lässt dich direkt auf dem Gehweg in der Mitte der Straße, an der Kreuzung mit der Regent Street, herauskommen. Sie ist eine der meistfrequentierten U-Bahn-Stationen Londons; zu Stoßzeiten regelt die TfL gelegentlich den Zugang und lässt Fahrgäste draußen warten. An belebten Wochenenden ein paar Minuten extra einplanen.
Die Station Bond Street, bedient von der Central, Jubilee und Elizabeth Line, liegt etwa sieben Gehminuten vom westlichen Abschnitt der Straße entfernt und bietet Zugang zur Bond Street selbst, die südlich in Richtung Mayfair verläuft. Marble Arch (Central Line) und Tottenham Court Road (Central, Northern und Elizabeth Line) markieren die beiden Enden der Straße. Die Elizabeth-Line-Verbindungen bei Bond Street und Tottenham Court Road machen die Oxford Street besonders einfach erreichbar – ob vom Flughafen Heathrow, Paddington oder Canary Wharf.
Wer einen längeren Tag in diesem Teil Londons plant, findet im Ratgeber zur Fortbewegung in London alle wichtigen Infos zu Oyster Card, kontaktlosem Bezahlen und wie sich die U-Bahn-Tarifzonen auf die Kosten auswirken.
ℹ️ Gut zu wissen
Busse entlang der Oxford Street fahren häufig und bieten eine Aussicht auf die gesamte Straßenlänge aus dem Oberdeck. Die Linien 10, 55, 98 und weitere bedienen diese Strecke. Eine praktische Option, wenn die U-Bahn gestört ist oder du die Straße erleben willst, ohne sie komplett abzulaufen.
Saisonale Highlights und die beste Reisezeit
Die Weihnachtsbeleuchtung der Oxford Street leuchtet von Ende November bis Anfang Januar und ist abends wirklich beeindruckend. Das Einschalten der Lichter findet jedes Jahr üblicherweise Anfang November bei einer offiziellen Zeremonie statt, und der illuminierte Abschnitt von Marble Arch bis zur Tottenham Court Road gehört zu Londons schönsten Wintermotiven – am besten an einem Wochentag nach Einbruch der Dunkelheit, wenn etwas weniger Betrieb herrscht als am Wochenende. Wer London im Dezember besucht, sollte sich zumindest einen kurzen Abendspaziergang gönnen.
Juli und August bringen die meisten Touristen und die längsten Schlangen in den großen Stores. Im Frühjahr, besonders von März bis Mai, sind die Menschenmengen überschaubarer und die Temperaturen angenehm zum Laufen. Wer wissen möchte, wie sich die Stadt über das Jahr verändert, findet im Guide zur besten Reisezeit für London alle saisonalen Besonderheiten im Detail.
Die Oxford Street ist eines der wenigen Londoner Ziele, das bei Regen genauso gut funktioniert wie bei Sonnenschein. Die Straße ist zwar größtenteils im Freien, aber die schiere Dichte großer Läden bedeutet, dass man vergleichsweise wenig Zeit dem Wetter ausgesetzt ist. Wasserdichte Schuhe sind nützlicher als ein Regenschirm – die Gehwege und U-Bahn-Treppen sind oft nass.
Gut zu wissen: Für wen es sich lohnt – und für wen nicht
Die Oxford Street hält, was sie verspricht: konzentriertes, großvolumiges Einkaufen in zentraler Lage mit hervorragender Verkehrsanbindung. Wer viele bekannte Händler effizient unter einen Hut bringen will, ist hier richtig. Erstbesucher wollen sie oft einfach gesehen haben, weil sie davon gehört haben – und der Spaziergang von Marble Arch bis zum Oxford Circus ist ein solider Weg, den kommerziellen Puls des Londoner Zentrums zu spüren.
Für Atmosphäre, Geschichte oder gutes Essen ist sie allerdings nicht der richtige Ort. Unabhängige Restaurants, charaktervolle Pubs oder architektonische Highlights sucht man hier weitgehend vergebens – Selfridges ausgenommen. Wer einen Einblick in Londons Kultur und Persönlichkeit sucht, ist in Soho, auf der South Bank oder weiter im Osten besser aufgehoben. Familien mit kleinen Kindern können das Gedränge an Samstagen als belastend empfinden, und wer Mobilitätseinschränkungen hat, sollte wissen, dass es rund um den Oxford Circus gnadenlos voll wird.
Wer interessantere Einkaufserlebnisse sucht, sollte einen Blick auf den Portobello Road Market in Notting Hill werfen oder die Carnaby Street in der Nähe besuchen – beide bieten ein vielfältigeres Angebot abseits der großen Ketten.
Insider-Tipps
- Die Lebensmittelhalle von Selfridges im Untergeschoss lohnt sich auch dann, wenn du gar nichts kaufen willst. Das Angebot an britischen Produkten ist breiter und besser kuratiert als auf den meisten Londoner Märkten – und deutlich entspannter als der Borough Market am Wochenende.
- Die Parallelstraßen nördlich und südlich der Oxford Street, etwa die Wigmore Street im Norden oder die Brook Street im Süden, sind eine ruhigere Alternative, wenn du die Straße entlanglaufen willst, ohne im Gedränge zu stecken. Die Cafés dort sind außerdem deutlich besser.
- Wenn du gezielt zu John Lewis oder Selfridges willst, bieten Dienstag bis Donnerstagvormittag die beste Kombination aus vollem Sortiment und wenig Betrieb. Samstagvormittag vor 11 Uhr funktioniert ebenfalls noch gut.
- Die Weihnachtsbeleuchtung lässt sich am schönsten vom Bürgersteig zwischen Oxford Circus und Bond Street fotografieren – am besten kurz nach Sonnenuntergang in Richtung Westen, wenn der Himmel noch tiefblau ist und das warme Licht wunderbar kontrastiert. Dieses Zeitfenster dauert nur etwa 20 Minuten.
- Der Oxford Circus hat vier Ausgänge, einen an jeder Ecke der Kreuzung. Der Nordostausgang (Richtung Regent Street nordwärts) ist zu Stoßzeiten meist am wenigsten überfüllt. Schau dir den Ausgangsplan in der Station an, bevor du nach oben gehst.
Für wen ist Oxford Street geeignet?
- Erstbesucher, die Londons bekannteste Einkaufsstraße sehen wollen
- Shoppingfans, die in einem Zug mehrere große Händler abklappern möchten
- Winterreisende, die die Weihnachtsbeleuchtung erleben wollen
- Alle, die Bond Street oder Tottenham Court Road als Umsteigepunkt nutzen und dabei noch ein bisschen bummeln wollen
- Kaufhausbegeisterte – besonders für einen Besuch bei Selfridges
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in West End:
- British Library
Die British Library besitzt über 170 Millionen Objekte aus Jahrtausenden menschlichen Denkens – von der Magna Carta bis zu handgeschriebenen Beatles-Liedtexten. Der Eintritt ins Gebäude und in die Dauerausstellungen ist kostenlos, was sie zu einem der lohnendsten Stopps im Londoner Zentrum für neugierige Reisende macht.
- British Museum
Das British Museum beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen zur Menschheitsgeschichte weltweit – zwei Millionen Jahre Geschichte, verteilt auf über 60 kostenlose Galerien. Der Eintritt zur Dauerausstellung ist gratis, doch wer weiß, wie man sich in diesem riesigen Haus zurechtfindet, erlebt einen ganz anderen Besuch.
- Carnaby Street
Carnaby Street ist das Fußgänger-Einkaufsviertel in Soho, das den Look der Londoner 1960er-Jahre geprägt hat und bis heute Modebegeisterte, Feinschmecker und neugierige Spaziergänger anzieht. Der Eintritt ist kostenlos, die U-Bahn-Station Oxford Circus liegt fünf Minuten entfernt – und wer sich Zeit nimmt und durch die Seitenstraßen schlendert, wird belohnt.
- Coal Drops Yard
Coal Drops Yard ist ein revitalisiertes viktorianisches Industriegelände in King's Cross – heute mit unabhängigen Läden, Restaurants und Bars unter eindrucksvoll restaurierten Backsteinbögen. Der Außenbereich ist kostenlos zugänglich und nur wenige Gehminuten vom Bahnhof King's Cross St Pancras entfernt.