Scottish National Gallery of Modern Art: Was dich in Modern One und Modern Two erwartet
Die Scottish National Gallery of Modern Art verteilt sich auf zwei stattliche Gebäude an der Belford Road, westlich des Stadtzentrums von Edinburgh. Der Eintritt zur Dauerausstellung ist kostenlos, das Gelände öffnet um 7 Uhr und schließt um 18 Uhr, und der Fußweg von der Princes Street dauert etwa 15 Minuten. Ein Besuch lohnt sich – ob für eine konzentrierte Stunde oder einen ganzen Nachmittag.
Fakten im Überblick
- Lage
- 73 & 75 Belford Road, Edinburgh EH4 3DR (westlich des Stadtzentrums)
- Anfahrt
- Ca. 15 Min. zu Fuß von der Princes Street über den Palmerston Place; Bus: Edinburgh Coach Lines Linie 13 bis Belford Road
- Zeitbedarf
- 1,5–3 Stunden für beide Gebäude; nur das Außengelände ca. 30 Min.
- Kosten
- Kostenlos (Dauerausstellung); Sonderausstellungen können kostenpflichtig sein
- Am besten für
- Kunstliebhaber, ruhige Morgenstunden abseits des Royal Mile, Spaziergänge durch den Skulpturenpark
- Offizielle Website
- www.nationalgalleries.org/visit/scottish-national-gallery-modern-art

Was die Scottish National Gallery of Modern Art eigentlich ist
Die meisten Edinburgh-Besucher verbringen ihre Zeit auf dem Royal Mile oder rund um die Princes Street – was bedeutet, dass die Scottish National Gallery of Modern Art erfreulich wenig überlaufen ist. Es handelt sich nicht um ein einzelnes Gebäude, sondern um zwei: Modern One an der Belford Road 73 und Modern Two direkt gegenüber an der Nummer 75. Beide Gebäude blicken sich über ein gestaltetes Außengelände mit Skulpturen und einer abfallenden Rasenfläche vor Modern One an, die der Künstler Charles Jencks in eine Folge gestufter Landformen und halbmondförmiger Teiche umgestaltet hat. Der Effekt ist beeindruckend bei klarem Wetter, und das Gelände ist auch unabhängig von den Galerien einen Besuch wert.
Die 1960 gegründete Galerie beherbergt Schottlands nationale Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst, die von etwa 1900 bis zur Gegenwart reicht. Die Sammlung umfasst bedeutende Werke des Surrealismus, der Scottish Colourists, des deutschen Expressionismus sowie zeitgenössischer britischer und internationaler Kunst. Der Eintritt zur Dauerausstellung in beiden Gebäuden ist kostenlos.
ℹ️ Gut zu wissen
Öffnungszeiten: Beide Galerien täglich 10:00–17:00 Uhr. Das Außengelände von Modern One ist von 07:00 bis 18:00 Uhr zugänglich. Geschlossen am 25. und 26. Dezember.
Das Außengelände: Mehr als ein Weg zwischen zwei Gebäuden
Wer früh kommt, wird das Gelände als eigenständiges Erlebnis schätzen. Die Tore öffnen um 7:00 Uhr und schließen um 18:00 Uhr – man kann also die Jencks-Landformen und die baumgesäumten Wege erkunden, bevor die Galerien öffnen, fast in absoluter Stille abgesehen von Vogelgezwitscher und dem gelegentlichen Jogger. Die Rasenskulptur vor Modern One liegt am Fuß eines sanft terrassierten Hügels, von dessen Spitze man einen unverstellten Blick zurück auf die neoklassizistische Fassade des Gebäudes hat – ein tolles Foto ohne Menschenmassen, wenn man es vor 10 Uhr schafft.
Ein Tor auf der Rückseite des Modern-One-Geländes führt direkt zum Water of Leith Walkway (von Oktober bis März bei Tageslicht zugänglich; saisonale Öffnungszeiten vor dem Besuch prüfen). Das ist ein nützlicher praktischer Hinweis für alle, die den Water of Leith erwandern wollen: Man kann die Route an der Galerie beginnen oder beenden und hat dort am Ende eines langen Spaziergangs ein Café und sanitäre Anlagen zur Verfügung.
Auf beiden Geländen sind Skulpturen im Freien verteilt, darunter Werke von Eduardo Paolozzi und Rachel Whiteread. Es handelt sich um Dauerinstallationen, sodass man sie unabhängig von einer temporären Ausstellung besichtigen kann. Im Sommer wird die Rasenfläche vor Modern One zum beliebten Picknickplatz für Einheimische, was dem Ort einen ganz anderen Charakter gibt: weniger Galerie, mehr Park.
Tickets & Führungen
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Ab 61 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungLoch Ness, Glen Coe and the Highlands tour from Edinburgh
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Modern One von innen: Die Dauerausstellung
Modern One ist das größere der beiden Gebäude und das, das die meisten als erstes betreten. Das Gebäude selbst ist eine neoklassizistische ehemalige Schule, die zu einer Galerie mit luftigen Innenräumen umgebaut wurde, die großzügig wirken, ohne kalt zu sein. Das natürliche Licht ist in den Erdgeschossräumen gut genutzt – dort ist die Dauerausstellung am stärksten. Zu sehen sind Werke der Scottish Colourists wie Peploe und Cadell neben Matisse, Picasso, Giacometti sowie eine bedeutende Surrealismus-Sammlung mit wichtigen Werken von Dalí und Magritte. Die Surrealismus-Räume sind der meistbesuchte Teil des Gebäudes.
Die Sammlung ist thematisch und nach Strömungen geordnet, nicht streng chronologisch – was beim ersten Besuch gelegentlich etwas verwirrend sein kann. Nimm dir Zeit, die Einführungstexte der einzelnen Räume zu lesen. Die oberen Etagen zeigen stärker zeitgenössische Arbeiten und wechseln häufiger, da dort Wechselausstellungen stattfinden. Wenn du spezifische Interessen hast, lohnt es sich, vorab auf der Website nachzuschauen – manche Räume können während Installationsphasen geschlossen sein.
💡 Lokaler Tipp
Das Café in Modern One ist eine praktische Anlaufstelle: guter Kaffee, leichte Speisen und Blick auf das Außengelände. An Wochenenden ist es zwischen 12:30 und 13:30 Uhr voll – entsprechend planen.
Modern Two von innen: Eine andere Atmosphäre
Modern Two, direkt gegenüber an der Belford Road, hat einen anderen Charakter. Das Gebäude wurde 1833 als Dean Orphan Hospital errichtet, und die viktorianische Institutionsarchitektur schafft Räume mit hohen Decken und einer nüchterneren Atmosphäre – was gut zu den großformatigen oder installationsorientierten Arbeiten passt, die hier oft gezeigt werden. Dieses Gebäude wird traditionell für Wechselausstellungen und wechselnde Präsentationen genutzt, was man also sieht, hängt vom Zeitpunkt des Besuchs ab. Hier befindet sich auch das Paolozzi-Studio – eine Rekonstruktion des Arbeitsateliers des in Edinburgh geborenen Bildhauers Eduardo Paolozzi, komplett mit Fragmenten, Maquetten und Werkstücken. Dieser Raum allein rechtfertigt den Weg über die Straße.
In Modern Two ist es selbst an belebten Tagen meist ruhiger als in Modern One. Wer ein entspannteres Erlebnis sucht, fängt dort an. Das Gebäude beherbergt außerdem das nationale Archiv und die Bibliothek für Kunst und Design – allerdings handelt es sich dabei um Facheinrichtungen und keine öffentlichen Ausstellungsbereiche.
Wie sich das Erlebnis je nach Tageszeit verändert
Wochentags zwischen 10:00 und 12:00 Uhr ist es am ruhigsten. Zwischen 12:00 und 14:00 Uhr füllt sich das Haus merklich, da viele den Galeriebesuch mit einem Mittagessen verbinden, und nochmals am frühen Nachmittag, wenn Schulklassen und Führungen durch die Räume ziehen. An Wochenenden kommen mehr Familien, besonders auf dem Außengelände, das bei Eltern mit kleinen Kindern unabhängig vom Ausstellungsprogramm beliebt ist. Die Atmosphäre an einem verregneten Werktagnachmittag passt besonders gut zur Kunst: Die Räume wirken kontemplativer, das Café wärmer, und die Surrealismus-Sammlung verdient mehr Zeit.
Im August kann die Galerie etwas voller werden, da sie Teile des Edinburgh-Fringe-Publikums anzieht, die etwas Ruhigeres suchen als das Festivaltreiben auf dem Royal Mile. Wer während des Festivals hier ist, sollte das wissen: Die Galerie liegt weit genug vom Hauptgeschehen entfernt, um sich wie eine echte Auszeit anzufühlen. Mehr zur Planung rund ums Festival gibt es im Guide zum Edinburgh Festival Fringe.
Anreise und Orientierung vor Ort
Der Fußweg von der Princes Street dauert bei gutem Wetter etwa 15 Minuten. Den Shandwick Place westwärts entlanggehen, in den Palmerston Place einbiegen und diesem bis zur Belford Road folgen. Der letzte Abschnitt führt steil hinunter in das Dean Valley – bei nassem Wetter am besten Schuhe mit gutem Profil tragen. Der Rückweg bergauf ist anstrengender, als er auf der Karte aussieht.
Die Edinburgh Coach Lines Linie 13 hält direkt an der Belford Road vor der Galerie. Wer die Galerie mit einem Spaziergang verbinden möchte: Der Water of Leith Walkway verbindet die Galerie direkt mit Stockbridge und weiter in Richtung Leith – ideal für einen Halbtagesausflug, der beides kombiniert.
Parkplätze sind bei Modern One und Modern Two vorhanden, täglich von 09:45 bis 17:30 Uhr geöffnet. Ein barrierefreies Changing-Places-WC steht in Modern One zu denselben Zeiten zur Verfügung. Stufenfreier Zugang ist in beiden Gebäuden möglich; vollständige Informationen zur Barrierefreiheit gibt es auf der Website der National Galleries of Scotland.
⚠️ Besser meiden
Der Weg zwischen der Belford Road und dem Galerieeingang hat ein leichtes Gefälle. Mit Rollstuhl oder Kinderwagen ist es einfacher, über den Parkplatzeingang als durch das Fußgängertor zu kommen – dort ist der Untergrund am gleichmäßigsten.
Fotografieren, Kontext und ehrliche Einschränkungen
Fotografieren der Dauerausstellung ist grundsätzlich ohne Blitz erlaubt; in einzelnen Räumen können Leihgaben durch separate Urheberrechtsregelungen geschützt sein – die Hinweisschilder beachten. Die Jencks-Landformen vor Modern One sind das meistfotografierte Element des gesamten Geländes und kommen bei schräg einfallendem Licht am besten zur Geltung: früh morgens im Sommer oder am späten Nachmittag im Herbst, wenn die Schatten lang sind und die Stufenkonturen klar hervortreten.
Ein ehrlicher Hinweis zu den Erwartungen: Wer etwas erwartet, das in der Größenordnung mit dem National Museum of Scotland oder den großen Londoner Institutionen vergleichbar ist, wird hier einen anderen Typ von Besuch erleben. Die Sammlung ist fokussiert, nicht enzyklopädisch, und beide Gebäude zusammen füllen selbst in gemächlichem Tempo keine drei Stunden. Das ist keine Kritik – das Format passt perfekt zu dem, was die Galerie ist. Wer aber einen ganzen Tag mit Kunst füllen möchte, sollte den Besuch mit der Scottish National Gallery am The Mound ergänzen, die Kunst vor dem 20. Jahrhundert zeigt und 15 Gehminuten oder eine kurze Busfahrt östlich liegt.
Wer zeitgenössische Kunst grundsätzlich undurchdringlich oder frustrierend findet, wird hier wahrscheinlich keine Bekehrung erleben. Die Beschriftungen sind gut, aber nicht besonders ausführlich – die Galerie setzt ein gewisses Vorinteresse an moderner Kunst voraus, statt es von Grund auf aufzubauen. Reisende, die lieber historische Stätten, georgianische Architektur oder Naturlandschaften erkunden, sind in Edinburgh anderswo besser aufgehoben.
Insider-Tipps
- Das Außengelände öffnet bereits um 7:00 Uhr – volle drei Stunden vor den Galerien – und schließt erst um 18:00 Uhr. Ein frühmorgendlicher Spaziergang durch die Jencks-Landformen, bevor die Stadt erwacht, gehört zu den ungewöhnlichsten kostenlosen Erlebnissen, die Edinburgh zu bieten hat.
- Modern Two ist fast immer ruhiger als Modern One. Wenn du an einem Samstagnachmittag kommst und Modern One voll ist, einfach die Straße überqueren: Die Atmosphäre ist entspannter, und das Paolozzi-Studio ist allein schon den Weg wert.
- Das Tor auf der Rückseite des Modern-One-Geländes führt direkt zum Water of Leith Walkway. Der Zugang ist von Oktober bis März von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang möglich – saisonale Öffnungszeiten vorher prüfen. Wenn geöffnet, ist der Rückweg entlang des Flusses nach Stockbridge deutlich schöner als der Weg zurück über die Belford Road.
- Im August kann die Galerie einer der ruhigsten Orte in Edinburgh sein, während das Fringe-Festival tobt. Ein Nachmittagsbesuch hilft, den Kopf freizubekommen, wenn die Festivalmassen zu viel werden.
- Für Sonderausstellungen wird manchmal Eintritt verlangt. Lohnt es sich, vorher auf der Website nachzuschauen – die Dauerausstellung ist immer kostenlos, aber eine große Sonderschau kann an der Kasse überraschend teuer werden.
Für wen ist National Galleries of Scotland: Modern geeignet?
- Kunstbegeisterte mit Interesse an Kunst des 20. Jahrhunderts und zeitgenössischer Kunst
- Reisende, die eine kostenlose, entspannte Alternative zu den kostenpflichtigen Attraktionen des Royal Mile suchen
- Wanderer, die die Galerie mit einer Route entlang des Water of Leith durch das Dean Valley verbinden
- Paare oder Alleinreisende, die einen ruhigen Morgen abseits des touristischen Trubels suchen
- August-Besucher, die während des Fringe-Festivals einen ruhigen, kostenlosen Rückzugsort brauchen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Kombiniere deinen Besuch mit:
- Colinton Tunnel
Der Colinton Tunnel ist ein 137 Meter langer viktorianischer Eisenbahntunnel am Water of Leith Walkway, der in Schottlands größtes Kulturwandbild verwandelt wurde. Inspiriert von Robert Louis Stevensons Gedicht „From a Railway Carriage" ist er kostenlos zugänglich, barrierefrei und rund um die Uhr geöffnet.
- Craigmillar Castle
Craigmillar Castle ist eine bemerkenswert gut erhaltene mittelalterliche Ruine auf einem flachen Hügel, gut 5 km südöstlich vom Stadtzentrum Edinburghs. Einst Rückzugsort von Maria Stuart, bietet sie echte Geschichte, weite Stadtblicke – und einen Bruchteil der Besucher des Edinburgh Castle.
- Cramond Beach & Island
Mit dem Bus oder Auto nur kurz vom Stadtzentrum entfernt, führt der Cramond Beach zu einer der ungewöhnlichsten kostenlosen Attraktionen Edinburghs: einer Gezeiteninsel im Firth of Forth, die nur in einem kurzen Zeitfenster bei Ebbe zu Fuß erreichbar ist. Sandige Strände, Betonpylone aus dem Zweiten Weltkrieg und stille Waldwege – das ist eine andere Welt als der Royal Mile.
- Edinburgh Zoo
Der Edinburgh Zoo erstreckt sich über 82 Acres bewaldeter Hügel im Westen der Stadt und ist Schottlands größte Wildtieranlage mit über 2.500 Tieren. Er nimmt einen besonderen Platz in der Zoogeschichte ein: Hier wurden weltweit erstmals Pinguine in Gefangenschaft gehalten und gezüchtet – und er ist bis heute der einzige Zoo im Vereinigten Königreich mit königlicher Charta.